Do

13

Dez

2012

Hamba kahle, South Africa!

Donnerstag, 13. Dezember 2012

 

Hamba kahle! – Leb wohl! (wörtlich: Gehe gut!)
Je länger ich wieder daheim in Deutschland bin und je mehr ich wieder in den Alltag komme, desto weiter entfernt sich meine Erinnerung an Afrika. Schon jetzt kommt es mir unwirklich vor, wie ein Traum. Gestern habe ich mich zum Beispiel die Videos angeschaut, die ich gemacht habe. In den meisten wurde gesungen. Das war echt schön, da nochmal eine kleine Erinnerung an die Stimmung und die Lebensenergie zu bekommen. Noch besser als nur Bilder anzugucken.
Ich habe oft das Gefühl, ich hätte noch mehr aus meinem Aufenthalt rausholen können. Und habe jetzt etwas verpasst. Schließlich war das eine einmalige Sache, so was werde ich wohl nie wieder machen. Aber dann beruhige ich mich auch wieder, in dem ich mir sage, dass ich trotzdem eine Menge gesehen und erlebt habe. Und dass es deshalb nicht umsonst war.

 

Die Zeit kommt mir immer noch so kurz vor, also die letzten drei Monate sind rasend schnell vergangen. Ich kann nichts mehr rückgängig machen, und eigentlich will ich das auch nicht. Es war eine schöne Zeit und klar, hätte sie besser laufen können. Aber ich bin auch damit echt zufrieden. 
Ich hab eine kleine Bilanz aufgestellt, so zusammenfassend, was ich gewonnen und verloren habe:
 

(-) (+)

drei Paar Schuhe

1 kleinen Teddy :'(

Vorurteile

Schüchternheit/ Scheu vor Fremden                  

viel Geld    

drei Kg Körpergewicht

Wickel- und Füttererfahrung

Sommersprossen

Kreativität (Haarewaschen, Essen, Kinderbeschäftigen)

2000 schöne Fotos

unzählige Erlebnisse und Eindrücke   


Der letzte Punkt ist so umfassend und weitläufig, dass er kaum zu fassen ist. Am Flughafen in Durban habe ich die Wartezeit damit verbracht, eine kleine Stoffsammlung über Südafrika zu machen. Also, was ich gesehen habe, was mich geprägt hat, was typisch ist. Sind dann am Ende (hab die ganze Rückreise immer mal wieder etwas hinzugefügt) doch 4 ½ DIN A5 Seiten geworden. Und bestimmt hab ich immer noch vieles vergessen, das mir gerade einfach nicht bewusst ist. Aber so einen kleinen Überblick bietet es auf jeden Fall. Nur damit ich nicht alles vergesse…
Am Liebsten hätte ich jedes kleine Detail einmal fotografiert, dann könnte ich das Mosaik aus Wörtern in ein Mosaik aus Bildern umwandeln. Doch hinterher ist man immer schlauer. Und außerdem ist nicht alles fassbar, z.B. Lebensfreude und Gastfreundschaft.

Doch wenn ich mir die „Liste“ durchlese, dann muss ich an vielen Stellen lächeln, und erinnere mich an bestimmte Situationen oder Erlebnisse. Ich würde euch sehr gerne an allem teilhaben lassen, aber es ist unmöglich alles in Worte zu fassen! Manche Dinge sind einfach ein Hauch oder ein winziges Bild in meinem Kopf. Und auch die Gewitter, die mich faszinierten, muss man einfach selber miterlebt haben, um das Gefühl nachvollziehen zu können.

Von dem her weiß ich, dass ich eine Menge unvergesslicher Erfahrungen gemacht habe, auch wenn sie sich eher in meinem Unterbewusstsein befinden. Und dadurch als nicht vorhanden eingestuft werden. Je mehr ich darüber nachdenke, desto deutlicher wird mir, dass meine Zeit in Südafrika um Weitem erlebnisreicher war, als mir klar ist. Weil viele Dinge sind mir schnell als normal und selbstverständlich vorgekommen und doch sind es eigentlich ungewöhnliche Sachen, an die ich mich nur gewöhnt hatte.

Südafrika ist schon allein ein Land der unterschiedlichsten Eindrücke. Und jeder Besuch wird einzigartig sein, egal wann, wohin und mit wem man dorthin reist. Denn man trifft dort auf die verschiedensten Menschen, man muss sich nur darauf einlassen und alles etwas entspannter sehen. Ich habe nur einen winzigen Teil Südafrikas kennengelernt, und auch schon der hat mir viele Erlebnisse geboten.

Hier endet mein Blog, einfach, weil das Kapitel „Südafrika“ für mich erst mal beendet ist. Nicht für immer natürlich. Ich werde wiederkommen, das ist sicher. Und dann besuche ich meine Gastfamilie und die Familie von der Creche, und wer weiß, vielleicht begegnet mir auch ein Kind aus der Creche. Ob es mich dann wiedererkennt ist fragwürdig, aber schön wäre es.

Ich hoffe, ihr hattet Spaß daran, mich zu begleiten und zu lesen, was mir so begegnet ist. Und vielleicht habt ihr durch meine Berichte und Bilder zumindestens einen kleinen Eindruck von der Faszination dieses Landes erhalten. Wer weiß, vielleicht zieht es irgendjemanden von euch auch mal nach Südafrika. Ich kann einen Besuch nur empfehlen! Es ist zwar ein armes Land, und hat auch eine hohe Kriminalitätsrate. Man muss einfach wissen, worauf man achten muss und dann darf man keine Risiken eingehen. Mir ist schließlich auch nichts passiert :). Und diese kleinen Vorsichtsmaßnahmen werden dann belohnt durch eine Menge neuer und schöner Erfahrungen und Eindrücke.

Es hat mir Spaß gemacht, immer von meinem Leben zu berichten. Einfach weil ich wusste, dass es in Deutschland ein paar Menschen gibt, die das gerne lesen und die ich somit auch informieren kann. Dadurch hab ich mich nie ganz allein gefühlt. Also, ein herzliches Dankeschön an alle fleißigen und treuen Leser!! Vielleicht sieht/hört/liest man sich ja mal wieder, bei meiner nächsten Reise nach Afrika? :)

Falls noch jemand Fragen hat, oder zu irgendeinem Thema mehr erfahren will, fragt mich einfach. Es gibt viele Dinge, die ich im Blog nie erwähnt habe, einfach weil es doch zu viele Dinge gab, die geschehen sind! 
Und ich sag es nochmal: wenn jemand Lust hat, auch nach Pietermaritzburg zu gehen und in einer Creche zu arbeiten, ich hab guten Kontakt und könnte vermitteln. :)

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Mo

10

Dez

2012

Abreise - Teil 5

Montag, 10. Dezember 2012

 

Schupf. – Oh Man, endlich bin ich vollkommen daheim… Aber bis dahin war es noch ein langer Weg. Am Gleiß saß ich also und hab auf den Zug gewartet. Wegen dem vielen Schnee war alles chaotisch, alle Züge hatten mindestens 30 Minuten Verspätung, einer sogar 70 Minuten! Als die Durchsage kam, dass ein ICE nach Wien über Nürnberg an Gleiß 6 fährt, hab ich mich schnell auf den Weg zu Gleiß 6 gemacht. Kaum stand ich da, kommt die Durchsage, dass dieser Zug reservierungspflichtig ist. Ich hatte aber keine Reservierung! Ich hatte keine Zeit, mich darüber zu wundern, als ausgerufen wurde, dass der ICE nach Nürnberg an Gleiß 5 fährt. ICE an Gleiß 6 war also nicht meiner.
Zurück an Gleiß 5 erstarre ich, der ICE der da stand ist weg! Ich bin kurz davor das Heulen anzufangen, weil ich einfach nicht mehr konnte… Da kommt zum Glück die Durchsage, dass der ICE nach Nürnberg jetzt an Gleiß 5 einfährt! Es waren viele Plätze frei, also konnte ich auch meinen Megariesenkoffer gut neben mir platzieren. Fürs erste war es angenehm warm, aber später dann war es doch eher kühl. Ich hab in der NEON gelesen, wurde aber bald schon müde und hab gedöst. Sehr bequem war es leider nicht.


Irgendwann kam die Zugansage, dass wir mittlerweile 50 Minuten Verspätung hatten… Ich hab gehofft, dass der Nils nicht schon in Nürnberg auf mich wartet und erfriert. Ich hatte auch keine Möglichkeit, ihn anzurufen, weil mein deutsches Handy ja gesperrt war und mein südafrikanisches Handy kein Netz hatte. 

Nach ca. 2 ½ Stunden Zugfahrt bin ich endlich um 2 Uhr am Nürnberger Hauptbahnhof angekommen! Den Nils musste ich gar nicht lange suchen, er stand genau vor der Tür, aus der ich gekommen bin. Der Weg zum Auto kam mir sehr lange vor, denn es war eisigkalt! Im Auto gabs dann eine Sitzheizung und eine Thermoskanne mit heißem Kinderpunsch :). Da wurde mir schnell wieder warm.

Ich bin am nächsten Morgen schon recht früh aufgewacht, obwohl ich immer noch müde war. Um halb 10 hat Nils‘ Wecker geklingelt. Glücklicherweise hatte er heute erst gegen 12 Uhr Uni, und nicht wie gewöhnlich um 10 Uhr. Deshalb hat er mich davor noch nach Hause gefahren, wo mich meine beiden großen Schwestern begrüßt haben. Nachdem wir uns ein bisschen unterhalten haben, sind die drei nach Erlangen aufgebrochen und ich war wieder allein daheim.

 

Aber nicht lange, dann kam meine Mama heim. Sie hat mir Tee gemacht und ein Glas voll Obstpüree und wir haben uns unterhalten. Irgendwie war es dann schon ein bisschen so, als wäre ich gar nicht weggewesen. Als meine kleinste Schwester heimkam, hab ich darüber gestaunt, wie groß sie geworden ist! Aber vielleicht kam sie mir auch nur so groß vor, weil ich die letzten 3 Monate mit Kindergartenkindern zu tun hatte, die mir auf ihre Art und Weise auch groß vorgekommen sind. Nachdem sie mich wieder losgelassen hat, hab ich mir von ihr die Geschenke zeigen lassen, die sie zu ihrem Geburtstag bekommen hatte. Und sie hat mir ein Lied auf der Querflöte vorgespielt.

Ich wollte gerade anfangen, den letzten Artikel der Abreise zu schreiben, da kamen meine beiden anderen Schwestern heim und haben mich begrüßt. Und dann gab es auch schon Mittagessen. Einen superleckeren Nudelauflauf mit Sauerkraut :)

 

Den Nachmittag werde ich in meinem Bett verbringen, denn da ist es schön warm. Außerdem hab ich viel zu Lesen und müde bin ich immer noch ein bisschen. Außen schneit es schon wieder, d.h. nachher wird Schneeschippen im Hof angesagt sein. Ich bin also wieder voll im deutschen Winter und Alltag angekommen. Auch wenn einiges noch ein bisschen ungewohnt ist, vieles ist jetzt schon wieder ganz normal. Ich ermahne meine kleine Schwester, beim Essen die Beine unter den Tisch zu tun. Ich bitte meine andere Schwester, noch dazu bleiben, weil jemand etwas erzählt. Und ich freu mich darüber, dass ich nicht immer meine Tür selber zu machen muss, nachdem mich jemand im Zimmer besucht hat.

 

Aber hey, ich bin endlich nach 41 Stunden Reise daheim angekommen! Und das Kapitel Südafrika ist erstmal abgeschlossen… Ziemlich Schade eigentlich, doch gerade bin ich wieder zu müde, um da groß drüber nachzudenken. Aber die Melancholie und Sehnsucht wird noch kommen, spätestens wenn ich wieder voll im Alltag gelandet bin.

 

Das hier ist nicht mein letzter Artikel. Es wird noch ein komplett abschließender Bericht kommen, aber gerade bin ich dazu noch nicht in Stimmung. Ihr könnt euch also noch auf ein letztes Mal freuen! :)

Schnee! :)
Schnee! :)
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So

09

Dez

2012

Abreise - Teil 4

Sonntag, 9. Dezember 2012

 

Frankfurt Airport. – Das mit dem Internet in Brüssel am Flughafen ist echt doof gelaufen. Ich hatte meinen Artikel fertig geschrieben und mich auf den Weg gemacht, Internet zu kaufen. Dazu musste ich mir erst meinen 20€ Schein wechseln lassen, denn das Internet hat 10€ für eine Stunde gekauft. Das war es mir aber wert. Kaum hatte ich die Karte mit den Log-In-Daten gekauft, läuft neben mir die Frau vorbei, die sich um unseren Flug gekümmert hat und spricht in ihr Funkgerät, dass bitte eine Durchsage gemacht werden soll. Alle Passagiere von EgyptAir aus Kairo sollen ans Gate B83 kommen. Also konnte ich das Internet leider doch nicht nutzen und bin die 10€ ganz umsonst losgeworden.

Aber lange ärgern konnte ich mich nicht, denn dass wir zum Gate gerufen wurden, hieß ja, dass wir noch nach Frankfurt fliegen würden! Im Flugzeug wurde ich von meinen Sitznachbarn wieder willkommen geheißen. Um 7 Uhr ging es dann tatsächlich los. Ich war aber wieder müde, und hab den Start über gedöst. Leider nicht lange, denn kaum waren wir in der Luft, gingen die Turbulenzen los. Das ist immer so, wenn man durch die Wolkenschichten stößt. Außerdem hatte es wieder angefangen zu regnen. Als sich der Flug beruhigt hatte, hab ich wieder die Augen geschlossen. Aber kurz darauf gingen die Turbulenzen wieder los, wir befanden uns im Landeflug. Die Strecke Frankfurt – Brüssel ist ja nicht lang, ca. eine Stunde bloß.

Ich war so erleichtert, als wir dann in Frankfurt gelandet sind. Außerdem hab ich den vielen Schnee gesehen. Darüber hab ich mich ein bisschen gefreut. Ich mein, ich wollte ja Schnee bei meiner Ankunft, aber eigentlich nicht so viel, dass ich einen sechsstündigen Umweg über Brüssel einschlagen muss.
Und eigentlich ist der Umweg noch länger. Denn jetzt fahre ich mit dem ICE nach Nürnberg. Von dort wird mich der Nils abholen. Daheim in Schupf werde ich also erst morgen früh sein. Dann war ich wirklich lange unterwegs. Bis es aber soweit alles geklärt war, musste ich erst noch ein paar Mal herum telefonieren. Das Problem dabei war, dass es sich um Münztelefone gehandelt hat, ich aber nur Scheine hatte. Der Zeitschriftenladen wollte mir nicht wechseln, also musste ich was kaufen. So schlimm war das nicht, ich wollte sowieso die neue NEON haben. Leider musste ich dann nochmal was kaufen, weil das Geld nicht gereicht hat. Aber ein Sudokuheft für 99ct hab ich trotzdem gefunden. Bin jetzt dann schließlich nochmal 2 ½ Stunden unterwegs.

Ich sitze gerade am Gleiß, der Zug hat 35 Minuten Verspätung. Ursprüngliche Abfahrtszeit war 22.02Uhr. Es ist sehr kalt, ich habe ein Top, ein langärmliges Tshirt, einen Pulli und eine dünne Jacke an. Außerdem eine Stoffhose mit dünner Strumpfhose drunter. Die Erkältung, wenn nicht sogar Grippe ist mir also sicher. Aber gerade ist mir alles egal, ich bin schon 40 Stunden unterwegs (wenn man die Fahrt nach Durban dazuzählt) und ich will einfach nur heim und schlafen. Hatte nämlich nur ein bisschen Schlaf von Joburg nach Kairo und dann ein bisschen Dösen. Das langt nicht. Im ICE war leider keine Platzreservierung mehr möglich, d.h. wenn ich Pech habe, darf ich auch noch stehen…

Aber, hey, ich bin wieder in Deutschland! Es ist echt komisch und ungewohnt, wenn man plötzlich alle Menschen wieder versteht. Dadurch wird das unverständliche Stimmengewirr, das man leicht ignorieren kann plötzlich zu einem störenden Hintergrundgeräusch. Auch die Ansagen und Schilder auf Deutsch irritieren mich ein bisschen.
Sehr viel mehr Gedanken habe ich gerade nicht. Bin zu müde und mein Gehirn friert ein. ;)

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So

09

Dez

2012

Abreise - Teil 3

Sonntag, 9. Dezember 2012

 

Brüssel Airport. – In Kairo hab ich meine Wartezeit gut überstanden indem ich erst meine beiden Artikel und Bilder hochgeladen und dann mit Steffi und Sahra gechattet habe. Das ging aber leider nur so lange, bis mein Akku leer war. Es war dann noch eine Stunde bis zum Boarding, aber die Zeit habe ich mit Lesen verbracht, dann ging das auch schnell vorbei. Ich dachte eigentlich, dass ich mit Platz 25J einen Fensterplatz erwischt hatte, aber dem war dann doch nicht so, ich saß zwischen zwei Männern mittleren Alters.
Ich war ziemlich müde und hab meine Augen zugemacht. So hab ich auch den Start halb verdöst. Aber so wirklich spannend ist es beim 20. Mal auch nicht mehr. Ja, ich habe nachgezählt, ich habe schon 20 Flugzeugstarts hinter mir :).

 

Als Schlafen nicht mehr ging, hab ich Musik gehört. Der Akku hat erstaunlich lange gehalten, nach 5 Stunden waren es immer noch 42%. Eigentlich war es ein Flug von vier Stunden von Kairo nach Frankfurt. Es gab Abendessen, doch unsere Reihe war die letzte, die bedient wurde, gab es nur noch „Beef“ und kein „Chicken“ mehr. Aber auch das hat ganz gut geschmeckt.
Als wir die Alpen gestriffen haben, hab ich ein paar Bilder gemacht, in dem ich meine Kamera über meinen schlafenden rechten Sitznachbarn zum Fenster gehalten habe. Das ging eigentlich ganz gut! Kurz darauf hab ich mich mit meinem linken Sitznachbarn unterhalten, einem Ägypter. Er hat mich gefragt, ob ich Journalistin bin. Das wurde ich auch in Südafrika schon öfter gefragt, liegt an der großen Kamera. Also haben wir uns ein bisschen unterhalten.

 

Dann war es nur noch eine halbe Stunde bis nach Frankfurt, da kam eine Durchsage: Frankfurt Airport ist geschlossen, wir fliegen nach Brüssel!! Also eine dreiviertel Stunde länger im Flieger. Ich bin mit meinem rechten Sitznachbarn ins Gespräch gekommen. Er hat mir dann auch versprochen, dass ich mit seinem Handy einen Anruf nach Deutschland machen darf, wenn wir gelandet sind. Die Landung war ziemlich turbulent und auch das Aufsetzen recht hart. Aber wir haben es alle heil überstanden.
Trotzdem durften wir den Flieger nicht verlassen, sondern mussten warte. Irgendwann hieß es, in 45 Minuten werde eine Entscheidung getroffen. Eine Stunde später hieß es, in einer halben Stunde werde eine Entscheidung getroffen. Dann ging das Gerücht herum, dass wir entweder fliegen oder mit Bussen nach Frankfurt gefahren werden. Mittlerweile hatte ich mit meiner Familie telefoniert, die ja schon seit Mittags in Frankfurt auf mich wartete! Da aber nicht klar war, wie lange es dauern würde, haben sie noch gewartet.

 

Schließlich hieß es, Gepäck nehmen, wir gehen in den Flughafen, bekommen Essens-Vouchers und warten nochmal 45 Minuten auf die Entscheidung, ob wir fliegen oder in Brüssel bleiben. Aber selbst als wir im Bus waren, war es noch nicht zu Ende, denn irgendwie war trotzdem noch alles ungeklärt. Also haben wir eine Runde gedreht und sind zurück zum Flugzeug und dann wieder zum Gate.
Endlich haben wir auch unsere Gutscheine über 13,50€ bekommen, es war mittlerweile halb 6 Uhr abends. Ich hab meine Familie noch einmal angerufen und ihnen gesagt, dass sie nach Hause fahren sollen. Ich werde mir dann ein Zugticket kaufen. Das macht mehr Sinn, als sie jetzt da ewig warten zu lassen.

 

Von meinem Gutschein hab ich mir ein Sandwich, einen halben Liter Wasser, Bountys und eine Tüte M&Ms gekauft (für mehr hat es nicht gereicht). Und mich an eine Laptopaufladestation gesetzt. Da es hier aber kein kostenloses Wi-Fi gibt, werde ich mir wohl ein bisschen was kaufen müssen, das gibt es an so kleinen Stationen. Damit ich zumindestens allen Bescheid sagen kann, dass ich heute vermutlich nicht mehr heim kommen werde…

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So

09

Dez

2012

Abreise - Teil 2

Sonntag, 9. Dezember 2012


Kairo, International Airport. –
Es ist halb 7 Uhr morgens. In Kairo ist die Sonne noch nicht aufgegangen. Ich sitze hier irgendwo, weil mein Flug erst in 4 Stunden geht und deshalb das Gate noch nicht angezeigt wird. Aber ich habe Internet!

Doch zurück nach Durban. Nachdem ich feststellen musste, dass mein Internetstick doch kein Internetvolumen mehr hatte, hab ich den Laptop ausgeschaltet. Ich war müde, also habe ich ein bisschen gedöst. Aber so wirklich bequem war das auch nicht, ich hab es bald wieder aufgegeben. Dann hab ich gelesen, bis ich Kopfweh bekommen habe. Meine Brille war nämlich in den Untiefen meines Koffers und da wollte ich sie auch nicht herauskramen. Ich habe mich schweren Herzens dazu entschieden meine beiden Paar Schuhe wegzuschmeißen, die sich noch in meinem Koffer befunden haben. Bilanz: mit 4 Schuhpaaren abgereist, mit 1 Schuhpaar wieder heimgekommen :(. Aber da die sich sowieso in keinem tadellosen Zustand mehr befunden haben, hätte ich sie erst wieder nächsten Frühling anziehen können. Bis dahin finde ich bestimmt neue Schuhe.

Gegen 4 Uhr bin ich aufs Klo, mit meinem Koffer. Alle Leute haben mich blöd angeguckt, aber was sollte ich denn tun? Ich konnte ja schlecht den Koffer unbewacht außen stehen lassen. Danach hab ich mich mal auf die Suche nach den Check-In-Schaltern von South African Airlines gemacht. Die Economy-Schalter waren unbesetzt, nur die Platinum und Premium Check-Ins waren besetzt. Also hab ich mich einfach irgendwo in die Nähe hingesetzt und hab gewartet, dass auch die Economy-Schalter öffnen. Als ich da saß ist mir auch ein großer Weihnachtsbaum aufgefallen, den ich natürlich fotografiert habe.
Die Schalter haben aber längere Zeit nicht geöffnet, also bin ich zu einem Premium-Check-In und habe mal nachgefragt. Die meinte dann, dass einfach die Schalter hier für alle Check-Ins benutzt werden, also war ich mein Gepäck endlich los! Gewogen hat es 23,4 kg, also knapp dran vorbei, dass ich draufzahlen musste. Zum Glück hatte ich die Schuhe weggeworfen :).

Um meinen Rucksack etwas zu erleichtern und auch handlicher zu machen, hab ich meine Kameratasche rausgenommen und in der Hand getragen. Der Rucksack war immer noch viel zu schwer… Ich bin dann auch schon zum Gate, weil was sollte ich denn sonst machen. Da hab ich dann gelesen, bis zum Boarding. Ich hatte einen Fensterplatz, doch leider den Platz an der Notausgangtür. Eigentlich gut, weil man viel Fußraum hat, aber schlecht, weil ich dadurch alle meine Taschen oben in die Fächer tun musste. Deswegen hatte ich meine Kamera nicht bei mir. Man hatte nämlich eine fantastische Aussicht über die letzten Strahlen des Sonnenuntergangs!
Noch schöner als über den Wolken zu sein, ist es, zwischen den Wolken zu fliegen. Dadurch ergibt sich das Bild einer Polarlandschaft. Eine Stelle sah sogar aus, wie ein Eissee, in dem sich sie Eisberge und der Sonnenuntergang spiegelt. Weil eben genau da ein Loch in der unteren Wolkenschicht war. Später dann eröffnete sich ein blutroter Streifen. Oh man, ich hätte das so gerne fotografiert! Jetzt muss ich es eben in meinem Kopf behalten. In Worte ausdrücken kann man es eigentlich gar nicht, so faszinierend und wunderschön war es einfach.

Der Flug von Durban nach Johannesburg war ziemlich kurz, bisschen mehr als eine Stunde. Das heißt, kaum ist man oben und darf endlich wieder den E-Reader einschalten, bekommt man einen kleinen Snack und landet eigentlich schon. Als Snack gab es ein Sandwich, ich hab mich für cheese entschieden. Das war dann eine megadicke Scheibe Camenbert, mit angebratenen Zwiebeln und ein bisschen Feldsalat. Hat richtig gut geschmeckt!

In Johannesburg hatte ich eigentlich genug Zeit, im Gegensatz zum Hinflug! Ich musste zwar auch durch die Passkontrolle, aber irgendwie ging es schneller. Oder kam mir zumindestens so vor. Vielleicht bin ich auch nur einfach langes Warten gewohnt. Auf mein Gepäck musste ich auch nicht so lange warten, das ging eigentlich ganz schnell. Dann noch den Check-In von Egypt Air suchen und alles war erledigt. Am Gate musste ich dann doch wieder warten, weil sich das Boarding verzögert hat.

Der Flieger in den ich eingestiegen bin, war riesig! 8 Sitze in einer Reihe. Ich hatte leider keinen Fensterplatz, diesmal wäre es schön gewesen wegen dem Schlafen. Aber wenigstens saß ich einen Platz neben dem Fensterplatz und konnte so doch ein bisschen rausschauen. Ich war wirklich müde, es war inzwischen dreiviertel 10 und so hab ich ziemlich bald meine Oropax eingestöpselt und meine Schlafbrille aufgesetzt. Auf das Abendessen hab ich verzichtet, weil ich schlafen wollte. Es war eigentlich die ganze Zeit laut und unbequem, aber anscheinend hab ich doch geschafft ein bisschen Schlaf zu bekommen. Ich musste ständig meine Position wechseln, weil irgendein Körperteil eingeschlafen ist, oder mein Hals eine unangenehme Krümmung eingenommen hat…

Morgens um 4 Uhr wurden alle durch eine Boardansage geweckt. Es wurde Frühstück serviert, eine Schale mit Obst (Melone, Orange, Ananas und Grapefruit), ein Brötchen, ein Hörnchen und Frischkäse, Butter und Marmelade. Ich hab versucht den Frischkäse auf das Brötchen zu schmieren, aber irgendwie ging das nicht so gut, der war zu fest, wegen der vielen Kühlung. Das Hörnchen hab ich mit der Orangenmarmelade gegessen. Die war aber ziemlich bitter und hat mir deshalb nicht so gut geschmeckt. Getrunken hab ich eine Tasse Kaffee, in der Hoffnung, dass das Koffein anschlägt und mich etwas wach macht.

Schließlich sind wir im dunklen Kairo gelandet, 14 Grad Außentemperatur. Vom Flugzeug ging es mit einem Bus quer über den Flugplatz. Der Rest war kein großer Aufwand. Ticket bestätigen lassen, Sicherheitskontrolle und schon war ich im Abflugbereich. Da mein Flug noch nicht an der Anzeigetafel stand, und ich mich eben irgendwo hinsetzen wollte, hab ich einen netten Flughafenangestellten gefragt. Der ist dann mit meinem Ticket irgendwohin gegangen und hat mit dem Flughafenmanagement telefoniert. Doch leider konnten auch die noch nicht sagen, an welchem Gate mein Flug nach Frankfurt gehen wird.
Ich hab mich noch vergewissert, dass ich das W-Lan einfach so benutzen kann und keinen Sicherheitscode brauche und hab mich einfach auf den nächsten freien Sitz gesetzt. In den Gang zu den F-Gates, wer weiß, vielleicht ist es ja sogar richtig. Aber selbst wenn nicht, ich habe ja genug Zeit. :)

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Sa

08

Dez

2012

Abreise - Teil 1

Samstag, 8. Dezember 2012


Durban, King Shaka Airport.
– Heute Morgen bin ich schon um halb 6 aufgewacht. Also hab ich die Zeit genutzt um mein Handgepäck zu packen und etwas zu lesen. Später gab es Frühstück: Bacon and Eggs. Das war richtig gut, ich hab aber trotzdem nur wenig gegessen, um meinen Bauch nicht zu überfordern. Gestern hat er nämlich doch noch ziemlich rumort. Dann wollte ich die Bilder von der Familie machen, leider ohne Nkosi, weil er gerade in Durban ist. Meine Gastmum meinte: „okay, just now!“ und ist in die Badewanne gehupft…

Ich hab gewartet und nichts getan, denn alles, was noch nicht eingepackt war, wollte ich noch benutzen. Schließlich hab ich es doch geschafft noch ein paar Bilder von der Gastfamilie zu machen. Und dann hab ich gebadet. Diesmal war es richtig viel Wasser und auch schön warm :). Ich hab mein Shampoo geleert und ebenso mein Deo und die Body Lotion. Letzteres hat sich als ein bisschen schwierig erwiesen, weil doch noch mehr drin war, als ich gedacht hatte. Aber ich hab mich dann einfach 2 oder 3 mal eingecremt, dann ging der Rest auch noch weg.

Während ich mich gerade eingeschmiert hab, kam meine Gastmum und hat sich von mir verabschiedet. Sie ist rüber zu ihrer Creche, um eben die Abreise zu organisieren und zu überwachen. Wir haben Adressen ausgetauscht und auch die Einladung eines Besuches. Wer weiß, vielleicht klappt es ja tatsächlich. Dann war ich mir Baphiwe und meinem Gastvater allein im Haus. Es war halb 8, also hab ich mich noch etwas auf die Veranda gesetzt und hab gelesen.

Eigentlich sollte das Auto ja um 8 Uhr kommen. Aber das wäre ja gegen die afrikanische Lebensweise… Ich saß da also und hab gelesen und mein Gastvater saß auch da und hat hin und wieder was zu mir gesagt oder mich etwas gefragt. Da hab ich dann auch erfahren, dass er schon 65 Jahre alt ist! Das erklärt natürlich einiges an seinem Verhalten und seiner Art. Ich finde aber, dass er gar nicht so alt aussieht. Aber dieses Phänomen ist mir hier schon öfter begegnet. Schwarze sehen nicht alt aus!

Um dreiviertel 9 kam dann das Auto, also eigentlich noch ziemlich pünktlich. Mrs. Mbona kam auch mit und hat sich von mir verabschiedet. Und hat mir ein kleines Tütchen in die Hand gedrückt, ein Abschiedsgeschenk von Zothani! Mein Koffer hat fast nicht in den Kofferraum gepasst, der ist auch richtig groß und schwer… Im Auto war es dann etwas eng, so ist das eben, wenn man mit Südafrikanern unterwegs ist. Außerdem schnallt man sich nicht an. Das Fenster war ein bisschen geöffnet, damit eben kühle Luft reinkommt. Dadurch sind meine Haare durch die Gegend geflogen, bis ich sie zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden habe.

Die Fahrt über hab ich aus dem Fenster geguckt und noch mal alle Bilder in mich aufgenommen. Und ich habe mir überlegt, was Südafrika für mich ist. Es ist eine Collage aus kleinen Details und Bildern, die zusammengenommen eine interessante und abwechslungsreiche Kultur darstellen. Es ist schwer, das alles in Worte zu fassen und sich an alles zu erinnern. Mir ist klar geworden, dass ich das schon vermissen werde. Die Zeit kommt mir jetzt schon ein bisschen vor wie ein Traum. Unwirklich und flüchtig. Wie viel ich tatsächlich davon behalten werde, weiß ich noch nicht. Aber durch meine Bilder und den Blog wird mir bestimmt ein großer Teil erhalten bleiben.

Nach 80 Minuten Fahrt, sind wir am Flughafen angekommen und Lundiwe und Nombonga haben mich in die Eingangshalle begleitet. Dort habe ich mich in die Sitzecke gesetzt und die beiden verabschiedet. Ich habe mir auch endlich das Geschenk von Zothani angeguckt: vier kleine Handtücher und ein Set mit Deo, Handcreme und Body Lotion. Voll nett, aber mein Problem ist eben, dass das neues Gewicht ist. Und so langsam bekomm ich wirklich Schiss, dass das niemals alles durchgeht. Ich werde meine Schuhe wohl tatsächlich wegwerfen müssen. Das Problem ist, dass auch mein Handgepäck ziemlich schwer ist, selbst wenn ich den Laptop rausnehme. Das ist jetzt eben meine letzte Sorge. Aber ich hab ja noch 6 Stunden, bevor ich Gewissheit habe.

Wie ich die Zeit jetzt gestalten werde, weiß ich noch nicht. Da ich eben in Kairo nochmal 5 Stunden Aufenthalt habe, darf ich jetzt noch nicht meinen Laptopakku leeren. Und auch Musik hören kann ich nicht ohne Ende, da lange Flüge auf mich warten. Ich werde vermutlich lesen. Und wenn der Koffer weg ist, mich ein bisschen umsehen. Mein Flug geht um 18.40 Uhr. Als Lunchpaket bin ich mit einer Tüte Chips, ein paar Keksen und zwei Äpfeln ausgestattet. Außerdem mit einem halben Liter Sprite und einem halben Liter Saft. Das dürfte reichen. Ich hab nämlich nur noch wenig Geld, also nicht mal 1€.

Der Flughafen ist ganz hübsch eigentlich. Übersichtlich, mit nur einer Check-In-Hallen und geschmückt mit Lichterketten und Weihnachtsbäumen. Hier laufen fast nur weiße Menschen herum, die dann meisten auch noch kurze Hosen und Tshirts anhaben. Da ich aber in den deutschen Winter fliege und auch noch von Frankfurt nach Hause eine Zeit lang unterwegs sein werde, hab ich mich für eine lange Hose und ein paar Pullis entschieden. Hat auch den Gedanken, somit das Gewicht des Koffers zu erleichtern.

Da ich noch etwas Internet auf dem Stick übrig habe, hab ich die Gelegenheit, diesen Artikel mit ein paar Bildern hochzuladen. Ich werde mich später wieder melden, vielleicht aber auch erst aus Kairo. Wünscht mir Glück, dass alles gut läuft und mein Koffer nicht zu schwer ist! ;)

 

Aus irgendeinem Grund hatte ich doch kein Internet mehr…

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Fr

07

Dez

2012

Letzter Tag

Freitag, 7. Dezember 2012

 

Nachdem ich gestern ja erst spät geschlafen hab, wollte ich heute Morgen eigentlich schön gemütlich lange ausschlafen. Theoretisch war das auch möglich, bloß bin ich trotzdem schon um dreiviertel 8 aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen. Außerdem war meine Deckenlampe an, da ich in der Nacht vergessen hatte sie auszuschalten. Denn sie hat ja nicht geleuchtet, da die Sicherung außen war. Und dann war es hell in meinem Zimmer.
Um niemanden zu wecken, bin ich vorsichtig aus meinem Zimmer raus, und hab aus dem Fenster geguckt. Ich hab dann auch das Aufladekabel geholt und meinen Laptop wieder angesteckt. Irgendwann hat es mich doch gewundert, dass es so leise war. Da ist mir aufgefallen, dass ich ganz allein in der Wohnung war. Also musste ich nicht mehr extra leise sein und hab mir Wasser aufgeheizt zum Baden. Da die Heizspirale kaputt ist und ich nicht den Gasherd benutzen wollte (außerdem hab ich keine Streichhölzer gefunden), hab ich den Wasserkocher benutzt. Das hat dann ziemlich lange gedauert, weil ich immer nur wenig Wasser auf einmal wärmen konnte.

Dann ist auch Nkosi gekommen, er war in der Schule gewesen, um seinen „report“ entgegen zu nehmen. Zeugnistag eben. Er wollte zur Mall gehen, also ist er nicht lange geblieben. Ich hab mir in der Zeit, in der ich auf das Wasser gewartet hab, ein Peanutbuttersandwich gemacht und gegessen. Ich hab immer noch Wasser erhitzt, da kam Nkosi wieder zurück und meinte, er hat keine Lust, allein zur Mall zu gehen. Also hab ich schnell gebadet, mich rasiert, Zähne geputzt und mich umgezogen.
Es war dreiviertel 11, als wir aus dem Haus sind. Außen war strahlender Sonnenschein und es wurde ziemlich schnell warm. Da war ich schon froh, dass die Mall innen gekühlt wird. Mein Bruder hat ein paar Sachen gekauft, er fährt nämlich heute mit ein paar Freunden nach Durban und feiert ein bisschen. Deswegen ist er auch sofort wieder gegangen, als wir von der Mall zurückgekommen sind. Da ich keine Ahnung hatte, wann er wieder heimkommt, hab ich schnell ein Foto von ihm gemacht. Nur so für den Fall, dass ich ihn morgen Vormittag nicht mehr treffe.

Ich war also wieder alleine im Haus. Aber das hat mich nicht gestört, ich hab die Wäsche zusammengelegt, die ich über Nacht zum Trocknen in meinem Zimmer aufgehängt hatte. Und auch sonst mein Zeug zusammen gepackt und den Koffer eingeräumt. Nur die Sachen, die ich morgen früh noch mal benutzen will sind noch außen. Und mein Handgepäck muss auch noch in den Rucksack gepackt werden. Aber da will ich eben zuerst den Laptop und die Kamera einpacken, und die habe ich ja noch gebraucht. Das Packen wird aber schnell gehen morgen.

