Abreise - Teil 3

Sonntag, 9. Dezember 2012

 

Brüssel Airport. – In Kairo hab ich meine Wartezeit gut überstanden indem ich erst meine beiden Artikel und Bilder hochgeladen und dann mit Steffi und Sahra gechattet habe. Das ging aber leider nur so lange, bis mein Akku leer war. Es war dann noch eine Stunde bis zum Boarding, aber die Zeit habe ich mit Lesen verbracht, dann ging das auch schnell vorbei. Ich dachte eigentlich, dass ich mit Platz 25J einen Fensterplatz erwischt hatte, aber dem war dann doch nicht so, ich saß zwischen zwei Männern mittleren Alters.
Ich war ziemlich müde und hab meine Augen zugemacht. So hab ich auch den Start halb verdöst. Aber so wirklich spannend ist es beim 20. Mal auch nicht mehr. Ja, ich habe nachgezählt, ich habe schon 20 Flugzeugstarts hinter mir :).

 

Als Schlafen nicht mehr ging, hab ich Musik gehört. Der Akku hat erstaunlich lange gehalten, nach 5 Stunden waren es immer noch 42%. Eigentlich war es ein Flug von vier Stunden von Kairo nach Frankfurt. Es gab Abendessen, doch unsere Reihe war die letzte, die bedient wurde, gab es nur noch „Beef“ und kein „Chicken“ mehr. Aber auch das hat ganz gut geschmeckt.
Als wir die Alpen gestriffen haben, hab ich ein paar Bilder gemacht, in dem ich meine Kamera über meinen schlafenden rechten Sitznachbarn zum Fenster gehalten habe. Das ging eigentlich ganz gut! Kurz darauf hab ich mich mit meinem linken Sitznachbarn unterhalten, einem Ägypter. Er hat mich gefragt, ob ich Journalistin bin. Das wurde ich auch in Südafrika schon öfter gefragt, liegt an der großen Kamera. Also haben wir uns ein bisschen unterhalten.

 

Dann war es nur noch eine halbe Stunde bis nach Frankfurt, da kam eine Durchsage: Frankfurt Airport ist geschlossen, wir fliegen nach Brüssel!! Also eine dreiviertel Stunde länger im Flieger. Ich bin mit meinem rechten Sitznachbarn ins Gespräch gekommen. Er hat mir dann auch versprochen, dass ich mit seinem Handy einen Anruf nach Deutschland machen darf, wenn wir gelandet sind. Die Landung war ziemlich turbulent und auch das Aufsetzen recht hart. Aber wir haben es alle heil überstanden.
Trotzdem durften wir den Flieger nicht verlassen, sondern mussten warte. Irgendwann hieß es, in 45 Minuten werde eine Entscheidung getroffen. Eine Stunde später hieß es, in einer halben Stunde werde eine Entscheidung getroffen. Dann ging das Gerücht herum, dass wir entweder fliegen oder mit Bussen nach Frankfurt gefahren werden. Mittlerweile hatte ich mit meiner Familie telefoniert, die ja schon seit Mittags in Frankfurt auf mich wartete! Da aber nicht klar war, wie lange es dauern würde, haben sie noch gewartet.

 

Schließlich hieß es, Gepäck nehmen, wir gehen in den Flughafen, bekommen Essens-Vouchers und warten nochmal 45 Minuten auf die Entscheidung, ob wir fliegen oder in Brüssel bleiben. Aber selbst als wir im Bus waren, war es noch nicht zu Ende, denn irgendwie war trotzdem noch alles ungeklärt. Also haben wir eine Runde gedreht und sind zurück zum Flugzeug und dann wieder zum Gate.
Endlich haben wir auch unsere Gutscheine über 13,50€ bekommen, es war mittlerweile halb 6 Uhr abends. Ich hab meine Familie noch einmal angerufen und ihnen gesagt, dass sie nach Hause fahren sollen. Ich werde mir dann ein Zugticket kaufen. Das macht mehr Sinn, als sie jetzt da ewig warten zu lassen.

 

Von meinem Gutschein hab ich mir ein Sandwich, einen halben Liter Wasser, Bountys und eine Tüte M&Ms gekauft (für mehr hat es nicht gereicht). Und mich an eine Laptopaufladestation gesetzt. Da es hier aber kein kostenloses Wi-Fi gibt, werde ich mir wohl ein bisschen was kaufen müssen, das gibt es an so kleinen Stationen. Damit ich zumindestens allen Bescheid sagen kann, dass ich heute vermutlich nicht mehr heim kommen werde…

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