Bilderreicher Tag

Freitag, 30. November 2012

 

Heute Morgen wieder früh aufgewacht, aber ich war dann doch zu faul für Übungen und bin einfach schon aufgestanden. Frühstück gab es dann auch bald, und zwar Sandwichs mit einer Mayo-Hühnchen-Mischung belegt. Natürlich mit einer dicken Schicht Butter auf jeder Scheibe Toastbrot. Ich war dementsprechend satt, nachdem ich die beiden Sandwichs, also 4 Scheiben Toast gegessen hatte. Zum Glück gibt es nicht jeden Früh so ein fetthaltiges Essen. Es fällt mir ja so schon schwer nicht voll zuzunehmen.

Es war ein schöner Morgen, also die Sonne hat geschienen und deswegen war auch die Haustür offen. Auf der Veranda hat die Hundemutter mit ihren Welpen gespielt, also hab ich meine Kamera geholt und ein paar Bilder gemacht. Aus den hilflosen und fiepsenden Hundewürmchen sind kleine flinke Hündchen geworden, die sogar schon ein bisschen Bellen können. Ich hab leider immer noch nicht gefragt, was mit den Hunden gemacht wird, wenn sie eben größer sind. Denn behalten werden sie die kaum, was will man mit fünf Hunden? Also ich mein, es ist einfach zu wenig Platz da und wenn ein Männchen dableibt, dann gibt es immer wieder Babys. Das ist wohl kaum der Plan, denke ich mal. Ich hoffe einfach, dass die nicht umgebracht werden, denn sie sind einfach süß ;)

Ich hab heute dann auch mal wieder meine Kamera mitgenommen. Und das war auch gut so, denn ich hab schöne Bilder machen können. Und auch wenn nicht so viele Kinder da waren, hat es sich trotzdem gelohnt. Also als ich um 8 Uhr gekommen bin, waren es gerade mal 10 Kinder. Um 9 Uhr, als ich mit Unterrichten angefangen habe, waren es immerhin 16. Ich hatte irgendwie den ganzen Tag gute Laune und hab mit den Kinder Spaß gemacht. Ich hatte ja nicht nur meine Gruppe, sondern hab mir einfach die 11 Größeren geschnappt. Beschäftigt habe ich sie mit der Aufgabe, ihre Familie zu malen. Manche haben das echt super umgesetzt, man erkennt Gesichter und Körperteile. Zothani hat seiner Mutter sogar zwei Kreise als Brüste an den Körper gemalt :). Ich hab dann hinterher alle Kinder mit ihren Bildern fotografiert, und sie eben gefragt, wen sie gemalt haben.

Zwischendrin gab es noch ein kleines Schreckerlebnis für mich. Da ist plötzlich ein Gecko über die Wand gelaufen und ich bin aus irgendeinem Grund voll erschrocken und hab geschrien. Die Kinder fanden das lustig und wollten natürlich wissen, warum die „Missi“ gekreischt hat. Also hab ich schnell ein Gecko aufgemalt. Scheinbar war die Zeichnung gar nicht so schlecht, denn sie haben es alle erkannt. Das Tier ist übrigens in einem Ritz in der Wand verschwunden, das lebt da anscheinend. War nämlich nicht die Wand nach außen, sondern eben innerhalb des Hauses.

Als es dann Snackpause gab, waren es plötzlich 20 Kinder. Während dem Malen sind noch ein paar Nachkömmlinge gebracht worden. Danach gab es Storytime. Und das ist, wie schon mal erwähnt, eine sehr bewegungsreiche Sache. Und leider etwas, was die Kinder schnell langweilen kann und die sich dann unterhalten, was den Lärmpegel eben deutlich erhöht. Deswegen ist es keine entspannte Zeit, sondern doch etwas nervig. Aber wenn man die Kinder nicht zur Ruhe ermahnt, dann hört auch niemand mehr zu.
Später dann hab ich die Gelegenheit genutzt und hab ein paar Gruppenbilder gemacht. Auch das war etwas schwierig, da besonders die kleinen Kinder eben nicht so aufmerksam sind und die Babys sich gerne auch zoffen. Aber auch die Größeren sind nicht immer bei der Sache. Nur das Piepsen des Selbstauslösers fanden sie witzig und haben versucht es mitzusprechen. Direkt in die Kamera geblickt haben sie dann erst, als ich eben ein Bild ohne Selbstauslöser gemacht habe und eben hinter der Kamera stand. Aber das ist eigentlich etwas zu sehr gestellt, denn so brav und aufmerksam sind sie nie.

Um 12.20 Uhr gab es dann statt Mittagessen eine zweite Snackpause. Die meisten Kinder essen in der ersten Pause sowieso nicht alles, was sie dabei haben. Besonders die Brote lassen sie gerne übrig und essen zuerst Chips und Jogurt. Maponisa habe ich mit einem „Purity“ Glas gefüttert, das entspricht unserem „HIPP“.