Als alles soweit zusammengeräumt war, hab ich etwas gelesen und mich dabei mit Musik von meinem Laptop berieseln lassen. Da es mittlerweile schon ziemlich warm war, bin ich schnell müde geworden und ich hab gedöst. Die Musik habe ich laufen lassen. Irgendwann sind Baphiwe und sein Vater zurückgekommen. Mein Bauch hat immer wieder wehgetan, also war ich froh, einfach nichts zu tun. Und ich hab auch beschlossen, nichts mehr zu essen. Baphiwe hat irgendwann an meine halb offene Tür geklopft, aber ich hatte keine Lust zu reagieren, also hab ich mich nicht gerührt. Ich dachte, dass es sich damit erledigt hat, und er wieder abzieht. Aber dann hab ich leichte Schritte gehört und einen Reisverschluss, der geöffnet wird. Da hab ich dann schnell meine Augen aufgemacht und mich aufgesetzt, und tatsächlich: Baphiwe steht da mit meinem Geldbeutel in der Hand, bei dem er gerade das Geldfach geöffnet hat!! Ich hab ihn angefahren, was das denn soll, und dass er das nicht machen kann. Ich war richtig wütend auf ihn und hätte ihm am liebsten auf die Hand gehaut, oder eben irgendwas gemacht, um ihm zu zeigen, dass das nicht geht! Denn nur Herumgeschimpfe stört ihn vermutlich wenig…

Ich hab dann meine Zimmertür zugeschlossen und hab weiter gedöst. Irgendwann wurde wieder an meine Tür geklopft. Ich wollte wieder nicht reagieren und hab nichts gemacht. Aber das Klopfen wurde wiederholt und immer stärker. Also bin ich doch aufgestanden und hab die Tür aufgemacht. Da stand dann mein Gastvater mit einem Teller auf dem zwei Stücke Fleisch lagen, mein Mittagessen. Ich hab aber abgelehnt, da ich meinen Bauch nicht zu sehr verärgern wollte. Ich glaub ein Tag Fasten tut ihm ganz gut. Dann war ich aber schon wieder recht wach und hab gelesen. Allerdings wieder am Boden neben meinem Bett, denn es war ziemlich heiß.

Gegen vier Uhr ist der Sonnenschein dunklen Wolken gewichen. Das hat für eine leichte Abkühlung gesorgt. Obwohl es ganz danach aussah, hat es nicht gewittert oder geregnet. Ich hab ein paar Bilder gemacht, einfach um nochmal sicher zu gehen, dass ich das hier nicht vergesse. Meine Gastmum ist heimgekommen und hat begonnen Abendessen zu bereiten. Ich hab weiter gelesen, allerdings jetzt wieder auf dem Bett. Ich hab das Buch der Sprüche beendet. Da stehen viele Dinge drinnen, die witzig und andere Dinge, die doch ganz klug sind. Gut gefällt mir zum Beispiel  Sprüche 27, 19: Im Spiegel des Wassers erkennst du dein Gesicht und im Spiegel deiner Gedanken erkennst du dich selbst. Oder Sprüche 16, 24: Freundliche Worte sind wie Honig: süß für den Gaumen und gesund für den ganzen Körper.

Abends habe ich meinen letzten südafrikanischen Sonnenuntergang beobachtet und fotografiert. Die dunklen Wolken, die sich gesammelt hatten sind nach und nach verschwunden und ganz viel blauer Himmel hat sich gezeigt. Im Garten war ein Grill aufgestellt. Dort wurden dann Fleischstücke gegrillt. Später kamen noch lange boerewors dazu, also Bratwürste. Nur dass die hier ziemlich anders schmecken und vor Fett nur triefen. Deswegen hab ich beschlossen, die heute einfach wegzulassen. Mein Magen hat die die letzten Male auch eher schlecht vertragen.
Zum Fleisch gab es den üblichen Karotten-Kraut-Mayo-Salat und gekochte Bohnen. Diesmal aber keine roten aus der Dose, sondern grüne Bohnen aus dem Garten. Außerdem gab es etwas, das die Konsistenz von Kartoffelbrei hatte. War Maismehlbrei mit Kartoffelstückchen. War ganz gut eigentlich. Ich hab nur ein kleines Stück Fleisch gegessen und es hat mir sogar richtig gut geschmeckt! Die letzten Male hatte das Fleisch immer einen komischen Geschmack, diesmal war es einfach gutes gegrilltes Fleisch :).
Ich hab von allem nur ein bisschen was gegessen, um meinen Magen nicht zu überfordern. Hab aber trotzdem gemerkt, dass er wieder das Grummeln angefangen hat, kaum war ich fertig mit Essen.

Später kamen Lundiwe und Nombonga vorbei, also die beiden Töchter von Mrs. Mbona, die mich morgen zum Flughafen begleiten. Abreise morgen wird um 8 Uhr sein, d.h. ich muss früh aufstehen um noch den Rest zu packen und mich in Ruhe fertig zu machen. Leider kann mich dann meine Gastmum nicht begleiten, weil sie sich um ihre Creche kümmern muss, also dass die eben alle gut in den Bus nach Durban steigen. Aber ich werde auch mit den beiden Mädels zurechtkommen.

Ich war dann gerade am Skypen mit dem Nils, als ich wieder unterbrochen wurde. Im Wohnzimmer saßen zwei Gäste, Sphume und ihre Mutter. Ich hab mich dann mit Sphume in meinem Zimmer etwas unterhalten, das war echt schön! Sie studiert Psychologie in Durban und hat einfach ein geiles Englisch drauf. Richtig doof, dass ich ausgerechnet jetzt gehe, denn sonst hätten wir uns bestimmt öfters mal treffen können. Gerade sind nämlich Ferien, deswegen ist sie die nächsten zwei Monate in Pietermaritzburg. Aber ich hab sie jetzt auf Facebook hinzugefügt, also können wir trotzdem in Kontakt bleiben. Wir haben uns über alles Mögliche unterhalten, das war einfach nett, so etwas hätte ich die letzten drei Monate gut brauchen können…

Tja, jetzt ist es auch zu spät. Morgen werde ich den Tag am Flughafen verbringen und dann geht es zurück nach Deutschland! Muss ich eben wiederkommen und so einiges nachholen, was ich jetzt nicht geschafft habe. Wie Freunde kennenlernen und mehr vom Land sehen. Ich habe jetzt aber ganz gute Anlaufstellen, von denen aus ich das gut machen kann. Also lasse ich etwas Zeit verstreichen und verdiene etwas Geld, dann kehre ich zurück. Und hoffe, dass ich alle Leute wiedererkenne ;). Irgendwie sehen sie doch alle gleich aus…

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Do

06

Dez

2012

Nachtrag: Gruselgewitter

Donnerstag, 6. Dezember 2012

 

Heute gibt es noch eine Extraportion Südafrika-Bericht, weil einfach doch noch viel passiert ist.
Wie schon erwähnt, habe ich mich nach dem Besuch in der Mall um meinen mp3-player gekümmert und hab ihn neu befüllt mit guter Musik. So gegen 5 Uhr wurde mir eine Art Abendessen/Nachmittagssnack in mein Zimmer gebracht. Ein Stück Fisch in Panade und vier Scheiben Toast. Das hab ich dann so nebenbei gegessen.


Später kam Nkosikhona wieder heim, er war nämlich unterwegs gewesen. Und er hat mich gefragt, ob ich ihm helfe, „Chips“ zu machen. Also haben wir Pommes gemacht. Ich hab eigentlich eher weniger gemacht. Als er die Kartoffeln geschält und geschnitten hat, hat mir nämlich Baphiwe gerade zwei Früchte in die Hand gedrückt. Die eine war knallrot, also so wie die Schneewittchenäpfel immer aussehen, bloß kleiner. War wohl eine Art Pflaume, das Fruchtfleisch war ganz gelb. Das andere Stück Obst war eine Mango! Doch nicht groß und gelb-grün, sondern klein und eher nur grün. Die Schale konnte man leicht mit der Hand abziehen, nachdem man sie mit den Zähnen etwas weggemacht hatte. Es hat schon ziemlich gut nach Mango geschmeckt, doch irgendwie habe ich so richtiges Fruchtfleisch vermisst. Es waren eher Fasern mit etwas Mangogeschmack. Und diese Fasern haben sich natürlich sofort zwischen meine Zähne geklemmt und wollten nicht mehr weg…

Die Kartoffelschnitze wurden dann in einen Topf mit etwas heißem Öl gekippt und fritiert. Das ging wirklich schnell! Um Öl zu sparen haben wir die Kartoffeln in drei kleineren Portionen fritiert. Als alle fertig waren, wurde etwas Gewürzmischung drübergestreut. Das war irgendwie ein bisschen scharf, Chilli oder so. Gegessen haben wir dann auf meinem Bett und haben Musik auf meinem Laptop gehört. Das Lied „Bridge over troubled Water“ von Elvis Presley hat Nkosi gut gefallen. Das ist deshalb erstaunlich, weil er als typischer Südafrikaner voll im Hip-Hop und Gangsta-Rap drinnen ist. Bekannt sind da aber auch nur schwarze oder farbige Künstler, also Chris Brown, Beyoncé, Snoop Dogg, P.Diddy und sowas.

Nach dem Essen hab ich angefangen „Die fabelhafte Welt der Amélie“ anzugucken, es war schon halb 10. Während des Filmes hat es draußen zu regnen und gewittern angefangen. Und anfangs hat mich das auch nicht gestört. Doch dann hat es mehrmals ganz hell geblitzt, sodass ich es auch durch meine zugezogenen Vorhänge gesehen habe und ich wurde neugierig. Zuerst habe ich aber meinen Laptop vom Ladekabel abgestöpselt. Und da ich aufs Klo musste, hab ich meine Taschenlampe genommen, nur so für den Fall, dass die Sicherung rausspringt, während ich noch außerhalb meines Zimmer bin.
Ich hab mich also an mein Fenster gestellt und war erstmal fasziniert von dem vielen Wasser, das vom Himmel gefallen ist. Es hat so stark geregnet! Die Straße vor unserem Haus stand schon wieder unter Wasser, bzw. genauergesagt, war ein reißender Strom. Und dann kamen die Blitze… Gleißend hell und haben alles erleuchtet. Immer wieder und wieder, es kamen ganz viele immer kurz nacheinander. Das Gewitter war genau über uns. Denn nach den Blitzen kamen die Donner… Und die hatten es in sich! Das war nicht nur so ein bisschen Grollen, nein, das waren Kanonenschläge! Richtig knallende Geräusche, so wie ein Gewehrschuss, nur viel viel lauter.

Ich konnte gar nicht mehr wegsehen, so sehr hat es mich fasziniert. Solche Gewitter hab ich in Deutschland einfach noch nie erlebt, man bekommt so ein bisschen Weltuntergangsstimmung. Denn plötzlich kam ein langer heller Blitz und das Licht in meinem Zimmer ist ausgegangen! Zum Glück hatte ich meine Taschenlampe in der Hand und der Laptop war nicht am Kabel angeschlossen… Da ich am Fenster stand, war es gar nicht so dunkel, denn außen war es durch die Lampe direkt vorm Haus ziemlich hell. Aber da mich das dunkle Zimmer im Rücken doch etwas gegruselt hat, hab ich die Taschenlampe angemacht und auf die Zimmerdecke gerichtet.

Die Blitze und die Donner wurden immer schlimmer… Immer öfter haben auch die Straßenlampen geflackert oder sind sogar ausgegangen. Und immer wenn ein ganz starker Blitz kam, hat die Stromleitung, die über meinem Kopf verlaufen ist, geknistert. Da hab ich mich dann nicht getraut aufs Klo zu gehen. Und das war echt gemein, weil der Regen so viel geprasselt hat! Aber die Angst war dann doch zu groß und ich bin stehen geblieben, gefesselt von den Naturgewalten. Irgendwo in der Nähe des Krankenhauses ist eine Rauchsäule aufgestiegen. Also jetzt nicht riesig, aber eben doch groß genug um zu vermuten, dass da ein Blitz eingeschlagen ist und einen kleinen Brand verursacht hat. Immer wenn die Blitze wieder alles erhellt haben, wurde der Rauch vor dem dunklen Hintergrund sichtbar.

 

Ich konnte erst wieder vom Fenster weggehen, als das Gewitter weitergezogen ist und die Blitze und der Donner weniger und vor allem leiser wurden. Der Regen ist dann nochmal richtig stark geworden, und hat schließlich aufgehört. Ich bin wieder zurück in mein Bett geschlüpft und hab mir den Film zu Ende angeschaut. Die Taschenlampe habe ich die ganze Zeit weiterhin auf die Decke gerichtet gehabt, einfach, damit es im Zimmer nicht zu dunkel wurde.


Jetzt gerade schreibe ich im Licht von Taschenlampe und Laptop. Aber wenn ich jetzt dann aufs Klo gehen will und dann schlafe, dann muss ich es dunkel werden lassen… Ja, ich geb es zu, ich bin ein kleiner Schisser! Aber das war schon echt ziemlich heftig, das Gewitter. Und dann gruselt mich das eben. Und ganz im Dunkeln in einem Haus unterwegs zu sein, wo sich sonst was für Viecher rumtreiben können, ist auch nicht so ganz ohne. Ich würde bei jedem kleinen Tier erschrecken, auch wenn es nur ein harmloses kleines Gecko ist. Aber da muss ich wohl durch :).

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine gute Nacht!

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Do

06

Dez

2012

Wenn alle Stricke reißen...

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Heute Morgen bin ich aus irgendeinem Grund schon um halb 6 Uhr aufgewacht. Also hab ich mir das Aufladekabel in mein Zimmer gelegt und meinen Laptop aufgeladen. Gegen Viertel 7 kam meine Gastmum und hat mir mitgeteilt, dass das Frühstück fertig ist. Es waren Thunfischsandwiches. Komischerweise waren im Toastbrot vereinzelte Reiskörner. Und zwar nicht nur an der Oberfläche. Keine Ahnung, wie die da hineingekommen sind. Hat aber am Geschmack nichts geändert, also hab ich es einfach ignoriert.

Gestern Abend hat meine Gastmum ein bisschen herumtelefoniert, um ein Auto zu besorgen, dass mich am Samstag zum Flughafen bringt. Sie hat dann tatsächlich auch eines gefunden, allerdings hätte der Fahrer 400 ZAR, also knapp 35€ dafür verlangt… Und bei den Spritpreisen von ungefähr 1€/l ist das nicht nachvollziehbar. Also hab ich gefragt, ob es nicht eine andere Möglichkeit gäbe. Ich hab eine SMS an Sr. Happiness geschickt, ob sie mich nicht Samstag früh zum Flughafen fahren könnte. Eigentlich war es so geplant gewesen, doch dann hat sie beschlossen da zu ihrer Familie zu fahren.
Am Morgen hab ich dann die Antwort gelesen: sie fährt schon Freitag Früh zu ihrer Familie und kann mich deshalb nicht fahren. Toll, ich stand also da ohne Transport und das zwei Tage vor Abreise… Meine Gastmum ist dann noch schnell zu den Nachbarn und hat die mal gefragt. Der Vater ist eigentlich von heute Nachmittag bis Samstag Nachmittag unterwegs, wäre aber bereit gewesen, seine Pläne zu ändern und schon morgens am Samstag zurück zu kommen.  

Ich war früh mit allem fertig und hatte dann noch genügen Zeit, mich einzucremen. Meine Bodylotion ist fast aufgebraucht, das freut mich sehr! Ich habe dann beschlossen einen Rock anzuziehen und heute meinen letzten Tag in der Creche zu absolvieren. Offiziell war mein letzter Tag schon am Montag, aber ich bin halt trotzdem noch hingegangen. Ich hatte immer noch viel Zeit, also hab ich meine Kamera genommen und noch ein paar Bilder gemacht, so von der Aussicht vor dem Haus. Meine Gastmum hat mit der Wäsche angefangen, ich hab dann alles Schmutzzeug was ich finden konnte zu ihr gebracht. So hab ich sehr gute Chancen, dass ich einen Koffer mit viel sauberer Wäsche mit nach Hause nehmen kann.

Als ich dann endlich zur Creche gegangen bin, waren da erst 4 Kinder. Später sind noch zwei weitere gekommen. Aber das macht eigentlich keinen großen Unterschied. Die haben sich dann auch ganz gut beschäftigt. Zothani hatte so Plastik-Hammer und Plastik-Nägel und so was dabei, das hat die Jungs fasziniert. Bei meiner Ankunft war auch Mrs. Mbona noch bei den Kindern. Ich hab mich dann ein bisschen mit ihr unterhalten. Sie wollte mir unbedingt etwas Geld für meine Arbeit geben. Das Problem ist nur, dass sie seit 3 Monaten kein Geld von der Wohlfahrt bekommen haben. Ich wollte auch kein Geld haben, und hab ihr dann versichert, dass sie es eher brauchen als ich. Ich hab ihr dann auch erzählt, dass meine größte Sorge jetzt der Transport zum Flughafen ist, weil sich irgendwie niemand finden lässt.
Da meinte sie, dass das kein Problem ist, weil ihre Schwester ein Auto hat! Also hat sie zwei Telefonate geführt und jetzt fährt mich ihr Cousin mit dem Auto ihrer Schwester. Begleitet werde ich von meiner Gastmum, Lundiwe und Nombonga (die beiden Töchter von Mrs. Mbona). Wann wir dann fahren ist noch nicht klar, das hängt davon ab, wann der Fahrer kommt. Aber eben frühestens so gegen 9 oder 10 Uhr. Wegen Spritgeld meinte sie, ich soll mal 300 Rand mitbringen, das dürfte auf jeden Fall reichen. Ist immer noch besser als 400!

 

Später haben wir uns nochmal unterhalten und sie meinte, dass sie es schade findet, dass ich nicht noch mehr Zeit hier verbringe. Denn dann wäre sie mal mit mir in den Zoo gefahren, damit ich ein paar Tiere sehe. Oder eben irgendwo anders hin. Ich hab ihr versichert, dass ich wieder kommen werde und sie besuche. Sie hat gesagt, dass sie bis dahin bestimmt ein Gästezimmer haben, denn die Creche zieht auf ein anderes Grundstück um. Das bedeutet, ich habe eine Unterkunft, falls ich mal wieder hier her komme! Wir haben später dann auch Adressen ausgetauscht und sie hat mir versprochen mal zu schreiben. Auf Zulu :).

Um 10 Uhr gab es Rosinenbrot mit Butter als Snack. Allgemein wird hier in Südafrika auf Alles Butter geschmiert, auch auf Kuchen und Muffins. Theoretisch ja nicht schlecht, weil Fett Geschmacksverstärker ist. Blöd ist es nur dann, wenn die Butter salzig ist… Ich habe ein paar Kekse und ein Glas Cola bekommen. Das fand ich gut, weil eben mein Bauch gerade wieder etwas herum spinnt.
Nach dem Essen hab ich den Kindern die Holzklötze gebracht und damit haben sie sich dann den Rest der Zeit beschäftigt. Ich hab mich ziemlich gelangweilt und hab wieder Sudokus auf meinem Handy gelöst. Und mich in die Sonne gesetzt. Und was getrunken. Und aus dem Fenster geguckt. Die Babys haben zum Glück geschlafen, also es waren Thobis und Arvel. Die machen jetzt auch nicht so viel Stress, aber trotzdem ist es so entspannter gewesen. Ich hab mir dann auch mal wieder die Haare von oben runter geflochten. Das konnte ich davor nicht, aber ich hab es hier zwei-, dreimal gemacht und jetzt klappt es richtig gut! Die Frisur werde ich mir auch für den Rückflug machen, denn sie ist praktisch. Meine Haare sind nicht in meinem Gesicht und ich kann mich trotzdem gut mit dem Kopf anlehnen. Das geht ja z.B. bei einem Pferdeschwanz nicht.

 

Um dreiviertel 12 wurde ich heimgeschickt. Die endgültige Verabschiedung haben wir auf Samstag geschoben, denn da werden wir uns ja nochmal sehen. Morgen werde ich die Zeit nutzen, um in Ruhe zu packen. Das dürfte eigentlich kein Problem sein, denn ich weiß ja, was ich alles mitnehmen will und ich hab schon öfters gepackt. Bis dahin dürfte auch die Wäsche trocken sein. Obwohl gerade die Sonne nicht immer scheint, ist es außen warm genug und es geht ein leichter Wind. Also perfektes Wäsche-Trocknen-Wetter.
Ich hab dann die Zeit genutzt, um meinen mp3-Player neu zu bespielen, also alle Lieder runterlöschen und dann neu hinzufügen. Denn es sind einfach viel zu viele Lieder drauf, die ich nie höre. Warum sollen die dann Speicherplatz einnehmen. Ich wollte das eben gerne noch vor dem Rückflug machen, damit ich da meine neue Musik genießen kann. Außerdem hab ich sowieso viel Zeit.

 

Später bin ich noch mit meinem Gastbruder zur Mall gegangen. Seit gestern ist er wieder da und das hat mich schon gefreut. Auch der Gang zur Mall war eine willkommene Abwechslung und etwas Bewegung ist nie schlecht. Leider war es nur ziemlich warm und somit recht schwitzig. Ich habe alles bekommen, was ich gesucht habe. Statt einer kleinen handlichen Taschentuchpackung habe ich ein größeres Paket, weil es keine einzelnen, kleinen Packungen gab. Und mehrere haben viel gekostet, so viel hatte ich nicht mehr. Aber das wird schon passen.
Wieder daheim hab ich gleich ein Glas kalten Kakao getrunken. Weil ich das Kakaopulver sowieso noch aufbrauchen musste, und kalte Milch erfrischt auch. Die Wäsche ist fertig gewaschen und hängt zum Trocknen im ganzen Garten. Da es jetzt doch warm ist, wird das schnell gehen. Sollte es auch, denn für den Abend sind Gewitter gemeldet. Wie immer eben, wenn es tagsüber heiß war. Von Schwitzen in Südafrika zu Frieren in Deutschland, das wird eine krasse Umstellung werden. Ich werde auch ziemlich sicher krank werden. Darauf freue ich mich ausnahmsweise nicht. Aber dafür auf den ganzen Rest, angefangen mit Familie und Freunden über abwechslungsreiches Essen hin zu Weihnachten und Advent.

 

Jetzt genieße ich aber morgen meinen letzten Tag, denn den Samstag werde ich im Auto und am Flughafen verbringen. Das zählt also nicht wirklich. Ich sehe den Freitag einfach als vorgezogenes Wochenende. Da kann ich in Ruhe packen und Abschied nehmen. Und noch mal Sonne und Wärme genießen. Meine größte Sorge ist jetzt nur noch, dass mein Koffer zu schwer wird. Oder dass eben der Rückflug chaotisch wird und alles schief läuft. Aber da ich diesmal in Johannesburg mehr Zeit habe als am Hinflug, dürfte eigentlich alles glatt laufen und ich kann Sonntag Nachmittag meine Familie in Frankfurt in die Arme schließen! Und meine ersten Plätzchen essen :).

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Mi

05

Dez

2012

Langeweile in der Arbeit

Mittwoch, 5. Dezember 2012


Man merkt deutlich, dass die Ferien vor der Tür stehen. Heute waren es nur 6 Kinder, und Sih ist erst um halb 11 gekommen. Zusätzlich waren noch die beiden Söhne von Lundiwe dabei und haben mit den anderen gespielt. Die Miss war gar nicht da, ich war also alleine. Ich hab die Kinder einfach den ganzen Vormittag mit den Holzklötzen spielen lassen. Und die hat das auch nicht gelangweilt. Ab und zu gab es Streit um bestimmte Steine, aber sonst lief alles recht friedlich.
Um 10 gab es für jedes Kind eine Schüssel mit Chips, die Reste von gestern. Marshmellows und ein Stück Torte gab es danach auch noch. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen heute nichts zu essen, weil mein Bauch wieder etwas herumspinnt. Aber dann wurde auch mir eine Schüssel mit Chips gebracht und dann hab ich halt doch gegessen. Die Chips waren auch echt gut, sie haben mich an die Doritos erinnert, die ich in Mexiko so gerne gegessen habe. Aber seit Mexiko hab ich die nirgends mehr gefunden. Das waren jetzt keine Doritos, aber der Geschmack war derselbe. Ich weiß nicht, was für ein Geschmack das ist und ich kann es auch irgendwie nicht beschreiben. Ich weiß nur, dass es mir schmeckt.

Zum Trinken gab es einen Softdrink mit „Raspberry“-geschmack. In knallpink. Und so schmeckt das auch, einfach nach Zucker und Aromastoffen. In der Inhaltsangabe steht auch nicht genau, was drinnen ist, nur „permitted colourants“ und „permitted flavourings“. Das Komische ist, dass ich mich noch daran erinnern kann, dieses Zeug an der ersten Hochzeit probiert zu haben. Da konnte ich es nicht trinken, weil der Geschmack einfach zu künstlich war. Mittlerweile find ichs okay, also nicht gut, aber ich kann es trinken. Das gleiche ist auch mit den Softdrinks mit Apfelgeschmack (ja, Apfelschorle gibt es nicht). Am ersten Abend bei Kenosis hab ich davon getrunken und mir gedacht, wie eklig das doch ist. Und jetzt habe ich damit kein Problem mehr. Das heißt aber nicht, dass ich alle Softdrinks trinke, denn es gibt noch genug abartige Sachen. Zum Beispiel etwas, das nennt sich Iron-Brew. Und riecht einfach schon widerlich. Sieht aus wie Cola, aber das krieg ich gar nicht runter. Blöderweise bekomm ich manchmal ein Glas damit in mein Zimmer gebracht. Ich schleiche mich dann vorsichtig ins Bad und schütte es weg…

Ich saß heute also den ganzen Vormittag nur herum. Siyanda, das einzige Baby heute, hat von 10 Uhr bis halb 12 geschlafen, was den Stress auch noch reduziert hat. Um 12 gab es dann Snackpause, also anstelle des Mittagessens. Maponisa hat geschlafen, also hab ich sie nicht geweckt. Selbst als ich ihr die Windeln gewechselt habe, ist sie nicht aufgewacht. Sie und Anele wurden schon früh abgeholt, und dann war ich da also nur noch mit 4 Kindern. Siyanda habe ich ein Purity-Glas gefüttert und Nqo zum Schlafen hingelegt, als er mit dem Essen fertig war. Sih und Zothani waren auch schon fast fertig, also habe ich schon den Besen geholt, um durchzufegen. Da kam dann aber Lundiwe und hat mich heimgeschickt. So war ich schon um 1 Uhr wieder daheim.

Ich habe heute auch mein Zertifikat fertig bekommen. Also hätte ich jetzt eigentlich gar keinen Grund mehr, die letzten beiden Tage noch zu Arbeiten. Ich werde es trotzdem machen. Morgen zumindestens sicher, Freitag kommt drauf an, was Mrs. Mbona meint. Weil wenn es wie heute einfach nur so wenige Kinder sind, dann beschäftigen die sich eigentlich auch gut alleine. Da muss dann niemand die ganze Zeit daneben sitzen. Es langt, wenn jemand immer mal wieder vorbeischaut. Und da ja drei Personen noch im Haus sind, dürften die das auch alleine schaffen. Ich habe meine Zeit vertrieben, indem ich auf meinem Handy gespielt und meine Fingernägel gefeilt habe. Es waren 5 lange Stunden… Aber dann auch irgendwie nicht so lang. 

 

Meine Gastmum hat beschlossen, doch schon morgen zu waschen, wenn es das Wetter zulässt. Das ist sehr gut so, denn dann kann ich am Freitag packen. Denn Samstag muss ich eigentlich schon recht bald los, und will da dann nicht den ganzen Stress haben. Es hat sich noch kein Fahrer gefunden, also sie ruft heute noch jemanden an. Aber falls alles nicht klappt, fahre ich mit ihr und ihrer Creche an den Strand. Den Koffer kann ich im Bus lassen. Und dann nehme ich von da ein Taxi zum Flughafen. Mir wäre es viel lieber, wenn sich ein netter Mensch mit Auto finden würde… Aber leider kann ich nichts tun. Einfach abwarten und hoffen.

Mein Zertifikat.
Mein Zertifikat.
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Di

04

Dez

2012

Das große Fressen

Dienstag, 4. Dezember 2012

 

Heute Morgen war alles ganz normal. Meinen Brei hab ich mit Peanutbutter gegessen, weil keine Milch da war. Das hat aber wirklich gut geschmeckt! Vielleicht aber auch nur, weil ich auch Zucker reingetan habe. Mein Shampoo ist fast leer, das freut mich, weil ich es dann hier wegwerfen kann und somit Gewicht wegfällt. Auch die Bodylotion ist nahezu verbraucht, da ich vor zwei Wochen angefangen habe, mich jeden Morgen einzucremen. Ich muss jedes Gewicht reduzieren, soweit es geht! Ich hab aber auch schon geplant, meine Schuhe vorne in meinen Koffer zu tun, damit ich sie im Fall eines Übergewichts rausnehmen und wegwerfen kann. Denn die Schuhe die ich dabei habe, fallen sowieso schon alle auseinander. Das wäre also eigentlich kein Schaden. Klar könnte ich die dann jetzt auf jeden Fall wegwerfen, aber da bin ich dann doch etwas zu sparsam, denn ich kann die Schuhe ja trotzdem noch anziehen. Eben nur, wenn es nicht regnet.

Als ich zur Creche gelaufen bin, hat es auch nicht geregnet. Es war schönes Wetter und ich war gut drauf und hatte meine Kamera dabei. Denn heute war ja die Party geplant. Eigentlich dachte ich, es ist eine kleine Farewell-Party für mich, aber das wurde dann mit der Graduationfeier zusammengelegt. Um 8 Uhr waren erst 4 Kinder da, das hat mich erst etwas beunruhigt, aber die anderen Kinder sind dann doch auch noch gekommen. Am Schluss waren es dann so 24 Kinder. Da die Creche nicht viel Geld hat, haben die Eltern den Kindern etwas zum Essen oder zum Trinken mitgegeben. Also Softdrinks und Chips.
Es gab auch gar nicht das übliche Programm, sondern die Kinder haben den ganzen Vormittag gespielt und getobt. Ich hab mich etwas gelangweilt und wusste nicht so genau, was ich tun sollte. Ich saß dann auch viel außen auf der Treppe in der Sonne. Irgendwann ist Maponisa gekommen und hat sich neben mich gesetzt. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber sie ist wirklich ein ganz goldiges Mädchen. Ich hab auch Bilder von uns beiden gemacht, aber so einfach war das gar nicht, weil sie immer nicht in die Kamera gucken wollte :).

Um 11 Uhr ging es dann los, und die 5 Kinder, die eben graduiert haben wurden entsprechend gekleidet. Also wieder die Umhänge und das Hütchen. Dann sind alle Kinder ins Wohnzimmer geschickt worden und haben sich auf die Plastikstühle gesetzt. Das Überreichen der Diplome wurde einzeln fotografiert, übergeben wurden sie von der Miss und mir. Deswegen konnte ich die Bilder nicht selber machen. Aber es war sowieso noch ein Typ da, der Bilder gemacht hat, weil die Eltern die Fotos nämlich schnell haben wollen. Er hat dann auch immer ein Bild mit meiner Kamera gemacht. Ich habe auch mein Diplom überreicht bekommen, eben die Bestätigung, dass ich da war und gearbeitet habe. Wörtlich hat Mrs. Mbona geschrieben, dass ich an einem „Training“ teilgenommen habe, also so Praktikumsmäßig. Auch nicht schlecht. Als letzter Tag ist gestern angegeben gewesen, ich hoffe, das gibt kein Problem. Ich werde trotzdem noch den Rest der Woche jeden Tag arbeiten, was soll ich denn sonst tun…

Nach dem ganzen offiziellen Zeugs ging die Party so richtig los. Und das hat eigentlich nur eines bedeutet: Essen bis zum Umfallen! Manche Eltern haben nämlich noch mehr Essen mitgebracht, und so gab es Hotdogs und Hamburger und Hühnchenteile. Danach gab es Kuchen und Torte und Biscuitrolle. Und damit alle so richtig Platzen gab es hinterher noch jede Menge Chips. Oh man, war ich voll! Mein Bauch hat sich sogar richtig nach außen gebeult. Ich bin auch sehr müde geworden und saß dann eigentlich nur noch herum. Ja, da war es dann ein bisschen langweilig. Ich hatte auch keine Ahnung, was ich machen sollte. Die Kinder haben herumgetobt und die Erwachsenen haben sich unterhalten. Ich saß am Sofa und hab Musik gehört.
Irgendwann, als ich dann ein bisschen verdaut hatte, hat Lundi die Musik lauter gemacht und ich hab mit den Kindern auf der Veranda getanzt. Das war wirklich lustig, weil sich die Kinder immer über mich amüsiert haben und dann meine Bewegungen nachgemacht haben. Gefilmt wurde das dann auch noch und als auf der Straße kleine Jungs vorbeigekommen sind, haben sie sich hingestellt und auch zugesehen. Aber mir war das dann auch egal, weil ich eben Spaß an der Sache hatte.

Da es aber warm war, bin ich bald ins Schwitzen gekommen und hab mich abgekühlt. Und dann saß ich wieder rum und hab ein bisschen mit zwei kleinen Jungs herum gealbert. Irgendwann kam Mrs. Mbona, also die Crecheleiterin: „Close your eyes, Kristin“, und dann habe ich gemerkt, dass mir eine Kette und ein Armband umgelegt wurden :). Ein schönes Geschenk, weil es wirklich typisch Südafrika ist, also etwas traditionelles. Es wird sich schon irgendwann eine Gelegenheit geben, die Kette zu tragen, denn sie ist schon etwas extravagant. Ich hab mich trotzdem gefreut und viel bedankt.
Dann saß ich noch ein bisschen bei Arvel und hab ihm beim Kichern und Glucksen zugehört. Bis ich dann so gegen dreiviertel 3 gegangen bin. Nachdem ich mich eben verabschiedet und versichert habe, morgen wieder zu kommen.

Der Sonnenschein hat leider auch wieder nachgelassen und dunkle Wolken ziehen auf. Da ich heute aber sowieso nichts mehr geplant habe, macht mir das dann doch eher weniger aus. Gerade bin ich mal wieder alleine im Haus. Ich genieße das eigentlich, denn so habe ich wirklich meine Ruhe und kann auch meine Tür offen lassen. So kann es gut durchlüften und ich schwitze nicht so viel. Denn es ist hier immer noch recht warm. Das soll auch die nächsten Tage so bleiben, also über 20 Grad. Eben immer mit Regen oder Gewitter, aber vormittags dürfte es trocken bleiben. Also freue ich mich noch daran, bevor ich ins momentan noch verschneite Deutschland zurückkomme. Ich hoffe wirklich, dass ich nicht voll in den Schneematsch komme.
Ach ja, kleine Notiz für meine Familie: wenn ihr mich am Sonntag vom Flughafen abholt, bitte vergesst meine Winterjacke nicht! Ich hab leider keine so warmen Klamotten hier dabei und würde ungern auf der Rückfahrt frieren :).


Noch was: ich habe endlich herausgefunden, was fas für ein Obst war, das mein kleiner Bruder mir mal gebracht hat. Es sind Pfirsiche! Ich bin nicht darauf gekommen, weil ich eben ein großes, rundes, rot-gelbes Obst erwartet habe. Die Dinger die es hier gibt sind klein, oval und grün. Aber hey, wir haben einen Pfirsichbaum/-busch im Garten stehen :).

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Mo

03

Dez

2012

Da waren es nur noch zwei...

Montag, 3. Dezember 2012

 

Heute Morgen wurde ich schon gegen Viertel 7 geweckt, bzw. aus meinem Zimmer herausgeholt, weil meine Gastmum früh gegangen ist. Also habe ich mir mein Frühstück selbst gemacht, Toast mit Peanutbutter. Dazu eine Tasse Tee. Ich bin mir da nicht ganz sicher, ob es Rotbuschtee ist, weil irgendwie schmeckt der nicht nach Rotbuschtee, sondern einfach etwas eigenartig. Jetzt nicht schlecht oder so, sondern einfach etwas herb und unbekannt. Wobei der Geschmack mittlerweile auch schon bekannt ist, da ich den Tee ja immer trinke.

Das Wasser zum Baden wurde heute am Herd aufgeheizt, weil die Kabel beide kaputt waren und die Heizspirale nicht benutzt werden konnte. Da ich aber von gestern wusste, dass das Wasser im Topf sehr wenig ist, hab ich noch den Wasserkessel befüllt und erhitzt. So war es dann immer noch recht wenig warmes Wasser und ich musste recht kühl baden, weil ich viel Wasser hinzufügen musste, damit ich überhaupt meine Haare waschen konnte. Nachmittags hat dann mein Gastvater ein neues Kabel gekauft, d.h. ab jetzt geht dann auch wieder wärmer baden.

