Anreise

Freitag, 14. September 2012/ Samstag, 15. September 2012


9.00h Start nach Frankfurt Flughafen mit dem Auto. Nils hat sich bereit erklärt, mich hinzufahren. Wir kommen ohne Schwierigkeiten durch und sind um halb 12 im Parkhaus (gar nicht so einfach, sich da zu orientieren…). Check-in war noch nicht möglich, da wir zu früh da waren, wir wollten auf Nummer sicher gehen, man weiß ja nie, was einem so begegnet.
Mein Koffer wog 23,5kg, eigentliches Maximalgewicht: 23kg. Ich bin wohl in den Toleranzbereich gerutscht. Reaktion des Schalterbeamten (Businessclass, da frei): „Sie wissen, dass Sie mehr Gepäck mitnehmen dürfen?!“. Bezog sich darauf, dass theoretisch ein zweiter Koffer mit höchstens 23kg noch zum Freigepäck zählt. Da ich die Fluggesellschaft wechseln musste und man da dann nur ein Gepäckstück mit 23kg mitnehmen durfte, hatte sich das schon im Voraus erledigt. Handgepäck wurde weder gemessen noch gewogen. Zu meinem Glück, denn er wog 8,7kg (erlaubt: 8kg) und unter den Vordersitz passte er auch nicht.
Wegen der vielen Zeit noch ein bisschen zusammen am Flughafen gebummelt, bis ich dann gehen musste…

Am Gate selber dann wieder warten. Und dann ging es los:

„Ladies and Gentlemen, welcome on board…“. Es folgen die Sicherheitsanweisungen und Begrüßung der Mannschaft. Wenn man mit Egyptair fliegt, dann kommt man in den seltenen Genuss, dies auch auf Ägyptisch zu hören. Und zwar auf vollster Lautstärke. Das ist schön angenehm, wenn man gerade eigentlich schlafen wollte… Außerdem ist der Flughafen in Kairo bestückt mit lauter Angestellten, die so wirken, als würden sie ihre Arbeit nicht so ganz ernst nehmen, das Checken des Reisepasses wird im Vorbeiwischen erledigt, der Sicherheitscheck wirkt ebenso lasch, ich musste nicht mal meinen Laptop auspacken. Das habe ich dann aber trotzdem gemacht und „Dr. House“ angeschaut, während ich auf das Boarding gewartet habe.

Ansonsten hat mit dieser Airline alles geklappt, ich habe Abendessen, Mitternachtsessen und Frühstück bekommen, und es hat sogar echt ganz gut geschmeckt! Wir waren nahezu pünktlich. Nur natürlich nicht, als wir in Johannesburg angekommen sind, und ich sowieso nur 1 ¾ Std. Aufenthalt hatte.
Also kam ich schon 20 Minuten zu spät am Flughafen an, dann bis ich in der Passkontrolle war (vor mir natürlich ein Problemfall, der länger gedauert hat), und durch natürlich, waren nur noch 70 Minuten bis zum Start des Anschlussfluges. So, also schön am Gepäckband anstellen und warten. Und auf die Uhr gucken. Und warten. Meinen Koffer bekomme ich 50 Minuten vor Abflug.

Doch leider ist der Flughafen weder klein noch übersichtlich oder leer. Ich hatte keine Ahnung, wo ich hin muss, weil ich keinen Boardingpass hatte, da ich die Airline gewechselt hab. Als ich ziemlich verwirrt aus der Ankunftshalle raus kam, hat mich gleich so ein Angestellter bequatscht und als ich ihm geschildert hab, dass mein Flug in 45 Minuten geht, meinte er: „You have to run!“, schnappte sich meinen Koffer und schleift mich zu einem Check-in für „domestic flights“, an den Platin-Premium-Member-Schalter. Weils ein Notfall ist, geht das klar und wenig später stehe ich mit Boardingpass und ohne Koffer wieder da und mache mich auf die Suche nach Gate D5.
Der hilfsbereite Helfer bat Trinkgeld: „Twenty euros are okay for a special check in, just give me twenty euros, I will change them later!“. Da ich leider keine Lust hatte, ihm 20€ zu geben, hab ich gesagt, ich hätte nur noch 4,40€, welche ich ihm dann gegeben hab und schnell zum Gate gerannt bin. Völlig durchgeschwitzt stell ich mich gleich in die Reihe, da laut Boardingpass das Boarding in 5 Minuten anfing (30 Minuten vor Start). Ja, da stand ich dann, völlig kaputt und gestresst und habe gewartet. Irgendwann kam eine Durchsage, dass der Flug sich um 15 Minuten verspätet.

Als das Boarding dann endlich 20 Minuten später als geplant endlich anfängt, bin ich unter den ersten im Flugzeug. Ich hatte sogar einen Fensterplatz bekommen, trotz Check-in in letzter Minute! Ich hab dann noch mit einem kleinen Jungen getauscht, der sich neben seine Mutter gesetzt hat, und saß dann an der Rettungstür über dem Flugzeugflügel (allerdings ging das erst, nachdem die Flugbegleiterin mich nach meinem Alter gefragt hat, denn um da sitzen zu dürfen, musste man mindestens 15 Jahre alt sein, da man im Notfall die Türe öffnen musste). Wegen der entstandenen Verzögerung waren auch die Startbahnen weiter belegt und wir mussten warten. Lange Warten… Der Flug selbst war echt kurz, kaum war man in der Luft, gab es Frühstück, ja, noch einmal
J, und kaum war man fertig, ging der Landungsflug wieder los. Trotzdem kamen wir mit 45 Minuten Verspätung erst in Durban an (10.45h statt 10.00h).

