Durban

Samstag, 24. November 2012

 

Wie schon angekündigt, ging es heute nach Durban. Also gegen 6 Uhr aufstehen, zum Frühstück gab es zwei Cream Buns, das sind so krapfenähnliche süße Hefeteile, die mit noch süßerer Sahne gefüllt sind. Aber schmecken eigentlich gar nicht mal schlecht. Dazu gab es die übliche Tasse Rooibos-Tee mit Milch. Auf den Zucker verzichte ich da immer, denn meine Ernährung ist sowieso schon zu zuckerlastig. Nach dem Baden hab ich mich erstmal ordentlich eingeschmiert mit Sonnencreme, einfach so vorsichtshalber. Dann hab ich meine Tasche gepackt. Ich hab meine Kamera mitgenommen, um ein paar gute Bilder machen zu können.

 

Um halb 8 sind wir dann aus dem Haus und mit dem Minitaxi in die Stadt, also nach Pietermaritzburg. Obwohl es irgendwie schon noch früh war, waren unheimlich viele Menschen unterwegs! Am Minitaxibahnhof sind wir dann umgestiegen in ein rotes Minitaxi nach Durban. Es gibt keine festen Abfahrtszeiten, sondern es wird einfach gewartet, bis das Taxi voll ist und dann fährt man los. Aber das ging auch recht schnell, Durban scheint ein beliebtes Ziel zu sein. Die Fahrt hat knapp eine Stunde gedauert, dann waren wir im Zentrum am Bahnhof. Von da aus konnte ich das Fußballstadion sehen, das hat eine verrückte Dachkonstruktion. Fotografiert hab ich es leider nicht, weil ich keine Zeit dazu hatte, denn sobald wir ausgestiegen sind, haben wir den nächsten Bus genommen.

 

Das war so ein altes klappriges Teil und innen mit Blumen und „I love you“- Schildern dekoriert. Auch die Fahrt war eigenartig, denn die Tür war die ganze Zeit offen und alle zwei Meter wurde angehalten um Leute einsteigen zu lassen. Anscheinend gibt es auch keine Bushaltestellen, sondern man wartet einfach irgendwo und irgendwann kommt schon ein Gefährt und nimmt einen mit. Wir waren unterwegs zu einem Unterhosengeschäft, da hat meine Gastmum dann ein paar Unterhosen gekauft. Der Laden war echt seltsam, in der Mitte waren große Wühlkörbe mit Unterhosen für 12 ZAR, die meisten hatten Löcher. Eigentlich waren auch ganz nette dabei, allerdings in Elefantengröße :D.

 

Nachdem meine Gastmum da dann fertig war, ging es mit einem anderen klapprigen Bus wieder zurück zum Bahnhof. Dort waren ein paar Stände, an denen traditionelle Sachen verkauft wurden, also Zuluperlensachen, Schüsseln, Besen, Hochzeitskörbe, Haushaltskleider und mehr. Dort habe ich ein bisschen Zuluperlenschmuck gekauft, waren ganz schöne Sachen dabei. Ich wollte das fotografieren, da heißt es: „Keine Speicherkarte“ und mir fällt siedendheiß ein, dass ich die Speicherkarte am Laptop daheim vergessen habe… Ich hab mich ziemlich geärgert! Und dann ist mir wieder eingefallen, dass ich noch eine kleine Speicherkarte, also mit 1 GB in meiner Fototasche habe. Also konnte ich doch die Stände fotografieren.

Traditionelle Stände in Durban.
Traditionelle Stände in Durban.
Traditionelle Stände in Durban.
Traditionelle Stände in Durban.

Wir sind dann in ein Minitaxi gestiegen und quer durch die Stadt gefahren. Ich hab während der Fahrt Bilder von der Karte gelöscht, denn die war eigentlich voll. Da es aber Bilder waren, die ich mit meiner alten Kamera gemacht hatte, waren die ziemlich klein, deswegen hab ich davon 500 gelöscht, was mir dann 100 Bilder mit meiner neuen Kamera ermöglicht hat. Ich hoffe, dass ich die Bilder alle irgendwo gespeichert hatte, aber die waren wirklich schon alt! So von Mallorca und von der Überschwemmung am Plärrer und Winterbilder :). Hey, ich will Schnee, wenn ich zurück komme!