Auf dem Weg zur Creche hat die Sonne schön und warm geschienen. Es war dreiviertel 8 und man hätte in T-Shirt und kurzer Hose herumlaufen können ohne zu Frieren. Also hatte ich gleich gute Laune ;). Die blieb mir auch weiterhin erhalten, denn es waren erst 7 Kinder da. Gegen halb 9 kamen Anele und Maponisa. Um 9 Uhr kam Nomonde. Normalerweise hätten wir da mit Morning Ring und dann Unterricht angefangen, aber die Miss hat nichts gemacht, also haben die Kinder noch weitergespielt. Wenn es so wenige sind, dann geht das auch recht ruhig und mit wenig Streit vonstatten. Um halb 10 kamen dann noch zwei Kinder und um 10 Uhr gab es Snackpause. Da sind dann noch Ayabonga und Okuhle dazu gestoßen. Also waren es heute 14 Kinder. Und nur ein Baby, Siyanda. Deswegen war der ganze Tag recht entspannt.
Nach der Snackpause wurde ein bisschen getanzt, also das Zuluzeug eben, und dann wurden die Klötze geholt und die Kinder haben damit gespielt. Weil ich innen eh nur herumgesessen wäre, hab ich mich außen auf die Stufen in die Sonne gesetzt. Das war echt ganz schön, und auch warm. Wer weiß, wie viel Sonne ich hier noch bekomme, ich muss außerdem etwas auftanken für Deutschland :). So nach 20 Minuten bin ich dann wieder rein, es hat dann auch schon langsam zugezogen. Die Kinder haben um 12 Uhr nochmal gesnackt, denn es gab kein Mittagessen und dann um halb 1 haben sie geschlafen.

Ich hab ein bisschen auf meinem Handy gespielt und meine Gedanken schweifen lassen. Außen ist ein Gewitter aufgezogen, man hat vereinzelte Blitze mit zugehörigen Donner gesehen, aber es war eben noch etwas entfernt. Das ist voll oft so, dass es eben vormittags schönes Wetter ist und dann nachmittags Gewitter, so dass ich möglichst wenig Sonne bekomme. Das ist der Grund weswegen ich versuche, immer kleine Pausen außen in der Sonne zu machen. Weil sonst bringt mir der Sonnenschein gar nichts.

Um Viertel 2 ist dann die Miss gegangen und da es nur noch 8 Kinder da waren hat mich Lundiwe heimgeschickt. Auf dem Weg heim hat mich ein Auto überholt. Das hat dann angehalten. Der Fahrer hatte eine Flasche Bier in der Hand und hat mir zugerufen: „Hey, sweety, come in, let’s go!“ und der Typ hinten im Auto hat die Tür aufgehalten. Zum Glück hab ich ja keinen weiten Weg, also bin ich schnell weitergegangen und war dann auch gleich daheim. Kaum war ich im Haus, hat es voll das Schütten und Gewittern angefangen.
Ich hab es mir dann in meinem Zimmer gemütlich gemacht. Nachdem ich meine Mails gecheckt und mir was bei H&M bestellt hab (es ist alles ganz viel reduziert!), hab ich mir „Robots“ angeguckt. Und Chips gegessen, denn ich hatte noch zwei Tüten, aber nicht mehr so viele Tage. Irgendwie esse ich zurzeit keine Chips. Und zum Film hat es gepasst. Während des Films hat dann auch der Regen aufgehört und die Sonne ist wieder heraus gekommen. Also bin ich nach dem Film raus auf die Veranda.

Und bin ein bisschen am Haus entlang gelaufen. In der einen Ecke, wo immer die Hündin mit den Welpen liegt, war nur ein einziger Welpe. Der lag da so am Boden. Als ich näher hingeguckt habe, sind mir die vielen Fliegen aufgefallen, die auch in seinen Augen herumgekrabbelt sind… Ja, das eine Hundebaby ist tot. Keine Ahnung warum, vielleicht hat es nicht genug Nahrung bekommen oder hat was Giftiges gefuttert oder was auch immer. Ich frage mich, wann es die Familie bemerkt, und wer den Kadaver dann entsorgt. So lang kann der Hund noch nicht tot sein, weil er noch nicht verwest und dementsprechend auch noch nicht stinkt. Aber das kommt schon noch. Ich hab aufs Fotografieren verzichtet. Es gibt dann doch schönere Motive, und ich denk, ihr könnt euch alle einen toten Hund vorstellen. Jetzt sind es nur noch zwei Welpen, denn mir ist schon letzte Woche aufgefallen, dass es nur noch drei waren. Ich habe wirklich keine Ahnung, wohin das erste verschwunden ist. Ich weiß nur, dass ich mal eines Abends außen ein ganz fürchterliches Welpengeschrei gehört habe, so eine Minute lang. Dann war es wieder ruhig… Vermutlich hat da irgendein größeres Tier sich das Kleine geschnappt. So muss man sich dann auch keine Gedanken mehr darüber machen, was man mit den Welpen macht, wenn sie groß sind, denn das erledigt sich hier von alleine…

 

Nachtrag: Abends kam meine Gastmum zu mir und hat mir mitgeteilt, dass Sr. Happiness leider am Freitag in den Urlaub fährt und mich deshalb nicht zum Flughafen fahren kann. Jetzt versucht sie ein Auto zu besorgen, und einen Fahrer, um mich trotzdem am Samstag nach Durban zu bringen. Also muss ich hoffen, dass da alles gut läuft und es klappt! Die Wäsche will sie Freitag waschen, d.h. ich kann erst Samstag Früh packen… Ich merke schon, es wird etwas stressig werden!

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So

02

Dez

2012

Letzter Gottesdienst

Sonntag, 2. Dezember 2012

 

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…? Nein, Advent und vorweihnachtliche Stimmung gibt es hier in Südafrika leider überhaupt nicht. Nicht eine Kerze oder Weihnachtslied hab ich heute gesehen. Das liegt vermutlich einfach daran, dass es normalerweise im Advent über 30 Grad hat und die Sonne vom Himmel brennt. Wer braucht da Kerzen, um die nicht vorhandene Dunkelheit zu erhellen?!

Aber dafür gab es einen letzten Gottesdienst für mich. Und der war nochmal extremster Hardcore: 5 Stunden lang hat er gedauert! Wir sind gegen 8 Uhr aus dem Haus gegangen und dann zu einer Highschool gefahren worden. Dort waren schon viele Leute und vor allem viele Pfarrer, also hat mich meine Gastmum einem Mädchen angehängt, das gerade angekommen ist. Mit ihr bin ich dann in den Saal und hab mich hingesetzt. Eigentlich hieß es, dass der Gottesdienst um halb 9 beginnen sollte, aber so war dem dann doch nicht. Also wieder warten und Menschen beobachten. Ich hab viele Mädchen in schönen weißen Kleidern gesehen, da hab ich dann nachgefragt und erfahren, dass es sich um einen Konfirmationsgottesdienst handelt.

Um Viertel 10 ging es dann los, mit dem üblichen Programm, also ein paar Lieder, viel Liturgie und Bibeltexte und dann eine seeeehr lange Predigt. Während dieser habe ich mich wieder meiner Bibel gewidmet, denn das ist besser als eine dreiviertel Stunde blöd durch die Gegend zu gucken. So vergingen die ersten 1 ½ Stunden. Dann ging es um die Konfirmanden. Ich fand es schön, dass die Mädchen schöne Kleider trugen und keine Nadelstreifenanzüge, wie das bei uns Sitte ist. Die sind erstmal alle vor auf die Bühne und haben Sachen vorgetragen, also 10 Gebote, Glaubensbekenntnis und anderes. Ich hab nicht alles verstanden, aber um so etwas ging es auf jeden Fall. Merkwürdig an den Konfirmanden war nur, dass die Altersspanne recht weit war. Die Jüngsten sahen aus wie 12 und die Ältesten könnten schon 16 gewesen sein. Ich weiß leider nicht, wie das hier in Südafrika geregelt ist, vielleicht wird nicht jedes Jahr konfirmiert, oder es ist eben teuer, sodass es gerne auch etwas aufgeschoben wird. 
Dann wurde eine Gruppe von 12 Konfirmanden nach vorne geholt und da kam das übliche Konfi-Programm, also segnen, mit Namen anreden und Konfi-Spruch zusprechen. Das hat sich echt lang hingezogen bei den 12, da hatte ich Schiss, dass der Gottesdienst ewig dauern wird, denn es waren ca. 50 Konfirmanden! Dem war dann nicht so, denn die restlichen haben einfach eine Bestätigung/Urkunde in die Hand gedrückt bekommen und das wars dann. Trotzdem hat der Part nochmal 1 ½ Stunden eingenommen.

Der restliche Gottesdienst war Abendmahl und Kollekte und Gerede und Gesinge. Beim Abendmahl meinte das Mädchen, neben dem ich saß, zu mir, dass sie jetzt vorgeht. Also hab ich gefragt, ob ich denn nicht mit vordarf. Als ich ihr dann erklärt hab, dass ich schon öfter hier in Südafrika das Abendmahl empfangen habe, meinte sie: „Yes, Jesus Christ is there for everyone, including the Whites.“, so als wäre ihr das gerade erst klar geworden… Aber bloß, weil der Gottesdienst beendet war, hieß das nicht, dass wir gehen konnten. Denn zusätzlich zur Konfirmation gab es noch den Abschied von einem Reverent, der in Rente gegangen ist. Also saß er mit seiner Familie vorne und hat Geschenke von den verschiedenen Gemeinden angenommen. Es wurde sogar ein lebendiges und ausgewachsenes Schaf in den Saal gezerrt und dann überreicht. Dazwischen gab es immer kleine Gesangseinlagen der Youth Choir.

Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, es sind auch alle Leute nach und nach gegangen, also bin ich etwas herumgelaufen und hab Bilder gemacht und mich mit Kindern unterhalten. Mein kleiner Bruder hat mir dann auch ein Hot-Dog gebracht, das konnte man sich für 7 ZAR kaufen. Obwohl die Wurst irgendwie ungewohnt geschmeckt hat, war es eigentlich ganz gut. Ich bin dann wieder rein und hab meine Gastmum gesucht. Dann bin ich ihr nach außen gefolgt, wo sie irgendwelche Leute begrüßt hat, dann sind wir wieder rein. Aber die Beschenkung war dann auch bald vorbei und der Dean hat alle eingeladen zum Lunch nach Machibisa zu kommen. Also ging es mit dem Auto dahin.

Der Saal, der gestern für die Graduationfeier geschmückt gewesen war, sah jetzt aus wie für eine Hochzeit. Also mit Tüchern und recht schick eben. Ich dachte erst, dass es ewig dauern würde, bis es Essen gäbe, aber das ging dann doch verhältnismäßig schnell und war auch ganz gut. Das Übliche eben: Reis, Rote Bete, Kraut-Karotten-Mayo-Salat, Beef-Curry und dann auch richtiger Salat und Bohnen-Champion-Salat. Zu Trinken gab es Saft. Auf der Packung steht groß: 100% Orangen & Mango Juice. Guckt man dann in die Inhaltsangabe, liest man, dass da neben Orangen- und Mangozeug auch „deflavoured apple/pear juice“ innen ist. Anscheinend geht das in Südafrika durch, dass man trotzdem „100%“ draufschreiben darf. Als Nachtisch dann etwas, das dem gestern seht geähnelt hat. Obst und etwas das Vanillecustard sein soll und etwas das Vanilleeis sein soll. Denn eigentlich schmeckt es vor allem nach künstlich und nur wenig nach Vanille.

Um fünf Uhr geht es dann endlich nach Hause. Natürlich erst nachdem ich wieder etwas gewartet habe. Ohne Warten geht es hier einfach nicht. Den Rest des Tages habe ich in meinem Zimmer verbracht, lesend oder im Internet oder in Skype. Als es um halb 8 Abendessen gab, hab ich mir höflicherweise was auf den Teller getan, obwohl ich überhaupt keinen Hunger hatte. Aber eigentlich wäre das auch nicht so wichtig gewesen, denn auf Anwesenheit am Tisch wird keinen Wert gelegt. Meine Gastmum hat zum Beispiel vor dem Fernseher am Sofa gegessen, während wir anderen am Tisch saßen.

Meine letzte Woche ist angebrochen und die wird jetzt wirklich einfach schnell vergehen. Die Tage, die alles verlangsamen sind immer Samstag und Sonntag, wenn ich den ganzen Tag daheim rumliege und nichts zu tun habe. Aber da mein letztes Wochenende jetzt so voll gepackt war, warten auf mich nur noch Arbeitstage, und die vergehen wie im Flug. Am Dienstag gibt es eine Farewell-Party in der Creche. Da freu ich mich schon drauf ;). Ich habe auch erfahren, dass meine Creche am Samstag einen Ausflug zum Strand macht. Da das aber mein Abreisetag ist, werde ich vermutlich nicht mitgehen können. Wobei ich ja sowieso nach Durban an den Flughafen muss, und der Flug erst abends geht. Aber wie das alles abläuft mit meiner Abreise, ist noch nicht klar. Das wollte meine Gastmum noch mit Sr. Happiness besprechen, aber irgendwie vergisst sie es ständig. Solange ich trotzdem rechtzeitig meinen Flieger erwische, ist es mir egal. :)

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Sa

01

Dez

2012

Graduationparty

Samstag, 1. Dezember 2012

 

Für heute ist Programm geplant, eine Graduationparty in der Creche meiner Gastmum. Die Kinder bekommen bestätigt, dass sie erfolgreich die Pre-School angeschlossen haben.

Um halb 9 gehen wir also aus dem Haus, obwohl das Programm erst um 11 Uhr beginnt, denn es muss gekocht werden. Als wir aus der Haustür treten, bleibt auf der Straße ein Betrunkener stehen und glotzt mich an. Er will sich mit uns unterhalten und begleitet uns auf unserem Weg. Aus irgendeinem Grund will er unbedingt die Tasche tragen, in der ein paar Sachen zur Dekoration sind, und reißt sie meiner Gastmum quasi aus der Hand. Außerdem behauptet er, gar nicht zu trinken -> in der Hand hält er eine offene und angetrunkene Flasche Bier. Aber die ist für seinen Onkel.
Er ist ziemlich hartnäckig und hat anscheinend auch nichts zu tun, denn er folgt uns lange. Wir gehen eine Strecke, die ich davor noch nie gesehen habe. Und zwar ein Stück auf den Eisenbahngleisen. Das sieht ziemlich schön aus, und ich will es fotografieren, aber meine Gastmum verbietet es mir, da sie Angst hat, dass der Betrunkene die Kamera dann haben will. Also bin ich sauer auf den blöden Mann, der auf die typische südafrikanische Weise trotzdem freundlich behandelt wird. In Deutschland hätte man so jemanden doof angeschaut und gebeten, weg zu gehen. Meine Hoffnung war, dass ich auf dem Rückweg ein paar Bilder machen kann. Aber mir wird gleich gesagt, dass wir nicht denselben Weg zurücknehmen werden.

Nach ca. 15 Minuten Fußweg kommen wir in Machibisa an. Dort ist die Creche meiner Gastmum. Und die ist einfach riesig und sehr gut ausgestattet und es gibt einen Außenbereich mit Klettergestell! Ja, mein Leben hier in Südafrika hätte ziemlich perfekt laufen können, wenn ich in dieser Creche beschäftigt gewesen wäre. Ich hätte jeden Tag Bewegung gehabt, durch den Weg hin und zurück. Ich hätte mit weniger Kindern und mehr Platz viel mehr Möglichkeiten gehabt und hätte mich da kreativer einbringen können. Außerdem hätte ich Laura aus Amerika kennengelernt, die ja im Büro des Dean gearbeitet hat, das direkt neben der Creche ist, und hätte so Kontakt zu jemandem knüpfen können.
Aber wer will schon immer perfekt? So musste ich mir eben etwas einfallen lassen, um mit vielen Kindern und wenig Platz und Material zurecht zu kommen. Und ich hatte tatsächlich eine Funktion. Denn die Creche in Machibisa hat genug Betreuerinnen für die geringe Kinderanzahl (ich glaub 3 auf 20 Kinder!). Da wäre ich nur herumgestanden. Und so kann ich mir sagen, dass ich „meinen“ Kindern zumindestens 3 Monate lang etwas beigebracht habe. Und es gab ja auch echt schöne Momente, weil die Kinder mir doch ans Herz gewachsen sind und putzig sind. Egal, wie viel sie schreien und toben und nerven. Ich hatte eine schöne Zeit mit ihnen, die ich nicht vergessen werde. Was brauche ich da ein perfektes Leben :).

Ich hab meiner Gastmum geholfen, alles im Raum herzurichten, also Tische und Stühle und etwas dekoriert. Dann ist sie zu den anderen Betreuerinnen in die Küche und hat gekocht. Ich hatte nichts zu tun, und es war erst kurz nach 9 Uhr. Also bin ich mit meiner Kamera etwas herumgelaufen und hab Bilder gemacht. Ich habe das Kirchengrundstück verlassen und bin ein paar Schritte auf der Straße gelaufen, um die Häuser in der Nachbarschaft zu fotografieren und einfach ein bisschen Südafrikaeindrücke einzufangen. Und als es dann immer noch nichts zu tun gab, hab ich in der Küche das Essen fotografiert. Ich war gespannt, welche Gewürze zum Zubereiten verwendet werden, um es eventuell mal nachkochen zu können. Aber ich habe nur eine Ingwer-Knoblauch-Mischung und einen Beutel Barbecue-Gewürzmischung gesehen. Anscheinend langt das.

Als ich dann wieder zurück in den Raum/Saal bin, war da ein kleines Mädchen. Das hat echt gut Englisch gesprochen und mit ihr hab ich mich dann ein bisschen unterhalten. Sie hat mich gefragt, ob ich einen „boyfriend“ habe, und ob ich ihn küsse. Das fand sie dann sehr witzig :). Und ist irgendwie auf die Idee gekommen, dass sie mich jetzt auch küssen muss. Aber ich hab sie dann doch davon abhalten können. Umarmen war okay ;). Mit ihr hab ich dann auch Bilder gemacht.

Dann gab es endlich mal eine Aufgabe für mich: ich sollte Snackteller füllen. Also mit verschiedenen Chips, Popcorn, Kaubonbons, Cracker und einer Erdnuss-Rosinen-Mischung. Das hat mich dann so eine halbe Stunde beschäftigt und dann saß ich wieder rum. Also hab ich was getrunken und mir meine Hände mit Handcreme eingeschmiert. Das ist meine kleine Nebenbei-beschäftigung, wenn ich mal wieder nichts zu tun habe. Nach und nach kamen Mütter mit ihren Kindern. Aber das hat mich auch nicht von meiner Langeweile abgebracht.

Gegen halb 1 ging es dann endlich los (mit 1 ½ Stunden Verzögerung) und die Kinder haben ein bisschen was vorgesungen und dann kleine Reime aufgesagt. Ich war wirklich erstaunt, wie viel die Kinder konnten! Meine Kinder hätten das nicht so gut hinbekommen, also die Ältesten vielleicht, aber hier konnten sogar die Kleinen alles sagen. Da sieht man dann auch wieder, dass Kindergarten nicht gleich Kindergarten ist.

Dann wurde es abgedreht. Und zwar sind die 6 Kinder, die eben die Pre-School abgeschlossen haben, mit in die Küche und dort wurden sie kostümiert. So voll University-Graduation-Style mit schwarzem Gewand, Schärpe und dem Hütchen. Und in dem Stil ging dann auch alles weiter. Sie sind gemeinsam feierlich wieder in den Raum eingezogen und haben dann ihr Diplom überreicht bekommen. Darauf folgten unzählige Bilder mit Familie/Mutter und Freunden, die ich alle machen musste. Und es waren wirklich viele Bilder…

Mittlerweile wurde ich immer hungriger. Es war auch schon 2 Uhr nachmittags und ich hatte seit meinem Frühstücksbrei nichts mehr gegessen. Die Kinder durften sich dann an Tische setzen und haben Snackteller und Äpfel und Muffins bekommen. Irgendwann wurde dann auch jedem ein Teller ausgeteilt mit Essen. Bis ich mein Essen bekommen habe, hat es allerdings noch bis halb 3 gedauert. Es gab Reis, Hühnchencurry/-eintopf, Rotebeetesalat, Kraut-Karotten-Mayo-Salat und Bohnen. Hab ich alles ganz schnell verschlungen, war auch ganz gut. Als Nachtisch gab es dann Custard mit Obst. Ich weiß nicht genau, aus was Custard besteht, es schmeckt wie überzuckerter Vanillepudding. Und sieht auch so aus. Das ist übrigens auch ein sehr typischer Nachtisch, den ich auch bei der einen Hochzeit bekommen habe. Dann war ich aber wirklich satt und voll und zufrieden.

Da ich am Nachmittag mit meiner Familie skypen wollte, hatte ich extra gefragt, wann wir denn voraussichtlich wieder daheim sein werden. Meine Gastmum meinte dann, dass wir gegen 2 oder 3 Uhr fertig sein würden. Also hab ich meine Familie zum Skypen um 4 Uhr meine Zeit eingeladen.
Nun war es aber schon 3 Uhr nachmittags und ich wurde langsam ungeduldig. Die Eltern sind dann recht schnell gegangen und wir haben uns ans Aufräumen gemacht. Erstaunlicherweise ging das wirklich schnell und plötzlich war der Raum wieder sauber. In der Küche wurde noch abgespült und meine Gastmum hat sich hingesetzt und was gegessen. Das fand ich auch noch okay, obwohl es schon halb 4 war. Aber ich dachte mir, dass meine Familie bestimmt auch eine halbe Stunde warten könnte.

Südafrikaner essen Megaportionen und reden dabei auch gerne. Deswegen hat sich das ewig hingezogen und um vier Uhr hab ich meine Gastmum mal darauf angesprochen, dass ich gerne heimgehen würde.
Als sie dann endlich mit dem Essen fertig war, hab ich mir Hoffnungen gemacht, aber dann kam noch irgendwas anders in den Weg. Ich wurde langsam etwas sauer. Also hab ich nochmal gefragt, wann wir denn jetzt endlich heimgehen. Da meinte sie: geh doch allein, du weißt den Weg doch! Ich hätte es ja auch gemacht, sie hat dann nur irgendwas hinzugefügt, was ich nicht ganz verstanden habe, aber was mir klar gemacht hat, dass das nur ein doofer Witz von ihr gewesen war. Schließlich meinte sie, dass wir jetzt gehen. Aber dann musste sie doch noch irgendwo in einer Ecke kehren. So ging das eine zeitlang.

Um fünf Uhr sind wir dann tatsächlich gegangen, uns hat irgendwer heimgefahren. Ich war ziemlich angepisst, denn sie hätte mir ja gleich sagen können, dass es so spät wird! Ich hatte je gefragt, wann wie wieder daheim sei würden, und nicht, wie lange es dauert.
Also schnell ins Internet, in der Hoffnung, dass meine Familie noch in Skype wartet. Hat sich dann erledigt, weil meine Mama mir geschrieben hatte, dass wir doch bitte erst um 18 Uhr telefonieren wollen, damit sie den Nachmittag mit Schnee genießen können.

Trotzdem war ich echt genervt von Südafrika in dem Moment und wollte einfach nur noch nach Hause nach Deutschland. Ich bin es einfach noch zu sehr gewohnt, Zeiten einzuhalten, bzw. sich nicht zu viel zu verspäten. 2 Stunden Verzögerung sind in Deutschland einfach nicht zulässig. Hier ist das normal. Irgendwie war das schon traurig, weil es eben jetzt eine schlechte Erfahrung war, die so kurz vorm Ende mir das Bild von Südafrika vermiest hat. Aber so bin ich noch mehr voller Vorfreude und kann es kaum erwarten heim zu kommen.

 

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Fr

30

Nov

2012

Bilderreicher Tag

Freitag, 30. November 2012

 

Heute Morgen wieder früh aufgewacht, aber ich war dann doch zu faul für Übungen und bin einfach schon aufgestanden. Frühstück gab es dann auch bald, und zwar Sandwichs mit einer Mayo-Hühnchen-Mischung belegt. Natürlich mit einer dicken Schicht Butter auf jeder Scheibe Toastbrot. Ich war dementsprechend satt, nachdem ich die beiden Sandwichs, also 4 Scheiben Toast gegessen hatte. Zum Glück gibt es nicht jeden Früh so ein fetthaltiges Essen. Es fällt mir ja so schon schwer nicht voll zuzunehmen.

Es war ein schöner Morgen, also die Sonne hat geschienen und deswegen war auch die Haustür offen. Auf der Veranda hat die Hundemutter mit ihren Welpen gespielt, also hab ich meine Kamera geholt und ein paar Bilder gemacht. Aus den hilflosen und fiepsenden Hundewürmchen sind kleine flinke Hündchen geworden, die sogar schon ein bisschen Bellen können. Ich hab leider immer noch nicht gefragt, was mit den Hunden gemacht wird, wenn sie eben größer sind. Denn behalten werden sie die kaum, was will man mit fünf Hunden? Also ich mein, es ist einfach zu wenig Platz da und wenn ein Männchen dableibt, dann gibt es immer wieder Babys. Das ist wohl kaum der Plan, denke ich mal. Ich hoffe einfach, dass die nicht umgebracht werden, denn sie sind einfach süß ;)

Ich hab heute dann auch mal wieder meine Kamera mitgenommen. Und das war auch gut so, denn ich hab schöne Bilder machen können. Und auch wenn nicht so viele Kinder da waren, hat es sich trotzdem gelohnt. Also als ich um 8 Uhr gekommen bin, waren es gerade mal 10 Kinder. Um 9 Uhr, als ich mit Unterrichten angefangen habe, waren es immerhin 16. Ich hatte irgendwie den ganzen Tag gute Laune und hab mit den Kinder Spaß gemacht. Ich hatte ja nicht nur meine Gruppe, sondern hab mir einfach die 11 Größeren geschnappt. Beschäftigt habe ich sie mit der Aufgabe, ihre Familie zu malen. Manche haben das echt super umgesetzt, man erkennt Gesichter und Körperteile. Zothani hat seiner Mutter sogar zwei Kreise als Brüste an den Körper gemalt :). Ich hab dann hinterher alle Kinder mit ihren Bildern fotografiert, und sie eben gefragt, wen sie gemalt haben.

Zwischendrin gab es noch ein kleines Schreckerlebnis für mich. Da ist plötzlich ein Gecko über die Wand gelaufen und ich bin aus irgendeinem Grund voll erschrocken und hab geschrien. Die Kinder fanden das lustig und wollten natürlich wissen, warum die „Missi“ gekreischt hat. Also hab ich schnell ein Gecko aufgemalt. Scheinbar war die Zeichnung gar nicht so schlecht, denn sie haben es alle erkannt. Das Tier ist übrigens in einem Ritz in der Wand verschwunden, das lebt da anscheinend. War nämlich nicht die Wand nach außen, sondern eben innerhalb des Hauses.

Als es dann Snackpause gab, waren es plötzlich 20 Kinder. Während dem Malen sind noch ein paar Nachkömmlinge gebracht worden. Danach gab es Storytime. Und das ist, wie schon mal erwähnt, eine sehr bewegungsreiche Sache. Und leider etwas, was die Kinder schnell langweilen kann und die sich dann unterhalten, was den Lärmpegel eben deutlich erhöht. Deswegen ist es keine entspannte Zeit, sondern doch etwas nervig. Aber wenn man die Kinder nicht zur Ruhe ermahnt, dann hört auch niemand mehr zu.
Später dann hab ich die Gelegenheit genutzt und hab ein paar Gruppenbilder gemacht. Auch das war etwas schwierig, da besonders die kleinen Kinder eben nicht so aufmerksam sind und die Babys sich gerne auch zoffen. Aber auch die Größeren sind nicht immer bei der Sache. Nur das Piepsen des Selbstauslösers fanden sie witzig und haben versucht es mitzusprechen. Direkt in die Kamera geblickt haben sie dann erst, als ich eben ein Bild ohne Selbstauslöser gemacht habe und eben hinter der Kamera stand. Aber das ist eigentlich etwas zu sehr gestellt, denn so brav und aufmerksam sind sie nie.

Um 12.20 Uhr gab es dann statt Mittagessen eine zweite Snackpause. Die meisten Kinder essen in der ersten Pause sowieso nicht alles, was sie dabei haben. Besonders die Brote lassen sie gerne übrig und essen zuerst Chips und Jogurt. Maponisa habe ich mit einem „Purity“ Glas gefüttert, das entspricht unserem „HIPP“.

Dann wurde geschlafen, und auch diesmal hat es eigentlich ganz gut geklappt. Es ist viel einfacher, wenn eben nicht so viele Kinder da sind und sie sich beim Schlafen nicht gegenseitig einquetschen sobald sie sich umdrehen. Auch ist die Zeit irgendwie nicht so lang und langweilig gewesen. Ich hab Siyanda gefüttert, das hat lang gedauert, weil sie eben immer wieder die Aufmerksamkeit verloren hat. Aber ich war froh drüber, dass sie überhaupt gegessen hat. Außerdem hatte ich ja Zeit und nichts anders zu tun. Ich hab dann auch ein bisschen mit meinem Lieblingswürmchen gekuschelt. Ich hab heute mal gefragt, wie er heißt: Aphelele. Trotzdem nenn ich ihn immer noch „Würmchen“, weil er das einfach ist :). Am liebsten wird er am Kopf gekrault, da wird er dann müde und schläft gerne ein.

Ich hab auch den Regen außen vorm Fenster beobachtet und gehofft, dass der noch irgendwann aufhört, bevor ich heimgehe. Hat er leider nicht, und als ich dann gegen halb 3 gegangen bin, sind meine Füße leider nass geworden, denn meine Schuhe haben ein Loch in der Sohle. Aber ich hab ja zum Glück keinen langen Weg, also sind auch meine anderen Sachen, und vor allem die Fototasche nicht so sehr nass geworden.
Daheim hab ich mir dann erstmal was zum Essen gemacht, ich hab nämlich entdeckt, dass wir wieder Peanutbutter im Schrank haben :). Das ist besser als nichts. Also ich hab etwas zu viel auf mein Brot getan, das hat dann auch nicht so gut geschmeckt, aber war mir doch lieber als pures Toast. Wenn ich klug gewesen wäre, dann hätte ich mir einfach in der ersten Woche ein Glas Nutella gekauft, das hält sich ja bei Zimmertemperatur. Aber als ich dran gedacht hab, waren es nur noch 3 Wochen, das hätte sich nicht mehr gelohnt. Aber es sind jetzt noch 9 Tage, die werde ich auch mit Peanutbutter auskommen. (Nachtrag: mit weniger Peanutbutter schmeckt es deutlich besser!)

Morgen ist eine Graduationfeier an der Schule meiner Gastmum. Programm fängt um 11 Uhr an, wir müssen aber schon früh los, weil sie im Kochteam ist. Ich werde einfach meine Kamera mitnehmen, dann weiß ich mich schon zu beschäftigen. Das wird so mein letztes großes Ereignis hier in Südafrika sein. Denn die Abreise ist ja quasi nicht mehr in Südafrika.
Ich glaube ich werde auch das Blogschreiben vermissen. Ich mach das doch einfach gerne und es ist unanstrengender als Tagebuchschreiben, also für die Hand aber auch für den Kopf. Es geht einfach schneller. Ich schreibe gerne und es hat mir auch echt immer Spaß gemacht, alles Geschehene zusammenzufassen und zu schildern, damit ihr wisst, was ich so gemacht und erlebt habe. Aber mein Alltag in Deutschland wird vermutlich nicht so interessant sein ;). Also heißt es, auch davon Abschied nehmen in 9 Tagen, oder eher 10, wenn ich die Abreise noch beschreibe.

Und langsam muss ich auch ans Packen denken. Also ich plane schon die ganze Zeit, so wegen dem Gepäck, dass es eben nicht zu schwer wird. Denn eine Waage gibt es nicht, ich muss also hoffen, dass der Koffer die zugelassenen 23 kg nicht übersteigt. Dazu hab ich eine Liste angefertigt, mit (+) und (-) Gepäck, also was ich hier verbraucht und was ich jetzt neu dazubekommen habe. Leider weiß ich von den meisten Sachen nicht das genaue Gewicht. Wie schwer sind denn 250 ml Shampoo oder 150 ml Deo?

Meine Gastmum will eigentlich schon seit Montagnachmittag Wäschewaschen, aber ist noch nicht dazugekommen, weil das Wetter immer schlecht war, oder sie zu spät heimgekommen ist. Mir ist das eigentlich ganz recht, denn so kommen noch mehr schmutzige Klamotten in meine Wäsche und ich kann mit einem ziemlich frischgewaschenen Koffer zurückfliegen. Natürlich sollte sie trotzdem im Lauf der nächsten Woche es schaffen, denn sonst hätte ich ein Problem. Und nein, ich kann es nicht selber machen, denn die Waschmaschine ist keine normale Waschmaschine, sondern so komisches Teil, das ich nicht bedienen kann. Außerdem wird immer auf der Veranda gewaschen. Warum, weiß ich auch nicht genau.

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Do

29

Nov

2012

It's the final Countdown

Donnerstag, 29. November 2012

 

Heute Morgen wunderschönes Wetter, die Sonne strahlt vom blauen, wolkenlosen Himmel. Ich wache recht früh auf und nutze die Zeit und die Energie, die ich habe, um ein bisschen Work-Out zu machen. Also ein paar Sit-Ups, ein paar Übungen für die Beine und den Rücken. Als dann meine Gastmum mich immer noch nicht zum Frühstück gerufen hat, geh ich trotzdem aus meinem Zimmer. Das Essen ist auch fast fertig. Es gibt frisch aus dem Sandwichmaker Käsesandwichs. Da meine Gastmum weiß, dass ich braunes Toatsbrot lieber mag, entschuldigt sie sich, weil es eben ein weißes und ein braunes Toast ist. Aber so schlimm ist das ja auch nicht. Ich finde nur, dass das braune Toastbrot einfach nach mehr schmeckt.

Ich ziehe zum ersten Mal zur Arbeit einen Rock an und werde dementsprechend auch von allen angeguckt. Und dafür gelobt. Sonst sehen sie mich eben immer nur in knittriger, schlapprigen Hose. Ich wurde auch oft gefragt, warum ich denn meine Hose nicht gebügelt habe, denn so läuft man als „Lady“ doch nicht herum… Es ist Frauen nicht untersagt, Hosen anzuziehen, aber trotzdem tragen die meisten einen Rock. Hosen tragen nur die jungen Frauen. Ich bin jung, also darf ich das :).

Es waren 22 Kinder da, also diese Woche kommen viele immer sehr spät. Normalerweise sind gegen 9 Uhr alle Kinder da, die an dem Tag kommen, aber zur Zeit wird es auch mal halb 10 oder 10 Uhr, bis die letzten Kinder eintrudeln. Es war entspannt, ich hab meine Gruppe mit den Stecktafeln spielen lassen, das mögen die. Beim Second Ring hab ich wieder mit den Kleinen gespielt. Maponisa ist so ein putziges Wesen. So einen halben Meter hoch und quicklebendig, hupft herum, rennt im Raum umher oder dreht sich so schnell sie kann im Kreis und giggelt, wenn sie umfällt.

Wenn ich so mit den Babys spiele, dann fällt mir schon auf, wie groß sie geworden sind. Ich begleite sie schon seit 11 Wochen, also knapp 3 Monate. Und bei Babys ist das eine lange Zeit. Wenn sich ein 3 Monate altes Babys plötzlich ein halbes Jahr alt ist, macht das einen Unterschied. Plötzlich können sie krabbeln oder sitzen oder sehen einfach älter aus und verlieren vielleicht sogar ein bisschen Speck. Also Siyanda ist zwar immer noch fett, aber sie ist echt groß geworden (sogar größer als Maponisa). Und ihr Gesicht wirkt nicht mehr so dick und sie krabbelt sogar ein wenig! Zwar nicht so viel wie Luyanda, den man immer beaufsichtigen muss, weil er sonst wohin robben würde, aber trotzdem gut. Auch mein kleines Lieblingswürmchen, dessen Namen ich leider nicht weiß, ist ganz aktiv, so dass man aufpassen muss, dass er nicht vom Bett fällt. Ach, ich werde die Kinder schon vermissen…

Als sie dann wieder fast alle schlafen, hab ich wieder sehr viel Zeit. Diesmal hab ich keine Lust mich mit meinem Handy zu beschäftigen und gucke aus dem Fenster. Wenn ich auf dem Bett sitze, hab ich perfekte Aussicht auf die Straße und die Leute, die da vorbei laufen. Immer so gegen 1 Uhr läuft eine Frau vorbei, die auf ihrem Kopf ungefähr 5 Bananenkarton balanciert. Also solchen Frauen begegnet man hier oft, das ist kein Märchen, das man aus Kinderbüchern lernt, sondern Realität. Und irgendwie faszinierend zu beobachten. Also es sind nicht immer Bananenkartons mit Obst, sondern auch mal ein Sack mit 10 kg Reis oder Ähnliches. Mir würden die nötigen Nackenmuskeln fehlen, um so ein Gewicht überhaupt auf meinem Kopf zu halten. Vermutlich haben die Frauen das geübt seit sie jung sind und dann ist es kein Problem mehr.

