Ein (fast) perfekter Tag

Mittwoch, 28. November 2012

 

Der Pausetag am Dienstag war wirklich sehr gut, denn am Mittwoch ging es mir wieder besser. Der Schnupfen hat mich zwar immer noch begleitet, aber das war okay. Es waren nur 19 Kinder da, liegt an den nahenden Ferien. Und das macht alles eigentlich immer recht entspannt und ruhig. Als die Miss gerade den Morning Ring gemacht hat, bin ich schnell heim, und hab meine Personalausweisnummer geholt. Die braucht die Crecheleiterin Mrs. Mbona für die Bestätigung, die sie mir schreibt. Als ich zurückgekommen bin, hat die Miss schon mit dem Unterrichten angefangen, also hab ich mich um die Kleinen gekümmert. Das mach ich eigentlich ganz gerne, denn die Babys sitzen ein bisschen rum, und die größeren Kleinen, also Maponisa und Eyethu spielen gerne mit den Kissen, die ich ihnen ins Gesicht werfe. Klingt jetzt vielleicht brutal, aber die finden das witzig und kichern und bringen mir das Kissen wieder.
Ein Problem bei den Kleinen ist nur immer, dass ich zum Einen eben Windeln wechseln muss und zum Anderen die Kinder ständig aus dem Raum rennen oder krabbeln und ich sie zurückholen muss. Aber eigentlich ist das auch nicht so schlimm. Während des Second Ring war ich dann wieder mit den Kleinen im kleinen Zimmer, da hab ich mich mit ihnen im Kreis gedreht, Hoppe Reiter gespielt, oder „Hast ein‘ Taler“ auf ihre Handflächen gemacht. Die lieben das, auch wenn sie kein Wort verstehen.

Während dem Mittagessen hab ich mich mit Mrs. Mbona unterhalten, wegen dem Zertifikat eben, das sie mir ja ausstellt. Ja, irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich ein bisschen Ärger bekommen habe, weil ich nicht wirklich das gemacht hab, was sie von mir wollte. Und dass ich eben die Kinder zu wenig gefordert habe. Und überhaupt. Ich hab mich, wie es eben meine Art ist, so gut wie möglich verteidigt und mein Tun erklärt. Ich denke, im Prinzip ist es ihr egal, es geht ihr vor allem darum, dass ich eben weiß, was ich eigentlich hätte machen sollen. Also dass ich weiß, wie man normalerweise mit Kindern in einem Kindergarten arbeitet. Irgendwie denkt sie nämlich, dass ich das machen werde. Es kommen dann immer so Sachen wie: „when you are working in a kindergarten in Germany, you have to…“ oder „…it isn’t okay…“. Wie auch immer.
Ich weiß jetzt auf alle Fälle, wie man es theoretisch machen soll, aber es war mir einfach nicht alles möglich. Wie soll ich denn bitte mit den Kindern über ein Thema reden, wie Weihnachten. Die verstehen dann doch nicht so viel Englisch. Und außerdem, ich hab jetzt noch eine Woche, also genauer gesagt 6 Mal arbeiten. Jetzt noch was zu ändern macht keinen Sinn. Und ich hatte das Gefühl, dass den Kindern gefallen hat, was ich mit ihnen gemacht habe, also Turnen oder Vorlesen. Und das ist doch das Wichtigste. Richtig lernen können sie auch noch, wenn ich weg bin.

Als ich dann wieder zurück zu den Kindern bin, war die Miss schon weg und ich hab die Kinder eben zum Schlafen gebracht. Kurz davor kam noch Mrs. Mbona vorbei und hat mir gesagt, dass ich jetzt ganz allein bin. Also da war dann wirklich niemand anderes mehr da, außer ich und die Kinder. Aber da die dann doch schnell alle, also ohne Ausnahme geschlafen haben, war das kein Problem. Auch das Abgeholtwerden und das letzte Windelnwechseln hab ich gut hinbekommen. Es lief eigentlich ganz gut, mir war zeitweise etwas langweilig, da hab ich dann auf meinem Handy Sudokus gemacht. Bei Stufe Mittel kam plötzlich eins, das hatte gerade noch 26 Zahlen angegeben, da hab ich ewig für gebraucht!

Trotzdem ist der Tag nicht perfekt gelaufen, sondern er ist wortwörtlich in die Hose gegangen… Als Dobheko abgeholt wurde, ist er aufgestanden und anscheinend hatte er Durchfall, auf jeden Fall ist das alles durch sein Hosenbein auf den Boden gerutscht und dann im Laufen hat er eine Spur hinterlassen. Da ich alleine war, musste ich das wegmachen. Und es war einfach ekelhaft… Zum Glück stand in dem einen Raum ein Eimer mit Wasser und einem Lappen, da hab ich dann versucht die Sauerei so gut wie möglich zu entfernen. Problem war nur, dass es eben so eine Art Teppichboden im Zimmer war. Ich hoffe, dass es wirklich gut weggegangen ist, also zumindestens stinkt es nicht mehr. Die Spur hab ich dann auch noch weggewischt. Währenddessen kamen natürlich noch mehr Eltern bzw. Geschwister um Kinder abzuholen und irgendwie haben die nicht gecheckt, dass ich gerade beschäftigt war und haben trotzdem genervt.

Zum Glück kam dann Mrs. Mbona nach Hause, nachdem ich fertig war und hat mich heim geschickt. Es war schließlich auch schon fast 3 Uhr. Und ich war etwas traumatisiert von dem Ereignis…

Daheim hab ich dann Musik gehört und Bilder sortiert. Und schließlich mit dem Nils geskypet, der mir mitgeteilt hat, dass wir eine Wohnung bekommen, die perfekt in der Erlangener Innenstadt liegt und auch nur 500€ warm kostet. Für Erlangen ist das echt wenig. Und so brauch ich in Zukunft gerade mal 3 Minuten zur Uni mit dem Fahrrad! Wer es sich angucken will: Von-der-Tann-Straße 5. Ich bin auch einfach froh, dass die Suche ein Ende hat und dass sie dann doch so gut gelaufen ist. Eigentlich hatten wir seit Montag eine Zusage für eine 3-Zimmer-Wohnung, die aber recht weit abgelegen lag, also haben wir noch die Antwort der jetzigen Wohnung abgewartet, bevor wir den Vertrag unterschrieben haben (also der Nils halt). Und da die jetzt einfach so gut liegt, war es keine Frage, welche Wohnung wir zusagen. Wenn ich heimkomme, also nach Deutschland, dann heißt es also Umziehen und Großeinkauf bei IKEA :).

Abends gab es wieder richtigen Salat, das hat mich dann schon glücklich gemacht. Also ich war ja schon wegen der Wohnung zufrieden, aber Salat ist dann doch noch mal was Gutes. Vor allem, da ich lange darauf verzichten musste. Jetzt ist aber nichts mehr da und auch keine Orangen mehr und gerade auch kein Brot mehr. Die fetten Tage sind also vorbei. Nach dem Essen hab ich wieder Musik gehört und bin ein bisschen durch mein  Zimmer getanzt. Einfach so, weil ich Lust dazu hatte.

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