 

Irgendwann sind wir irgendwo umgestiegen. Ich hatte gerade noch meine Kamera in der Hand und hab ein paar Bilder gemacht. Da war so ein riesiger bunter Markt, mit vielen Ständen an denen das verschiedenste Zeug verkauft wurde. Aber da ich ja nicht viel Zeit hatte, sind es nicht so tolle Bilder geworden.
Dann ging die Fahrt in einem anderen Minitaxi weiter Richtung Meer. Ich hab jetzt aus dem Fenster geguckt und sehr viel von Durban gesehen. Leider konnte ich davon keine Bilder machen, weil ich nicht am Fenster saß. Durban ist unheimlich versifft. Man denkt die ganze Zeit, man befindet sich in einem Vorstadtviertel, so Berlin-Kreuzberg mäßig, nur irgendwie noch schlimmer. Überall sieht man Müll auf den Straßen, kaputte Häuser, Leute die irgendwas verkaufen. Klar gab es auch bessere Viertel, aber das war dann eben Nürnberger Vorstadt Niveau.

 

Die Fahrt durch die Stadt war ziemlich wild, denn Minitaxis fahren wie die Gestörten. Außerdem wird ständig angehalten, um eventuelle Mitfahrer einzuladen. Dann wird andauernd die Spur gewechselt und oft einem Zusammenstoß nur knapp entkommen. Selber mit dem Auto da unterwegs zu sein, wäre der Wahnsinn!

 

Nach einer ewig langen Fahrt sind wir dann endlich am Meer angekommen, und leider hat die Sonne nicht mehr geschienen. Aber trotzdem war es ziemlich warm und es hat auch niemanden davon abgehalten ins Wasser zu gehen. Was ich als erstes gesehen habe, waren die unglaublich hohen Wellen! Ich hab mich mit meiner Gastmum abgewechselt mit dem Baden, denn irgendwer musste ja auf die Taschen aufpassen. Ich war echt erstaunt, wie warm das Wasser war. Also ich mein, es war schon kühl, aber ich habe nicht gefroren, obwohl es ziemlich windig war.

 
Blick auf die Wellen.
Blick auf die Wellen.
Der Strand.
Der Strand.
Strandpromenade
Strandpromenade

Leider kam auch bald der erste Typ, der mich bequatscht hat: „Do you know, that you’re beautiful?“ – „Yes, I know.“ – „Who told you?“ – “My boyfriend.” Ich hatte gehofft, dass das ausreicht und er wieder abschwirrt, aber dem war dann nicht so, also musste ich mich noch ein bisschen mit ihm herum schlagen. Ich hab ihn dann freundlich gebeten, mich doch bitte in Ruhe zu lassen. Als das nichts geholfen hat, bin ich gegangen.

 

Bisschen später bin ich wieder ins Wasser, wurde aber zurück gepfiffen vom Strandwart, der mir deutlich gemacht hat, dass ich an der Stelle nicht ins Wasser darf. Das durfte man nur an einer markierten Stelle, denn die war unter ständiger Bewachung. Da waren dann alle Leute und sind gemeinschaftlich über die Wellen gehupft. Ich war in meinem Bikini nahezu die entblößteste, denn die meisten Leute waren in voller Montur, also mit Hose und Tshirt im Meer. Einige Frauen sind in weißem Top baden gegangen, da hat man dann auch alles gesehen, und anderen ist alles oben raus gefallen. Da war ich dann doch irgendwie noch bedeckter.

 

Da meine Gastmum gerade im Wasser war, hatte ich Zeit, die Leute zu beobachten. Und es wurden im Lauf des Vormittags immer mehr. Dass keine Sonne schien, hat niemanden gestört. Wieso auch, wer braucht schon Sonne, wenn man sich nicht bräunen muss? Also, die können zwar auch „braun“ werden, das hab ich gesehen, eine Frau hatte einen Badeanzugabdruck, der heller war als der Rest, aber da sie schon dunkel sind, ist das nicht so wichtig wie bei uns Weißen. Es waren auch viele hellhäutige Menschen am Strand, liegt daran, dass Durban eben doch mehr das Touristenzentrum ist als Pietermaritzburg. Und außerdem war es der Strand! Ich hab auch Surfer vorbeijoggen sehen, aber das waren immer weiße Leute.

 

Die Wellen waren wirklich ziemlich hoch, und so wurde die Menge immer wieder zurückgepfiffen, wenn sie zu weit raus gegangen sind, oder eine besonders hohe Welle im Anmarsch war. Hin und wieder gab es einen Typen, der es witzig fand, mich mit Wasser zu bespritzen, um meine Aufmerksamkeit zu erhaschen. Ich hab mich dann immer in eine Gruppe junger Frauen zurück gezogen, damit mich ja niemand anspricht. Ich mein, mal nett plaudern ist was anders, als das was hier abgezogen wird. Als ich später wieder am Strand lag, kamen mehrere Typen her und haben mich angelabert. Irgendwann hieß es dann, dass der eine mich liebt und mich heiraten will, und ob ich ihn auch liebe. Und die haben alle gestunken, also nach Schweiß aber auch nach Alkohol und so eine Gesellschaft ist dann nicht meine liebste. Da die aber wirklich nicht gegangen sind, auch nicht, als ich mehrmals gebeten hab, ist meine Gastmum gekommen und wir sind zum Duschen.