Später dann muss ich mal wieder zum Lappen greifen, diesmal hat sich Baba im Schlaf in die Hose gepinkelt… Ziemlich an genau derselben Stelle, an der gestern das Missgeschick von Dobheko stattgefunden hat. Bin ich froh, dass ich in diesen Räume nicht mehr so lange sein werde, denn langsam ekelt mich alles ein bisschen. Also barfuß lauf ich nicht mehr herum. Windeln hab ich heute auch viele gewechselt, und irgendwie schaffen es die Kinder immer, eine riesige Portion reinzupacken. Da hab ich dann immer etwas Schwierigkeiten, alles zu säubern, aber irgendwie klappt es immer. Ach ja, wo wir gerade beim Pinkeln sind: beim Windelnwechseln haben auch zwei kleine Jungs noch aufs Bett gepinkelt. Wird dann zwar immer mit einem Lappen so schnell wie möglich entfernt, aber trotzdem ist es da. Und ich werde angewiesen, meine Schuhe vom Bett unten zu halten, wegen der „germs“, die sich an ihnen angesammelt haben…

Oh man, es sind jetzt wirklich nur noch 10 Tage, die ich hier in Südafrika verbringen werde. Das ist wirklich nicht viel Zeit. Vielleicht ist das der Grund, warum ich jetzt doch wieder sehr viele Berichte schreibe, einfach, weil ich noch so viele Erinnerungen wie möglich festhalten will. Ich merke nämlich, dass ich schon anfange einiges zu vergessen. So von meinen ersten Wochen. Im Prinzip ist es ja nicht so schlimm, da ich ja viele Erinnerungen habe, und auf jeden Fall etwas übrig bleiben wird. Aber trotzdem versuche ich mich an alles zu klammern, was noch da ist. Und wenn ich es hier aufschreibe, dann bleibt es mir doch länger erhalten.

Ich weiß nicht, ob ich meine Familie wirklich vermissen werde. Ich mein, ja, ich hab 3 Monate mit ihnen zusammen gelebt, aber ich hatte da auch nicht so viel Kontakt. Und allgemein ist einfach das Familiengefühl hier überhaupt nicht vorhanden, also auch ohne mich. Gemeinsame Essenszeiten sind nicht wichtig. Es ist sogar schon öfters vorgekommen, dass ich zum Essen gerufen wurde und dann allein am Tisch war, während der Rest der Familie am Sofa vor dem Fernseher saß. Ich hab es als unhöflich empfunden, aber wollte dann auch nichts sagen. Ich beeile mich dann mit dem Essen und verschwinde wieder schnell in mein Zimmer. Klar unterhalte ich mich ab und zu mal mit meiner Gastmum. Zum Beispiel letzte Woche Freitag, da war es ja so heiß und abends saßen wir dann gemeinsam auf der Veranda und haben was Kühles getrunken. Da haben wir uns über Familie und Weihnachten und so unterhalten, das war wirklich schön. Aber solche Momente sind leider echt selten gewesen.

Sehr viel häufiger hab ich meine Gastmutter als böse Mutter gesehen. Baphiwe macht wirklich viel Schrott, aber sie hat einfach nie ein liebes Wort für ihre Kinder. Immer sind sie die Bösen, die nur Unsinn im Kopf haben. Einmal hat sie mir auch erzählt, dass sie keine Kinder in die Welt gesetzt hätte, wenn sie gewusst hätte, wie anstrengend und nervig sie sind. Sie würde jetzt so ein Leben wie Sr. Happiness vorziehen, also als Nonne in einem Konvent. Das fand ich schon ziemlich krass als sie es mir erzählt hat… Ich wusste dann auch nicht so wirklich, was ich darauf erwidern sollte. Ich weiß auch nicht mehr, was ich gesagt hab, ich glaub ich hab mich irgendwie rausgewunden. Man merkt aber, dass sie eigentlich keine Lust auf Kinder hat. Wie schon mal gesagt: Geburtstagsgeschenke gibt es auch nicht. Und sie weiß auch nicht sicher, wie alt die Kinder sind. Klar, vielleicht sind solche Sachen auch nicht so wichtig. Aber Berührung, also körperliche Nähe und Liebe gibt es nicht. Da ich einfach etwas ganz anders gewohnt bin, ist das einfach unvorstellbar für mich. Und das ist vielleicht auch ein Grund, weswegen ich mich hier nicht so eingelebt habe in die Familie. Ich freu mich wirklich auf meine Familie und darauf, gemeinsam Tee zu trinken und zu diskutieren und einfach zu reden und auch gerne mal etwas streiten und sich hinterher zu versöhnen. Immer noch besser als keine Kommunikation und nur böse Worte.

Also Mama, Papa, und liebe Schwestern wenn ihr das lest: vielen Dank, dass ihr Wert auf Liebe und Kommunikation legt! Ich weiß das jetzt alles viel mehr zu schätzen. Denn ohne geht es einfach nicht. Das ist für mich nicht Familie. Ich vermisse euch! Aber bald kann ich den Kreis der Familie ja wieder genießen und dann gibt es hoffentlich ganz viele adventliche Teerunden mit hoffentlich ganz vielen Plätzchen und Lebkuchen :) Ich hab euch sehr lieb!<3

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Mi

28

Nov

2012

Ein (fast) perfekter Tag

Mittwoch, 28. November 2012

 

Der Pausetag am Dienstag war wirklich sehr gut, denn am Mittwoch ging es mir wieder besser. Der Schnupfen hat mich zwar immer noch begleitet, aber das war okay. Es waren nur 19 Kinder da, liegt an den nahenden Ferien. Und das macht alles eigentlich immer recht entspannt und ruhig. Als die Miss gerade den Morning Ring gemacht hat, bin ich schnell heim, und hab meine Personalausweisnummer geholt. Die braucht die Crecheleiterin Mrs. Mbona für die Bestätigung, die sie mir schreibt. Als ich zurückgekommen bin, hat die Miss schon mit dem Unterrichten angefangen, also hab ich mich um die Kleinen gekümmert. Das mach ich eigentlich ganz gerne, denn die Babys sitzen ein bisschen rum, und die größeren Kleinen, also Maponisa und Eyethu spielen gerne mit den Kissen, die ich ihnen ins Gesicht werfe. Klingt jetzt vielleicht brutal, aber die finden das witzig und kichern und bringen mir das Kissen wieder.
Ein Problem bei den Kleinen ist nur immer, dass ich zum Einen eben Windeln wechseln muss und zum Anderen die Kinder ständig aus dem Raum rennen oder krabbeln und ich sie zurückholen muss. Aber eigentlich ist das auch nicht so schlimm. Während des Second Ring war ich dann wieder mit den Kleinen im kleinen Zimmer, da hab ich mich mit ihnen im Kreis gedreht, Hoppe Reiter gespielt, oder „Hast ein‘ Taler“ auf ihre Handflächen gemacht. Die lieben das, auch wenn sie kein Wort verstehen.

Während dem Mittagessen hab ich mich mit Mrs. Mbona unterhalten, wegen dem Zertifikat eben, das sie mir ja ausstellt. Ja, irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich ein bisschen Ärger bekommen habe, weil ich nicht wirklich das gemacht hab, was sie von mir wollte. Und dass ich eben die Kinder zu wenig gefordert habe. Und überhaupt. Ich hab mich, wie es eben meine Art ist, so gut wie möglich verteidigt und mein Tun erklärt. Ich denke, im Prinzip ist es ihr egal, es geht ihr vor allem darum, dass ich eben weiß, was ich eigentlich hätte machen sollen. Also dass ich weiß, wie man normalerweise mit Kindern in einem Kindergarten arbeitet. Irgendwie denkt sie nämlich, dass ich das machen werde. Es kommen dann immer so Sachen wie: „when you are working in a kindergarten in Germany, you have to…“ oder „…it isn’t okay…“. Wie auch immer.
Ich weiß jetzt auf alle Fälle, wie man es theoretisch machen soll, aber es war mir einfach nicht alles möglich. Wie soll ich denn bitte mit den Kindern über ein Thema reden, wie Weihnachten. Die verstehen dann doch nicht so viel Englisch. Und außerdem, ich hab jetzt noch eine Woche, also genauer gesagt 6 Mal arbeiten. Jetzt noch was zu ändern macht keinen Sinn. Und ich hatte das Gefühl, dass den Kindern gefallen hat, was ich mit ihnen gemacht habe, also Turnen oder Vorlesen. Und das ist doch das Wichtigste. Richtig lernen können sie auch noch, wenn ich weg bin.

Als ich dann wieder zurück zu den Kindern bin, war die Miss schon weg und ich hab die Kinder eben zum Schlafen gebracht. Kurz davor kam noch Mrs. Mbona vorbei und hat mir gesagt, dass ich jetzt ganz allein bin. Also da war dann wirklich niemand anderes mehr da, außer ich und die Kinder. Aber da die dann doch schnell alle, also ohne Ausnahme geschlafen haben, war das kein Problem. Auch das Abgeholtwerden und das letzte Windelnwechseln hab ich gut hinbekommen. Es lief eigentlich ganz gut, mir war zeitweise etwas langweilig, da hab ich dann auf meinem Handy Sudokus gemacht. Bei Stufe Mittel kam plötzlich eins, das hatte gerade noch 26 Zahlen angegeben, da hab ich ewig für gebraucht!

Trotzdem ist der Tag nicht perfekt gelaufen, sondern er ist wortwörtlich in die Hose gegangen… Als Dobheko abgeholt wurde, ist er aufgestanden und anscheinend hatte er Durchfall, auf jeden Fall ist das alles durch sein Hosenbein auf den Boden gerutscht und dann im Laufen hat er eine Spur hinterlassen. Da ich alleine war, musste ich das wegmachen. Und es war einfach ekelhaft… Zum Glück stand in dem einen Raum ein Eimer mit Wasser und einem Lappen, da hab ich dann versucht die Sauerei so gut wie möglich zu entfernen. Problem war nur, dass es eben so eine Art Teppichboden im Zimmer war. Ich hoffe, dass es wirklich gut weggegangen ist, also zumindestens stinkt es nicht mehr. Die Spur hab ich dann auch noch weggewischt. Währenddessen kamen natürlich noch mehr Eltern bzw. Geschwister um Kinder abzuholen und irgendwie haben die nicht gecheckt, dass ich gerade beschäftigt war und haben trotzdem genervt.

Zum Glück kam dann Mrs. Mbona nach Hause, nachdem ich fertig war und hat mich heim geschickt. Es war schließlich auch schon fast 3 Uhr. Und ich war etwas traumatisiert von dem Ereignis…

Daheim hab ich dann Musik gehört und Bilder sortiert. Und schließlich mit dem Nils geskypet, der mir mitgeteilt hat, dass wir eine Wohnung bekommen, die perfekt in der Erlangener Innenstadt liegt und auch nur 500€ warm kostet. Für Erlangen ist das echt wenig. Und so brauch ich in Zukunft gerade mal 3 Minuten zur Uni mit dem Fahrrad! Wer es sich angucken will: Von-der-Tann-Straße 5. Ich bin auch einfach froh, dass die Suche ein Ende hat und dass sie dann doch so gut gelaufen ist. Eigentlich hatten wir seit Montag eine Zusage für eine 3-Zimmer-Wohnung, die aber recht weit abgelegen lag, also haben wir noch die Antwort der jetzigen Wohnung abgewartet, bevor wir den Vertrag unterschrieben haben (also der Nils halt). Und da die jetzt einfach so gut liegt, war es keine Frage, welche Wohnung wir zusagen. Wenn ich heimkomme, also nach Deutschland, dann heißt es also Umziehen und Großeinkauf bei IKEA :).

Abends gab es wieder richtigen Salat, das hat mich dann schon glücklich gemacht. Also ich war ja schon wegen der Wohnung zufrieden, aber Salat ist dann doch noch mal was Gutes. Vor allem, da ich lange darauf verzichten musste. Jetzt ist aber nichts mehr da und auch keine Orangen mehr und gerade auch kein Brot mehr. Die fetten Tage sind also vorbei. Nach dem Essen hab ich wieder Musik gehört und bin ein bisschen durch mein  Zimmer getanzt. Einfach so, weil ich Lust dazu hatte.

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Di

27

Nov

2012

Start in die vorletzte Woche

Dienstag, 27. November 2012

 

Sonntag Morgen war ich ziemlich müde, obwohl ich ja am Samstag früh ins Bett gegangen bin. Also hab ich lang geschlafen und bin dann nicht in den Gottesdienst. Somit war ich den ganzen Vormittag allein daheim, nur Baphiwe, also mein kleiner Gastbruder, ist immer mal wieder hereingeschneit und hat sich was zu Essen gemacht. Ich hab die Abwesenheit aller genutzt, um mal mit mehr heißem Wasser zu baden, als den einen Eimer, den ich sonst immer bekomme. Leider hat das Aufheizen nicht so wirklich funktioniert, also die Kabelverlängerung spinnt da immer mal etwas herum, deswegen hat das Wasserwärmen ungefähr eine Stunde gedauert. Dann hatte ich aber auch schön viel warmes Wasser um mich herum. Zwar nicht vergleichbar mit einem Bad in Deutschland, ich war immer noch nicht ganz mit Wasser bedeckt, aber für meine Verhältnisse ein Luxus. Ja, irgendwann wurde es dann aber auch langweilig, und ich bin wieder in mein Zimmer.

 

Dort hab ich dann den Rest des Tages verbracht, also zum Mittagessen bin ich raus, aber ich hatte nicht wirklich viel Hunger. Danach hab ich mir einen Film angeguckt, bis ich schließlich am Nachmittag mit meiner Familie geskypet hab. Abendessen gab es um halb 9, und eigentlich hatte ich da dann auch keinen Hunger mehr, aber unhöflich wollte ich ja nicht sein, da ich ja schon am Vorabend nichts gegessen hatte. Außerdem gab es Salat! Und damit meine ich auch wirklich richtigen Salat mit Eissalat, Gurken, Karotten und Tomaten! Davon hab ich dann zwei große Portionen gegessen und daneben eben das Übliche, also Reis und Hühnchen.

 

Der Montag hat sehr schön begonnen, denn die Sonne schien und der Himmel war strahlend blau und wolkenlos. Außerdem waren es nicht viele Kinder, gerade mal 20 und davon 3 Babys. Aber ich war leider nicht so ganz fit, also mein Hals hat weh getan und ich hab Schnupfen bekommen. Also hab ich meine Gruppe außen malen lassen, bis mir aufgefallen ist, dass die heiße Sonne den Wachsmalkreiden nicht so gut tut, und alles ein riesiges Geschmier wurde. Die Kinder mussten alle Händewaschen und sind dann rein gegangen, während ich aufgeräumt hab.

 

Dann war aber auch schon Snackpause und ich hab mit Genuss mein Sandwich gegessen, das ich mir am Morgen gemacht hatte. Mit Käse und Gurken und Salat, das hat mir dann schon etwas das Gefühl von Zuhause, also Deutschland gegeben, denn da ess ich sehr gerne solche Brote. Als dann die Kinder beim Second Ring waren, hab ich mich zu den Babys aufs Bett gelegt und die Augen zugemacht. Ich war einfach furchtbar müde! Fest geschlafen hab ich nicht, aber eben etwas vor mich hin gedöst. Trotzdem ist meine Müdigkeit nicht verschwunden. Nach dem Mittagessen haben die Kinder auch ziemlich schnell alle (!) geschlafen und ich bin in die Küche gegangen um Mrs. Mbona (die Crecheleiterin) zu fragen, ob ich heimgehen könnte.

 

Mit ihr hab ich mich dann ein bisschen unterhalten, und sie meinte, dass ich ja nirgends erzählen sollte, dass ich während der Arbeitszeit schlafe. Und dass es so was wie krankheitsbedingte Urlaubstage nicht geben kann, wenn man mit Kindern arbeitet. Aber sie erzählte mir auch, dass für den 4. Dezember eine Farewell-Party für mich geplant ist und dass sie mir gerne etwas schenken würde, aber eben nicht weiß was. Sie hat mich schon mal gefragt, und da hab ich ihr eben erklärt, dass es nichts schweres sein darf, da mein Gepäck eben begrenzt ist. Ach ja, und sie hat mich gefragt, wer nächstes Jahr an meiner Stelle kommt! Also, falls ihr selber Lust habt oder jemanden kennt, der Lust hat für drei Monate, oder eine andere Zeit nach Südafrika zu kommen und in einer Creche zu arbeiten, dann einfach an mich wenden und ich kann Kontakt herstellen :). Sie würde sich sehr darüber freuen, und sie hat sogar ein Zimmer zum Wohnen angeboten, falls ich wiederkomme.

 

Schließlich bin ich dann doch früh gegangen, also gegen halb 2 war ich daheim und hab mich gleich zum Schlafen hingelegt. Den ganzen Nachmittag hab ich mich schlapp und fiebrig gefühlt und ich war froh darüber, nicht länger geblieben zu sein. Meinen Hunger bzw. meine Lust auf Essen hatte ich auch unter Kontrolle und hab nur zwei Orangen gegessen. Aber die sind ja gesund, also ist das nichts Schlimmes.

 

Abends dann gab es noch viel Skypen und Schreiben, denn es ging um eine Wohnung in Erlangen, für die der Nils und ich eine Zusage bekommen hatten. Also hab ich mit ihm geredet, er hat mir alles erklärt, dann hab ich mit meiner Mama geskypet, sie davon überzeugt, dass die Wohnung doch eigentlich ganz gut ist und dann nochmal mit dem Nils. Während der ganzen Zeit hatte mich meine Gastmum zum Essen gerufen, aber ich wollte das eben erst noch klären. Als ich dann fertig war, war es Viertel 11 und da hatte ich dann auch keinen Hunger mehr. Außerdem war ich ziemlich müde und bin schlafen gegangen.

 

Die Nacht über bin ich immer wieder aufgewacht und im Halbschlaf sind mir ständig Dinge über Wohnungen und Besichtigungstermine und alles Mögliche durch den Kopf geschossen und irgendwie hab ich versucht das alles zu gliedern, was natürlich nicht funktioniert hat. Geschlafen habe ich also nicht besonders gut und so war es nicht verwunderlich, dass ich heute Morgen ziemlich müde und kaputt aufgewacht bin. Außerdem war mein Halsweh schlimmer geworden und mein Schnupfen ebenso. Also hab ich nach dem Teller Brei und dem Haarewaschen beschlossen, heute daheim zu bleiben.

 

Wie sich herausgestellt hat, war das eine gute Idee, denn ich hab dann gleich nochmal eine Stunde geschlafen. Dann hab ich mir immer wieder eine Tasse Tee gemacht, denn Teekannen gibt es hier nicht. Ich bin jetzt immer noch ziemlich müde und schlapp und schwitze viel und im nächsten Moment ist mir wieder kalt… Ich hab auch die letzte Orange aus dem Kühlschrank gegessen (ja, Obst wird im Kühlschrank gelagert), so als Vitaminschub, um wieder auf die Beine zu kommen. Bis jetzt funktioniert es allerdings noch nicht so wirklich.

 

Irgendwann ist auch Nkosi wieder heimgekommen, also er war ja seit letztem Montag weg gewesen. Gerade ist er mit seinem Vater in der Stadt unterwegs, d.h. ich bin wieder allein im Haus. Er ist aber anscheinend nicht lange hier, weil er mir dann auch gesagt hat, dass er am 5. Dezember wiederkommt. Von wo und ab wann er weg ist, weiß ich nicht. Ich hoffe nur, dass ich nochmal mit ihm in die Mall gehen kann, denn meine Gastmum kommt immer recht spät heim und hat dann viel zu tun, also will ich sie da dann nicht bitten, mit mir zu kommen. Ich habe auch nicht mehr viel Bargeld, weil ich eben eigentlich nichts mehr abheben will. Also nicht, wenn es nicht unbedingt nötig ist, einfach, um die Gebühren zu sparen. Aber ich will mir sowieso nur noch Kleinigkeiten kaufen, so für die Rückreise. Dafür dürfte es gerade noch reichen.

 

Ja, ich werde mich jetzt wohl noch ein bisschen hinlegen und hoffen, dass ich dabei alle Krankheitserreger abtöte und ich morgen wieder arbeiten kann. Kranksein ist blöd.

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Sa

24

Nov

2012

Durban

Samstag, 24. November 2012

 

Wie schon angekündigt, ging es heute nach Durban. Also gegen 6 Uhr aufstehen, zum Frühstück gab es zwei Cream Buns, das sind so krapfenähnliche süße Hefeteile, die mit noch süßerer Sahne gefüllt sind. Aber schmecken eigentlich gar nicht mal schlecht. Dazu gab es die übliche Tasse Rooibos-Tee mit Milch. Auf den Zucker verzichte ich da immer, denn meine Ernährung ist sowieso schon zu zuckerlastig. Nach dem Baden hab ich mich erstmal ordentlich eingeschmiert mit Sonnencreme, einfach so vorsichtshalber. Dann hab ich meine Tasche gepackt. Ich hab meine Kamera mitgenommen, um ein paar gute Bilder machen zu können.

 

Um halb 8 sind wir dann aus dem Haus und mit dem Minitaxi in die Stadt, also nach Pietermaritzburg. Obwohl es irgendwie schon noch früh war, waren unheimlich viele Menschen unterwegs! Am Minitaxibahnhof sind wir dann umgestiegen in ein rotes Minitaxi nach Durban. Es gibt keine festen Abfahrtszeiten, sondern es wird einfach gewartet, bis das Taxi voll ist und dann fährt man los. Aber das ging auch recht schnell, Durban scheint ein beliebtes Ziel zu sein. Die Fahrt hat knapp eine Stunde gedauert, dann waren wir im Zentrum am Bahnhof. Von da aus konnte ich das Fußballstadion sehen, das hat eine verrückte Dachkonstruktion. Fotografiert hab ich es leider nicht, weil ich keine Zeit dazu hatte, denn sobald wir ausgestiegen sind, haben wir den nächsten Bus genommen.

 

Das war so ein altes klappriges Teil und innen mit Blumen und „I love you“- Schildern dekoriert. Auch die Fahrt war eigenartig, denn die Tür war die ganze Zeit offen und alle zwei Meter wurde angehalten um Leute einsteigen zu lassen. Anscheinend gibt es auch keine Bushaltestellen, sondern man wartet einfach irgendwo und irgendwann kommt schon ein Gefährt und nimmt einen mit. Wir waren unterwegs zu einem Unterhosengeschäft, da hat meine Gastmum dann ein paar Unterhosen gekauft. Der Laden war echt seltsam, in der Mitte waren große Wühlkörbe mit Unterhosen für 12 ZAR, die meisten hatten Löcher. Eigentlich waren auch ganz nette dabei, allerdings in Elefantengröße :D.

 

Nachdem meine Gastmum da dann fertig war, ging es mit einem anderen klapprigen Bus wieder zurück zum Bahnhof. Dort waren ein paar Stände, an denen traditionelle Sachen verkauft wurden, also Zuluperlensachen, Schüsseln, Besen, Hochzeitskörbe, Haushaltskleider und mehr. Dort habe ich ein bisschen Zuluperlenschmuck gekauft, waren ganz schöne Sachen dabei. Ich wollte das fotografieren, da heißt es: „Keine Speicherkarte“ und mir fällt siedendheiß ein, dass ich die Speicherkarte am Laptop daheim vergessen habe… Ich hab mich ziemlich geärgert! Und dann ist mir wieder eingefallen, dass ich noch eine kleine Speicherkarte, also mit 1 GB in meiner Fototasche habe. Also konnte ich doch die Stände fotografieren.

Traditionelle Stände in Durban.
Traditionelle Stände in Durban.
Traditionelle Stände in Durban.
Traditionelle Stände in Durban.

Wir sind dann in ein Minitaxi gestiegen und quer durch die Stadt gefahren. Ich hab während der Fahrt Bilder von der Karte gelöscht, denn die war eigentlich voll. Da es aber Bilder waren, die ich mit meiner alten Kamera gemacht hatte, waren die ziemlich klein, deswegen hab ich davon 500 gelöscht, was mir dann 100 Bilder mit meiner neuen Kamera ermöglicht hat. Ich hoffe, dass ich die Bilder alle irgendwo gespeichert hatte, aber die waren wirklich schon alt! So von Mallorca und von der Überschwemmung am Plärrer und Winterbilder :). Hey, ich will Schnee, wenn ich zurück komme!

 

Irgendwann sind wir irgendwo umgestiegen. Ich hatte gerade noch meine Kamera in der Hand und hab ein paar Bilder gemacht. Da war so ein riesiger bunter Markt, mit vielen Ständen an denen das verschiedenste Zeug verkauft wurde. Aber da ich ja nicht viel Zeit hatte, sind es nicht so tolle Bilder geworden.
Dann ging die Fahrt in einem anderen Minitaxi weiter Richtung Meer. Ich hab jetzt aus dem Fenster geguckt und sehr viel von Durban gesehen. Leider konnte ich davon keine Bilder machen, weil ich nicht am Fenster saß. Durban ist unheimlich versifft. Man denkt die ganze Zeit, man befindet sich in einem Vorstadtviertel, so Berlin-Kreuzberg mäßig, nur irgendwie noch schlimmer. Überall sieht man Müll auf den Straßen, kaputte Häuser, Leute die irgendwas verkaufen. Klar gab es auch bessere Viertel, aber das war dann eben Nürnberger Vorstadt Niveau.

 

Die Fahrt durch die Stadt war ziemlich wild, denn Minitaxis fahren wie die Gestörten. Außerdem wird ständig angehalten, um eventuelle Mitfahrer einzuladen. Dann wird andauernd die Spur gewechselt und oft einem Zusammenstoß nur knapp entkommen. Selber mit dem Auto da unterwegs zu sein, wäre der Wahnsinn!

 

Nach einer ewig langen Fahrt sind wir dann endlich am Meer angekommen, und leider hat die Sonne nicht mehr geschienen. Aber trotzdem war es ziemlich warm und es hat auch niemanden davon abgehalten ins Wasser zu gehen. Was ich als erstes gesehen habe, waren die unglaublich hohen Wellen! Ich hab mich mit meiner Gastmum abgewechselt mit dem Baden, denn irgendwer musste ja auf die Taschen aufpassen. Ich war echt erstaunt, wie warm das Wasser war. Also ich mein, es war schon kühl, aber ich habe nicht gefroren, obwohl es ziemlich windig war.

 
Blick auf die Wellen.
Blick auf die Wellen.
Der Strand.
Der Strand.
Strandpromenade
Strandpromenade

Leider kam auch bald der erste Typ, der mich bequatscht hat: „Do you know, that you’re beautiful?“ – „Yes, I know.“ – „Who told you?“ – “My boyfriend.” Ich hatte gehofft, dass das ausreicht und er wieder abschwirrt, aber dem war dann nicht so, also musste ich mich noch ein bisschen mit ihm herum schlagen. Ich hab ihn dann freundlich gebeten, mich doch bitte in Ruhe zu lassen. Als das nichts geholfen hat, bin ich gegangen.

 

Bisschen später bin ich wieder ins Wasser, wurde aber zurück gepfiffen vom Strandwart, der mir deutlich gemacht hat, dass ich an der Stelle nicht ins Wasser darf. Das durfte man nur an einer markierten Stelle, denn die war unter ständiger Bewachung. Da waren dann alle Leute und sind gemeinschaftlich über die Wellen gehupft. Ich war in meinem Bikini nahezu die entblößteste, denn die meisten Leute waren in voller Montur, also mit Hose und Tshirt im Meer. Einige Frauen sind in weißem Top baden gegangen, da hat man dann auch alles gesehen, und anderen ist alles oben raus gefallen. Da war ich dann doch irgendwie noch bedeckter.

 

Da meine Gastmum gerade im Wasser war, hatte ich Zeit, die Leute zu beobachten. Und es wurden im Lauf des Vormittags immer mehr. Dass keine Sonne schien, hat niemanden gestört. Wieso auch, wer braucht schon Sonne, wenn man sich nicht bräunen muss? Also, die können zwar auch „braun“ werden, das hab ich gesehen, eine Frau hatte einen Badeanzugabdruck, der heller war als der Rest, aber da sie schon dunkel sind, ist das nicht so wichtig wie bei uns Weißen. Es waren auch viele hellhäutige Menschen am Strand, liegt daran, dass Durban eben doch mehr das Touristenzentrum ist als Pietermaritzburg. Und außerdem war es der Strand! Ich hab auch Surfer vorbeijoggen sehen, aber das waren immer weiße Leute.

 

Die Wellen waren wirklich ziemlich hoch, und so wurde die Menge immer wieder zurückgepfiffen, wenn sie zu weit raus gegangen sind, oder eine besonders hohe Welle im Anmarsch war. Hin und wieder gab es einen Typen, der es witzig fand, mich mit Wasser zu bespritzen, um meine Aufmerksamkeit zu erhaschen. Ich hab mich dann immer in eine Gruppe junger Frauen zurück gezogen, damit mich ja niemand anspricht. Ich mein, mal nett plaudern ist was anders, als das was hier abgezogen wird. Als ich später wieder am Strand lag, kamen mehrere Typen her und haben mich angelabert. Irgendwann hieß es dann, dass der eine mich liebt und mich heiraten will, und ob ich ihn auch liebe. Und die haben alle gestunken, also nach Schweiß aber auch nach Alkohol und so eine Gesellschaft ist dann nicht meine liebste. Da die aber wirklich nicht gegangen sind, auch nicht, als ich mehrmals gebeten hab, ist meine Gastmum gekommen und wir sind zum Duschen.

 

Meine Sorge um den möglichen Sonnenbrand war unnötig, ich bin vermutlich gar nicht braun geworden, dazu waren zu viele Wolken am Himmel. Aber das war mir dann doch ganz recht. Ich hatte leider keine trockene Unterwäsche dabei, also hab ich den nassen Bikini angelassen. Da ich eine dünne Hose und ein dünnes Tshirt anhatte, kamen die Flecken schnell aber sind auch recht bald wieder getrocknet. Wir haben Mittagessen gekauft im SPAR. Das bestand dann aus einem Viertel Hühnchen (also Schenkel und Brust), drei so Hot-Dog-Brötchen und ein paar Pommes für jeden. Dazu noch was Kaltes zum Trinken. Gegessen haben wir es auf der Promenade, also da waren eben so Wiesenstücke, von denen aus man das Meer gut sehen konnte. Nach dem Essen haben wir uns kurz hingelegt und ein bisschen gedöst.

 

Dann war es schon drei Uhr nachmittags und wir haben uns auf den Heimweg gemacht. Also in ein Minitaxi gestiegen und wieder zurück Richtung Zentrum. Irgendwann sind wir ausgestiegen und ein Stück zu Fuß gegangen. Da hätte ich schon echt gern Bilder gemacht, aber da alles so runtergekommen aussah, hab ich mich doch nicht getraut, meine Kamera auszupacken. Weil so lange die Leute nicht wissen, was sich in meiner schwarzen Tasche befindet, kommt auch niemand auf die Idee, dass es sich um eine Kameratasche handeln könnte. Es waren wieder viele kleiner Läden auf dem Weg, die alle so ein bisschen Schwarzmarktflair hatten. Zweimal hat mich meine Gastmum auch „verkauft“, so im Spaß: „5000 Bugs in Cash, and she’s yours!“. Aber die Leute sind alle freundlich und lachen einfach :). Ein paar „Läden“ bestanden aus Kleiderhaufen, die auf einer Plane am Boden lagen. Andere Stände hatten Unmengen von Obst im Angebot.

 

Irgendwann haben wir dann ein Minitaxi gefunden, das nach Pietermaritzburg zurück fährt. Also irgendwie gibt es da schon einen Plan, so wo welche Taxis fahren, aber für mich sah es einfach nach Zufall aus. Bei der Rückfahrt saß ich dann am Fenster und hab versucht ein paar Bilder zu machen, so von der Landschaft, aber irgendwie war dazu zu wenig Licht vorhanden, und die meisten Bilder sind deshalb zu dunkel. In Pietermaritzburg hat die Sonne geschienen, vermutlich den ganzen Tag. Warum konnte das am Meer nicht auch so sein? Aber egal, ich hab ein bisschen die Straßen fotografieren können, letztlich sehen alle Städte gleich aus.

Mit dem nächsten Minitaxi ging es dann nach Hause, und darüber war ich schon sehr froh, denn ich war ziemlich müde und geschafft. Ich hab dann auch erstmal ein bisschen vor mich hin gedöst, mein Magen hat sich unangenehm gemeldet und so wollte ich auch nichts machen. Irgendwann hab ich dann doch noch ein paar Bilder hochgeladen und den Zeitungsartikel an die HZ versendet. Gegessen hab ich nichts mehr, sondern hab mich um halb 9 zum Schlafen hingelegt. Aber so gut ging das dann doch nicht, denn es war immer noch warm und ich wurde ständig gestochen. Gegen 2 Uhr morgens bin ich dann wieder aufgewacht und konnte eine zeitlang nicht schlafen. Anscheinend hat es doch irgendwie geklappt, denn dann bin ich erst wieder gegen halb 7 aufgewacht.


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Fr

23

Nov

2012

Vorfreude

Freitag, 23. November 2012

 

Ich hatte ja gehofft, dass es heute ein schön entspannter Tag wird, so als gelungener Abschluss einer guten Woche. Ich bin ausnahmsweise mal nicht erst um 8 Uhr in die Arbeit, sondern schon um fünf nach halb 8, so früh war ich schon lange nicht mehr da. Die Miss war da, ich hab mich aber dann zu den Kindern in den Raum gesetzt, da haben sie mit den Holzklötzen gespielt. Komischerweise hat mich das heute nicht gelangweilt, denen zuzusehen. Schließlich saß ich da ja über 1 ½ Stunden ohne wirkliche Beschäftigung. Es wurden immer mehr Kinder, am Ende waren es dann 28.

Ich hatte im Wetterbericht gelesen, dass es warm werden sollte, also hab ich gleich auf den Pulli verzichtet und hab eine dreiviertel lange Hose angezogen. Zwischenzeitlich war ich am Zweifeln, ob es die richtige Entscheidung war, weil es doch ziemlich lange bedeckt und kühl war. Schlussendlich war es dann doch ziemlich warm und ich war froh, dass ich keine lange Hose anhatte.

So gegen dreiviertel 9 kommt normalerweise immer die Miss und die Kinder räumen die Klötze auf. Dann kommt der Morning Ring bevor ich sie unterrichte und beschäftige. Aber es kam niemand. Also hab ich mal geguckt, aber die Miss war nirgends und auch ihre Tasche war nicht da. Meine Hoffnung war, dass Lundi kommt und den Morning Ring übernimmt, aber dem war dann doch nicht so, und deshalb hab ich die Kinder einfach bis halb 10 spielen lassen, dann unterrichtet und aufs Klo bzw. auf die Eimer gehen lassen. Ich hatte meine Kamera mal wieder dabei und ich hab die Gelegenheit genutzt, alle Kinder einzeln zu fotografieren, nachdem sie gepinkelt hatten. Dann war es auch schon fast 10 Uhr und es war Zeit für die Snackpause. Mrs. Mbona, also die Leiterin der Creche hat sich zum Glück um die Babys gekümmert, während ich unterrichtet habe, das wäre sonst viel zu viel geworden.

Zum Second Ring kam dann Lundiwe, da war ich schon froh drüber, so hatte ich ein paar Minuten Zeit für mich. Ich hab mich außen auf die Stufen gesetzt und die Sonne genossen. Dann bin ich wieder rein und hab die Kinder beim Singen gefilmt. Erstaunlicherweise ging das diesmal. Als ich es schon mal ausprobiert hab, sind sie ausgeflippt und haben sich nicht mehr normal verhalten. Aber so hab ich jetzt ein bisschen Kinder-Englisch-Kauderwelsch aufgenommen.

So ab halb 12 war dann Story Time, also da erzählen eben immer einzelne Kinder eine Geschichte. Meistens sehr lebhaft und mit Geräuschuntermalung und wilden Bewegungen. Besonders Ayabonga hat da ein Talent, sich in verrückten Posen auf den Boden zu werfen oder herum zu hupfen. Ich verstehe zwar nicht, was erzählt wird, aber unterhaltsam ist es trotzdem irgendwie. Normalerweise gibt es so ab 12 Uhr dann Mittagessen, deswegen hab ich einfach ein bisschen gewartet. Einige Kinder werden immer müde, aber ich hab sie nicht schlafen lassen, weil ich eben wollte, dass sie erst noch essen. Als dann aber um dreiviertel 1 immer noch nichts kam, hab ich mal nachgefragt und da hieß es dann, dass es heute kein Essen gibt. Also hab ich die Kinder zum Schlafen hingelegt.

Ich selber war auch echt müde, keine Ahnung warum. Vermutlich von der Hitze, denn inzwischen ist es echt heiß geworden. Ich hab in weiser Voraussicht zwei halbe Liter Trinken mitgenommen, normalerweise hab ich immer nur eine Flasche dabei. Und die hab ich auch ganz schnell ausgetrunken. Und die beiden Äpfel die ich hatte waren auch nicht lange da. Als dann alle Kinder endlich ruhig waren und die meisten auch fest geschlafen haben, hab ich mich auf den Boden gesetzt und meinen Kopf aufs Bett gelegt um ein bisschen zu dösen. Leider haben die Babys das nicht akzeptiert und sind laut geworden, so dass ich mich erst mal um die kümmern musste, bevor ich ein bisschen Ruhe bekommen habe. Zum tiefen Schlaf hat es leider nicht gereicht. Auch weil ich nicht will, dass Lundi oder Mrs. Mbona mich so sehen. Ich bin dann immer hochgeschreckt, wenn ich Schritte gehört habe. Der Rest war recht ähnlich zu sonst. Die Kinder werden nach und nach abgeholt. Ich bin diesmal bis 3 Uhr geblieben, da waren dann nur noch 8 Kinder da. Ich war einfach zu müde und kaputt, da noch länger zu bleiben.

Jetzt sitze ich gerade wieder auf dem Boden in meinem Zimmer, weil es da eben am kühlsten ist. Vorhin kam meine Gastmum in mein Zimmer und hat bestätigt, dass wir morgen nach Durban fahren!! Und gefragt, ob ich genug Geld habe und ihr den Transport zahlen würde, was ich natürlich mache, denn so habe ich die Gelegenheit mal etwas größer shoppen zu gehen. Und den Strand besuchen wir auch! Darauf freue ich mich eigentlich am Meisten. Einfach, weil es doch etwas absurd ist, im November am Strand zu liegen. Und außerdem Strand, hallo, was will man mehr? Braun werde ich von diesem einmaligen Besuch sicher nicht, ich hab eher die Sorge, dass ich rot werde, selbst wenn ich mich ganz oft mit 50-er Sonnencreme einschmieren werde. Ich versuch mein Bestes, damit das nicht der Fall ist.

