Abreise - Teil 5

Montag, 10. Dezember 2012

 

Schupf. – Oh Man, endlich bin ich vollkommen daheim… Aber bis dahin war es noch ein langer Weg. Am Gleiß saß ich also und hab auf den Zug gewartet. Wegen dem vielen Schnee war alles chaotisch, alle Züge hatten mindestens 30 Minuten Verspätung, einer sogar 70 Minuten! Als die Durchsage kam, dass ein ICE nach Wien über Nürnberg an Gleiß 6 fährt, hab ich mich schnell auf den Weg zu Gleiß 6 gemacht. Kaum stand ich da, kommt die Durchsage, dass dieser Zug reservierungspflichtig ist. Ich hatte aber keine Reservierung! Ich hatte keine Zeit, mich darüber zu wundern, als ausgerufen wurde, dass der ICE nach Nürnberg an Gleiß 5 fährt. ICE an Gleiß 6 war also nicht meiner.
Zurück an Gleiß 5 erstarre ich, der ICE der da stand ist weg! Ich bin kurz davor das Heulen anzufangen, weil ich einfach nicht mehr konnte… Da kommt zum Glück die Durchsage, dass der ICE nach Nürnberg jetzt an Gleiß 5 einfährt! Es waren viele Plätze frei, also konnte ich auch meinen Megariesenkoffer gut neben mir platzieren. Fürs erste war es angenehm warm, aber später dann war es doch eher kühl. Ich hab in der NEON gelesen, wurde aber bald schon müde und hab gedöst. Sehr bequem war es leider nicht.


Irgendwann kam die Zugansage, dass wir mittlerweile 50 Minuten Verspätung hatten… Ich hab gehofft, dass der Nils nicht schon in Nürnberg auf mich wartet und erfriert. Ich hatte auch keine Möglichkeit, ihn anzurufen, weil mein deutsches Handy ja gesperrt war und mein südafrikanisches Handy kein Netz hatte. 

Nach ca. 2 ½ Stunden Zugfahrt bin ich endlich um 2 Uhr am Nürnberger Hauptbahnhof angekommen! Den Nils musste ich gar nicht lange suchen, er stand genau vor der Tür, aus der ich gekommen bin. Der Weg zum Auto kam mir sehr lange vor, denn es war eisigkalt! Im Auto gabs dann eine Sitzheizung und eine Thermoskanne mit heißem Kinderpunsch :). Da wurde mir schnell wieder warm.

Ich bin am nächsten Morgen schon recht früh aufgewacht, obwohl ich immer noch müde war. Um halb 10 hat Nils‘ Wecker geklingelt. Glücklicherweise hatte er heute erst gegen 12 Uhr Uni, und nicht wie gewöhnlich um 10 Uhr. Deshalb hat er mich davor noch nach Hause gefahren, wo mich meine beiden großen Schwestern begrüßt haben. Nachdem wir uns ein bisschen unterhalten haben, sind die drei nach Erlangen aufgebrochen und ich war wieder allein daheim.

 

Aber nicht lange, dann kam meine Mama heim. Sie hat mir Tee gemacht und ein Glas voll Obstpüree und wir haben uns unterhalten. Irgendwie war es dann schon ein bisschen so, als wäre ich gar nicht weggewesen. Als meine kleinste Schwester heimkam, hab ich darüber gestaunt, wie groß sie geworden ist! Aber vielleicht kam sie mir auch nur so groß vor, weil ich die letzten 3 Monate mit Kindergartenkindern zu tun hatte, die mir auf ihre Art und Weise auch groß vorgekommen sind. Nachdem sie mich wieder losgelassen hat, hab ich mir von ihr die Geschenke zeigen lassen, die sie zu ihrem Geburtstag bekommen hatte. Und sie hat mir ein Lied auf der Querflöte vorgespielt.

Ich wollte gerade anfangen, den letzten Artikel der Abreise zu schreiben, da kamen meine beiden anderen Schwestern heim und haben mich begrüßt. Und dann gab es auch schon Mittagessen. Einen superleckeren Nudelauflauf mit Sauerkraut :)

 

Den Nachmittag werde ich in meinem Bett verbringen, denn da ist es schön warm. Außerdem hab ich viel zu Lesen und müde bin ich immer noch ein bisschen. Außen schneit es schon wieder, d.h. nachher wird Schneeschippen im Hof angesagt sein. Ich bin also wieder voll im deutschen Winter und Alltag angekommen. Auch wenn einiges noch ein bisschen ungewohnt ist, vieles ist jetzt schon wieder ganz normal. Ich ermahne meine kleine Schwester, beim Essen die Beine unter den Tisch zu tun. Ich bitte meine andere Schwester, noch dazu bleiben, weil jemand etwas erzählt. Und ich freu mich darüber, dass ich nicht immer meine Tür selber zu machen muss, nachdem mich jemand im Zimmer besucht hat.

 

Aber hey, ich bin endlich nach 41 Stunden Reise daheim angekommen! Und das Kapitel Südafrika ist erstmal abgeschlossen… Ziemlich Schade eigentlich, doch gerade bin ich wieder zu müde, um da groß drüber nachzudenken. Aber die Melancholie und Sehnsucht wird noch kommen, spätestens wenn ich wieder voll im Alltag gelandet bin.

 

Das hier ist nicht mein letzter Artikel. Es wird noch ein komplett abschließender Bericht kommen, aber gerade bin ich dazu noch nicht in Stimmung. Ihr könnt euch also noch auf ein letztes Mal freuen! :)

Schnee! :)
Schnee! :)

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