 

Meine Sorge um den möglichen Sonnenbrand war unnötig, ich bin vermutlich gar nicht braun geworden, dazu waren zu viele Wolken am Himmel. Aber das war mir dann doch ganz recht. Ich hatte leider keine trockene Unterwäsche dabei, also hab ich den nassen Bikini angelassen. Da ich eine dünne Hose und ein dünnes Tshirt anhatte, kamen die Flecken schnell aber sind auch recht bald wieder getrocknet. Wir haben Mittagessen gekauft im SPAR. Das bestand dann aus einem Viertel Hühnchen (also Schenkel und Brust), drei so Hot-Dog-Brötchen und ein paar Pommes für jeden. Dazu noch was Kaltes zum Trinken. Gegessen haben wir es auf der Promenade, also da waren eben so Wiesenstücke, von denen aus man das Meer gut sehen konnte. Nach dem Essen haben wir uns kurz hingelegt und ein bisschen gedöst.

 

Dann war es schon drei Uhr nachmittags und wir haben uns auf den Heimweg gemacht. Also in ein Minitaxi gestiegen und wieder zurück Richtung Zentrum. Irgendwann sind wir ausgestiegen und ein Stück zu Fuß gegangen. Da hätte ich schon echt gern Bilder gemacht, aber da alles so runtergekommen aussah, hab ich mich doch nicht getraut, meine Kamera auszupacken. Weil so lange die Leute nicht wissen, was sich in meiner schwarzen Tasche befindet, kommt auch niemand auf die Idee, dass es sich um eine Kameratasche handeln könnte. Es waren wieder viele kleiner Läden auf dem Weg, die alle so ein bisschen Schwarzmarktflair hatten. Zweimal hat mich meine Gastmum auch „verkauft“, so im Spaß: „5000 Bugs in Cash, and she’s yours!“. Aber die Leute sind alle freundlich und lachen einfach :). Ein paar „Läden“ bestanden aus Kleiderhaufen, die auf einer Plane am Boden lagen. Andere Stände hatten Unmengen von Obst im Angebot.

 

Irgendwann haben wir dann ein Minitaxi gefunden, das nach Pietermaritzburg zurück fährt. Also irgendwie gibt es da schon einen Plan, so wo welche Taxis fahren, aber für mich sah es einfach nach Zufall aus. Bei der Rückfahrt saß ich dann am Fenster und hab versucht ein paar Bilder zu machen, so von der Landschaft, aber irgendwie war dazu zu wenig Licht vorhanden, und die meisten Bilder sind deshalb zu dunkel. In Pietermaritzburg hat die Sonne geschienen, vermutlich den ganzen Tag. Warum konnte das am Meer nicht auch so sein? Aber egal, ich hab ein bisschen die Straßen fotografieren können, letztlich sehen alle Städte gleich aus.

Mit dem nächsten Minitaxi ging es dann nach Hause, und darüber war ich schon sehr froh, denn ich war ziemlich müde und geschafft. Ich hab dann auch erstmal ein bisschen vor mich hin gedöst, mein Magen hat sich unangenehm gemeldet und so wollte ich auch nichts machen. Irgendwann hab ich dann doch noch ein paar Bilder hochgeladen und den Zeitungsartikel an die HZ versendet. Gegessen hab ich nichts mehr, sondern hab mich um halb 9 zum Schlafen hingelegt. Aber so gut ging das dann doch nicht, denn es war immer noch warm und ich wurde ständig gestochen. Gegen 2 Uhr morgens bin ich dann wieder aufgewacht und konnte eine zeitlang nicht schlafen. Anscheinend hat es doch irgendwie geklappt, denn dann bin ich erst wieder gegen halb 7 aufgewacht.


Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Katismati (Mittwoch, 28 November 2012 17:40)

    Wir stellen uns gerade einen "joggenden Surfer" vor...

  • #2

    Krissi (Mittwoch, 28 November 2012 18:42)

    Jaaa, halt mit dem Surfbrett unter dem Arm dann schön am Strand entlang. :)

  • #3

    Juicers Reviews (Mittwoch, 10 April 2013 22:15)

    This is a great blog post! Thanks for sharing with us!