Ich bin gerade in Hochstimmung, denn der Besuch in Durban war das, worauf ich mich die ganze Woche gefreut hatte. Ich hab aber immer im Hinterkopf behalten, dass es möglicherweise doch nichts wird, weil Pläne schnell geändert oder eben auch gecancelt werden. Es heißt aber auch, dass ich ganz früh aufstehen muss, weil nach Durban sind es doch 1 ½ Stunden Fahrt. Und ich weiß ja nicht mit welchem Transportmittel wir da überhaupt hinkommen, also dauert es möglicherweise noch länger. Aber das ist es mir wert. Dann darf ich heute Abend einfach nicht so lange wach bleiben, damit ich für morgen ganz viel Energie habe und den Tag so voll ausnutzen kann. So weit werde ich vermutlich nie mehr von daheim wegkommen. Erst wieder am Abreisetag. Aber das ist ja was ganz anderes.

 

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Do

22

Nov

2012

Energiegeladen

Donnerstag, 22. November 2012

 

Hier noch der allerletzte Nachtrag für Montag: Ich war ja mit meiner Gastmum in der Mall und da hat sie tatsächlich Nudeln gekauft und noch andere Sachen. Und dann gab es als Abendessen Nudeln in Sahne-Thunfisch-Soße! Also es war keine echte Sahne, sondern eine Soßenmischung mit eigentlich Käse-Schinken-Geschmack, aber der Thunfisch war echt, und so hat man den sehr gut herausgeschmeckt und der Rest war einfach nur sahnig. Und das hat so gut geschmeckt, dass ich mir zwei große Portionen gegönnt habe. Da waren dann alle etwas erstaunt, denn normalerweise esse ich eine kleine bis mittlere Portion, je nach dem was es gibt, bzw. wie viel Hunger ich eben habe. Aber bei den Nudeln konnte ich einfach nicht widerstehen. Wer weiß, wann ich das nächste Mal so etwas Gutes bekomme!!

Am Dienstag hat die Sonne geschienen und dadurch hatte ich gute Laune und irgendwie auch ziemlich viel Energie. Deswegen haben mich die Kinder ausnahmsweise mal nicht genervt, sondern ich hatte Spaß daran mit ihnen herumzutoben. Ich habe meiner Gruppe vorgelesen, nachdem ich mit ihnen die Tiere wiederholt hab. Dann wurde natürlich mal wieder geturnt, denn das lieben sie einfach. Und ich finde es auch praktisch, weil ich eben auch etwas Bewegung bekomme. Später dann hab ich mich besonders um Maponisa und das andere kleine Kind gekümmert und habe mit ihnen viel gespielt, während die größeren Kinder beim Second Ring beschäftigt waren. Das war echt lustig, ich hab die beiden immer mit den Kissen beworfen und sie haben die mir dann zurück gebracht, damit ich nochmal werfe. Dabei haben sie die ganze Zeit gekichert und gegluckst.

Ich kann mittlerweile schon fast alle Namen, und so kompliziert sind die eigentlich gar nicht. Man muss eben ein bisschen in Zulu reinkommen und dann kann man sich so halbwegs vorstellen, wie die Namen geschrieben werden. Ein paar kann ich aber nicht aussprechen, z.B. Nqo, weil das „q“ ein Klicklaut ist, den ich einfach nicht hinbekomme… Deswegen vermeide ich es, das Kind mit Namen anzusprechen. Auch Ngcwele ist etwas schwierig, wegen dem „gc“, das eben auch ein Klicklaut ist. Aber zumindestens weiß ich, wer gemeint, ist, wenn jemand den Namen sagt, oder die Kinder abgeholt werden.

Daheim hab ich dann viel gelesen. Und gewartet, dass irgendjemand heimkommt, mit dem ich zur Mall gehen kann, um mir Internet zu besorgen! Aber leider vergeblich, denn Nkosi ist gar nicht gekommen und meine Gastmum erst gegen sechs Uhr und da hat der MTN-Store sicher schon zu, so war es ja auch am Montag gewesen. Also war ich dann schon etwas enttäuscht und wusste nicht wirklich, wie ich den restlichen Tag verbringen sollte. Auf Bilder sortieren hatte ich keine Lust. Ich hab mir dann einen Miss Marpel Film angeguckt, bis es Abendessen gab. Danach hab ich Musik gehört und kleine Schilder für die Wettertafel in der Creche gebastelt. Und dann hatte ich plötzlich Lust zu Tanzen, also hab ich ein gutes Lied genommen und bin durch mein Zimmer getanzt :). Es war sehr erschöpfend, denn es war den ganzen Tag schon sehr heiß gewesen und das war es da immer noch, deswegen war ich auch ziemlich bald verschwitzt und hab es dann doch wieder gelassen.

Gestern, also am Mittwoch habe ich auch wieder viel Zeit mit den Kindern verbracht. Ich weiß auch nicht genau, woran das liegt, dass ich jetzt so viel Kraft habe, das durchzustehen. Vielleicht ist es, weil ich eben weiß, dass ich nicht mehr so viel Gelegenheit dazu haben werde, weil ich bald wieder abreise! Und dann wäre es schon schade, wenn ich rückblickend merke, dass ich die ganze Zeit immer nur genervt von den Kindern war und nicht so viel Zeit mit ihnen verbracht habe, wie es schön gewesen wäre. Denn irgendwie sind sie ja einfach süß. Manche etwas durchgedreht, aber so im Großen und Ganzen sind sie lieb. Und einfach noch Kinder!

Sie kommen mir nur manchmal oder eher oft, sehr groß vor, so dass ich dann schon mal vergesse, dass sie erst 4 oder 5 Jahre alt sind. Aber die wirken dann doch groß! Vielleicht liegt es daran, dass ich doch viel Zeit nur diese Kinder um mich herum habe, und mir dann Vergleichspersonen fehlen, um die Größe richtig einschätzen zu können. Denn dann denke ich an so die Erstklässler, die ich von meiner kleinen Schwester her kennengelernt habe, und dann sehe ich da irgendwie nicht mehr so viel Unterschied. Nur, dass dann „meine“ Kinder  doch wieder wenig können und wissen. Aber das ist ganz normal denke ich.

Ich habe mich überwunden und Lundiwe gefragt, ob sie mit mir in die Mall geht, also die Tochter der Crecheleiterin. Und so sind wir dann gegangen, als ich fertig war mit Arbeiten, bzw. als ich gegen halb 3 heim bin, um meine Tasche zu packen. Unterwegs haben wir noch eine Freundin mitgenommen, und so haben die beiden die ganze Zeit geredet, das war mir ganz recht, denn ich weiß nicht so wirklich, über was ich mit Lundi hätte reden sollen. Nachdem ich Geld abgehoben hab, bin ich in den MTN-Store, der sehr zu meiner Freude noch offen hatte. Die Leute da kennen mich mittlerweile alle, und deswegen quatschen wir immer ein bisschen, wenn ich Internet oder Airtime kaufe. Der eine, Martin heißt er, will ja immer noch, dass ich ihn mit einer meiner Freundinnen verkuppel ;). Irgendwas hat nicht so ganz hingehaut, als ich eben 2 GB Datenvolumen gekauft hab, und deswegen hat es ewig gedauert. So hatte ich viel Zeit, mit denen zu reden :). Schlussendlich hab ich mein Internet bekommen und bin glücklich heimgegangen.

Auf dem Rückweg haben wir dann eine Gruppe Jugendlicher überholt, die hatten einen Albino dabei. Und ich will jetzt wirklich nicht abwertend sein, weil der kann ja auch nichts dafür, aber es sieht einfach irgendwie falsch aus, die afrikanischen Gesichtszüge auf weißer Haut zu sehen. Denn da merkt man dann erst mal, wie unterschiedlich die doch sind. Doch auf brauner bis dunkelbrauner Haut ist man es gewöhnt, da fällt es auch irgendwie nicht so auf. Aber eigentlich ist es doch einfach was ganz anderes. Wenn man längere Zeit in Afrika ist, dann bemerkt man auch feine Unterschiede, die Menschen voneinander unterscheiden. Anfangs hab ich schon mal die Kinder etwas verwechselt, aber mittlerweile weiß ich nicht, wie das passieren konnte. Wenn mich allerdings irgendwer auf der Straße anspricht kann ich nicht immer sagen, ob ich die Person schon einmal gesehen und mit ihr gesprochen habe.

Daheim hab ich mich dann gleich wieder ins Internet gestürzt und viele Mails gelesen und auch mit Freunden auf Facebook gechattet. Das habe ich doch vermisst, die beiden Tage ohne Internet. Es ist auch wichtig, weil ich mich ja weiterhin auf Wohnungssuche machen muss und da die Angebote immer aktuell erwischen will. Ich habe aber nichts verpasst, denke ich. Der Rest des Tages war weiter ereignislos.

Heute war es super entspannt in der Creche, denn es waren gerade mal 18 Kinder da! Von meiner Gruppe waren es nur sechs Kinder, deswegen konnte ich auch mehr mit ihnen machen, weil es einfach ruhiger war. Auch die Snackpause und die Zeit zwischen Second Ring und Mittagessen verliefen leiser, denn weniger Kinder machen einfach weniger Lärm. Normalerweise muss ich die Kinder zum Schlafen immer genau organisieren, damit jeder einen Platz findet, aber das war heute auch überflüssig, denn es war ja genug Platz da. Also bin ich auch recht früh wieder heimgegangen, denn gegen Viertel 3 waren kaum noch Kinder da. Woran es lag, dass es so wenige waren, weiß ich nicht. Bin ja mal gespannt, was mich morgen erwartet. Es wäre schön, wenn es ein schöner Tag wird, denn das wäre ein guter Abschluss für diese Woche! Es soll warm werden und das ist schon mal eine gute Voraussetzung.

 

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Mo

19

Nov

2012

Nur noch 20 Tage!

Montag, 19. November 2012

Mein Aufenthalt in Südafrika geht langsam aber sicher zu Ende. Es sind noch 3 Wochen, aber nur noch 2 Wochenenden, denn am letzten Wochenende geht mein Flieger zurück nach Deutschland. Und ich fange an, mich zu fragen, was ich noch alles hier erleben werde. Es war ja irgendwie schon noch einiges geplant, so einmal an den Strand, den Dean besuchen, Kenosis besuchen, in die Stadt fahren, ich vermute mal, dass ich das nicht mehr alles schaffen werde. Heute Morgen habe ich dann meine Gastmum mal gefragt, ob wir nächsten Samstag in die Stadt fahren können, denn ich würde gerne noch ein paar traditionelle Sachen kaufen. Da meinte sie dann, dass wir vielleicht nach Durban fahren und wenn das Wetter gut ist auch mal an den Strand gucken. Ich würde mich sehr freuen, wenn es klappen würde! Aber ich bin schon lange genug hier, um zu wissen, dass sich Pläne ganz schnell auch spontan in Luft auflösen können…


Ich hoffe natürlich trotzdem das Beste, ich will ja schließlich, dass sich die letzten Wochen hier noch lohnen. Und ich hab genug davon, das ganze Wochenende nur in meinem Zimmer zu verbringen. Außerdem hab ich jetzt auch alle 6 Staffeln von „How I Met Your Mother“ beendet, und deswegen auch keine wirkliche Beschäftigung mehr, ich muss mir also was Neues ausdenken.


Die letzte Woche war ziemlich ereignislos. In der Creche war nicht so viel los, es war also immer recht entspannt und ich konnte früh gehen. Am Mittwoch bin ich zum Zahnarzt, weil ich eine braune Stelle an meinem Zahn entdeckt habe und nicht wollte, dass es Karies ist, der sich immer tiefer in meinen Zahn bohrt. Ich war also nicht in der Arbeit und bin mit meiner Gastmum zur Mall ins Medical Center gegangen, wo wir erst mal noch eine Zeit lang warten mussten. Der Zahnarzt war dann voll nett, also der war Inder und hat deswegen auch nur Englisch gesprochen und natürlich wollte er wissen, was mich nach Südafrika verschlägt und wie ich die Zeit hier verbringe. Meine Zähne fand er dann sehr schön und hat mich darüber aufgeklärt, dass es sich bei der braunen Stelle nicht um ein Loch handelt, sondern dass da einfach nur Schmutzablagerungen am Retainerkleber sind. Die hat er dann schnell abgefeilt und meine Zähne waren wieder tadellos.


Ich bin dann noch mit meiner Gastmum einkaufen gegangen. Sie hat 10 kg Maismehl für ihre Creche gekauft und ich hab von meinem Geld andere Sachen gekauft, also Fleisch, Saft, Äpfel, Karotten und Cornflakes, denn sie hatte eben nur das Geld von der Creche dabei. Aber es war ja nicht viel, nur knapp 17€. Außen hat es dann voll das Schütten angefangen und meine Gastmum hat beschlossen, dass ich unter diesen Umständen nicht alleine heimlaufen kann. Sie hat dann eine Bekannte gebeten, mich schnell daheim abzusetzen. Wir mussten noch ein bisschen auf die warten, also bin ich schnell rüber zum KFC geflitzt und wollte mir meinen ersten Salat seit 2 Monaten kaufen. Aber wie das nun mal so ist, hatten die natürlich keinen. Also hab ich mir ein Wrap-Menü mit Pommes gekauft und bin wieder zurück.


Die Frau, die mich dann mitgenommen hat, war echt nett und wir haben uns ein bisschen unterhalten. Etwas suspekt war mir dann die Frage, ob ich denn keinen Job für sie habe, denn sie würde so gerne einen Job haben. Ich hab freundlich geantwortet, dass ich leider keine Arbeit für sie habe, und dass sie bestimmt noch was finden wird. Daheim hab ich mich dann sofort auf das Essen gestürzt und es war einfach der Hammer! Auf dem Wrap waren Tomaten und Salat und das Fleisch hat einfach super geschmeckt. Durch die Mayosoße war es dann doch nicht mehr so gesund, aber das war mir egal. Die Pommes waren ebenfalls sehr gut. Endlich mal kulinarische Abwechslung!


Ja, das war auch der ereignisreichste Tag der ganzen Woche. Samstag hätte auch noch was werden können, aber ich war müde also hab ich am Nachmittag geschlafen. Sonst wäre ich mit Nkosi in die Mall. Und das wäre auch echt nicht schlecht gewesen, denn ich habe hier fast nichts mehr. Also Handyguthaben ist alle, ebenso wie Internet (wenn ich das hier hochlade, dann war ich wieder in der Mall). Ich habe auch keine Schokolade und keine Chips mehr, und ich will mir endlich mal ein paar Äpfel und Orangen kaufen. Aber ich werde mich noch gedulden müssen, bis jemand so nett ist und sich dazu begnügt, mit mir zur Mall zu gehen.


Am Sonntag dachte ich eigentlich, dass ich in irgendeinen Gottesdienst gehe, aber irgendwie war das dann doch nichts. Meine beiden Brüder sind auch daheim geblieben, das war also kein Problem. Das Problem war nur, dass ich dann den kompletten Tag nichts zu tun hatte. Also hab ich den Vormittag mit Lesen, Essen und „How I Met Your Mother“ verbracht. Am Nachmittag dann habe ich mit meiner Familie geskypet. Das hat mir ein wenig die Langeweile vertrieben. Und außerdem den Hunger, denn ich hab dann bis zum Abend nichts mehr gegessen, da war ich schon stolz auf mich.


Das Abendessen war dann was Gekauftes, das aus Reis und Hühnchenfleisch bestand, also theoretisch das Übliche, nur dass es indisch gewürzt war, und dadurch war es einfach köstlich. Dazu gab es Butternut-Pumpkin-Brei und Rohkostgeschreddertes (Karotten und Kraut in Mayo). Ich hab dann noch einen „Tatort“ angeguckt und bin früh schlafen gegangen.


Trotzdem bin ich heute Morgen nicht von alleine aufgewacht, sondern hab 9 Stunden geschlafen! Hat aber irgendwie nicht viel gebracht, denn ich war dennoch den ganzen Tag müde. In der Arbeit das normale Programm, wobei es mir immer phasenweise voll stressig vorkommt, aber so dann im Nachhinein war es echt entspannt. Und es ist auch eigentlich immer voll entspannt! Von 8 Uhr bis 9 Uhr sitze ich rum, und guck den Kindern beim Spielen/Rumplärren zu. Dann hab ich noch 10 Minuten Ruhe, denn da ist Morning Ring. Dann kommt eine Stunde Aktivität, von der ich ca. 20 Minuten Englisch unterrichte, dann lass ich alle aufs Klo gehen, das zieht sich auch etwas, so dass dann meistens nur noch 20 Minuten übrig bleiben, in der ich was mit meiner Gruppe mache. Dann ist Snackpause, da muss ich einfach nur da sein, um mal was aufzumachen oder die Kleinen zu füttern.


Anschließend ist der Second Ring, d.h. ich mache wieder nichts, bzw. habe eben Zeit für mich. Von halb 12 bis 12 beschäftigen sich die Kinder wieder irgendwie, dann gibt es Mittagessen. So ab dreiviertel 1 kommen dann die Kinder in den kleinen Raum um sich zum Schlafen hinzulegen, da bin ich gefragt, sie eben ruhig stellen und gut verteilen, damit jeder genug Platz hat. So eine bis einer halb Stunden schlafen die Kinder dann auch fast alle, da ist es ruhig, außer, wenn die Babys meckern. Dann wenn die Kinder wieder aufwachen wird es unruhig, ich muss sie wieder ruhigstellen. Nach und nach werden sie abgeholt und ich lasse sie dann lauter werden. Und dann gehe ich meistens auch schon.


Ich glaube, ich stell mich einfach nur an. Oder das Geschrei bzw. der ständige Lärm stressen mich eben. Aber hey, nur noch 3 Wochen, bzw. 14 Mal! Sobald man alles abzählen kann, und die Zahlen doch gar nicht mehr so groß sind, rückt das Ende deutlich näher. Es gibt also immer wieder Momente, in denen ich etwas wehmütig aus dem Fenster blicke und versuche die Bilder aufzusaugen. Oder mich außen auf die Treppe setze, um ein bisschen Sonne abzubekommen. Einfach so als Vorrat, und weil ich weiß, dass ich das jetzt echt noch genießen muss, denn ich werde es nicht mehr lange haben.


Ich hoffe, dass ich schon noch Kontakt zu der Familie halten kann. Zwar hat sich die ganze Zeit kein so inniges Verhältnis gebildet, aber irgendwie sind sie trotzdem ein Teil meines Lebens geworden. Samstag Abend hab ich mich auch etwas länger mit Nkosi unterhalten. Er hat gemeint, dass er ganz sicher weinen wird, wenn ich gehe, ich hab gesagt, dass ich das nicht glaube. Und ihm gesagt, dass er irgendwann mal nach Deutschland kommen soll, wenn er genug Geld hat für ein Flugticket. Aber das wird dauern. 800€ mögen für uns als Flugticket wenig erscheinen, es ist aber trotzdem eine Menge Geld. Aber wer weiß, vielleicht klappt es ja trotzdem irgendwann. Oder ich komme einfach nochmal.


Mein kleiner Bruder hat mir gerade eine Frucht gebracht, die schmeckt irgendwie ein bisschen wie eine Birne, nur etwas säuerlicher. Und hat einen Kern wie ein Pfirsich. Keine Ahnung was es ist, es schmeckt auf jeden Fall gut.


Ja, und jetzt warte ich darauf, dass ich zur Mall gehen kann, denn ohne einen Mallbesuch habe ich keinen Kontakt mehr zu Deutschland, also gar keinen. Tja, so ist das eben, wenn man abhängig ist und wenn es zu gefährlich ist, alleine herumzulaufen… Aber auch das werde ich jetzt noch die letzten drei Wochen überleben!


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Nachtrag: Ich habe es tatsächlich noch in die Mall geschafft, nachdem ich einfach mal meine Gastmum gefragt hab. Sie war den ganzen Nachmittag im Garten beschäftigt, da wollte ich sie nicht früher stören. Nachteil daran, dass wir erst gegen halb 6 in der Mall waren war, dass der MTN-Shop schon geschlossen hatte, und ich deshalb kein neues Internet kaufen konnte. Aber wenigstens habe ich so Chips bekommen und neue Zahnpasta und Handyguthaben, weil das bekommt man hier in jedem Supermarkt an der Kasse. Die Zeit ohne Internet nutze ich jetzt dazu, ein bisschen Musik  zu hören und währenddessen mal alle Südafrika-Bilder durchzugehen, und auszusortieren, denn es sind echt viele!

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Di

13

Nov

2012

Der Tag der Eintagsfliegen

Dienstag, 13. November 2012

 

Die vergangene Woche war eine ganz normale Woche, ohne große Besonderheiten. Außer dass am Dienstag ein Junge Geburtstag hatte, Baba, und seine Mutter ihm eine Torte mitgebracht hatte. Keine selber gebackene, sondern eine gekaufte. Die wurde dann feierlich angeschnitten, während alle anderen Kinder im Kreis drumherum saßen und die Stücke wurden verteilt. Als Betreuerin ist man wichtig, deswegen hab ich ein großes Stück bekommen und das hat mir dann auch für den Rest des Vormittags an Essen gereicht. Also nicht, dass die Torte schlecht war oder so, es war eine Art Schwarzwälderkirschtorte, mit Schokoladenteigboden und Kirschmarmelade und natürlich ganz viel Sahne. Und die viele Sahne und der viele Zucker haben meinen Magen dann sehr gut gefüllt. Normalerweise bekomme ich immer Hungerattacken oder ich esse aus Langeweile, beides nicht gut. Ich versuche was dagegen zu unternehmen, in dem Ich viel frühstücke, dann Kaugummis mitnehme und außerdem irgendeine Beschäftigung zu suchen, z.B. mein Nageletui, damit ich meine Nägel feilen kann.

 

Ich habe mir noch ein paar gute Wörter angeeignet: „Lala“ – Schlaf(t), „Vosa“ – Komm(t), „Suka“ – Rutsch(t). Auch hier gilt wieder, dass es lediglich die phonetische Schreibweise ist, da ich die Worte ja immer nur höre bzw. sage, aber eben nie geschrieben vor mir sehe. Außerdem habe ich angefangen den Kindern „The Ugly Duckling“ vorzulesen. Das ist ein Buch mit ganz vielen Bildern, also die Geschichte besteht aus wenigen Sätzen, und so kann ich es den Kinder verständlich machen, indem ich lese und die Bilder zeige und erklärende Bewegungen mache. Das macht ihnen viel Spaß, sie fangen auch an, die Bewegungen nach zu machen und die Geschichte mit zu sprechen, weil ich sie eben öfter vorlese. Ach, irgendwie macht es schon Spaß mit den Kindern zu arbeiten!

 

Am Samstag wollten wir ja ursprünglich geplant den Dean besuchen, aber der war dann doch nicht da das Wochenende, also war ich daheim. Der Vormittag verging furchtbar langsam, ich hab aus Langeweile ganz viel gegessen, da gab es ausnahmsweise mal Toast im Haus… Nachmittags dann hat mich Nkosi gefragt, ob ich mit ihm und seiner Cousine Tobheka zur Mall gehen will. Ich hab zugesagt, denn ich wollte sowieso mal shoppen gehen, aber nur mit Nkosi und seinem Kumpel wollte ich dann auch nicht. Allerdings sah es dann so aus, dass wir dort die andere Cousine und den Cousin getroffen haben, dann Chips und Kekse gekauft wurden und wir uns dann wieder auf den Rückweg machen wollten. Also hab ich gefragt, ob ich nicht wenigstens kurz mal in den einen Laden reinschauen darf, um mir was zu kaufen.

 

Klamottenmäßig gab es nicht wirklich viel, was mir gefallen hätte. Außerdem weiß ich meine Größe nicht, denn das ist ja anders als bei uns. Also hab ich mich den Schuhen zugewandt, aber nachdem ich Größe 3 probiert hab, und die mir immer noch ein bisschen zu groß waren, wollte ich nicht nach Größe 2 bei den Kinderschuhen gucken… Ich hab dann schließlich eine kleine Tasche gefunden, die von allen Sachen im Laden noch am afrikanischsten aussieht. Außerdem war sie gar nicht teuer. Die Verkäuferin hat sich dann beim Abkassieren verrechnet, nachdem ich sie darauf hingewiesen hab, hat sie nur wieder gesagt, dass das schon so stimmt und dann wollte ich auch nichts mehr sagen, also hat sie mir 3 ZAR geschenkt, was aber gerade mal 25 ct sind ;).

 

Am Sonntag bin ich das erste Mal mit den beiden Jungs und meinem Gastdad in die Kirche in Imbali gegangen, da war ich an meinem allerersten Tag und am Beerdigungsgottesdienst schonmal, aber sonst war ich immer mit meiner Gastmum unterwegs. Es war schon morgens um 8 Uhr, als wir uns auf den Weg gemacht haben, echt warm und die Sonne hat vom wolkenlosen blauen Himmel geschienen. Es war ein Fußweg von ungefähr 20 Minuten, und es ging immer bergauf und bergab, weil hier alles hügelig ist. In der Kirche dann eben Gottesdienst. Und zwar 4 Stunden lang… Der Anfang ist immer ganz nett, mit viel Singen und Liturgie und Bibellesen. Aber dann kommt die Predigt auf Zulu und da verstehe ich dann nichts. Also hab ich einfach ein bisschen in der Bibel gelesen, denn sonst hätte ich mich noch mehr gelangweilt.

 

Gleich zu Beginn wurden die Deckenventilatoren eingeschaltet, trotzdem war es echt heiß in der Kirche. Als die Predigt dann nach einer Stunde endlich vorbei war, wurde es wieder etwas interessanter, denn dann ging es zur Kollekte und da konnte ich wenigstens etwas herumlaufen, eben einmal in der Kirche herum. Danach gab es Abendmahl und ich hab mich wirklich auf den winzige Schluck Wein gefreut, denn es war ja so warm und ich hatte nichts zu trinken dabei und mir war schon schwindlig… Nachdem alle bedient waren, kam wieder irgendein Gelaber, von dem ich eben nichts verstanden habe. Ich habe dann beobachtet, wie eine Frau reinkam mit einer großen Kiste in der längliche Boxen aus Styropor lagen. Diese Boxen hat sie dann den einzelnen Gottesdienstbesuchern in die Hand gedrückt, es war ein kleines Mittagessen, bestehend aus einem Hotdogbrot, einem Klecks Karotten-Erbsen-Bohnen-Gemüse und einem Stück Hühnchenfleisch.

 

Gut wie ich bin, hab ich mir natürlich ein Stück Karotte auf meine Bluse fallen lassen, was dann einen hübschen orangenen Fleck hinterlassen hat, mit dessen Entfernung ich mich dann den Rest des Gottesdienstes vergeblich beschäftigt habe. Aber nachdem ich dann meine Tasche umgehängt hab, hat man den Fleck gar nicht gesehen, weil er perfekt von dem Taschenbändel (wie auch immer es richtig heißen mag…) verdeckt wurde.

 

Dann ging der Weg durch die sengende Mittagshitze wieder heimwärts, und da auf dem ganzen Weg kein Schatten war, hatte ich Angst, einen Sonnenbrand zu bekommen, obwohl ich mich am Morgen extra eingecremt hatte. Aber keine Sorge, es ist nichts passiert ;) Den Rest des Tages habe ich dann am Boden in meinem Zimmer verbracht, da war es aushaltbar kühl. Ich hab mit meiner Familie geskypt, „How I Met Your Mother“ geguckt und aus Langeweile ein paar Kekse gegessen, obwohl ich wirklich keinen Hunger hatte.

 

Am Abend kommt mein kleiner Bruder ins Zimmer und sagt, dass seine Mum sagt, ich soll kommen und was fotografieren. Ich blicke aus dem Fenster und sehe tausende von fliegenden Tierchen, die sich im Licht der Straßenlaterne tummeln. Ich schnappe meine Kamera und gehe raus. Es waren wirklich unglaublich viele Fliegeviecher! Als ich da stand, um das irgendwie aufzunehmen, sind auch ständig welche gegen mich geflogen, die waren einfach überall.

Luftangriff.
Luftangriff.

Und außerdem waren die groß, der Körper hatte eine Länge von ca. 2 cm und jeder der vier Flügel war ca. 4 cm lang. Mit der Zeit wurden es aber weniger in der Luft, die sind dann auf dem Boden gelandet und haben ihre Flügel verloren. Zuerst dachte ich noch, dass das aus Versehen passiert ist, aber als sich die Tierchen dann gepaart haben, hab ich mich schon gewundert. Ich hab versucht das Ganze in Bildern zu fesseln, aber die Lichtverhältnisse haben es mir schon sehr erschwert.

Am nächsten Tag lagen überall verstreut die Flügel und dazwischen krochen sterbend übriggebliebene Tierchen. Das war das Ende der Eintagsfliegen.

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Mo

05

Nov

2012

General Assembly

Montag, 5. November 2012

Seit letzter Woche ist einiges passiert, oder auch nicht. Montag Abend werde ich zum Essen gerufen und ich wunder mich schon, was da so stinkt in der Küche. Ich komm zum Tisch, und mir fällt auf, dass der Gestank vom Essen kommt… Es wurde mir als „black meat“ angeboten. Mir wurde schon alleine vom Anblick echt übel, und dann noch der Geruch. Es war eben Zeug von der Hochzeit noch, ich glaube, dass es Innereien und Haut oder irgendwie so was waren, aber einfach ekelerregend!! Also war ich dann doch etwas froh, dass ich es auf meinen Bauch schieben konnte, weswegen ich darauf verzichte…

Am Dienstag ging es mir immer noch nicht so gut, also bin ich schon um 11 Uhr wieder nach Hause gegangen. Glücklicherweise war der Vater auch da, sonst hätte ich vor der Tür warten müssen, bzw. wieder zurück zur Arbeit gehen müssen. Aber so war es dann ja echt gut und ich hab mich den Rest des Tages ausgeruht.

Mittwoch und Donnerstag waren recht unereignisreich, also am Mittwoch Nachmittag bin ich mit Nkosikhona (so schreibt man den Namen richtig, hab ich herausgefunden…) und Tobekha (einer Cousine) zu den anderen beiden Cousins. Es war recht kalt und hat auch immer mal wieder geregnet, aber wir haben uns bei einer Bushaltestelle untergestellt, dann war es okay. Ja, so wirklich spannend war es nicht, ich bin mitgegangen, weil mir gesagt wurde, dass das wegen Samstag mit dem Picknick eben besprochen wird. Aber so war dem dann doch nicht, und die haben halt immer über irgendwas geredet. Ein seltsamer Zwischenfall war aber dabei, da kam plötzlich so ein Mann zu uns, und hat irgendwas von Gott geredet und wollte dann unbedingt mit uns beten, hat uns dann nahezu dazu gezwungen im Kreis zu stehen und einander an den Händen zu halten, während er inbrünstig gebetet hat… Ich hab nichts gegen Leute, die ihren Glauben frei ausleben, aber dann sollen sie keine anderen Menschen mithineinziehen, wenn sie vorher nicht um Erlaubnis gefragt haben. Ja, irgendwann sind wir dann heim und ich war echt froh, in meinem warmen Bett zu sein!

Am Freitag bin ich um halb 5 aufgewacht, weil ich Nackenschmerzen hatte, also so ganz eigenartig, das hat dann auch in den Kopf gestrahlt und ich konnte nicht mehr schlafen. Also war ich sehr müde, als es dann Frühstück gab und bin nicht zur Arbeit gegangen. Nachdem ich Schmerztabletten eingeworfen hab, sind die Kopfschmerzen irgendwann weniger geworden. Ich hab dann nochmal 2 Stunden geschlafen und dann hat mein Bauch wieder angefangen zu murren… Da war ich dann schon echt froh, nicht in der Arbeit gewesen zu sein! Ich war auch allein daheim, also hätte ich gar nicht ins Haus gekonnt. Ich muss mir da endlich mal einen Schlüssel geben lassen. Auf jeden Fall hatte ich die ganze Zeit keinen Hunger und hab den ganzen Tag nichts gegessen.

Abends kam irgendwann Nkosi in mein Zimmer und hat mir gesagt, dass wir doch nicht zum Picknick dürfen, weil es meine Gastmum für zu gefährlich hält. Ich hab dann auch mit ihr mal darüber geredet und sie meinte, dass sie einfach nicht gerne sieht, wenn ich mit Jugendlichen so weit weg in die Stadt fahre. Unter anderem auch, weil die Jugend hier eben auch gerne mal etwas Drogen nimmt. Und falls dann etwas passieren würde, wäre ich ganz allein auf mich gestellt. Aber wie ich heute erfahren hab, hat das ganze Picknick gar nicht stattgefunden, weil der Opa des Mädchens gestorben ist, für die das Picknick hätte sein sollen. Also hab ich gar nichts verpasst.

Allerdings hab ich auch nichts anderes gemacht an dem Tag. Ich lag rum, hatte immer noch nicht so viel Hunger, und hab Scrubs geguckt. Und nach Wohnungen gesucht und Anbieter kontaktiert. Ich will ja mit dem Nils nach Erlangen ziehen, wenn ich wieder daheim bin. Es sind heute auch viele Antworten gekommen, und Besichtigungstermine ausgemacht worden, die ich leider nicht selber begehen kann, aber es sieht gerade gar nicht so schlecht aus!

Sonntag war der ereignisreichste Tag der ganzen Woche, denn ich bin mit meiner Gastmum in die Stadt gefahren zur „General Assembly“ in der City Hall von Pietermaritzburg. Da Pietermaritzburg groß und verstreut ist, gibt es viele kleine Gemeinden und an dem Tag haben sich eben alle getroffen, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern und ein paar Sachen zu besprechen. Die City Hall sieht von innen aus wie eine Kirche, liegt vermutlich an der riesigen Orgel vorne im Raum. Auf jeden Fall waren wir da ab 8 Uhr, ich hab die Schwestern von Kenosis getroffen und mich etwas mit ihnen unterhalten und mich dann irgendwohin gehockt, an den Mittelgang, um besser Bilder machen zu können. Nach und nach sind auch die Leute alle eingetrudelt.

Dann sind eben die Pastoren reingezogen und dann war irgendeine komische Zeremonie, da waren dann auf der Bühne so 8 Personen, die vom Pfarrer irgendwas gesagt bekommen haben. Ich weiß leider nicht was, denn es war alles auf Zulu. Das hat echt lang gedauert. Aber dafür wurde es dann musikalisch, da sind dann immer verschiedene Gruppen (ich glaub, die verschiedenen Gemeinden) einzeln in die Halle gezogen und haben traditionelle Lieder gesungen. Da hab ich dann viel gefilmt, denn das war echt stark! Bloß irgendwann wurde es auch langweilig, so nach 1 ½ Stunden…

Aber dann hat endlich der Gottesdienst angefangen. Und da ja vor kurzem Reformationstag war, lautete das Thema „Luther and Music“ und die Gemeindechöre hatten Lieder einstudiert und die zum Besten gegeben, aber irgendwie war das auch zum Mitsingen. Es waren deutsche Kirchenlieder, und die Texte auf Zulu, Englisch, Deutsch oder Afrikaans, also immer einzelne Strophen. Allerdings hat man beim Deutschen überhaupt nichts verstanden… Obwohl sogar Deutsche im Chor dabei waren, denn Hayfields (Stadtteil von PMB) beherbergt eine deutsche Gemeinde. Die deutschen Pastoren haben auch was zu dem Thema gesagt, auf Englisch. Auch die Predigt und die Liturgie waren auf Englisch und da war ich echt froh drüber, sonst wäre es furchtbar langweilig geworden.

Okay, das wurde es auch so noch. Denn um die Kollekte machen die immer einen furchtbaren Wind, da sind dann wieder einzelne Gruppen durch den Saal gezogen mit Liedern, und haben Geld in die vorne ausgestellten Körbe getan. Also erst die Kinder, dann irgendwelche Frauen, dann die Männer, dann die jungen Frauen, dann die älteren Frauen, dann nochmal Frauen… Ja, so ganz hab ich da nicht durchgeblickt. Weil die auch mehrmals da mitgegangen sind, also war für mich da nicht so ganz ein System erkennbar…

Danach wurde dann irgendwas über gesammeltes Geld gesprochen, oder was weiß ich, es war auf Zulu und hat sich furchtbar gezogen… Mein Rock, den ich anhatte, ist innen mit Tüll ausgekleidet. Und das ist so unangenehm, wenn man auf dem dann 4 oder 5 Stunden ohne Unterbrechung sitzt, denn dann wird das Bein schön perforiert. Aber aufstehen konnte ich auch nicht einfach, also hab ich versucht durch geschickte Gewichtsverlagerung die Schmerzen zu minimierem.