In der Ankunftshalle hab ich mich gleich umgesehen, ob ich ein Schild mit meinem Namen sehen kann, denn schließlich wusste Sr. Happiness nicht, wie ich aussah! War aber keines da, aber ich entdeckte eine junge Frau in Nonnentracht. Also sprach ich sie an, und tatsächlich, es war Sr. Happiness!
Übrigens war es keineswegs schönes Wetter und warm. Nein, es regnete in Strömen und hatte höchstens 18°C. Die Schwester erzählte mir, dass sie eigentlich mit ihrem Auto fahren wollte, das aber kaputt gegangen sei und sie jetzt das alte von der Kommunität genommen hat, dieses aber komische Geräusche mache und sie hoffe, dass wir noch gut heim kämen! Das Auto klang wie ein alter Traktor und hat eine Beschleunigung von 0 (gefühlt). (Es hat es aber ueberlebt!! :D)

Und außerdem fährt man in Südafrika falschrum, also auf der rechten Seite das Lenkrad. Das ist echt ungewohnt, vor allem, was Kreuzungen und Abbiegen betrifft, würde ich da nie durchblicken können. Die Scheibe beschlug ziemlich schnell und man konnte nichts sehen, aber auch nicht wirklich was dagegen machen, außer sie immer wieder abzuwischen. Südafrikanische Truckfahrer sind noch gestörter als die, die in Deutschland so umher fahren. Da ist man dann schon froh, dass nirgends schneller als 120 gefahren werden darf, denn diese Truckfahrer ziehen auch gerne einfach so mal rüber zum Überholen, egal, ob du da mit deinem Auto kommst oder nicht.

Eigentlich wäre es eine Fahrt von ca. 1 ½ Stunden gewesen, aber zwischen drin standen wir eine Stunde im Stau, wegen einem Unfall -> Truckfahrer.
Wir haben dann kurz einen Abstecher ins Einkaufszentrum gemacht, „Pick ’n‘ Pay“. Dort gibt es echt alles. Und in tausend Ausführungen. Und vergleichsweise günstig. Bis auf Süßigkeiten. Eine 100g Haribo-Packung kostet dort umgerechnet ca. 2,60€, und Schokolade ist auch nicht unter 1,50€/100g zu haben. Also werde ich mir wohl ein anderes Nervenberuhigungs-/Suchtmittel suchen müssen
J.
Prepaid-Starter-Pack gibt’s für 10ct. Wird ich mir vermutlich auch zulegen, weil‘s dann einfacher ist, mit den Leuten hier Kontakt zu halten, bzw. was auszumachen.


Ich wohne jetzt gerade in der Kenosis-Community, bis die Pastorin Zeit hat, das wird vermutlich morgen oder Montag sein. Die Community beherbergt 4 Volounteers, alle aus Deutschland, die ich bestimmt heute noch kennenlernen werde. Zur Kommunität gehören ein Gästehaus und ein Kinderheim. Einmal im Jahr gibt es eine Kinderwoche, während der sich 300 Kinder auf dem Gelände tummeln. Leider ist diese Woche ab dem 10. Dezember, also genau, nachdem ich abgereist bin. Das Gelände ist echt schön, mit vielen blühenden Büschen. Wenn es aufhört zu regnen, mach ich mal ein Bild davon! In der Creche (Kinderhort), wo ich arbeiten werde, gibt es auch eine Volontärin aus Amerika, sie arbeitet im Büro des Dean. Mit ihr werde ich voraussichtlich auch immer wieder was zu tun haben, da der Dean sein Büro neben dem Hort hat.

Mit Englisch kommt man hier eigentlich ganz gut aus, aber ich werde vermutlich auch ein paar Sachen auf Zulu lernen, da viele der Kinder kein Englisch sprechen. Vorhin hat Sr. Happiness mir auch ein paar Sachen gesagt, aber ich hab‘s wieder vergessen. Und nein, die Sprache besteht nicht nur aus Klick- und Schnalzgeräuschen! Tatsächlich gibt es einen Laut, der nicht nach Buchstabe klingt sondern eher wie ein Schmatzen, aber das ist auch das Einzige!

Ich hab mich, kurz nachdem wir hier bei Kenosis angekommen sind, in das Zimmerchen zurückgezogen, das mir zur Verfügung gestellt wurde. Ich war furchtbar müde, nach kurzem Ausruhen, habe ich mich dann zum Schreiben entschieden. Es gibt hier sogar WLAN, ich brauche nur den Sicherheitscode, aber das geht bestimmt recht einfach und dann könnt ihr sogar lesen, was ich geschrieben hab!

(okay, Wlan gibts doch  nicht, ich hab es ueber den Computer im Buero gesendet. Deswegen auch die ue-s!)

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