Abreise - Teil 2

Sonntag, 9. Dezember 2012


Kairo, International Airport. –
Es ist halb 7 Uhr morgens. In Kairo ist die Sonne noch nicht aufgegangen. Ich sitze hier irgendwo, weil mein Flug erst in 4 Stunden geht und deshalb das Gate noch nicht angezeigt wird. Aber ich habe Internet!

Doch zurück nach Durban. Nachdem ich feststellen musste, dass mein Internetstick doch kein Internetvolumen mehr hatte, hab ich den Laptop ausgeschaltet. Ich war müde, also habe ich ein bisschen gedöst. Aber so wirklich bequem war das auch nicht, ich hab es bald wieder aufgegeben. Dann hab ich gelesen, bis ich Kopfweh bekommen habe. Meine Brille war nämlich in den Untiefen meines Koffers und da wollte ich sie auch nicht herauskramen. Ich habe mich schweren Herzens dazu entschieden meine beiden Paar Schuhe wegzuschmeißen, die sich noch in meinem Koffer befunden haben. Bilanz: mit 4 Schuhpaaren abgereist, mit 1 Schuhpaar wieder heimgekommen :(. Aber da die sich sowieso in keinem tadellosen Zustand mehr befunden haben, hätte ich sie erst wieder nächsten Frühling anziehen können. Bis dahin finde ich bestimmt neue Schuhe.

Gegen 4 Uhr bin ich aufs Klo, mit meinem Koffer. Alle Leute haben mich blöd angeguckt, aber was sollte ich denn tun? Ich konnte ja schlecht den Koffer unbewacht außen stehen lassen. Danach hab ich mich mal auf die Suche nach den Check-In-Schaltern von South African Airlines gemacht. Die Economy-Schalter waren unbesetzt, nur die Platinum und Premium Check-Ins waren besetzt. Also hab ich mich einfach irgendwo in die Nähe hingesetzt und hab gewartet, dass auch die Economy-Schalter öffnen. Als ich da saß ist mir auch ein großer Weihnachtsbaum aufgefallen, den ich natürlich fotografiert habe.
Die Schalter haben aber längere Zeit nicht geöffnet, also bin ich zu einem Premium-Check-In und habe mal nachgefragt. Die meinte dann, dass einfach die Schalter hier für alle Check-Ins benutzt werden, also war ich mein Gepäck endlich los! Gewogen hat es 23,4 kg, also knapp dran vorbei, dass ich draufzahlen musste. Zum Glück hatte ich die Schuhe weggeworfen :).

Um meinen Rucksack etwas zu erleichtern und auch handlicher zu machen, hab ich meine Kameratasche rausgenommen und in der Hand getragen. Der Rucksack war immer noch viel zu schwer… Ich bin dann auch schon zum Gate, weil was sollte ich denn sonst machen. Da hab ich dann gelesen, bis zum Boarding. Ich hatte einen Fensterplatz, doch leider den Platz an der Notausgangtür. Eigentlich gut, weil man viel Fußraum hat, aber schlecht, weil ich dadurch alle meine Taschen oben in die Fächer tun musste. Deswegen hatte ich meine Kamera nicht bei mir. Man hatte nämlich eine fantastische Aussicht über die letzten Strahlen des Sonnenuntergangs!
Noch schöner als über den Wolken zu sein, ist es, zwischen den Wolken zu fliegen. Dadurch ergibt sich das Bild einer Polarlandschaft. Eine Stelle sah sogar aus, wie ein Eissee, in dem sich sie Eisberge und der Sonnenuntergang spiegelt. Weil eben genau da ein Loch in der unteren Wolkenschicht war. Später dann eröffnete sich ein blutroter Streifen. Oh man, ich hätte das so gerne fotografiert! Jetzt muss ich es eben in meinem Kopf behalten. In Worte ausdrücken kann man es eigentlich gar nicht, so faszinierend und wunderschön war es einfach.

Der Flug von Durban nach Johannesburg war ziemlich kurz, bisschen mehr als eine Stunde. Das heißt, kaum ist man oben und darf endlich wieder den E-Reader einschalten, bekommt man einen kleinen Snack und landet eigentlich schon. Als Snack gab es ein Sandwich, ich hab mich für cheese entschieden. Das war dann eine megadicke Scheibe Camenbert, mit angebratenen Zwiebeln und ein bisschen Feldsalat. Hat richtig gut geschmeckt!

In Johannesburg hatte ich eigentlich genug Zeit, im Gegensatz zum Hinflug! Ich musste zwar auch durch die Passkontrolle, aber irgendwie ging es schneller. Oder kam mir zumindestens so vor. Vielleicht bin ich auch nur einfach langes Warten gewohnt. Auf mein Gepäck musste ich auch nicht so lange warten, das ging eigentlich ganz schnell. Dann noch den Check-In von Egypt Air suchen und alles war erledigt. Am Gate musste ich dann doch wieder warten, weil sich das Boarding verzögert hat.

Der Flieger in den ich eingestiegen bin, war riesig! 8 Sitze in einer Reihe. Ich hatte leider keinen Fensterplatz, diesmal wäre es schön gewesen wegen dem Schlafen. Aber wenigstens saß ich einen Platz neben dem Fensterplatz und konnte so doch ein bisschen rausschauen. Ich war wirklich müde, es war inzwischen dreiviertel 10 und so hab ich ziemlich bald meine Oropax eingestöpselt und meine Schlafbrille aufgesetzt. Auf das Abendessen hab ich verzichtet, weil ich schlafen wollte. Es war eigentlich die ganze Zeit laut und unbequem, aber anscheinend hab ich doch geschafft ein bisschen Schlaf zu bekommen. Ich musste ständig meine Position wechseln, weil irgendein Körperteil eingeschlafen ist, oder mein Hals eine unangenehme Krümmung eingenommen hat…

Morgens um 4 Uhr wurden alle durch eine Boardansage geweckt. Es wurde Frühstück serviert, eine Schale mit Obst (Melone, Orange, Ananas und Grapefruit), ein Brötchen, ein Hörnchen und Frischkäse, Butter und Marmelade. Ich hab versucht den Frischkäse auf das Brötchen zu schmieren, aber irgendwie ging das nicht so gut, der war zu fest, wegen der vielen Kühlung. Das Hörnchen hab ich mit der Orangenmarmelade gegessen. Die war aber ziemlich bitter und hat mir deshalb nicht so gut geschmeckt. Getrunken hab ich eine Tasse Kaffee, in der Hoffnung, dass das Koffein anschlägt und mich etwas wach macht.

Schließlich sind wir im dunklen Kairo gelandet, 14 Grad Außentemperatur. Vom Flugzeug ging es mit einem Bus quer über den Flugplatz. Der Rest war kein großer Aufwand. Ticket bestätigen lassen, Sicherheitskontrolle und schon war ich im Abflugbereich. Da mein Flug noch nicht an der Anzeigetafel stand, und ich mich eben irgendwo hinsetzen wollte, hab ich einen netten Flughafenangestellten gefragt. Der ist dann mit meinem Ticket irgendwohin gegangen und hat mit dem Flughafenmanagement telefoniert. Doch leider konnten auch die noch nicht sagen, an welchem Gate mein Flug nach Frankfurt gehen wird.
Ich hab mich noch vergewissert, dass ich das W-Lan einfach so benutzen kann und keinen Sicherheitscode brauche und hab mich einfach auf den nächsten freien Sitz gesetzt. In den Gang zu den F-Gates, wer weiß, vielleicht ist es ja sogar richtig. Aber selbst wenn nicht, ich habe ja genug Zeit. :)

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