Ich war echt erleichtert, als meine Gastmum endlich zu mir kam, sie war ja auf der Bühne gesessen, und sagte, dass wir jetzt gehen. Also „gehen“ meinte, dass sie ihren Talar wechselt und wir noch was essen, mittlerweile war es schon fast 3 Uhr nachmittags. Nkosi war auch da, er kam dann und hat mich kurz zur Seite genommen, um mir seine Freundin Ayanda vorzustellen. Ich war echt überrascht, weil sie sah locker aus wie 19, obwohl sie eben erst 15 ist. Auf dem Weg zum Minitaxibahnhof, um wieder heim zu kommen, sind wir durch irgendwelche abgekafften Straßen gelaufen, wo die Leute mit Ministänden am Rand stehen oder sitzen, um ein bisschen Geld zu verdienen. Da hab ich mich dann nicht getraut, meine Kamera zu benutzen, obwohl genau so was Südafrika eben auch prägt!

Wieder daheim hab ich mit meiner Familie geskypt, dann das übliche Programm: Im Bett flacken und lesen bzw. Scrubs gucken. Ich hab jetzt alle 8 Staffeln durch. Und ich hab festgestellt, dass die 8. Staffel auf Englisch eine Episode mehr hat als auf Deutsch, und das ich das wirkliche Ende also noch nie gesehen hab! Das hab ich dann nachgeholt. Und jetzt werden mir wohl 6 Staffeln „How I Met Your Mother“ in den letzten fünf Wochen meine Langeweile vertreiben müssen ;).

PMB City Hall
PMB City Hall
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Mo

29

Okt

2012

Halbzeit

Montag, 29. Oktober 2012

 

Heute Morgen war ich immer noch ziemlich müde und schlapp, und auch mein Magen fühlte sich etwas unruhig an. Ich hab dann eine Schüssel Brei gegessen, also ohne Milch, damit ich zumindestens mal irgendwas in mir drin habe. Aber ich hab trotzdem beschlossen, heute nicht zu arbeiten, weil ich einfach keine Energie dazu habe, den Tag mit anstrengenden Kindern zu verbringen. Also bin ich kurz zur Creche und hab Bescheid gesagt, und dann wieder her, hab mich in eine Decke gewickelt und die Berichte über das Wochenende geschrieben.

Ich bin jetzt schon bisschen mehr als 6 Wochen hier in Südafrika, die Halbzeit ist also bereits knapp überschritten. Ich bin voll und ganz hier angekommen und habe mich eingelebt. Alles, was anfangs ungewohnt und anders war, ist mittlerweile normal: das umständliche Haarewaschen in der Badewanne, die nur gering gefüllt ist, die Autos, die auf der „falschen“ Seite fahren, die ganzen schwarzen Leute um mich herum, die fremde Sprache, Hühner und Kühe auf der Straße und eigentlich überall, eklige Softdrinks, wenig kulinarische Abwechslung, Fernseher und Radio im Dauerbetrieb, jeden Tag mit den Kindern arbeiten, viele Leute, die mich angucken oder ansprechen.

Und wisst ihr was, es gefällt mir hier! Klar gibt es viele Sachen, die ich von Deutschland her vermisse, und klar könnte ich mir eigentlich eher nicht vorstellen, hier mein ganzes Leben zu verbringen. Aber trotzdem, die Zeit, die ich jetzt noch hier bin, werde ich in vollen Zügen genießen! Ich habe mich auch damit abgefunden, dass ich nicht mehr vom Land sehen werde und dass die Arbeit mit den Kindern eben anstrengend ist. Aber, na und? Dann ist das eben so, und es sind jetzt nur noch 6 Wochen, die mindestens genauso schnell vorbei gehen werden wie die ersten 6 Wochen, und dann werde ich einiges hier bestimmt vermissen.

Am Freitag war ich nachmittags etwas mit Koskhona und seinen Cousins und Cousinen unterwegs, also eben zwei Mädels und ein Junge, alle ungefähr in seinem Alter, also so zwischen 16 und 19, denn die beiden Cousinen studieren bereits. Wir sind erst zu Mall gelaufen und haben eine Tafel Schokolade gekauft, denn für mehr hatten wir kein Geld dabei. Dann sind wir wieder zurück und ein bisschen durchs Wohnviertel gelaufen, bis wir dann Imbali verlassen hatten und in Isisi waren. Allerdings gibt es keine Grenze oder so, also das geht ineinander über.

Wir haben uns viel unterhalten und es war echt witzig. Die haben auch die ganze Zeit Englisch geredet, auch dann, wenn sie nicht mit mir gesprochen haben, das fand ich nett von ihnen. Die eine Cousine hat uns dann eingeladen für nächsten Samstag, da hat irgendein Freund Geburtstag und die machen da ein Picknick für ihn und wir sollen doch auch kommen. Also hab ich endlich mal ein bisschen einen Plan! Und die Möglichkeit, etwas Leute kennenzulernen. Noch mehr Plan: ich soll irgendwann Ende November helfen, das Haus zu streichen, denn Häuser sind hier immer bunt, und die Farbe wird jährlich im Sommer erneuert bzw. gewechselt. Wird bestimmt auch lustig.

Was jetzt das alles noch besser machen könnte, wäre etwas Sommerwetter. Denn das lässt gerade noch zu wünschen übrig. Zwar ist es wärmer als in Deutschland, nachdem ich erfahren habe, dass es da schon geschneit hat dieses Wochenende, aber trotzdem würde ich es gerne noch etwas ausnutzen, dass ich mal umgekehrte Jahreszeiten habe! Und ich würde auch gerne mal an den Strand fahren. Und wenn ich das dann so alles überblicke, dann kommt mir der Gedanke, dass 6 Wochen echt keine lange Zeit sind…

Aber ich werde jetzt kein Trübsal blasen, das kann ich immer noch, wenn es um die letzten Tage geht, wobei ich dann vermutlich so voller Vorfreude auf Zuhause bin, dass das auch keinen Platz hat :). Ich werde den freien Tag jetzt so richtig genießen, wobei ich immer noch wenig essen werde, ich will ja nicht wieder rückfällig werden…

Also machts gut, ich hab jetzt erst mal genug geschrieben für die nächsten Tage!

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So

28

Okt

2012

Wer sich zu früh freut...

Sonntag, 28. Oktober 2012

 

Der Sonntag währte noch nicht sehr lange, als ich das erste Mal wegen Bauchschmerzen aufwachte und zum Klo rannte. Dann versuchte ich wieder zu schlafen, bis die Schmerzen mich wieder weckten. So ging das den ganzen Morgen im Stundentakt, bis ich dann gegen halb 6 beschlossen hatte, dass es keinen Sinn mehr hat, weiter zu schlafen. Allerdings blieb ich trotzdem im Bett, denn zwar waren die ganzen Frauen wieder bzw. immer noch auf den Beinen, aber es gab ja nichts zu tun für mich. Noch dazu waren die Bauchschmerzen echt furchtbar und ich war echt müde.

Irgendwann hat meine Gastmum mir einen Tee gebracht, aber wirklich viel genützt hat das auch nicht. Also immer wieder Gerenne zum Klo und Verzweifeln, wenn das besetzt war. Ich hab dann auch irgendwann Medizin bekommen, die aus Ingwer und purem Ethanol bestand, also natürlich aufgelöst in etwas Wasser. Aber sehr lange hat die sich auch nicht in meinem Magen aufgehalten…

So habe ich also den Vormittag im Bett verbracht, mit schrecklichen Schmerzen und dem hoffnungslosen Versuch, etwas Schlaf zu erhaschen. Wobei es zeitweise immer wieder ging, um dann gefühlt doppelt so schlimm wieder zu kommen… ich habe dann auch erfahren, dass ich nicht die einzige mit Magenproblemen bin, denn anscheinend hat sich fast die ganze Festgesellschaft den Magen verdorben und ist ebenso wie ich ständig zum Klo gerannt. Man vermutete als Auslöser das scharfe Curry oder auch das Fleisch, dass es zum Dumpling gab, dass da etwas bei der Zubereitung schief gelaufen ist… Mir war es egal, was dran Schuld war, ich wollte einfach nur heim.

Zum Glück hatte ich meinen mp3-player dabei, und so hab ich den eingestöpselt und habe so zumindestens ein bisschen meine Ruhe, während ich versucht habe zu dösen. Gegen Mittag wurde es dann besser, sprich, ich hatte schon längere Zeit keine Bauchschmerzen gehabt. Also hab ich versucht, etwas trockenes Toast zu essen. Außerdem hab ich mich ein bisschen mit der Schwester der Braut zu unterhalten, die ihre Sachen gebügelt hat.

Außen ging die traditionelle Feier weiter. Es wurden auch Ziegen geschlachtet, ich hab die Schreie durch meine Musik gehört, und dazu wurde getanzt und gesungen. Wäre bestimmt interessant gewesen, mal eine traditionelle Schlachtung zu sehen, aber irgendwie musste das in dem Moment auch echt nicht sein. Als es mir dann besser ging, bin ich raus gegangen, immer noch in Schlafklamotten, also einer Jogginghose und einem Pulli, und da waren dann auch außen gerade viele Personen damit beschäftigt, das Fleisch von der Haut zu lösen oder zu zubereiten. Ich hatte kein Problem damit, das blutige Fleisch zu sehen, dass die Leute da herumgetragen haben, und irgendwie hätte ich auch gerne Bilder gemacht, so von dem Feuer mit den riesigen Kochtöpfen und so, aber ich war einfach immer noch zu müde.

Ich hab mich dann irgendwann mal etwas gewaschen und Zähne geputzt, die Jogginghose hab ich trotzdem anbehalten (danke Susa, dass du sie mir geliehen hast, sie leistet mir vorzügliche Dienste!).Irgendwann war dann auch die Deckenverschenkung, das kannte ich ja schon von der anderen Hochzeit her. Auch die Waschung vom Bräutigam und das „ Zu Bett Bringen“ mit dem nachfolgenden Verjagen. Das hab ich dann auch fotografiert. Dann bin ich aber wieder zurück ins Zimmer. Bald kamen auch noch andere Frauen, ich hab mich dann aufs Bett gelegt. Und dann kamen auch die Bauchschmerzen wieder. Pünktlich zum Essen, auf das ich aber verzichtet habe. Das Toast war wohl doch nicht so gut gewesen…

Also hab ich mich in die Ecke des Bettes gelegt und hab gedöst bis irgendwann meine Gastmum kam und gesagt hat, dass wir jetzt gehen. Das war so gegen 18 Uhr. Also sind wir dann von einer Frau heimgefahren worden, die das ruckellose Anfahren und Abgebremse einfach nicht drauf hatte… Außerdem ging die Fahrt über unbefestigte Matschwege, die durch den Nieselregen aufgeweicht waren. Ich hatte da echt etwas Schiss, dass wir jetzt den Abhang runterrutschen oder am Berg stecken bleiben… Als wir dann endlich an eine befestigte Straße kamen, mussten wir aussteigen, um das Auto zu erleichtern, denn der Matschweg, von dem wir kamen lag stellenweise einen halben Meter unter des asphaltierten Straße. Beim Hochfahren an einer Stelle, die nur ca. 20 cm Unterschied aufwies, hat die Autounterseite trotzdem noch am Rand geschliffen.

Aber egal, irgendwie sind wir dann doch heil angekommen. Wie schon erwähnt, sind die Bauchschmerzen wiedergekommen, und so hab ich mich erst mal aufs Klo verzogen, nach dem wir zuhause waren… Und dann hab ich Cola getrunken, damit das Ganze endlich ein Ende hat!!

 

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Sa

27

Okt

2012

Hochzeit, die Zweite

Samstag, 27. Oktober 2012


Wie ihr vielleicht schon mit bekommen habt, war ich auf der Hochzeit des Neffen meiner Gastmum. Wie schon bei der letzten Hochzeit: eine zweitägige Feier, also Samstag westliche Hochzeit und Sonntag dann traditionell. Also hieß es Freitag Abend packen für die nächsten beiden Tage.

Am Samstag dann um halb 6 aufstehen, Frühstücken, fertigmachen, und um halb 7 aus dem Haus (ursprünglich geplant war 6 Uhr, aber das klappt nie). Dann das nächste Minitaxi in die Stadt geschnappt und dann da um kurz vor 7 Uhr angekommen. Trotz der frühen Uhrzeit schon viel los, oder vielleicht eher „noch“ viel los? Egal, beim Minitaxibahnhof dann warten, was auch sonst. Die Hochzeit fand nämlich in Ladysmith statt, also ein ganzes Stück von Pietermaritzburg entfernt. Also haben sich alle Gäste aus PMB gesammelt, um gemeinsam dorthin zu fahren. So gegen 8 Uhr waren dann alle da und die beiden Minitaxis gefüllt. Da haben wir dann auch das Transportgeld bezahlt, also 180 ZAR, ca. 17€.

Kam mir erst mal echt viel vor, aber nachdem wir dann nach Ladysmith 2 ½ Stunden unterwegs waren, doch nachvollziehbar. Es war eine lange Fahrt und Südafrikaner sind echt laut… Aber ich hab einfach viel aus dem Fenster und so auch viel von der Natur gesehen. Denn es ging fast die ganze Zeit durch die Pampa. Also es war schon eine große Straße, aber einfach umgeben von nichts! Zwischendrin gab es dann Chips und Kekse als Snack. Die Straße war Mautpflichtig, und an der Mautzahlstation wurde das andere Minitaxi von der Polizei angehalten und kontrolliert. Wir haben ein Stück weiter gewartet.

Pause wurde dann an einer Tankstelle in Ladysmith gemacht, also sind alle aufs Klo. Es gab auch ein „Wimpy“, das entspricht ungefähr einem Burger King, und es war echt krass, denn in dem Restaurant saßen fast nur weiße Familien! Die waren dann auch sehr erstaunt, mich zu sehen, so inmitten einer schwarzen Gruppe. Als ich dann zurück zum Taxi gelaufen bin, waren die Weißen weg. Trotzdem waren noch welche auf den Parkplätzen. Es ist echt komisch, Weiße zu sehen. Weil ich denk mir dann schon so: oh, wow, ich bin nicht allein! Und dann fühl ich mich auch irgendwie mehr mit denen verbunden als mit dem Rest der Menschen hier. Aber das ist eigentlich völliger Unsinn, denn es ist gut möglich, dass die trotzdem Südafrikaner sind, oder Australier oder Amerikaner oder sonst was. Deswegen weiß ich auch immer nicht, ob bzw. wie ich die ansprechen soll… Allgemein waren in Ladysmith viele weiße Personen unterwegs. Auch war das Willkommensschild auf Englisch und auf Afrikaans, also kann es sein, dass es so etwas wie eine weiße Hochburg in Kwazulu-Natal ist.

Nach der Pause ging es dann weiter zum Haus der Braut, und die wurde dann zum Auto geführt und dann ging es in hupender Autoschlange aus der Stadt raus zur „Mimosa-Farm“. Dort fand die Trauung statt, und es sah so aus, wie bei kitschigen Hollywood-Hochzeiten: grüner Garten, weiße Gartenstühlchen, roter Teppich, weißer Pavillon. Also einfach nach zu viel Geld. Auch war das Anwesen echt riesig und gut gepflegt. Es hat nur noch der strahlende Sonnenschein gefehlt. Aber auch ohne den war es warm genug.

Da meine Gastmum die Tante des Bräutigams ist, waren wir VIPs und durften auf den Stühlen Platz nehmen. Was echt angenehm war, denn wie immer musste man noch warten. Dann kamen erst der Bräutigam, die Bestmen und die Pageboys, dann die „Maitress of Honor“ (das ist eine Freundin der Braut, die sich irgendwie um alles kümmert) mit den Blumenmädchen, die getrocknete Rosenblütenblätter auf dem roten Teppich verstreut haben. Die Brautjungfern kamen dann auch zu einem eigenen Lied herein, und alle hatten die gleichen krass hohen Schuhe an! Irgendwann wurde dann auch die Braut reingeführt und die Trauung begann. Ich hab Bilder gemacht, dann war der Akku leer. Aber ich hatte zum Glück noch den Ersatzakku dabei.

Die Trauung an sich war weniger spannend, weil ich nichts verstanden hab, bzw. es eben das Übliche war mit dem Eheversprechen und so. Interessant war dann nur, dass für das Brautpaar gebetet wurde und dazu alle Anwesenden aufgestanden sind und die Hände symbolisch nach vorne gehalten haben, um den Segen mit zu überbringen.

Danach musste ich dann viele Bilder von verschiedenen Leuten machen, also z.B. von der Mutter meiner Gastmum, oder ihrem Bruder und zwei seiner Söhne oder einfach irgendwelchen Leuten, die gerne von mir fotografiert werden wollten. Und natürlich wollen die die Bilder jetzt auch haben… Aber ich hab beschlossen, die daheim in Deutschland auf eine CD zu brennen und meiner Gastmum zu schicken, die soll sie dann der Familie weiterreichen zum Verbreiten.

Dann ging es wieder mit dem Minitaxi weiter zu einer Halle, vor der wieder gewartet wurde. Eigentlich gab es auch kleine Snacks, aber wie das eben so ist, nehmen sich die Ersten immer viel zu viel, und so bleibt für die Hälfte der Gäste nichts mehr übrig. Der Saal war wieder echt krass geschmückt und die Hochzeitstorte sah so gut aus!! Das hab ich auch alles fotografiert :).

Es waren wieder einmal zu viele Gäste da, sodass eben die Tische und Stühle knapp wurden, also mussten da noch welche angekarrt werden. Als VIP haben wir natürlich einen guten Platz bekommen. Die Tische waren prächtig dekoriert und auf jedem Platz stand eine kleine Box mit verschiedenem Gebäck und ein kleineres Päckchen mit einem Stück Kuchen. Das war aber auch gut so, denn mittlerweile war es schon 3 Uhr nachmittags und der Hunger machte sich bemerkbar.

Dann die üblichen Reden von je einem Teil der Familie, je einem Freund, dann ein „Word of Wisdom“, der Essenstoast. Dann gab es endlich Essen und das war reichlich genug! Es gab Reis, Beefcurry, welches sehr scharf war, Kartoffelsalat, Lebersalat, Bohnen-Pilz-Salat, Rote Beete, Brokkoli-Apfel-Salat, griechischer Salat (Gurken, Feta, Zwiebeln) und danach noch einen Nachtisch, der aus Vanilleeis, weißem Fruchtquark und rotem Frucht-irgendwas bestand. Danach war ich echt voll gefuttert… Aber wenn auch immer alles so gut schmeckt!

Der Blumenstrauß wurde geworfen, es war wie immer eine kleine Keilerei. Für die jungen Männer gab es auch so etwas, denn der Bräutigam hat der Braut ein Strumpfband ausgezogen und das dann geworfen. Es wurde dann auch mit Sekt angestoßen. Es war alkoholfreier Sekt, der eigentlich nur nach süßem Traubensaft geschmeckt hat.

Dann ging es langsam wieder zurück zum Haus der Braut. Also natürlich verbunden mit viel Gewarte. Es ist kalt geworden, aber wir sind recht bald ins Haus gegangen und haben uns da hingesetzt. Es gab dann „Meat and Dumpling“, also das Rindfleisch und afrikanisches Brot. Obwohl ich schon voll war, hab ich höflicherweise zumindestens ein bisschen was gegessen. Aber ich war dann echt müde und hab mich leicht fiebrig gefühlt, also mit Hitze- und Kältewellen so nacheinander.

Um 19 Uhr ging es dann mit dem Minitaxi wieder 2 ½ Stunden zurück nach PMB. Aber da es dunkel war, hab ich einfach ein bisschen geschlafen bzw. gedöst. Wir sind dann zum Haus des Bruders, also des Vaters des Bräutigams gefahren und in ein Zimmer, wo schon ein paar Frauen auf zwei Betten saßen. Also sehr viel mehr war in dem Zimmer auch nicht drinnen, denn die Betten waren jeweils 1,20m breit. Da ich müde war, hab ich mich auf das eine gelegt und hab ein bisschen gedöst. Später hab ich mich dann umgezogen, ich hatte ja Schlafklamotten dabei, und bin unter die Decke geschlüpft. Außerdem hab ich die Oropax in die Ohren getan, denn die Frauen waren noch ziemlich lange ziemlich laut. Aber so konnte ich zumindestens ein bisschen schlafen/dösen.

So ging also der erste Tag zu Ende.

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Do

25

Okt

2012

Babykotze stinkt nicht


Donnerstag, 25. Oktober 2012

 

Diese Woche war sehr abwechslungreich. Die Tage hatten nur eine Gemeinsamkeit: die Babys haben ihr Essen nicht gerne im Magen behalten, deswegen weiß ich jetzt auch, dass Babyerbrochenes nicht stinkt. Oder zumindenstens nicht so schlimm stinkt. Eben nach Baby, also so, wie die Babys sowieso immer riechen. Hängt vermutlich zusammen :).

Montag war ein echt anstrengender Tag, es waren viele Kinder da und auch viele Babys, die einfach nicht schlafen wollten. Während die Kinder eigentlich schlafen sollten, musste ich mich um Esihle und das Tarzan-Kanarienvogel-Baby kümmern, da erstere ständig gebrüllt hat, und letzterer sich eben vollgekotzt hat, so dass ich ihn erst sauber machen und dann umziehen musste. Das hat mir dann die Energie geraubt, die Kinder ruhig zustellen, also waren sie unruhig und haben nicht geschlafen. Ich hatte dann aber auch einfach keine Lust mehr… Ich habe dann gewartet und gehofft, dass die Zeit ganz schnell vorbei geht.

 

Dienstag hingegen war es wieder entspannter, es waren auch weniger Babys da, also die Normalbesetzung ist immer 6 ½ (Maponisa zählt nicht ganz, weil sie eigentlich schon groß genug ist, aber man trotzdem immer gucken muss, dass sie schläft und die Windeln gewechselt bekommt) und es waren „nur“ 5 da. Außerdem hatte ich nicht so viel zu tun, weil die andere Betreuerin versucht hat, irgendein Rollenspiel mit den Kindern durchzuziehen, was aber eher gescheitert ist, da nur 5 Kinder mitmachen konnten und der Rest blöd rumsaß und sich deswegen gelangweilt hat. So wie ich auch.

 

Es ist echt doof, in manchen Momenten bin ich heillos überfordert und im nächsten Moment hock ich gelangweilt in der Ecke und esse Kekse oder mach ein Sudoku auf meinem Handy. Oder hocke außen auf den Stufen, was aber nur geht, wenn es nicht regnet. Klar genieße ich diese Momente der Ruhe und Entspanntheit, aber es ist trotzdem recht schlecht gemischt. Lieber wäre ich immer gleich, aber dafür weniger stark belastet. Ich arbeite eine 35-Stunden-Woche, ohne Mittagspause, also immer von halb 8 morgens bis halb 4 nachmittags, wobei ich zugeben muss, dass ich zurzeit immer etwas später komme und früher gehe. Am Dienstag bin ich z.B. schon um Viertel 3 heimgegangen! Aber das ist auch bloß eine Ausnahme. So gegen 3 Uhr bin ich diese Woche immer gegangen, und das war auch okay, weil dann echt kaum mehr Kinder da waren.

 

Mittwoch war ein ganz normaler Tag, wie jeder andere auch, außer, dass ich schon um dreiviertel 5 aufgewacht war, da ich am Abend vorher schon um halb 9 ins Bett gegangen bin. Werde ich also nicht mehr machen. Heute war dafür sehr anders und sehr toll!! Es hat schon damit angefangen, dass ich erst gegen kurz vor 8 in der Creche war und dadurch eine halbe Stunde Kindergeschrei weggefallen ist. Dann habe ich die Crecheleiterin, die nicht die andere Betreuerin ist, gefragt, wie es denn aussieht, so mit eigener Gruppe, denn das hieß es ja am Anfang. Also hab ich meine eigene Gruppe bekommen, ich habe mir eben 10 größere Kinder ausgesucht, die anderen sind nach dem „Unterricht“ rüber ins andere Zimmer zu den Babys gegangen, da war dann auch die andere Betreuerin.

 

Ich bin mit meiner Gruppe erstmal rausgegangen und wir haben ein bisschen „gym“ gemacht, also Bewegungen, wie auf der Stelle rennen, Hampelmänner, Kniebeugen und Dehnen. Da die Sonne geschienen hat, war das auch echt schön! Dann sind wir wieder rein und ich hab ihnen das „Pizzabacken“ gezeigt. Da gehen immer zwei Kinder zusammen, eines legt sich auf den Boden, das andere „bäckt Pizza“ auf dem Rücken des Partners. Das hat ihnen echt voll Spaß gemacht!

 

Danach hab ich versucht ihnen „Bello, dein Knochen ist weg“ beizubringen. Da sitzen alle Kinder in einem Kreis, ein Kind ist der Hund Bello und sitzt auf einem Stuhl mit verbundenen Augen. Unter dem Stuhl liegt ein Gegenstand, ich hab mein Nageletui genommen, das ich zufälligerweise dabei hatte. Man wählt ein Kind aus, das den Gegenstand vorsichtig wegnehmen soll, dann nehmen alle Kinder die Hände hinter den Rücken und rufen „Bello, Bello, dein Knochen ist weg!“ (ich muss das mit ihnen auf Englisch machen, und habe beschlossen, es zu vereinfachen und lasse sie nur rufen: „Bello, wake up!“). „Bello“ steht dann auf, hockt sich auf alle Viere, und versucht den „Knochen“ zu finden, in dem er zu den Kindern hingeht und sie anbellt, dann muss das Kind die Hände zeigen. So lange, bis der Gegenstand gefunden wurde.

 

Es gab einige Anlaufschwierigkeiten, denn die Kinder haben erst nicht verstanden, dass die Hände von allen hinter dem Rücken bleiben müssen und auch erst gezeigt werden, wenn sie persönlich angebellt werden. Aber nachdem wir das ziemlich oft gespielt haben, wurde es dann auch verstanden. Und das obwohl ich kein Zulu und die Kinder kaum bis kein Englisch können… :) puh, ein hartes Stück Arbeit, das sich aber gelohnt hat, denn die Kinder hatten echt Spaß! Und ich auch.

 

Danach dann das Übliche, also Essenspause, Second Ring, Spielen, Mittagessen, Schlafen, Abgeholtwerden. Das war dann genauso anstrengend oder langweilig wie immer. Allerdings hab ich die Zeit des Second Ring genutzt, da ich bei den Baby war, und hab Übungen gemacht, also Sit-Ups und Liegestützen an der Wand, das geht in die Arme, die Schultern, die Brust und den Rücken!

Wichtige Begriffe, die ich auch oft benutzen kann, hab ich jetzt schon gelernt (richtige Schreibweise nicht bekannt, da ich sie nur gehört habe): Salapanz – Setzt euch hin!, Thula – Schweigt!, Selandihwe – du wirst abgeholt!. Sehr viel mehr brauche ich eigentlich auch nicht :).

 

Trotzdem hab ich im Internet ein bisschen geguckt, aber es gibt kein gutes oder vollständiges Wörterbuch für Zulu – Deutsch oder andersherum. Aber bei Langenscheid hab ich eine Liste von Aufbauwortschatz gefunden, also das sind schon ziemlich viele Wörter, die hab ich jetzt mal etwas geordnet, also nach Verben, Substantive (die dann auch untereinander z.B. nach Tieren, Eigennamen, Zahlen) und Sonstiges, also Präpositionen, Adjektive und so was.

 

Dazu die Grammatik aus Wikipedia. Und Zulu ist echt kompliziert… Weil alles über die 15 Wortgruppen läuft, also gibt es jeweils 15 verschiedene Buchstaben bzw. Silben, die vor das Verb gehängt werden können, so als Relativpronomen in allen Zeiten und Fällen oder sonst was… Außerdem gibt es Verben, die nur ganz kurz sind, also –w- ist z.B. fallen, und –enz- ist machen. Es gibt dann Silben, die davor und danach gehängt werden. Auch Verneinungen sind komisch. Also ich habs schon aufgegeben, mir das anzulernen… Es ist zu kompliziert! Wer mal einen Eindruck davon bekommen will, muss einfach „isiZulu“ in Wikipedia suchen. Viel Spaß!

 

Der Grund, weswegen ich heute erst so spät aus dem Haus gekommen bin, war, dass kein Toast mehr da war, und Baphiwe das erst noch holen musste. Das Toast war übrigens schon seit Montag weg. Ebenso wie Saft, oder etwas anderes zum Trinken außer chloriges Wasser. Das mit dem Toast war schon echt doof, weil ich bekomme jetzt kein Mittagessen mehr in der Creche, weil ich ja letzte Woche darauf verzichtet habe, wegen meinem Bauch, und eigentlich brauche ich es auch nicht. Weil ich mir normalerweise ein Sandwich machen kann, wenn ich daheim bin… Ja, war dann aber nichts diese Woche, also mussten Chips aushelfen. Hier gibt es nämlich echt nichts, das man mal so essen könnte, wenn es kein Toastbrot da ist.

 

Naja, mein Bauch macht sich zurzeit ziemlich oft bemerkbar, gerne Mittags oder Abends vor den Einschlafen (das war der Grund, weshalb ich Dienstag schon so früh ins Bett bin). Ich hab keine Ahnung warum. Aber nerven tut es trotzdem irgendwie. Ich hoffe einfach, dass sich das wieder schnell erledigt.

 

Das Wochenende ist die Hochzeit des Sohnes des Bruders meiner Gastmum. Ich dachte, dass es sich nur auf Sonntag beschränkt hätte, da sie auch mal gesagt hat, dass es keine zweitägige Hochzeit ist. Allerdings habe ich dann letzten Sonntag erfahren, dass wir Samstagfrüh um 7 Uhr schon in der Stadt sein müssen, und deswegen am Freitagabend packen, weil wir erst am Sonntag spätnachmittags wieder zurückkommen. Aber ich freue mich trotzdem darauf, weil es bedeutet, dass ich endlich mal wieder etwas mehr sehe, als den Weg zur Creche oder zur Mall. Und es passiert was! Ich werde auch meine Kamera mitnehmen, um ganz viele tolle Bilder zu machen ;).

 

Ja, hiermit lasse ich euch dann auch mal wieder in Ruhe, ich werde mich dann nach dem Wochenende wieder melden, denn da werde ich bestimmt etwas zum Erzählen haben!

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Sa

20

Okt

2012

Mall, Kinder und Tierchen

Samstag, 20. Oktober 2012

 

Endlich Wochenende! Das ist die Zeit, um mich von der Woche zu erholen und meine neu beginnende Erkältung zu kurieren. Ja, es ist ätzend, aber ich habe diesmal sogar Taschentücher, und das macht alles dann doch angenehmer.

 

Wie ich dazu kam, das ist eine lange Geschichte… ich wollte schon seit Montag in die Mall, weil ich neues Handyguthaben und Schokolade kaufen wollte. Es war dann nachmittags aber niemand da, mit dem ich hätte gehen können. Also hab ich mich damit abgefunden. Dienstag dann das selbe Spielchen, aber auch da war ja noch alles in Ordnung. Mittwoch Morgen hab ich dann extra meinen Gastbruder gefragt, ob er denn am Nachmittag mit mir in die Mall gehen würde, und tatsächlich hat er zugesagt. Also um 3 aus der Mall heim, ein bisschen gelesen und dann auf den Weg zur Mall gemacht. In der Mall dann die Ernüchterung: kein Geld am Konto! Ich hatte aber noch 28 ZAR (ca. 2,80€), also hab ich mir zumindestens neues Guthaben gegönnt. Dann wieder heim und auf den nächsten Tag gewartet. Am Donnerstag das gleiche Spiel, nur, dass diesmal auch der Kumpel wieder dabei war. Also, netter Spaziergang zur Mall, dann am ATM enttäuscht werden. Von meinen letzten 8 ZAR hab ich mir Kekse gegönnt.

 

Freitag, also gestern, hat es dann endlich geklappt, auch wenn es genieselt bis geregnet hat, aber ich hatte damit kein Problem, im Gegensatz zu den beiden Jungs, die sich die ganze Zeit beschwert haben. Und da ich dann endlich mein Geld hatte, hab ich auch ordentlich eingekauft, so dass ich erstmal nicht mehr in die Mall gehen muss, das ist mir einfach immer zu viel Ärger mit den Warten auf einen verfügbaren Bruder… Aber ich habe jetzt auch viele Kekse, Chips, Schokolade, Taschentücher (in einer Box), Handyguthaben, Kaugummis, Buntstifte, Wein (500ml Tetrapack), und eine Cosmopolitan.

 

Mein Gesundheitszustand hat sich nach und nach verschlechtert, es hat Donnerstag mit Übelkeit angefangen, den ganzen Tag, immer wieder. Deswegen hab ich auch gesagt, dass ich kein Mittagessen haben will, und ich hatte auch gar keinen Hunger, bis Abends nicht. Aber da gab es sowieso Maas (Putu mit saurer Milch), und dann hab ich da nur eine kleine Portion gegessen. Gestern dann bin ich schon mit dickem Hals aufgewacht und im Laufe des Vormittags kam auch eine dicke Nase dazu. Außerdem war ich müde und hab Rückenschmerzen bekommen, also die üblichen Grippevoranzeichen. Also hab ich einfach ein bisschen langsam gemacht und bin schon um halb 3 gegangen, dann hab ich mich ausgeruht und bin eben zur Mall. Heute ist die Nase immer noch verstopft und mein rechtes Ohr tut weh, ich hoffe es ist nicht Schlimmeres…

 

Die Tage in der Creche waren zwar echt anstrengend, aber auch ganz lustig, weil ich am Donnerstag meine Kamera mal wieder dabei hatte. Anfangs war es echt schwer da irgendwelche Bilder zu machen, wo die Kinder einfach ganz normal Spielen oder rumsitzen, weil das Geschrei („shoot me“) wieder angefangen hat. Und die sich dann vor der Kamera gedrängt haben. Da sind allerdings auch ganz witzige Bilder rausgekommen :). Später dann, wurde es besser, weil die Kinder sich einfach normal beschäftigt haben, oder eben am Essen waren. Gegen Ende, als dann die meisten Kinder abgeholt worden sind, und es nur noch wenige waren, hab ich außen auch Einzelbilder von ihnen gemacht, und es sind echt einige gute Bilder rausgekommen!

Am Mittwoch hab ich ja mit den letzten Kinder so bisschen Wettrennen gemacht, und die haben sich dann auch selbst eingezählt, also auf Englisch. Aber leider klingt das bei denen nach: „Condomats, ready, fire, go!“. Also hab ich versucht ihnen zu erklären, dass es „On your marks“ heißt, aber leider hat das nicht wirklich gefruchtet… Also rufen sie immer noch fröhlich „condomat“ durch die Gegend.

 

Es gab auch tierischen Besuch aus der Bodenkrabbelfraktion. In der Creche ging einmal das Geschrei los, verursacht von einem Tausendfüßler. Aber, okay, der war schon echt etwas eklig, weil der einfach 15 cm lang, dick und schwarz war und einen Panzer hatte, also zumindestens hat er sich hart angefühlt, als ich dann Klopapier genommen und ihn rausgesetzt habe, weil ich das Tier nicht töten wollte. Überlebt hat er es trotzdem nicht, ich hab dann am nächsten Tag ein paar zerstampfte Überreste am Boden gefunden, nahe der Stelle, an der ich ihn ausgesetzt habe.

 

Und dann war da noch das kleine Minigecko in meinem Zimmer. Ich wollte gerade was in die Küche bringen, da ist mir das Tier an der Zimmerwand neben der Tür aufgefallen und ich hab gleich meine Kamera geholt und es fotografiert. Es ist dann unter der Tür rausgehuscht und ins Badezimmer, da hab ich es dann aber in Ruhe gelassen. Aber es war wirklich klein, also nicht so winzig wie die Minieidechse, aber trotzdem nicht größer als 5 cm. Solche Besucher sind mir ganz lieb, also was ich so von den Freiwilligen bei Kenosis gehört habe, von Ratten, die 30 cm lang sind und riesigen Spinnen…

 

Witzig war auch der Vogel, den ich mal in einem Garten gesehen hab, der war einfach mal Neonorange! Also Kopf und Flügel waren schwarz oder dunkelbraun, aber der Körper echt knallig. Ich musste zweimal hinsehen, um mich zu vergewissern, dass das Tier echt ist und nicht bloß angemalt.

 

Ich habe euch ja von Luyanda erzählt, den kleinen Jungen aus der Creche, mit der Beule am Bauch, die möglicherweise von einer verpfuschten Nabelschnurabnahme herrührt. So abwegig kommt mir das echt nicht mehr vor, nachdem ich mir mal so die Nabel der anderen Kinder angeschaut habe. Ayabonga und Avel haben auch einen rausstehenden Nabel, und mit herausstehend meine ich eine kleine Beule von ca. 1,5 cm Durchmesser und ebenso viel Höhe nach außen. Aber auch der Nabel von Masundi und anderen Kindern sieht nicht so schön aus, irgendwie haben‘s die Ärzte hier nicht so drauf…

 

Mit den Namen komme ich jetzt immer besser zurecht, also so die Hälfte der Kinder kann ich mit Namen ansprechen, von den anderen weiß ich ihn nicht, bzw. kann ihn nicht ausprechen. Eine kleine Auswahl: Masundi, Ayabonga, Siyamthanda, Zothani, Nqo, Eyethu, Mapondisa, Anele, Zamkhe, Boy, Sethu, Slidho, Nomonde, Zolwandle (das heißt „Im Meer“). Also südafrikanische Namen haben meistens eine Bedeutung, also ähnlich wie bei Indianern, irgendwas, was mit der Geburt oder so zusammen hängt. Sehr beliebt ist deshalb auch Siyabonga, was ja „wir danken“ heißt. Oder Okuhle, was „Gutes“ heißt.