Dann wurde geschlafen, und auch diesmal hat es eigentlich ganz gut geklappt. Es ist viel einfacher, wenn eben nicht so viele Kinder da sind und sie sich beim Schlafen nicht gegenseitig einquetschen sobald sie sich umdrehen. Auch ist die Zeit irgendwie nicht so lang und langweilig gewesen. Ich hab Siyanda gefüttert, das hat lang gedauert, weil sie eben immer wieder die Aufmerksamkeit verloren hat. Aber ich war froh drüber, dass sie überhaupt gegessen hat. Außerdem hatte ich ja Zeit und nichts anders zu tun. Ich hab dann auch ein bisschen mit meinem Lieblingswürmchen gekuschelt. Ich hab heute mal gefragt, wie er heißt: Aphelele. Trotzdem nenn ich ihn immer noch „Würmchen“, weil er das einfach ist :). Am liebsten wird er am Kopf gekrault, da wird er dann müde und schläft gerne ein.

Ich hab auch den Regen außen vorm Fenster beobachtet und gehofft, dass der noch irgendwann aufhört, bevor ich heimgehe. Hat er leider nicht, und als ich dann gegen halb 3 gegangen bin, sind meine Füße leider nass geworden, denn meine Schuhe haben ein Loch in der Sohle. Aber ich hab ja zum Glück keinen langen Weg, also sind auch meine anderen Sachen, und vor allem die Fototasche nicht so sehr nass geworden.
Daheim hab ich mir dann erstmal was zum Essen gemacht, ich hab nämlich entdeckt, dass wir wieder Peanutbutter im Schrank haben :). Das ist besser als nichts. Also ich hab etwas zu viel auf mein Brot getan, das hat dann auch nicht so gut geschmeckt, aber war mir doch lieber als pures Toast. Wenn ich klug gewesen wäre, dann hätte ich mir einfach in der ersten Woche ein Glas Nutella gekauft, das hält sich ja bei Zimmertemperatur. Aber als ich dran gedacht hab, waren es nur noch 3 Wochen, das hätte sich nicht mehr gelohnt. Aber es sind jetzt noch 9 Tage, die werde ich auch mit Peanutbutter auskommen. (Nachtrag: mit weniger Peanutbutter schmeckt es deutlich besser!)

Morgen ist eine Graduationfeier an der Schule meiner Gastmum. Programm fängt um 11 Uhr an, wir müssen aber schon früh los, weil sie im Kochteam ist. Ich werde einfach meine Kamera mitnehmen, dann weiß ich mich schon zu beschäftigen. Das wird so mein letztes großes Ereignis hier in Südafrika sein. Denn die Abreise ist ja quasi nicht mehr in Südafrika.
Ich glaube ich werde auch das Blogschreiben vermissen. Ich mach das doch einfach gerne und es ist unanstrengender als Tagebuchschreiben, also für die Hand aber auch für den Kopf. Es geht einfach schneller. Ich schreibe gerne und es hat mir auch echt immer Spaß gemacht, alles Geschehene zusammenzufassen und zu schildern, damit ihr wisst, was ich so gemacht und erlebt habe. Aber mein Alltag in Deutschland wird vermutlich nicht so interessant sein ;). Also heißt es, auch davon Abschied nehmen in 9 Tagen, oder eher 10, wenn ich die Abreise noch beschreibe.

Und langsam muss ich auch ans Packen denken. Also ich plane schon die ganze Zeit, so wegen dem Gepäck, dass es eben nicht zu schwer wird. Denn eine Waage gibt es nicht, ich muss also hoffen, dass der Koffer die zugelassenen 23 kg nicht übersteigt. Dazu hab ich eine Liste angefertigt, mit (+) und (-) Gepäck, also was ich hier verbraucht und was ich jetzt neu dazubekommen habe. Leider weiß ich von den meisten Sachen nicht das genaue Gewicht. Wie schwer sind denn 250 ml Shampoo oder 150 ml Deo?

Meine Gastmum will eigentlich schon seit Montagnachmittag Wäschewaschen, aber ist noch nicht dazugekommen, weil das Wetter immer schlecht war, oder sie zu spät heimgekommen ist. Mir ist das eigentlich ganz recht, denn so kommen noch mehr schmutzige Klamotten in meine Wäsche und ich kann mit einem ziemlich frischgewaschenen Koffer zurückfliegen. Natürlich sollte sie trotzdem im Lauf der nächsten Woche es schaffen, denn sonst hätte ich ein Problem. Und nein, ich kann es nicht selber machen, denn die Waschmaschine ist keine normale Waschmaschine, sondern so komisches Teil, das ich nicht bedienen kann. Außerdem wird immer auf der Veranda gewaschen. Warum, weiß ich auch nicht genau.

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