Abreise - Teil 1

Samstag, 8. Dezember 2012


Durban, King Shaka Airport.
– Heute Morgen bin ich schon um halb 6 aufgewacht. Also hab ich die Zeit genutzt um mein Handgepäck zu packen und etwas zu lesen. Später gab es Frühstück: Bacon and Eggs. Das war richtig gut, ich hab aber trotzdem nur wenig gegessen, um meinen Bauch nicht zu überfordern. Gestern hat er nämlich doch noch ziemlich rumort. Dann wollte ich die Bilder von der Familie machen, leider ohne Nkosi, weil er gerade in Durban ist. Meine Gastmum meinte: „okay, just now!“ und ist in die Badewanne gehupft…

Ich hab gewartet und nichts getan, denn alles, was noch nicht eingepackt war, wollte ich noch benutzen. Schließlich hab ich es doch geschafft noch ein paar Bilder von der Gastfamilie zu machen. Und dann hab ich gebadet. Diesmal war es richtig viel Wasser und auch schön warm :). Ich hab mein Shampoo geleert und ebenso mein Deo und die Body Lotion. Letzteres hat sich als ein bisschen schwierig erwiesen, weil doch noch mehr drin war, als ich gedacht hatte. Aber ich hab mich dann einfach 2 oder 3 mal eingecremt, dann ging der Rest auch noch weg.

Während ich mich gerade eingeschmiert hab, kam meine Gastmum und hat sich von mir verabschiedet. Sie ist rüber zu ihrer Creche, um eben die Abreise zu organisieren und zu überwachen. Wir haben Adressen ausgetauscht und auch die Einladung eines Besuches. Wer weiß, vielleicht klappt es ja tatsächlich. Dann war ich mir Baphiwe und meinem Gastvater allein im Haus. Es war halb 8, also hab ich mich noch etwas auf die Veranda gesetzt und hab gelesen.

Eigentlich sollte das Auto ja um 8 Uhr kommen. Aber das wäre ja gegen die afrikanische Lebensweise… Ich saß da also und hab gelesen und mein Gastvater saß auch da und hat hin und wieder was zu mir gesagt oder mich etwas gefragt. Da hab ich dann auch erfahren, dass er schon 65 Jahre alt ist! Das erklärt natürlich einiges an seinem Verhalten und seiner Art. Ich finde aber, dass er gar nicht so alt aussieht. Aber dieses Phänomen ist mir hier schon öfter begegnet. Schwarze sehen nicht alt aus!

Um dreiviertel 9 kam dann das Auto, also eigentlich noch ziemlich pünktlich. Mrs. Mbona kam auch mit und hat sich von mir verabschiedet. Und hat mir ein kleines Tütchen in die Hand gedrückt, ein Abschiedsgeschenk von Zothani! Mein Koffer hat fast nicht in den Kofferraum gepasst, der ist auch richtig groß und schwer… Im Auto war es dann etwas eng, so ist das eben, wenn man mit Südafrikanern unterwegs ist. Außerdem schnallt man sich nicht an. Das Fenster war ein bisschen geöffnet, damit eben kühle Luft reinkommt. Dadurch sind meine Haare durch die Gegend geflogen, bis ich sie zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden habe.

Die Fahrt über hab ich aus dem Fenster geguckt und noch mal alle Bilder in mich aufgenommen. Und ich habe mir überlegt, was Südafrika für mich ist. Es ist eine Collage aus kleinen Details und Bildern, die zusammengenommen eine interessante und abwechslungsreiche Kultur darstellen. Es ist schwer, das alles in Worte zu fassen und sich an alles zu erinnern. Mir ist klar geworden, dass ich das schon vermissen werde. Die Zeit kommt mir jetzt schon ein bisschen vor wie ein Traum. Unwirklich und flüchtig. Wie viel ich tatsächlich davon behalten werde, weiß ich noch nicht. Aber durch meine Bilder und den Blog wird mir bestimmt ein großer Teil erhalten bleiben.

Nach 80 Minuten Fahrt, sind wir am Flughafen angekommen und Lundiwe und Nombonga haben mich in die Eingangshalle begleitet. Dort habe ich mich in die Sitzecke gesetzt und die beiden verabschiedet. Ich habe mir auch endlich das Geschenk von Zothani angeguckt: vier kleine Handtücher und ein Set mit Deo, Handcreme und Body Lotion. Voll nett, aber mein Problem ist eben, dass das neues Gewicht ist. Und so langsam bekomm ich wirklich Schiss, dass das niemals alles durchgeht. Ich werde meine Schuhe wohl tatsächlich wegwerfen müssen. Das Problem ist, dass auch mein Handgepäck ziemlich schwer ist, selbst wenn ich den Laptop rausnehme. Das ist jetzt eben meine letzte Sorge. Aber ich hab ja noch 6 Stunden, bevor ich Gewissheit habe.

Wie ich die Zeit jetzt gestalten werde, weiß ich noch nicht. Da ich eben in Kairo nochmal 5 Stunden Aufenthalt habe, darf ich jetzt noch nicht meinen Laptopakku leeren. Und auch Musik hören kann ich nicht ohne Ende, da lange Flüge auf mich warten. Ich werde vermutlich lesen. Und wenn der Koffer weg ist, mich ein bisschen umsehen. Mein Flug geht um 18.40 Uhr. Als Lunchpaket bin ich mit einer Tüte Chips, ein paar Keksen und zwei Äpfeln ausgestattet. Außerdem mit einem halben Liter Sprite und einem halben Liter Saft. Das dürfte reichen. Ich hab nämlich nur noch wenig Geld, also nicht mal 1€.

Der Flughafen ist ganz hübsch eigentlich. Übersichtlich, mit nur einer Check-In-Hallen und geschmückt mit Lichterketten und Weihnachtsbäumen. Hier laufen fast nur weiße Menschen herum, die dann meisten auch noch kurze Hosen und Tshirts anhaben. Da ich aber in den deutschen Winter fliege und auch noch von Frankfurt nach Hause eine Zeit lang unterwegs sein werde, hab ich mich für eine lange Hose und ein paar Pullis entschieden. Hat auch den Gedanken, somit das Gewicht des Koffers zu erleichtern.

Da ich noch etwas Internet auf dem Stick übrig habe, hab ich die Gelegenheit, diesen Artikel mit ein paar Bildern hochzuladen. Ich werde mich später wieder melden, vielleicht aber auch erst aus Kairo. Wünscht mir Glück, dass alles gut läuft und mein Koffer nicht zu schwer ist! ;)

 

Aus irgendeinem Grund hatte ich doch kein Internet mehr…

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Kommentare: 1
  • #1

    canadays (Montag, 10 Dezember 2012 00:19)

    Leider ist es für Daumen drücken jetzt wo ich das les schon zu spät :P
    Auf dem Foto vom Flughafen sehn deine Augen voll schön türkis aus!