 

Wo ich gerade bei ein bisschen Zulu bin: es wird hier echt schlampig gesprochen, deswegen ist es echt nicht so leicht, da was mitzubekommen. Man sagt „sanbon“, „unjan“, „saphil“, „yeb“, also die letzte Silbe wird so gut wie immer verschluckt. Bei Namen wird das übrigens auch oft gemacht, und da ich jetzt einige Namen kenne, weiß ich auch, wie ich die ausprechen muss, also ohne den letzten Buchstaben.

 

Meine Zulukenntnisse erweitern sich nur sehr schleppend, aber ich habe am Donnerstag in der Creche ein Buch gefunden, also ein Schulbuch für die 7. Klasse, aber da war eine Vorsilbentabelle drin, die hab ich mir gleich abgeschrieben, und werde es dann mal auf mein bisher angeeignetes Wissen anwenden. Außerdem waren da auch die Zahlen von 1 bis 10, welche einfach echt lange Wörter sind, also zum Beispiel 8 ist „isishiyagalombili“ :D.

 

So, ich werde mich jetzt über das Wochenende freuen, und hoffentlich gesund werden!

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Mi

17

Okt

2012

Der ganz normale Wahnsinn


Mittwoch, 17. Oktober 2012

 

Die Tage gehen dahin. Mal passiert etwas Interessantes und mal nicht. Also ich hab das Gefühl, dass Letzteres häufiger eintrifft. Aber vermutlich ist das nur eine Täuschung, weil ich doch irgendwie viel zu erzählen hab, und wenn es nur Kleinigkeiten sind, die mir so über den Weg gelaufen sind.

Fangen wir mit letztem Sonntag an. Wie immer hatte ich keine Ahnung, wohin es zum Gottesdienst geht, also ich gehe ja immer mit meiner Gastmum, der Rest der Familie geht in die Kirche in Imbali, da wo auch der Beerdigungsgottesdienst war. Das einzige, was ich wusste war: es geht um halb 9 los! Also, gegen dreiviertel 8 schnell aufgestanden, gefrühstückt, fertiggemacht und dann? Gewartet. Und gewartet. Ich hab dann erfahren, dass wir abgeholt werden und eben auf dieses Auto warten. Aber wirklich viel geändert hat es nicht. Meine Gastmum hat immer mal wieder telefoniert und ich hab meine Tasche mehrmals umgepackt. Da ich auch meine Kamera mal mitnehmen wollte, bin ich schließlich auf die Idee gekommen, die Kameratasche zu nehmen, die hat auch einen Trageriemen und wenn man alles rausnimmt, bis auf die Kamera natürlich, dann ist genug Platz für die Kleinigkeiten, die ich mitnehmen wollte. Nur die Bibel hab ich noch in der Hand gehabt, weil die einfach nirgends hineinpasst.

So gegen Viertel 10 haben wir uns dann endlich auf den Weg gemacht und sind zur großen Straße hochgelaufen. An der Straße dann wieder warten, ich hab ein paar Bilder gemacht, erneute Telefonate und um halb 10 kam dann endlich das Auto. Innen saß der „leader of the church“ in Willowfontein (Stadtteil von PMB), der in seine eigene Kirche viel zu spät kam… Auf der Autofahrt habe ich, wie schon so oft, echt super Sachen gesehen, die ich gerne fotografiert hätte, aber aus einem fahrenden Auto ist das immer etwas schwierig, ich hab es versucht, aber viele Bilder sind verwischt.

Die Kirche  war dann echt nicht groß, ein einziger Raum mit Plastikstühlen, die ziemlich gut besetzt waren. Schließlich haben alle auf uns gewartet, der Gottesdienst sollte ja schon vor einer Stunde begonnen haben. Es wurde wieder viel gesungen, und sehr viele Lieder kommen mir jetzt schon immer bekannt vor. Den Text kann ich aber trotzdem noch nicht. Es gibt auch immer wahnsinnig viel Liturgie mit oft echt langen Passagen. Die Melodie ist recht eingängig und so versuche ich zumindestens ein bisschen mitzukommen. Auch wenn ich eben nichts verstehe.

Es wird dann aus der Bibel vorgelesen, und da ich meine auch dabei hatte, hab ich gut mitbekommen, worum es ging. Es war Markus 10, 17-31, also die Geschichte mit dem Reichen, wo Jesus dann das mit dem Kamel und dem Nadelöhr sagt und dann auch „die Letzten werden die Ersten sein“. Dann kam die Predigt und die war echt wieder lang. Aber gar nicht so langweilig, weil der „church leader“ neben mir saß und sinngemäß auf Englisch übersetzt hat! Das fand ich schon echt super von ihm!

 

Beim Abendmahl gab es wieder Wein, und der war echt klasse, also schon süßlich, aber dann mit herbem Nachgeschmack. Ich hab beschlossen, mir jetzt einfach mal eine Flasche südafrikanischen Wein zu kaufen, vielleicht gibt es ja auch kleine Flaschen, und dann trink ich den so nach und nach. Weil es sich eher niemand in der Familie finden wird, der mit mir trinken würde, und da es auch sonst niemanden gibt, muss ich das wohl oder übel alleine tun. So am Wochenende, bei einem guten Film oder so.

 

Natürlich wurde ich auch wieder nach vorne gerufen, um mich vorzustellen, und da waren dann auch mehrere Handykameras auf mich gerichtet, die das unbedingt einfangen wollten… Man! Ich mag das immer gar nicht, aber ich fürchte, da muss ich durch. Die machen das ja nicht, weil sie mir was Böses wollen, sondern einfach aus Neugierde, und weil es nicht oft vorkommt, dass sich Weiße dorthin verirren.
Ich wollte eigentlich mal das Gesinge filmen, hab mich dann aber nicht getraut, weil ich gedacht hab, dass es möglicherweise nicht reinpasst, also dass es eben den Gottesdienst „entehrt“. Aber ich werde das noch machen, irgendwann, damit ihr auch mal die geniale Mehrstimmigkeit in den afrikanischen Melodien, vermischt mit dem exotischen Klang des Zulu, hören könnt ;).

 

Nach dem Gottesdienst hieß es dann wieder warten, weil die Pfarrerin sich eben noch mit den Gemeindemitgliedern unterhält. Ach ja, die Gemeinde in Willowfontein ist die Gemeinde meiner Gastmum. Sie ist nur viel unterwegs und hält auch an anderen Fleckchen mal den Gottesdienst. Also hab ich auch ein Bild von einigen Gemeindemitgliedern vor dem Eingang der Kirche gemacht. Außerdem hab ich auch die Umgebung fotografiert, da kamen dann auch Ziegen und Kühe vorbei, die ich auf Bildern einzufangen versucht habe.

 

Dann wieder daheim war eigentlich nichts mehr. Abends hat es dann gewittert. Und Gewitter sind einfach der Wahnsinn! Gruselig, aber trotzdem echt faszinierend. Ich liebe es, aus dem Fenster zu gucken, und die Blitze zu beobachten, oder auf der Terrasse zu stehen und den Donner zu fühlen. Denn das kann man hier wirklich! Es hat noch nicht geregnet, aber geblitzt und gedonnert hat es trotzdem und da kam dann echt so eine Druckwelle, das war der Hammer! Bis jetzt hat es dreimal gewittert und ich hab immer versucht zu fotografieren, aber das ist einfach Glücksache und deswegen hab ich auch noch keinen Blitz wirklich einfangen können. Außerdem gibt ein Bild nur einen Bruchteil der Stimmung wieder, also das muss man hier einfach erlebt haben, um das wirklich nachvollziehen zu können. Es ist ganz anders als zuhause, weil man hier viel sieht und auch die Umgebung einfach schon an sich exotisch ist und dann im gewittrigen Licht…

 

Am Montag ging es dann wieder mit der Arbeit los, und vormittags war es echt ganz angenehm. Die andere Erzieherin hat die Kinder wieder unterrichtet und ich war dann derzeit bei den Babys, das waren 2 und Luyanda hat geschlafen. Also hab ich die Zeit und den Platz genutzt, um ein bisschen Übungen zwischendurch zu machen. Nicht, dass ich hier noch einroste. Siyanda hat mich zwar etwas komisch angeschaut, aber soll sie halt :). Der Kleine, dessen Namen ich nicht weiß und den ich deshalb „Jim“ getauft hab, fängt langsam, aber sicher an, sich einzugewöhnen und so kommt es schon sehr oft vor, dass er nicht weint und sogar mit den anderen Kinder spielt, lacht und vor sich hin brabbelt.

 

Außerdem schlafen die Kinder mittags jetzt immer fast alle. Und die, die nicht schlafen, liegen auch ruhig dabei. Ich hab auch in den anderen Raum mal ein paar Decken gelegt, und dann die Kinder dorthin verfrachtet, die recht früh angefangen haben zu schlafen, damit sie da ihre Ruhe hatten. Dadurch hatten die restlichen Kinder auch mehr Platz und mit vielmaligem Ermahnen und ein paar leichten Klapsen auf die meist gut gepolsterten Hinterteile, haben dann auch die angefangen zu schlafen. Und das hielt dann auch gut eine Stunde, bis dann die ersten abgeholt wurden, und geweckt werden mussten. Vielleicht liegt das daran, dass es jetzt wieder wärmer wird und man dadurch einfach müder ist. Es ist auf jeden Fall echt schön! Ich leg mich dann auch gerne dazu und döse ein bisschen, weil ich eben auch einfach geschafft bin.

 

Dienstag war es ungefähr dasselbe. Heute allerdings war es anders, weil es 6 Babys waren und ich deshalb die Größeren übernommen habe. Das waren trotzdem noch 22 Kinder, und deshalb war es auch wirklich hart. Also, anfangs beim Unterrichten, war es noch okay, da haben sie mir noch gut zugehört und haben auch gut mitgemacht. Ich hab die Körperteile wiederholt und hab ihnen ein paar Tiernamen beigebracht. Die haben da so Tierfiguren, damit konnte ich das gut zeigen. Aber dann, als ich versucht habe, sie nacheinander aufs Klo gehen zu lassen, da war es mit der Ordnung zu Ende.

 

Ich hab dann Tische außen aufgestellt und Stühle verteilt und auch Papier und Farben, bzw. Kreiden, bzw. Scheren und Seiten aus Zeitschriften. Eine Zeitlang ging das auch gut, aber anstatt einfach in Ruhe zu arbeiten, hieß es ständig „Teacher“ dies, „Missi“ das, bis ich aufgegeben und sie nach innen geschickt hab, damit sie Essenspause machen. Und das ist auch ein Kapitel für sich. Ich habe ja schon einmal erwähnt, dass da immer Chips und Jogurts gegessen werden und das ist echt jedes Mal voll die Sauerei! Die Chips fallen auf den Boden, der nächste stapft rein, verteilt es schön, dann kommt ein kleineres Kind, das dann versucht, die Reste aufzuheben, ein anderes Kind stolpert drüber und verschüttet sein Jogurt, es gibt Streitereien über alles Mögliche. Wenn dann alle aufgegessen haben, werden sie in den Gang geschickt, damit man durchfegen kann. Allerdings muss man davor erst noch die Reste vom Boden klauben und wegwerfen. Im Gang gehen dann die Streitereien und Prügeleien weiter…

 

Jaja, sie sind schon echt anstrengend, diese kleinen Racker. Aber ich hab sie ja trotzdem gerne. Zum Beispiel haben sie sich heute Morgen ganz alleine bewegt, also Hampelmänner und anderes gemacht, was ich ihnen mal gezeigt hatte. Außerdem war auch das kleine Tarzan-Baby wieder da, und das hat meinen Tag dann auch aufgewertet. Mittlerweile hat es sich weiterentwickelt und macht nun Geräusche wie Wellensittiche, also unglaublich hohes Gequietsche, wenn man ihn kitzelt, oder mit ihm spielt.
Außerdem haben die Kinder wieder recht gut geschlafen, obwohl es auch Ausnahmen gab, aber es war okay.


Nachdem dann echt viele abgeholt worden waren, und nur noch so 10 Kinder übrig waren, die auch nicht mehr schlafen wollten, hab ich sie mir geschnappt und bin mit ihnen raus gegangen. Vor dem Haus ist ein Weg und davor ein schmaler Streifen Wiese. Erst haben wir zusammen ein bisschen Gymnastik gemacht, dann hab sie auf dem Weg Wettrennen machen lassen und da waren sie voll dabei! Als sie erschöpft waren, hab ich ihnen Wasser gebracht und wir haben uns auf die Treppe gesetzt und ein bisschen gekuschelt.

 

Einzeln haben sie dann wieder getanzt (z.B. Kiligithi) und ich hab dabei auch ein Mädchen auf dem Schoß gehabt. Oh man, das war wirklich einfach eine schöne Zeit mit den Kinder, die ich gerne öfter hätte! Aber mit 30 Kinder kann man das einfach nicht machen, und außerdem sind auch viele Kinder zu klein dafür. Ich würde sie allgemein gerne außen spielen lassen, an der frischen Luft, aber da ist der Platz zu gering und man kann auch nicht auf alle schauen, da passiert dann doch leicht mal etwas. Aber vielleicht geht es zumindestens am Schluss immer, das fände ich echt schön!

 

Gerade gewittert es wieder, aber es regnet auch echt viel und dadurch ist es nicht genauso schön, wie Sonntag Abend :). Ich hätte jetzt auch noch mehr zu erzählen, aber das hebe ich mir noch ein bisschen auf, ist ziemlich viel geworden.

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Do

11

Okt

2012

Neues aus der Creche

Donnerstag, 11. Oktober 2012

 

So, ich melde mich wieder, nach dem ich jetzt drei Tage gewartet habe, bis ich genug zu erzählen hab. Und das habe ich jetzt auch :).

Vorgestern und gestern war es in der Creche echt anstrengend, es waren einfach so viele Kinder, immer so 30, und davon dann 5 oder sogar 6 Babys. Und je mehr Babys es werden, desto geringer ist die Chance, dass man mal Ruhe hat, weil alle schlafen oder zumindestens ruhig sind… Aber putzig sind sie ja trotzdem! Dass Siyanda, also das dicke Baby, sich mal irgendwann bewegt, hab ich aufgegeben, das hat einfach keinen Sinn. Dafür bewegt sich Luyanda umso mehr, robbt herum und zieht sich am Regal hoch. Außerdem hat er kein Problem damit, auf dem Boden zu sitzen und mit den anderen Kindern zu spielen. Siyanda ist nur auf dem Bett zufrieden. Am Boden schreit sie nur, egal was man macht. Mir ist es jetzt egal, soll sie halt fett bleiben. Irgendwann wird sie schon laufen.

 

Ich hab die Kinder an den beiden Tagen auch unterrichtet, also das ganze Zeug auf Englisch vorsagen lassen und dann hab ich ihnen die Körperteile beigebracht. War schon ganz lustig, und dann danach haben wir uns bewegt, also Hampelmänner und Rennen auf der Stelle und einer macht was vor und alle anderen machen es nach und so was. Es ist ja die ganze Woche kalt gewesen und regnerisch, deswegen konnten sie auch nicht raus um sich da zu bewegen. Da waren dann immer alle ganz begeistert dabei, wobei vor allem die älteren Jungs schnell das Interesse verloren haben.

 

Aber die Kinder haben auch mal alleine gespielt, gestern zum Beispiel haben sie Gottesdienst gespielt, da haben sie aus Holzklötzen Bänke gebaut, sich drauf gesetzt und Zothani hat dann den Pfarrer gemimt. Es wurde gesungen und die Kinder wurden gesegnet und da hatten auch alle Spaß. Ich hab allgemein so den Eindruck, dass hier in Südafrika alles recht religiös ist, aber vielleicht hab ich da auch ein verzerrtes Bild, weil ich ja in einer Pfarrersfamilie lebe und deswegen auch viel in den Gottesdienst gehe und viele solche Sachen mache und erlebe. Aber auch die Creche, da singen sie auch Lieder über Jesus und beten und so. Und in der Mall gibt es einen christlichen Bücherladen.
Aber es ist nicht nur Christentum hier vertreten, besonders der Islam ist ebenfalls weit verbreitet, so sieht man in der Stadt einige Minarette und Moscheen und sogar eine Islamschule. Ist eben eine Regenbogennation, die sich auch in der Religionsfreiheit begründet. 

 

Vorgestern war ich eben in der Mall, mit meinem Gastbruder, dem Älteren, und einem Kumpel. Und da hab ich dann endlich Schokolade gefunden! Ist von KRAFT Foods, also entspricht in etwa unserer Milka-Schokolade, und schmeckt dementsprechend auch echt gut. Und es gibt auch exotische Inhalte, wie z.B. Cashew-Kokos. 180g kosten allerdings auch ca. 1,60€… also ein Luxusgut. Aber manchmal kann man sich das schon gönnen, finde ich. Ich mein, es geht um Schokolade!!

 

Der Kumpel war ganz nett, aber er war auch komisch irgendwie, keine Ahnung. Und er hat ein sehr typisches Südafrika-Problem: schlechte Zähne. Und zwar sind bei ihm zwei Zähne von innen heraus von Karies zerfressen, so dass nur noch so Torbogen der Zahnaußenseiten und der Wurzel übrig bleiben. Man sieht erschreckend oft solche halb weggefressenen Zähne, auch bei vielen Kindern in der Creche, aber die haben vielleicht Glück, und die nachkommenden Zähne halten sich etwas besser… Erwachsene tragen dann auch oft goldene oder silberne Implantate. Aber diejenigen, die keine verfaulten oder ersetzten Zähne haben, die haben echt sehr schöne Zähne, gerade und strahlend weiß! Es kommt eben echt auf die Pflege drauf an. Vielleicht ist deswegen Zahnpastawerbung sehr beliebt…

 

Apropos Werbung: hier wird eigentlich für fast nichts anderes geworben als für die drei B’s: Bier, Bodylotion und Banken. Ist echt so. Was man daraus folgern kann: die Menschen haben trockene Haut, keine Konten und trinken gerne Bier. Das eine Bier ist laut Werbung echt gut, weil es auch 25 internationale Auszeichnungen gewonnen haben soll. Ich hab davon in Deutschland noch nie etwas gehört, und es selbst auch noch nicht probiert. Falls jemand Lust hat, das mal zu suchen, es heißt „Black Label“. Werbespruch: „For a beer to be a true champion, it had competed against the worlds best,[…] calling Black Label!”.

 

Ihr seht, dass ich viel fernsehe, oder die Werbung einfach viel zu oft kommt… Weil nachdem bei “Bold and Beautiful” die Hauptpersonen gewechselt haben, obwohl der letzte Konflikt noch nicht ganz zu Ende war, guck ich das nicht mehr, weil es keinen Spaß mehr macht. Was ich dafür aber immer noch gerne sehe, und was auch oft genug kommt, sind Tanzshows bzw. –wettbewerbe. Und die da teilnehmenden Gruppen bzw. Personen haben‘s echt übelst drauf, das ist besser als Step Up!! Deswegen sehe ich das dann schon gerne, weil‘s einfach faszinierend ist, wie krass sich manche Menschen bewegen können!

 

Gestern Nachmittag habe ich mich mit verschiedenen Tests zur Studienwahl befasst, und ja, irgendwie haben die mir bisher einfach nur bestätigt, was ich sowieso schon von mir wusste… Aber noch bin ich ja noch nicht durch alle durch. Aber ich habe neben dem Psychologie-Gedanken auch den Jura-Gedanken wieder aufgenommen. Ich mache jetzt dann noch ein paar Test, und vielleicht kommt da noch was Neues auf, oder vielleicht bestätigt es mich nur weiterhin.

 

Heute war es ein echt schöner Tag in der Arbeit, weil es ziemlich ruhig und entspannt war. Mittags haben dann sogar die meisten geschlafen und die anderen waren ruhig! Das ist sonst nie so… Es waren nur 23 Kinder da, und davon 2 Babys. Ich hab dann auch mich nicht um die Größeren gekümmert, sondern mich mit den Kleineren beschäftigt. Das waren nur 5 und da hab ich dann ein bisschen „Ringel Ringel Reihe“ gespielt und „Hoppe Hoppe Reiter“ gemacht. Und dann auch „Hast einen Taler, gehst zum Markt“ eingeführt, davon waren dann überraschenderweise auch die Großen begeistert :D. Gestern hatte ich versucht ihnen „Schoko Schoko La La“ beizubringen, aber das war dann doch etwas zu kompliziert anscheinend. Egal, das wird schon. Denen macht das dann auch nichts aus, dass die Reime auf Deutsch sind, sondern versuchen trotzdem das dann nachzuahmen, und was da dann raus kommt, ist echt süß.

 

Also, Mama, falls du mir noch ein paar Sachen aus der Kindergruppe sagen könntest? Weil ich kann mich nicht mehr an alles erinnern, ist dann doch schon etwas her. Und falls wem anders noch Sachen einfallen, ich nehme Vorschläge gerne an!
Mittlerweile stört mich auch nicht mehr, dass ich die Kinder nicht verstehe. Die wichtigsten Sachen, also Klo und Wasser versteh ich und sonst kann ich einfach abschalten, denn dann ist es einfach ein Hintergrundgeräusch, das vor sich hin plänkelt und das ich nicht beachten muss. Das ist auch mit dem Radio so, der den ganze Tag läuft, und den ich auch sehr gut in meinem Zimmer höre, aber Lesen kann ich trotzdem nahezu ungestört, weil es einfach irgendwas ist. Wenn es Englisch wäre, dann würde ich da immer wieder abrutschen und doch zuhören. So bleibt mir das erspart.

 

Also, ihr seht schon, mir geht’s gut hier und ich hab mich auch gut eingelebt, wobei es dann doch immer noch Sachen gibt, die mir hier fehlen, also außer Freunde und Familie und Bewegung, und zwar hab ich in der Mall nach Taschentüchern gesucht aber einfach keine gefunden!! Gerade bin ich nicht mehr verschnupft, aber ich bin sicher, dass das wieder kommen wird, und dann hab ich keine Lust, immer mit Klopapier rum zu tun, vor allem, wenn ich unterwegs bin, ist das echt doof… Also werde ich wohl noch mal suchen müssen, in anderen Läden. Die fehlende Dusche ist nervig, ich mein, ich komme damit schon irgendwie zurecht, wenn ich dann die Haare wasche, in dem ich mich halb in die Badewanne hänge, aber das ist schon was, worauf ich mich zuhause dann auch freue. Was dazu kommt, man kann Klotüren nicht absperren. Deswegen hoffe ich immer, dass mich jetzt alle gehört haben, dass ich ins Bad gegangen bin, und mich dann keiner stört…

 

Was es hier auch nicht gibt, also noch neben Spülmaschine und Waschmaschine, die es nicht gibt, ist eine Vorratskammer, wo es einfach mal ein paar Sachen drin stehen. Es gibt Reis, Mehl und Maismehl in großen Bottichen und in einem kleinen Schrank stehen dann ein paar Dosen Fisch und Bohnen. In der Tiefkühltruhe gibt es Fleisch. Aber auch der Kühlschrank ist meistens leer. Das ist schon sehr ungewohnt, aber wenn es jeden Tag nur Reis oder Putu (aus Maismehl) mit Fisch-, Bohnen- oder Fleischstew gibt, braucht man anscheinend auch nichts anderes…
Wenn ich hier länger als 3 Monate bleiben würde, hätte ich gerne Pakete aus Deutschland mit Gummibärchen (die hier sind unessbar), Schokolade, Brot, Käse, guter Wurst (die hier ist pink und riecht echt nicht nach Wurst…), und Taschentüchern… :D
Aber keine Sorge, ich komme ja wieder heim, und dann werde ich das erst so richtig genießen können… und Schokolade hab ich hier ja auch. Da muss ich jetzt einfach durch.

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Mo

08

Okt

2012

Alltag geht weiter...

Montag, 8. Oktober 2012

 

Die Ferien sind vorbei, und alles ist, wie es davor auch war. Seltsamerweise bin ich heute Morgen schon um 5 Uhr aufgewacht, nach 7 Stunden Schlaf. Ich hab dann so bis halb 7 noch weiter gedöst, weil es mir doch etwas früh vorkam. Dann gab‘s Frühstück, also Porridge mit Milch und ich hab mich fertig gemacht und auf den Weg zur Creche. Es ist immer noch kühl, also mit Nebel und Regen und so, gar nicht schön. Es könnte wieder wärmer werden, finde ich! Das Tröstliche bei mir ist, dass ich weiß, dass es noch schöner wird!

 

In der Creche war heute echt viel los, es waren 30 Kinder, davon 4 Babys. Und alle unausgelastet. Also haben sie viel rumgetobt und ständig haben mehrere Kinder geweint und alles… Aber ich hatte dann auch nicht den Nerv, immer alle zur Ruhe zu bewegen, und die andere Erzieherin auch nicht, also haben wir sie toben lassen und irgendwann wurde es dann auch besser. Also so zum Essen und bei den Kreisen. Ich hab auch wieder mit ihnen bisschen „geturnt“, also Hampelmänner und auf der Stelle rennen und hüpfen und klatschen, und da haben auch alle begeistert mit gemacht, und dann waren sie auch eine Zeit lang ruhig am Boden gesessen, weil alle kaputt waren. Aber so wahnsinnig lange hat es leider nicht angehalten.

 

Ich hab wieder viel mit den Babys gemacht, weil die wollen nicht ständig was von mir auf Zulu… :D
Es war ein kleines neues Baby da, und das war sooo putzig! Kennt ihr alle „Tarzan“, das Babys am Anfang, also Tarzan, als die Affenmama ihn findet? Solche Geräusche hat der Kleine auch die ganze Zeit gemacht und hat gegrinst und gelacht. Und wenn er geweint hat, dann hat er mit Quietschen angefangen, so ganz leise und dann hat er das langsam gesteigert… Ja, der kleine Kerl hat so ein bisschen meinen Tag gerettet, weil alles andere war sehr anstrengend. Und auch waren die ganzen Kinder echt lange da, also ich bin erst gegen halb 4 nach Hause, aber da waren immer noch 5 Kinder da.

 

Eigentlich wollte ich in die Mall heute, aber es regnet und ist kalt, und da will ich niemanden fragen, ob er mitkommt. Und irgendwie hab ich da auch nicht so Lust. Aber morgen muss ich dann echt mal gehen, weil mein Internet fast aufgebraucht ist. Und ich will Schokolade :). Morgen muss einfach das Wetter besser sein…!

 

In Südafrika teilt man die Bevölkerung in 4 Hauptgruppen, schwarz, farbig, Inder und weiß. Inder werden extra genommen, weil es doch sehr viele sind. Schwarz und farbig ist was unterschiedliches, das merkt man, wenn man viel mit Nicht-Weißen zu tun hat, denn da sind deutliche Abstufungen zu erkennen. Aber es ist manchmal schwer das genau zu unterteilen, weil eigentlich gehen die beiden Bereiche ineinander über. Und das ist auch nichts Rassistisches, das ist einfach die normale Unterteilung, also Afrikaner finden da auch nichts dran.

 

Oh, bevor ich es vergesse, am 28. Oktober erwartet mich die nächste Hochzeit. Irgendein Verwandter heiratet und da darf ich dann mitkommen. Ich bin ja echt gespannt, ob das genauso ist, wie die, auf der ich schon war, oder ob es doch noch mal anders ist. Diesmal nehme ich dann auch meine eigene Kamera mit, um Bilder zu machen. Ich finde das schon schön, dass ich hier doch ziemlich viel wirkliche Kultur mit bekomme! Denn dazu bin ich ja auch hier. Um Südafrika kennenzulernen, auch von der traditionellen Seite. Weil das ganze Touri-Zeug, das sehe ich hier eigentlich gar nicht. Weil ich eben in einer südafrikanischen Familie lebe und auch arbeite und sonst nicht viel herum komme. Das ist vielleicht etwas schade, also ich würde schon auch noch ein bisschen mehr sehen, so mal Elefanten oder so… Aber keine Ahnung. Vielleicht muss ich dann einfach nochmal hier her kommen. Das will ich sowieso. Also einfach, weil es hier echt schön ist! Also leben wollen würde ich hier nicht als Weiße, einfach weil es dann doch etwas unsicher ist und ich auch meine Kinder nicht hier großziehen will. Aber so als Urlaubsziel und zeitweise leben, gefällt es mir echt gut und die Menschen sind auch alle sehr freundlich und offen und herzlich. Das mag ich!

 

Aber natürlich gibt es immer noch so viele Sachen, an die ich mich erst noch gewöhnen muss und auch Sachen, an die ich mich lieber nicht gewöhnen will, zu Letzterem gehört zum Beispiel die Sache mit dem Müll. Der liegt hier einfach überall rum. Und dann nicht mal eine Chipstüte oder ein Bonbonpapier, nein, richtig viele volle Tüten voller Müll am Straßenrand, im Park, in der Stadt, in den Gärten. Manchmal sieht man dann ein paar Menschen, die gerade etwas Müll verbrennen. Alles ist einfach voll, es gibt kein Stückchen, das nicht verschmutzt ist. So etwas wie Müllabfuhr oder überhaupt mal Müllhalde scheint es hier gar nicht zu geben, ebenso wenig wie Menschen, die den Müll wegräumen. Aber wohin auch. Und wozu, das hält doch nicht lange, weil den Menschen hier auch das Verständnis für saubere Umwelt fehlt. Das finde ich echt schlimm. Weil durch den ganzen Müll stinkt es auch fast überall. Ich versteh gar nicht, warum das niemanden stört. Wahrscheinlich, weil sie es gar nicht anders kennen…

 

Heute gibt es nicht so viel zu erzählen, weil alles ziemlich normal und ereignislos verlaufen ist. Ich hoffe ja, dass die nächsten Wochen noch immer ein bisschen was passiert, nicht, dass ich euch dann irgendwann langweile, weil ich immer nur noch rumlabere, und eigentlich keinen Inhalt mehr zu erzählen habe… Und außerdem, weil es sonst ja auch für mich hier etwas langweilig werden könnte…
Also, ich freue mich jetzt dann auf „Bold and Beautiful“, eine Serie um 18.00h, die ich etwas verfolge, weil es ganz nett ist. Ist halt Amizeug und halt maßlos übertrieben und Drama und so. Aber ganz lustig. Zumindestens besser als alles andere, was im Fernsehen läuft… Was anderes werde ich heute dann auch nicht mehr machen. Vielleicht noch etwas lesen, oder Zulu lernen. Mal sehen.

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So

07

Okt

2012

Ferienende

Sonntag, 7. Oktober 2012

Die Ferien neigen sich ihrem abrupten Ende zu. Obwohl es nur bedeutet, dass ich ab morgen wieder was zu tun habe. Weil ich wache auch so immer um 6 Uhr auf, da muss ich mich also nicht umstellen. Ich freu mich schon wieder auf die Kinder, und die damit zusammenhängende Bewegung! Und Beschäftigung. Wobei die letzten Tage jetzt gar nicht so schlimm waren, weil ich unter anderem auch mit meiner Familie geskypt habe, ein bisschen ferngesehn, da kam gestern so eine abgefahrene Show, die aus Japan berichtet hat.

 

Da gibt es nämlich einen Wettkampf, der heißt „Ninja Warrior“. Und da machen viele verschiedene trainierte Menschen mit. Und das besteht aus einem Parcours mit verschiedenen Hindernissen, die bezwungen werden müssen, wie z.B. eine Wand, die hochgeklettert werden muss, oder einfach angefahrene Dinge, ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Auf jeden Fall haben die Teilnehmer nur eine Chance, und wenn sie scheitern, dann fallen sie in schmutziges Wasser und sind ausgeschieden. Von 60 Teilnehmern haben nur 5 die erste Ebene geschafft, scheint also nicht so einfach zu sein, denn eigentlich waren alle ziemlich trainiert und sportlich. Und da die Hindernisse so abgefreakt waren, hat es auch ganz Spaß gemacht das zu sehen. Teilweise hat es aber auch an „Ups, die Pannenshow“ erinnert, weil die halt auch oft einfach blöd ins Wasser gefallen sind.

 

Außerdem hab ich mir die Zulu-Bibel wieder vorgenommen und hab da den ganzen Schöpfungsbericht, also Genesis 1 aufgeschrieben und dann so viel wie möglich übersetzt und rausgesucht, und ich merke, schon, dass ich so ganz langsam voran komme, auch die Grammatik mit zu verstehen. Und das wird schon, das macht mir dann auch wieder Mut, da dran zu bleiben! Noch dazu freue ich mich über geistige Beschäftigung, weil Lesen ist dann doch nicht das gleiche, wie das Gehirn auf diese Weise anzustrengen, da Zusammenhänge zu erkennen und auch erstmal fremde Wörter und Klänge wiederzuerkennen. Was ich mir jetzt als Nächstes vorgenommen habe, ist, dass ich eine Liste aus allen Wörtern mache, um da noch besser durchzublicken. Ich weiß aber auch, dass das eine riesen Arbeit ist, weil Genesis 1 jetzt doch keine so kurze Bibelstelle ist, aber ich muss das machen, ich blick sonst nicht mehr durch, welche Wörter ich weiß, und was alles Vorsilbe sind und so weiter…

 

Heute war ich mit meiner Gastmum in einem Studentenwohnheim zum Gottesdienst. Zumindestens denke ich, dass es ein Studentenwohnheim war, weil das war ein riesiger Komplex, und viele junge Menschen und auch Tshirts, auf denen DUT, also „Durban University of Technology“, stand. Auf jeden Fall sind wir von daheim ein Stück mit dem Minitaxi gefahren. Und dann auf das Wohngelände und in einen kleinen Raum mit ein paar Stühlen und einem Tisch vorne, da waren zwei so junge Männer, die mir auch mit Namen vorgestellt wurden. Und einer davon war irgendwie der Präsident von der Studentenvereinigung(?) oder vielleicht auch nur von der Studentengemeinde. Keine Ahnung, so genau hab ich das nicht verstanden. Ich hab mich dann auf einen Stuhl gesetzt, während der Tisch langsam in einen Altar verwandelt wurde, so mit Tischdecke, und Kerzen und Blumen und Kreuz und Bibel und so. Langsam kamen dann auch Studenten und Studentinnen und die Stühle haben sich gefüllt.

 

Gegen halb 10 ging dann der Gottesdienst los, in dem die Pfarrerin, gefolgt von zwei Mädels, die eben die Pfarrerin wieder unterstützt haben, in roten Gewand, mit einem weißen drüber, und gefolgt von einem riesigen jungen Mann, in einem schwarzen Gewand. Der war dann doch im ersten Moment etwas gruslig, einfach, weil er so riesig war!! Also, dann das Übliche, also ewig lange Liturgie, dich ich aber mittlerweile schon fast mitsingen kann, weil die Melodie ins Ohr geht und man den Text aus den Gesangsbüchern ablesen kann. Ich sitze immer neben netten Leuten, die mich mit reingucken lassen. Das ist ganz gut so. Und ich hab da dann auch schon gemerkt, dass ich so ein paar Wörter wieder erkannt habe, also von denen, die ich mir selber beigebracht habe!

 

Nach dem Singen kamen dann die Bibelstellen, die ich in meiner Bibel auf Deutsch mitlesen konnte. Dann kam die Predigt, und das war dann wieder langweilig, weil ich nichts verstanden habe. Also hab ich aus dem Fenster geguckt und eine Ratte beobachtet, die da rumsaß, bzw. sich erst etwas bewegt hat, aber irgendwie war mit was nicht so ganz okay. Aber die war gar nicht eklig oder so, also irgendwie sah die sogar ganz süß aus, einfach wie eine große Maus, vielleicht war es auch eine große Maus, ich weiß es nicht, wie unterscheidet man die beiden eigentlich? Neben mir saß auch eine junge Frau mit ihrem Kind, ich glaub es war ein Mädchen, mit dem hab ich dann auch etwas „gespielt“, weil das Kind hat immer die Nase gerümpft, also hab ichs auch gemacht, und immer so Grimassen gezogen und so und dann war das auch ganz nett.

 

Nach der Predigt wurde dann wieder etwas gesungen und dann sind alle rumgegangen und haben sich gegenseitig die Hand gegeben, bzw. umarmt, warum, hab ich noch nicht herausgefunden. Danach gab‘s dann Abendmahl und diesmal sogar mit echtem Wein. Der hat ganz gut geschmeckt und ich würde gerne auch mal so Wein trinken, weil der ist ja hier in Südafrika auch ein sehr viel angebautes Gut und deswegen wäre so etwas südafrikanischer Wein schon was Schönes. Mitbringen ist keine so gute Idee, weils einfach viel zu schwer ist und dann ich dem Koffer und dessen Stabilität nicht so viel vertraue… Aber mal sehen, irgendwann komme ich vielleicht noch dazu, Wein zu kostet.

 

Nach dem Gottesdienst hat dann der Präsident (von was auch immer) ein paar Worte gesagt und mich willkommen geheißen und sich bedankt, dass ich da bin und hat dann auch darauf hingewiesen, dass Deutschland ein Partnerland in was auch immer ist. Und dann haben sich wieder alle voneinander verabschiedet und ich wurde viel umarmt und alle haben sich gefreut, dass ich da war, irgendwie ist das was ganz Besonderes. Und ich mag das eigentlich nicht so, weil ich bin ja nur mitgekommen, weil meine Gastmum da den Gottesdienst gehalten hat und so. Und Bilder mussten dann natürlich auch noch mit mir gemacht werden…

 

Ich finde das ganz ungewohnt, so plötzlich immer im Mittelpunkt zu stehen. Weil es ist schon so, dass, wenn ich zum Beispiel irgendwo bin, dann fühle ich mich nicht anders als alle anderen, also ich „vergesse“, dass ich trotzdem anders aussehe und dann kommt des mir ganz komisch vor, warum mich alle immer anstarren und angucken und so. Bis es mir wieder einfällt, dass ich natürlich vollkommen anders aussehe und das für viele auch ein sehr seltener Anblick ist, so ein weißer Mensch… Weil meine Familie findet es nicht mehr eigenartig, dass ich weiß bin, und ich mich dann da auch voll integriere.

