Wer sich zu früh freut...

Sonntag, 28. Oktober 2012

 

Der Sonntag währte noch nicht sehr lange, als ich das erste Mal wegen Bauchschmerzen aufwachte und zum Klo rannte. Dann versuchte ich wieder zu schlafen, bis die Schmerzen mich wieder weckten. So ging das den ganzen Morgen im Stundentakt, bis ich dann gegen halb 6 beschlossen hatte, dass es keinen Sinn mehr hat, weiter zu schlafen. Allerdings blieb ich trotzdem im Bett, denn zwar waren die ganzen Frauen wieder bzw. immer noch auf den Beinen, aber es gab ja nichts zu tun für mich. Noch dazu waren die Bauchschmerzen echt furchtbar und ich war echt müde.

Irgendwann hat meine Gastmum mir einen Tee gebracht, aber wirklich viel genützt hat das auch nicht. Also immer wieder Gerenne zum Klo und Verzweifeln, wenn das besetzt war. Ich hab dann auch irgendwann Medizin bekommen, die aus Ingwer und purem Ethanol bestand, also natürlich aufgelöst in etwas Wasser. Aber sehr lange hat die sich auch nicht in meinem Magen aufgehalten…

So habe ich also den Vormittag im Bett verbracht, mit schrecklichen Schmerzen und dem hoffnungslosen Versuch, etwas Schlaf zu erhaschen. Wobei es zeitweise immer wieder ging, um dann gefühlt doppelt so schlimm wieder zu kommen… ich habe dann auch erfahren, dass ich nicht die einzige mit Magenproblemen bin, denn anscheinend hat sich fast die ganze Festgesellschaft den Magen verdorben und ist ebenso wie ich ständig zum Klo gerannt. Man vermutete als Auslöser das scharfe Curry oder auch das Fleisch, dass es zum Dumpling gab, dass da etwas bei der Zubereitung schief gelaufen ist… Mir war es egal, was dran Schuld war, ich wollte einfach nur heim.

Zum Glück hatte ich meinen mp3-player dabei, und so hab ich den eingestöpselt und habe so zumindestens ein bisschen meine Ruhe, während ich versucht habe zu dösen. Gegen Mittag wurde es dann besser, sprich, ich hatte schon längere Zeit keine Bauchschmerzen gehabt. Also hab ich versucht, etwas trockenes Toast zu essen. Außerdem hab ich mich ein bisschen mit der Schwester der Braut zu unterhalten, die ihre Sachen gebügelt hat.

Außen ging die traditionelle Feier weiter. Es wurden auch Ziegen geschlachtet, ich hab die Schreie durch meine Musik gehört, und dazu wurde getanzt und gesungen. Wäre bestimmt interessant gewesen, mal eine traditionelle Schlachtung zu sehen, aber irgendwie musste das in dem Moment auch echt nicht sein. Als es mir dann besser ging, bin ich raus gegangen, immer noch in Schlafklamotten, also einer Jogginghose und einem Pulli, und da waren dann auch außen gerade viele Personen damit beschäftigt, das Fleisch von der Haut zu lösen oder zu zubereiten. Ich hatte kein Problem damit, das blutige Fleisch zu sehen, dass die Leute da herumgetragen haben, und irgendwie hätte ich auch gerne Bilder gemacht, so von dem Feuer mit den riesigen Kochtöpfen und so, aber ich war einfach immer noch zu müde.

Ich hab mich dann irgendwann mal etwas gewaschen und Zähne geputzt, die Jogginghose hab ich trotzdem anbehalten (danke Susa, dass du sie mir geliehen hast, sie leistet mir vorzügliche Dienste!).Irgendwann war dann auch die Deckenverschenkung, das kannte ich ja schon von der anderen Hochzeit her. Auch die Waschung vom Bräutigam und das „ Zu Bett Bringen“ mit dem nachfolgenden Verjagen. Das hab ich dann auch fotografiert. Dann bin ich aber wieder zurück ins Zimmer. Bald kamen auch noch andere Frauen, ich hab mich dann aufs Bett gelegt. Und dann kamen auch die Bauchschmerzen wieder. Pünktlich zum Essen, auf das ich aber verzichtet habe. Das Toast war wohl doch nicht so gut gewesen…

Also hab ich mich in die Ecke des Bettes gelegt und hab gedöst bis irgendwann meine Gastmum kam und gesagt hat, dass wir jetzt gehen. Das war so gegen 18 Uhr. Also sind wir dann von einer Frau heimgefahren worden, die das ruckellose Anfahren und Abgebremse einfach nicht drauf hatte… Außerdem ging die Fahrt über unbefestigte Matschwege, die durch den Nieselregen aufgeweicht waren. Ich hatte da echt etwas Schiss, dass wir jetzt den Abhang runterrutschen oder am Berg stecken bleiben… Als wir dann endlich an eine befestigte Straße kamen, mussten wir aussteigen, um das Auto zu erleichtern, denn der Matschweg, von dem wir kamen lag stellenweise einen halben Meter unter des asphaltierten Straße. Beim Hochfahren an einer Stelle, die nur ca. 20 cm Unterschied aufwies, hat die Autounterseite trotzdem noch am Rand geschliffen.

Aber egal, irgendwie sind wir dann doch heil angekommen. Wie schon erwähnt, sind die Bauchschmerzen wiedergekommen, und so hab ich mich erst mal aufs Klo verzogen, nach dem wir zuhause waren… Und dann hab ich Cola getrunken, damit das Ganze endlich ein Ende hat!!

 

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