Besuch bei Kenosis

Freitag, 21. September 2012

Wie erwartet, bin ich Freitag Nachmittag von Sister Happiness abgeholt worden und zu Kenosis gebracht worden. Leider gab es doch kein Internet für mich, aber wenigstens eine schöne Dusche
:). Da die anderen Deutschen noch unterwegs waren, habe ich dann erst mal ein wenig gewartet und gelesen und bin dann mit Happy zu der Creche von Kenosis gegangen. Die ist riesig! Und hat viel Material, also Spielsachen, Bücher, Regale etc., all das, was bei mir in der Creche fehlt. Aber trotzdem sind die Kinder zufrieden und spielen. Denn das wichtigste Utensil zum Spielen ist und bleibt die Fantasie!

Danach bin ich zum Volounteerhaus, Philipp und Lena waren gerade da, und hab mich ein wenig mit ihnen unterhalten, Lena ist dann recht bald ins Zimmer und hat sich ein wenig hingelegt. War echt schön mal wieder jemanden zu haben, mit dem man sich auf Deutsch unterhalten kann! Denn es kommt schon vor, dass ich Kommentare oder Anmerkungen mir im Kopf zuerst auf Englisch überlege, bis ich merke, dass ich ja Deutsch reden kann, weil mich alle verstehen werden… Ich habe erfahren, dass ich bei Kristina (ja, auch mit K) wohnen werde, weil in dem Haus, in dem sie wohnt sowieso noch einige Zimmer frei sind.

Als sich Philipp dann auch hingelegt hat, hab ich mich bei denen im Wohnzimmer im Bücherregal umgesehen und dann einen kleinen Zulusprachführer entdeckt, mit dem ich mich dann die nächsten 2 Stunden beschäftigt habe. Da war nämlich neben einfach Sätzen oder Wörtern auch erst mal ein wenig die Grammatik erklärt (-> z.B. wann die 7 verschiedenen Vorsilben jeweils vorkommen) und zwischen drin waren Texte mit Informationen über Südafrika und landestypische Sitten und Bräuche. War echt interessant sich da ein wenig einzulesen und was zu lernen.

 

Okay, die meisten Sätze habe ich wieder vergessen, aber ich weiß jetzt das „siyahamba“ „Wir gehen“ heißt, wobei „siya“ die Vorsilbe ist, die anzeigt, dass es sich um „wir“ handelt und „hamba“ der Wortstamm „gehen“ ist. Vergleichbar mit „siyabonga“ (danke), das eigentlich heißt: wir danken und „yabonga“: ich danke. Und die Übersetzung von „Alles Gute zum Geburtstag“, also wortwörtlich bedeutet: Möge dein Haar lang wachsen.
Auch weiß ich jetzt, dass es drei verschiedene Klicks gibt, die geschrieben „c“, „q“ und „x“ sind. Einer klingt wie ein knallender Korken (der schwierigste zu lernen), ein anderer wie als würde man ein Pferd antreiben und der dritte wie ein eine Mischung aus „ts“ und „tj“.

 

Irgendwann bin ich dann mit den anderen, die dann nach und nach wieder aufgetaucht sind, ins „Dorf“, also zu den Häusern, in denen Familien wohnen, die so zu Kenosis dazugehören. Da hab ich dann mit Sindi Volleyball gespielt, mich mit Khelo und noch einem Mädchen unterhalten und und und. Kurz: ich hab die Leute ein wenig kennengelernt! Als es dann dunkel wurde, habe ich meine Kamera geholt, um Bilder von der Skyline von Pietermaritzburg bei Nacht zu machen. Dann haben wir einen Nachtspaziergang („Nacht“ nur, weils eben schon dunkel war) gemacht, was eigentlich verboten ist, weils einfach zu gefährlich ist! Aber da gab es einen noch besseren Ausblick. Unterwegs hat Philipp dann ein wenig erzählt über die Schlangen, die es in Südafrika gibt, am gefährlichsten sind die Grüne und die Schwarze Mamba, denn da hat man keine Zeit mehr sich zu retten, ein Biss tötet innerhalb weniger Minuten. Und die Boumslang, also die Baumschlange, die sich von oben auf das Opfer wirft und ebenfalls sehr giftig ist.

 

Rund um das Kenosis Gebiet sind ja Zuckerrohrfelder. Und die Kinder und Jugendlichen aus dem Dorf holen sich da gerne was. Aber das ist eigentlich alles andere als ungefährlich. Denn erstens lauern da viele Schlangen und zweitens, noch gefährlicher: böse Medizinmänner, die haben es auf Zunge und Hoden abgesehen, das wird einfach abgeschnitten. Und auf europäische Haare. Da es ihnen aber aus irgendeinem Grund nicht möglich ist, die auch einfach abzuschneiden, müssen sie dann die Träger töten. Es hieß auch, dass die aus dem Dorf mal einen menschlichen Kopf in einer Plastiktüte gefunden haben, also im  Feld… Aber keine Sorge, ich werde ganz bestimmt nicht ins Zuckerrohrfeld gehen!!

 

Abends dann haben wir zusammen gekocht, die verbliebenen Reste, denn die Volounteers waren am Ende des Monats und damit auch am Ende des Geldes angekommen und hatten kaum noch was da. Trotzdem kam was Ordentliches zusammen: Kartoffelbrei mit TK-Gemüse und Bratwurst. Es kam dann auch noch ein Besuch, Stefan, aus der selben Organisation wie Philipp und Lena, der wie ich, sein langes Wochenende hier verbracht hat. Er wohnt bei einer Gastfamilie und gibt Computerunterricht an einer High School. Und hat schon die wildestens Sachen erlebt, so hat er z.B. schon den Zulu-König höchstpersönlich getroffen und mit ihm an der königlichen Tafel gespeist. Also haben wir uns noch unterhalten, so bis um 11, dann sind Kristina und ich rüber in unser Haus und haben geschlafen, denn am nächsten Tag mussten wir früh raus: es ging auf eine zwei tägige südafrikanische Hochzeit!

 

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