 

Auch ganz interessant ist, dass ich hier mit den meisten Menschen auf Augenhöhe bin, oder sogar größer als viele. Das ist mal was ganz was Neues für mich! Also klar gibt es auch große Menschen, aber ich bin zum Beispiel größer als alle in meiner Gastfamilie und auch heute da im Gottesdienst, waren die Mädels manchmal größer, aber das lag dann auch an den hohen Schuhen, die sie getragen haben. Und es gibt echt viele kleine Männer hier. Warum, das weiß ich nicht, aber es ist auch ganz angenehm, nicht immer nur nach oben gucken zu müssen, sondern auch mal „normal“ zu sein ;).

 

Dann wieder daheim gab‘s Essen und dann habe ich ein bisschen gelesen und Mails beantwortet und geschlafen, weil ich einfach echt müde war… Aber das war ganz schön eigentlich. Dann gab‘s Abendessen, das von gestern nochmal, wobei es auch keinen großen Unterschied gemacht hätte, wenn neu gekocht worden wäre. Also, je mehr Zeit verstreicht, desto mehr vermisse ich das gute und vor allem abwechslungsreiche Essen von Deutschland!! Es ist halt immer dasselbe… Immer!!! Es ist ja nicht so, dass es nicht gut schmeckt oder so, aber etwas Abwechslung wäre dann halt doch mal nicht schlecht. Was mit Nudeln, oder Kartoffeln und nicht nur Fisch oder Fleisch in irgendeiner Soße… Da beneide ich die deutschen Freiwilligen, die für sich selbst kochen und dann auch europäisch essen können… Also, an alle daheim: esst immer mit Bedacht und freut euch über das Essen das es gibt, und die Abwechslung und alles, denn es geht auch ganz anders… :D.

 

Ach ja, bevor ich’s vergesse, ich hab heute die winzigste Eidechse meines Lebens gesehen. Ich war grad so im Bad und hab Zähne geputzt, da fällt mir am Boden so etwas auf, da lag irgendwas und ich hab mir gedacht, das sieht zwar aus wie eine Eidechse, aber das ist doch viel zu klein, das kann unmöglich eine sin, ist bestimmt nur ein bisschen Dreck oder so. Dann hab ich das Irgendwas aber mal angestupst und dann hat es sich tatsächlich bewegt! Das Tierchen war allerhöchstens 2 cm groß!! Aber irgendwie putzig, so ein winziges Irgendwas… :).

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Fr

05

Okt

2012

Zulu lernen leicht gemacht :D

Freitag, 5. Oktober 2012

Gestern gabs dann doch keine Mall irgendwie, keine Ahnung, also hab ich nichts gemacht, aber es war okay, weil ich relativ spät erst angefangen habe zu lesen, weil ich ja auf meiner Seite herum gewerkelt habe und dann noch gefrühstückt und so und dann war das schon gleich was ganz anderes, als wenn ich um 8 Uhr schon das Lesen beginne, denn dann kommt lange nichts Neues. Ich hab mich auch zeitweise mal mit vor den Fernseher gesetzt, die sitzen da vor allem auch aus Mangel an Alternative, denn Bücher gibt es hier in dem Haus eher spärlich… Außerdem war es auch deutlich kühler und somit viel angenehmer, weil man nicht so müde wird. Ich hab also wieder ein bisschen „Sherlock Holmes“ gelesen, dann wieder ein bisschen Computer gespielt, und was gegessen. Ja okay, eigentlich hab ich gestern, wie die anderen Tage auch, nichts gemacht. Abends bin ich dann ins Internet, bis es dann abgespackt ist…

 

Aber egal, heute ist es nochmal kühler, es soll heute insgesamt nicht wärmer als 21°C hier werden, gestern waren es wenigstens noch so 26°C. Aber wie gestern schon gesagt, es ist angenehm :). Aber auch für heute ist nichts geplant. Meine Gastmum ist weg, um ihre Mutter zu besuchen. Sie meinte, dass sie so gegen 1 Uhr wieder da ist, aber das muss nichts heißen. Vorgestern hieß es auch, dass sie so zwischen 12 und 1 heimkommt, und dann war sie abends um 5 Uhr erst wieder da. Aber das macht auch nichts, weil ich mich sowieso eher alleine beschäftige, und ich hab da jetzt auch was gefunden für die nächste Zeit:

 

Ich habe heute nämlich tatsächlich angefangen ein bisschen Zulu zu lernen, und zwar hab ich eine Zulubibel genommen, die lag in meinem Zimmer, meine Gastmum ist ja Pastorin, und hab mir den Psalm 23 abgeschrieben. Auf die Idee bin ich gekommen, als ich diesen Psalm in der Kirche entdeckt habe. Dann wollte ich eigentlich das Deutsche aus meiner Bibel abschreiben, aber dann habe ich gemerkt, dass die Übersetzung doof war, also hab ich aus dem Gedächtnis die Lutherbibelstelle rekonstruiert, allerdings gibt es eine kleine Lücke, also falls jemand die Güte hätte, mir den kompletten Psalm in Lutherfassung zu schicken, wäre ich ihm oder ihr sehr verbunden! Also, ich hab das dann abgeschrieben und verglichen und tatsächlich sind mir ein paar Dinge aufgefallen.

 

Aber bevor ich die Bibelstelle komplett untersucht habe, hab ich mir erstmal Genesis 1,1 vorgenommen, denn das war echt einfach. Im Deutschen: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ und auf Zulu: „Ekuqaleni uNkulunkulu wadala izulu nomhlaba.“. Da ich schon weiß, dass „izulu“ „Himmel“ heißt, war das der erste Anhaltspunkt. Wenn man dann ein bisschen weiter geguckt hat, sieht man, dass „uNkulunkulu“ in dem Text ganz oft vorkommt, daher hab ich angenommen, dass es „Gott“ bedeuten wird, auch hab ich das Wort in den Gottesdiensten schon sehr oft gehört. Im nächsten Vers geht es um die Erde, und das erste Wort ist „umhlaba“. Ich weiß, dass „u-„ das Begleiterwort ist, damit ergibt sich, dass „nomhlaba“ was mit „Erde“ zu tun hat. „No-„ ist dann das Verbindungswort „und“. Wie herum die beiden verbleibenden Worte gehören, bin ich mir nicht ganz sicher.

 

Und das ist auch die Schwierigkeit, die ich gerade noch habe, weil ich einfach noch nicht viele Wörter kenne. Aber ein Anfang ist es trotzdem! Je mehr Stellen man sich anguckt, desto mehr Zusammenhänge sieht man und desto mehr kann man dann daraus schließen. Es wird noch lange dauern, bis ich den kompletten Psalm 23 Wort für Wort erschlossen habe. Aber es ist zumindestens eine Aufgabe, an der ich arbeiten kann und es macht mir auch Spaß!

So sehen meine Aufzeichnungen zum Zululernen aus.
So sehen meine Aufzeichnungen zum Zululernen aus.

Naja, jetzt schreibe ich  ja gerade und danach mach ich vielleicht weiter, mal sehen, ich hab ja noch ein bisschen Zeit hier :). Wobei es jetzt auch schon Freitag ist und damit sind die Ferien auch schon beinahe an ihrem Ende angelangt. Wie ich das Wochenende verbringe weiß ich nicht, aber anscheinend hatte meine Gastmutter die Idee, dass ich zu Kenosis soll. Ich habe nämlich einen Anruf von Lena bekommen, die mir das mitgeteilt hat und dann aber gesagt hat, dass sie alle gar nicht da sind, weil sie heute zum Zelten in die Drakensberge fahren. Und leider haben sie auch keinen Platz mehr im Auto, sonst hätte ich mitfahren können. So könnte ich schon zu Kenosis und in Kristinas Haus wohnen, aber dann wäre ich halt allein. Ich hab keine Ahnung, was meine Gastmum sich da ausgedacht hat, ich mein, ja, sie hat mich gefragt, ob ich die Ferien nach Kenosis will, aber ich hab ich da gesagt, dass ich ja nicht weiß, ob die Freiwilligen dann da sind, weil sie sich Pläne für diese Woche überlegt haben, als ich vorletztes Wochenende bei ihnen war.

 

Ja, alles ein bisschen verwirrend. Da ich jetzt auch eine Beschäftigung für viele Stunden gefunden habe, stört es mich auch nicht, hier nichts Wirkliches zu tun zu haben. Es sind sowieso nur noch 2 ½ Tage, dann fängt die Arbeit wieder an und ich werde froh sein, über ein bisschen Ruhe danach :).
So, war jetzt ganz kurz mit meinem Gastbruder ein paar Chips kaufen, in einem Haus in der Nähe.

 

Als es so heiß war die letzten Tage, da meinte meine Gastmum, dass wir mal an den Strand fahren, wenn sie mal an einem Wochenende etwas Zeit hat. Weil ich dachte ja, dass ich mit der Creche da mal hinkomme, aber das ist illegal, weil die Regierung alle Ausflüge verboten hat, nachdem es viele Unfälle mit Schulkinderbussen gab, wo auch viel Kinder gestorben sind. Prinzipiell ein logischer Schritt, aber unsinnig, weil das Problem beim unsicheren Verkehr im Allgemeinen liegt, so wird nur die Folge und nicht die Ursache entfernt. Aber zum Beispiel meinte auch Kristina, die ja in einer Schule arbeitet, dass die auch nach dem Verbot, das gibt’s noch nicht so lange, mit ihrer Klasse auf einem Ausflug war, also irgendwie wird das anscheinend nicht so streng gesehen bei manchen. Aber wie auch immer, ich werde irgendwann mal an den Strand kommen!

 

Es gibt so viel, was ich noch zu erzählen habe, also Dinge, die mir hier aufgefallen sind, aber jetzt ist der Bericht schon wieder recht lang, also hab ich eine Liste gemacht, denn es sind jetzt keine Dinge, die temporär sind oder so, sondern eher so allgemeine Sachen über Südafrika und Südafrikaner. Also werde ich davon erzählen, wenn es sonst nichts gibt, damit ihr immer schön was zum Lesen habt :).

 

Es ist jetzt noch ein wenig Zeit verstrichen, und ich habe eine wundervolle Entdeckung gemacht :). Die Hündin der Familie hat Babys!! Das sind kleine hilflose Würmchen, die auf dem Boden robben und quietschen… Und als Koskona sie mir gezeigt hat, musste ich natürlich gleich meine Kamera holen… Oh, die sind einfach putzig! Und erst ein paar Tage alt. Also werden vermutlich auch noch ein paar Bilder folgen :). Ich habe nur zwei kleine Welpen vor der Hundehütte gesehen und zwei drinnen bei der Mutter, aber es sind, denk ich, schon noch mehr, die Mutter hat das nur ganz gut gemacht, dass sie die Babys sicher versteckt hat. So süüüüüß… ;).

Hundewürmchen... :)
Hundewürmchen... :)
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Do

04

Okt

2012

Ferien

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Macht euch keine Sorgen, wenn ihr eine Zeitlang nichts von mir gehört habt, das liegt einzig und allein daran, dass es nichts zu erzählen gibt, weil auch nichts passiert. Es sind nämlich gerade Ferien. Und es ist nichts geplant. Also liege ich so gut wie den ganzen Tag in meinem Zimmer rum und lese, bzw. wenn mein Laptop aufgeladen ist, spiele ich ein bisschen. Dabei schwitze ich unmäßig, weil die Temperaturen über 30°C klettern. Und das von 11 Uhr Vormittags bis 18 Uhr Abends, wenn dann endlich die Sonne untergegangen ist!
Heute ist zum Glück eine Ausnahme, weil es heute nur so 25°C haben soll, und außerdem ist es bedeckt, wenn es gut läuft, regnet es sogar! Das mag für euch etwas eigenartig klingen, weil es bei euch nicht so der Wahnsinn ist, aber wenn man drei Tage lang am Stück nur müde herum liegt den ganzen Tag, weil es viel zu heiß ist, um raus zu gehen geschweige denn, sich zu bewegen, dann freut man sich über Regen!

 

Okay, so ganz gar nichts, mache ich dann auch nicht. Am Montag war ich mit Koskona (der größere Bruder, also von den beiden, er ist 15) in der Mall und wir haben ein paar Sachen eingekauft. Das war so um halb 11, und es war brütend warm, weil wir in der Sonne gelaufen sind. Übrigens waren da vor den großen Supermärkten ganz lange Schlangen von Menschen, und das lag daran, dass der Monat September vorbei war und die Leute ihr Geld bekommen haben! Deswegen waren auch alle Supermärkte überfüllt und wir mussten lange anstehen, denn das verdiente Geld wurde in Lebensmittel umgesetzt. Aber auch vor den Bankautomaten waren viele Menschen, die das Geld vermutlich auf ihr Konto überwiesen haben. Da noch nicht alle Leute hier ein Konto besitzen, wird das nicht automatisch von den Firmen und Unternehmen gemacht.


Dann habe ich mich in mein Zimmer gesetzt und gelesen. Hab „Die Buddenbrocks“ beendet, mit „Adventures of Sherlock Holmes“ begonnen. Denn ich habe, da der Nils so nett war, seinen kindle-E-reader dabei, und damit ganz viele Bücher! Und das ist auch echt gut so, sonst hätte ich ja noch weniger zu tun. Danke nochmal!!
Abends dann gab es „Braai“, also eigentlich Grillen. Es war nämlich kein traditionelles Braai mit vielen Freunden und groß und so, sondern es wurde einfach Fleisch über einer Feuertonne gegrillt. Und dann mit Bohnen, Salat und Pouridge (der Frühstücksbrei) gegessen. Da ich sehr müde war, hab ich mich nur kurz mit vor den Fernseher gesetzt, bis mein Laptop wieder voll geladen war. Dann bin ich in mein Zimmer und hab weiter gelesen und mein Internet ausprobiert, das zur Zeit gerne mal abspackt…

 

Am Dienstag dann gab es wieder gar nichts zu tun, also habe ich weiter „Sherlock Holmes“ gelesen, dann noch „Die Reise um die Welt in 80 Tagen“. Ich bin übrigens darauf gekommen, mich auf den Boden zu setzen, anstatt aufs Bett, denn da ist es deutlich kühler, und ich hab keine dicken warmen Kissen im Rücken. Außerdem hab ich ein bisschen Workout gemacht, also so eine Übung, dann was trinken und Pause, dann wieder eine Übung… weil um mehr am Stück zu machen, war es einfach zu heiß. Mein Zimmer steht nach Westen, das heißt, sobald die Sonne weit genug oben steht, brennt sie erbarmungslos auf das Dach und heizt so die Wohnung auf, und das geht dann immer so weiter, bis sie die Güte hat unterzugehen.

 

Gestern am Mittwoch habe ich wieder ein wenig mit dem Internet gekämpft, ich hab da jetzt irgendwas umgestellt, dass ich nur noch die verhältnismäßig schnelleren Netze haben will. Aber so ganz klappt das auch nicht, weil auch da die Geschwindigkeit gerne mal Null wird… Ich muss einfach Geduld haben und Glück und dann klappt das. Morgens, so gegen 6 oder 7 ist es meistens gut genug, um Seiten zu besuchen und zu benutzen. Nur Skypen, also Anrufe, spacken gerne trotzdem mal. Sonst hab ich wieder gelesen, weiter „Sherlock Holmes“ und dann „Das Bildnis des Dorian Grey“ angefangen, also nicht so viel gelesen, weil ich auf meinem Laptop gespielt hatte.


Ich hab auch den kleineren Bruder, Baphiwe, zweimal in meinem Zimmer erwischt, wo er in meinen Sachen rumgetan hat. Ich glaube aber, dass er es vor allem auf mein Handy und die darauf befindlichen Spiele abgesehen hat. Es nervt trotzdem, denn er hat mir auch 3 Bonbons entwendet, also mittlerweile, und ich weiß nicht was ich tun soll, denn mein Zimmer immer abzusperren, selbst wenn ich nur kurz aufs Klo gehe oder im Wohnzimmer sitze, kommt mir dann doch übertrieben vor. Die letzten Tage war er auch oft viel unterwegs, dann war es kein Problem. Ich sperre übrigens mein Zimmer auch immer dann ab, wenn ich mal etwas Privatsphäre haben will, also die Nacht über und dann morgens auch, weil sonst kommen die beiden gerne mal rein. Allgemein kommen sie gerne, besonders Koskona, und hocken sich auf mein Bett, während ich lese und sitzen oder liegen dann da, ohne was zu sagen. Keine Ahnung warum. Aber ich sag dann schon, wenns mir zu viel wird, ob es ihnen was ausmachen würde, raus zu gehen.

 

Und außerdem hab ich Kopfschmerzen bekommen, die dann bis zum Abend angehalten haben, und mich dazu gebracht haben, nachdem ich Paracetamol genommen habe, schon gegen halb 8 ins Bett zu gehen und zu schlafen, weil alles andere ging einfach nicht… Aber ich bin dann tatsächlich recht schnell eingeschlafen und bin am nächsten Morgen, also heute dann auch erst um halb 7 aufgewacht. Allerdings sind die Kopfschmerzen immer noch nicht ganz weg. Heute ist geplant, dass ich wieder in die Mall gehe, mit meiner Gastmum, um ein paar Sachen einzukaufen. Und da es kühler ist heute, ergibt sich vielleicht auch noch was anderes.

 

Falls jemandem etwas einfällt, was ich machen könnte, ich freue mich über Vorschläge!! Rausgehen ist nicht so toll, weil ich eben nicht alleine unterwegs sein sollte.

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So

30

Sep

2012

Sunday School

Sonntag, 30. September 2012

 

Heute Morgen gegen dreiviertel 6 geweckt werde, dann frühstücken, eine schöne heiße Tasse Rotbuschtee trinken -> das Nationalgetränk, weil Rotbusch hier angebaut wird. Dann fertig machen und warten. Eigentlich hieß es, dass wir um halb 7 aus dem Haus wollten, aber weit gefehlt in Südafrika, da verlässt man dann auch mal erst um halb 8 das Haus und läuft vor zur Straße um auf ein Minitaxi zu warten. Wenigstens mussten wir, also meine Gastmutter, ich und mein kleiner Bruder, Baphiwe, da nicht so lange warten. Aber mit uns war es dann auch voll und somit war es eine schön kuschlige Fahrt in die Stadt. Da dann raus und warten. Was auch sonst.

 

Da standen wir dann, irgendwann sind wir zu so einer Frau, sie mit ihren drei kleinen Kindern dastand und die haben sich dann unterhalten und wir haben zusammen gewartet. Auf einen Bus, hieß es. Es kamen dann auch irgendwann noch mehr Leute und vor allem Kinder. Und irgendwann kam dann sogar der Bus, der noch viele weitere Kinder und ein paar Erwachsene dabei hatte, da sind dann alle eingestiegen, nur meine Gastmum und ich nicht, wir sind in ein Auto, das hinter dem Bus hergefahren ist, da saß dann noch eine weitere Pfarrerin drinnen.

 

Und dann ging es los, aus der Stadt raus und ich hab ganz viel gesehen, so Vegetation und so, und das waren oft echt voll gute Fotomotive, aber aus dem Auto kann man nicht so gut fotografieren. Nach einer dreiviertel Stunde sind wir dann in Mpumalungu angekommen, da war ein großer Saal und viele Kinder mit Begleitpersonen außen rum. Es war ein Sunday-School-Treffen von ganz vielen Gemeinden aus der Umgebung. Und natürlich, nach dem ich viele Hände geschüttelt habe und von vielen Kindern angestarrt wurde, wurde wieder gewartet. Der Bus mit den Kindern der Pietermaritzburg South Parish, war viel langsamer als wir mit dem Auto. Als er dann kam, und die Kinder alle ausgestiegen sind,  wollte der Strom der Insassen gar nicht mehr aufhören. Ich hab keine Ahnung, wie so viele Kinder sich in eine Bus quetschen konnten, aber irgendwie scheint es ja geklappt zu haben.

 

Im Saal dann war Mrs. Mahaye (Gastmum) verschwunden und so stand ich ein bisschen blöd rum und hatte keine Ahnung, was ich machen soll. Ein Typ hat mich dann irgendwann angesprochen, es war der Sohn vom Dean aus Pietermaritzburg. Aber dann stand ich auch wieder doof rum. Nach viel warte und rumstehen kam sie dann und wir haben uns irgendwo hingesetzt. Und dann ist sie mit der anderen Pfarrerin und ein paar älteren Kindern auf die Bühne und die haben dann von da oben den Gottesdienst geleitet mit viel Bibellesen und Gesinge. Und irgendwann bin ich dann auch mit hoch auf die Bühne und hab mich da hin gesetzt, ach, das war immer ganz komisch, weil ich einfach keine Ahnung hatte, was ich machen soll und so.

 

Irgendwann gab es was zum Essen. Und irgendwann kamen auch zwei ältere Herren, die beide Deutsche waren und die von einer Partnerschaft mit südafrikanischen Gemeinden irgendwie so Sprecher waren und irgendwann sind wir dann auch raus und da hat dann der eine ein bisschen was erzählt so von den Anfängen der Partnerschaft und bla und so. Ach ja, davor, da haben dann noch verschiedene Gruppen von Kindern gesungen oder getanzt. Und ich hab ein paar Bilder gemacht, weil ich meine Kamera dabei hatte.

 

Und dann irgendwann sind wir wieder zum Bus, das war so um halb 4, bis dann alle Kinder und Begleitpersonen im Bus waren und wir losfahren konnten, musste natürlich auch erst mal wieder gewartet werden… Der Bus war furchtbar laut und warm und ich hatte einen Stehplatz, da konnte ich mich eigentlich ganz gut an den Sitzen anlehnen, aber hinter mir war so ein kleiner Junge, der hat mich dann immer weiter vor gedrängt und dann stand ich irgendwann so, dass ich mich nicht mehr anlehnen konnte. Und die Fahrt war über eine Stunde, aber irgendwie kam es mir gar nicht so lang vor, vielleicht gewöhne ich mich langsam schon daran, dass immer alles lange dauert… Und außerdem hab ich wieder viel nach außen geguckt und so viel gesehen.

 

Ich war trotzdem froh, als wir endlich ausgestiegen sind und zum Haus gelaufen sind und ich endlich in meinem Zimmer war. Klar, habe ich heute viel erlebt und gesehen und alles, aber es war anstrengend und streckenweise einfach langweilig. Naja, kann ja nicht immer alles toll sein :).

Ich saß grade in meinem Zimmer und dann kam der größere Gastbruder rein und so und hat mich gefragt wie mein Tag war und ich hab dann höflicherweise auch nachgefragt, wie sein Tag war und der war dann nicht so toll, weil er Stress mit seiner Mutter hatte, wegen dem Kühlschrank, den sie abgesperrt hat, bevor wir gegangen sind, der aber dann anscheinend doch offen war, und dann hat er Ärger bekommen, dass er ihn auf gemacht hat und so. Und außerdem war gestern sein Geburtstag, aber da war gar nichts, also weder ein nettes Wort, oder eine Aufmerksamkeit, geschweige denn Geschenke…

Ich hab keine Ahnung, was da schief läuft und irgendwie will ich mich da auch nicht einmischen, aber komisch ist es trotzdem…

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Sa

29

Sep

2012

Beerdigung auf Südafrikanisch

Samstag, 29. September 2012

 

Beerdigungen in Südafrika sind keine Familienangelegenheit, sondern werden mit der ganzen Gemeinde gefeiert. Letzte Woche sind zwei Frauen aus der Gemeinde gestorben und zu einer Beerdigung sind wir heute gegangen, weil meine Gastmum ja Pfarrerin ist und da den Gottesdient mitgehalten hat. Eigentlich hieß es ursprünglich, dass wir um halb 9 aus dem Haus gehen wollten, weil der Gottesdienst um 9 Uhr beginnen sollte. Aber letzten Endes haben wir dann um 9 das Haus verlassen und haben uns auf einen 40 Minütigen Spaziergang zur Kirche gemacht. Es war echt ganz schön, weil so habe ich noch ein bisschen mehr von der Stadt bzw. dem Viertel gesehen, in dem ich wohne. Außerdem war es gutes Wetter und ich habe mich endlich mal wieder ein wenig bewegt!!

 

Es ist schon interessant zu sehen, dass die Häuser so unterschiedlich sein können und dann sehr stark die soziale Situation der Bewohner spiegelt. Weil wenige Schritte in die eine Richtung, dann kommt man zu Lehm- und Wellblechhütten, und ein kleines Stück in die andere Richtung, dann sieht man große Häuser, oft auch zweistöckig (echt selten bei Wohnhäusern!) mit Ziegeldächern und gepflegtem Hof bzw. Garten. Aber egal, wie das Grundstück bebaut ist, die Kinder die darauf spielen sehen immer glücklich und zufrieden aus.

 

Die Kirche, in der der Gottesdienst dann stattgefunden hat, war dieselbe, in der ich den allerersten Gottesdienst hier in Südafrika besucht hatte. Ich habe mich vorne hingesetzt, ein paar Leute kennengelernt und habe gewartet. Die Kirche hat sich nach und nach gefüllt, das ist irgendwie hier ganz komisch, du kannst noch so viel zu spät kommen und bist trotzdem nie der Letzte. Also Pünktlichkeit ist eine Tugend, die ich hier bestimmt nicht lerne, sondern eher verliere (Tut mir Leid, Nils!).

 

So gegen Viertel 11 kamen dann die Angehörigen der Verstorbenen und der Sarg, der vorne in der Mitte aufgestellt wurde. Dann hat der Gottesdienst auch angefangen, und wenn ich nicht gewusst hätte, dass es ein Trauergottesdienst ist und der Sarg auch nicht dagewesen wäre, hätte es auch ein ganz normaler Gottesdienst sein können. Das ist vielleicht auch, weil ich ja nicht verstanden habe, was die Leute sagen bzw. singen.

Apropos Singen: ich erwähne es noch einmal, Afrikaner haben die Musik im Blut! Egal welches Lied, immer mehrstimmig und laut und gute Stimmen und alles.

 

Der Gottesdienst hat sich hingezogen, wie immer. Wer deutsche Gottesdienste nicht aushält, sollte niemals einen südafrikanischen besuchen. Unter 3 Stunden kommt man nie weg. Auch interessant: es gibt, ähnlich dem katholischen, so „Gottesdienst-Diener“, also junge Mädchen in rotem Gewand mit weißem Überwurf, die Kerzen, das Kreuz und die Bibel reintragen am Anfang und dann auch unterstützend für die Pfarrer da sind und sich bekreuzigen und so. Aber sonst, mit dem ganzen Gerede war es einfach langweilig. Ich bin dann meinen Gedanken nachgegangen, ist auch mal ganz schön. Wenn gesungen wurde, konnte ich mitsingen, weil die Melodien einfach waren und ich den Text aus dem Liederbuch mitlesen konnte, und die Aussprache allein nicht schwer ist. Ich hab halt eigentlich keine Ahnung, was ich singe, aber ein paar Worte sind mir mittlerweile auch bekannt. Abendmahl gab es auch, und die schenken hier tatsächlich Traubensaft aus! Aber ich mag das lieber als den „Fake-Jesu-Blut“-Weißwein.

 

Es haben dann auch einzelne Gruppen bzw. Personen gesungen, und ich war echt verdutzt, als das Piano plötzlich die deutsche Nationalhymne spielt. War halt die Melodie mit anderem Text, aber echt komisch, weil der Text der Hymne doch stark mit der Melodie verbunden ist und da ich den Text eh nicht verstanden habe, kam mir der Text auch immer in den Kopf.


Als es dann endlich vorbei war, habe ich außen vor der Kirche wieder gewartet, bis meine Gastmum, die andere Pfarrerin und zwei der „Dienst-Mädchen“ da waren und dann sind wir in mehr oder weniger Kolonne alle zum Friedhof gefahren, der ein ganzes Stück außerhalb liegt, so sind wir eine dreiviertel Stunde quer durch die Stadt gekurvt. Das Gelände da ist hügelig und mit ganz viel Gras bedeckt und auch die Gräber selbst sind nicht gepflegt und dadurch überwuchert. Aus einer bestimmten Perspektive sieht es dann so aus wie eine Wiese in einem Wald, auf der viele Steine stehen. Ich hab mir so die Inschriften angeguckt und irgendwann ist mir aufgefallen, dass auf den Gräbern mit Grabstein nur europäische Namen stehen, Margareth, Jacob, Louise, Michael und so was in der Art. Die meisten waren auch alt, also vor 1990 begraben.

 

Wir haben die Steinwiese hinter uns gelassen und kamen zu einem Stück, wo dann drei Beerdigungen gleichzeitig stattgefunden haben, so ein kleines Stück immer versetzt. Und jede mit eigener Trauergemeinde und eigenem Gesang. Der Sarg wurde in die Erde gelassen, die Angehörigen haben eine Hand voll Erde ins Loch geworfen und dann sind wir wieder gegangen, also die beiden Pfarrerinnen und ich, wieder zurück zur Stadt. Da sind wir dann zum Haus der Familie der Verstorbenen, denn üblich ist es, ein Zelt vorm Haus stehen zu haben und allen was zum Essen zu bieten. Also Teller nehmen, und Essen aufladen. Vom Prinzip war es dasselbe Zeug, dass es auch auf der Hochzeit gab, also das Übliche südafrikanische Essen eben.

 

Kaum hatten wir aufgegessen ging es auch wieder weiter zu einer anderen Familie, vielleicht war es die Familie der anderen Verstorbenen, keine Ahnung. Da war auch ein Zelt, und da saßen ein paar junge Männer und einer davon hat wild herumgefuchtelt und gerufen und so. Ich hab mir erst nichts gedacht, dachte, dass das halt einer ist, der grad irgendwas erzählt und übertreibt und so. Aber dann ist er aufgestanden kam zu mir, und auch da dachte ich, dass alles okay ist, und er gleich damit aufhört und lacht. Aber nein, er hat weiter geschrien, mir den Stinkefinger gezeigt, die Hände über den Kopf geschlagen, auf mich gezeigt und dabei die Augen ganz weit aufgerissen, der ist voll durchgedreht und dann kamen auch schon andere Männer zur Hilfe und haben ihn gewaltsam wegzerren müssen, weil keine Ahnung, was der sonst noch gemacht hätte. Er war einfach nicht normal im Kopf, also einfach so gar nicht!! Das war schon irgendwie gruselig…

 

Im Haus haben wir uns hingesetzt, dann wurde eine Schüssel mit warmen Wasser gebracht, wir haben unsere Hände gewaschen. Dann kam ein großes Brett mit afrikanischem Brot, Fleisch, das noch an großen Knochen hing, vermutlich ein Kniegelenk einer Kuh und einem großen Messer. Und dann hat man das Ganze mit der Hand gegessen, hat ein Stück Brot genommen, ein Stück Fleisch, das etwas mit Salz eingerieben und dann gegessen. Dabei wurden die Hände schmutzig und schmierig, aber dafür hat man ja davor Hände gewaschen. Aber es hat nicht so wirklich gut geschmeckt, ich mag Fleisch halt lieber etwas mehr angemacht, als mit etwas Salz… Hinterher hat man sich wieder die Hände gewaschen, wir haben was getrunken und sind wieder gegangen. Diesmal aber endlich heim.

 

Daheim dann endlich, so gegen halb 6, war ich ziemlich müde und kaputt. Afrikanische Feiern und alles zieht sich immer so ewig lange. Obwohl wir den ganzen Tag gegessen hatten, gab es dann trotzdem noch Abendessen um halb 8. Ich hab mich dann danach aber gleich in mein Zimmer zurückgezogen, weil ich furchtbar müde und außerdem ein bisschen krank bin, meine Nase läuft und ich huste und hab Halsweh und so. Also jetzt nicht dramatisch, aber so, dass es einfach schlapp macht.

Morgen früh raus, wohin, hab ich keine Ahnung. Ich hab zwar gefragt, aber keine wirkliche  Antwort bekommen und ich will nicht nochmal fragen, weil schließlich erfahre ich es ohnehin morgen früh.

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Fr

28

Sep

2012

Kinder, Kinder

Freitag, 28. September 2012

 

 Heute war es relativ ruhig in der Creche, nur 12 Kinder und 2 Babys. Das liegt daran, dass es Freitag ist und dann auch noch vor den Ferien. Außerdem ist freitags immer früher Schluss, deswegen bin ich jetzt, um kurz vor zwei schon daheim. Auch angenehm war, dass es kühl war, weil es in der Nacht viel geregnet hatte und die Temperatur bei ca. 20°C liegt. Also wirklich kalt ist das nicht, aber schön als Abwechslung zu Hitze. Ich bin trotzdem froh, dass jetzt Ferien sind und ich ein bisschen Ruhe bekommen kann. Also hoffe ich halt, ich weiß ja nicht, was die Familie geplant hat.

 

 

Hier ein paar detailliertere Berichte über ein paar Kinder, die auch auf den Bildern zu sehen sind. Fangen wir mit Siyanda an: 11 Monate alt, schöne Zähne, süßes Mädchen eigentlich, aber sie ist fett. Und das ist jetzt nicht böse gemeint oder abwertend, sondern es beschreibt einfach den Zustand ihres Körpers! Das Problem dabei ist, dass ihr Gewicht verhindert, dass sie Krabbeln und Laufen lernt. Sie kann nichts davon. Setzt man sie auf den Boden, in der Hoffnung, dass sie mal anfängt sich ein bisschen zu bewegen in Richtung der Spielsachen, die man in kleinem Abstand zu ihr hingelegt hat, dann streckt sie sich ein wenig, aber gibt dann auf und fängt an zu weinen. Klar hat sie es schwerer als andere Kinder, weil wenn sie erst mal sitzt, dann bilden ihre Oberschenkel und der Hintern eine sehr solide Basis, die sich nicht so leicht umstürzen lässt. Ich habe mir als Ziel gesetzt, dass ich sie dazu bringe sich zu bewegen, weil alt genug ist sie und dann geht vielleicht auch der allzu reichhaltige Babyspeck mal verloren.

 

Luyanda ist, schätze ich mal, so 4-5 Monate alt. Seine Haare sind noch weich, obwohl sie trotzdem schon kraus sind wie alle afrikanischen Haare. Er ist ein echt süßer Kerl, der eigentlich nicht so viel weint, nur diese Woche war er ein wenig unleidlich, was vielleicht auch daran liegt, dass in seinem Unterkiefer die ersten Zähnchen sprießen. Und was anderes zeichnet ihn noch aus: seine Beule am Bauch. Am Nabel und ein wenig oberhalb davon steht eine Beule aus seinem Bauch heraus, ungefähr Eiergroß. Aber es ist kein Geschwülst oder so, weil es fühlt sich ganz normal wie Bauch an, bloß eben in einer seltsamen Form. Ich hab die Leiterin gefragt, und sie meinte, das da bei der Geburt beim Nabelschnurabzwicken etwas schief gegangen ist und dann Luft in die Bauchhöhle gekommen ist und deswegen der Bauch ausgebeult wird. Sieht ein wenig gruselig aus, aber wenn man sich dran gewöhnt, dann machts nichts aus. Er schnalzt bzw. klickt echt gerne, wenn er glücklich ist, und wenn ich dann zurück schnalze, wackelt er grinsend mit seinen Armen :).

 

Das Kücken im Stall ist Esihle, 3 Monate alt. Eigentlich liegt sie den ganzen Tag nur in einem Extrazimmer rum und schläft, bzw. wacht zum Gefüttert werden wieder auf. So war das zumindestens bis letzte Woche. Jetzt soll sie anfangen, sich an die anderen Kinder zu gewöhnen, und wird mit den anderen Babys auf das Bett gelegt. Auch da schläft sie sehr viel, aber wacht schneller auf und weint dadurch mehr. Dann nehme ich sie auf den Arm, oder auf meine Knie und spiel ein wenig mit ihr, bis sie ihr zahnloses Grinsen mit Glucksern vermischt. Sie ist im Gegensatz zu den beiden vorherigen Babys nicht jeden Tag in der Creche.

 

Seit letzten Montag ist ein neues Kind in der Creche, seinen Namen und sein Alter weiß ich nicht, aber ich schätze mal auf so 1 ½ Jahre. Ich nenne ihn für mich „Jim“, weil er mich an Jim Knopf von der Augsburger Puppenkiste erinnert. Er weint den ganzen Tag. Und schläft zwar auch mal, aber nicht sehr lange. Er kommt aus einer sehr armen Familie, das sieht man auch daran, dass seine Flasche mit Milch oben offen, also der Sauger durchgebissen ist. Das erschwert das Trinken für ihn zwar nicht, weil er daran gewöhnt ist, aber wenn die Flasche dann mal runterfällt, ist es halt eine Sauerei. Er tut mir immer Leid, wenn er mit seinem von Tränen und Rotz verschmierten Gesicht rumläuft und den Mund zum Weinen weit aufreißt, aber ich kann nichts tun, denn auch Halten bringt nur kurzzeitige Besserung. Dann fängt er wieder das Schreien an. Aber ich denke mal, dass er sich noch an den Kindergarten gewöhnt. Irgendwann. Und bis dahin müssen die Nerven eben gestählt bleiben.

 

Ayabonga (5) und Okuhle (4) sind Schwestern und beide singen für ihr Leben gerne. Sie toben zwar auch mal rum, aber nicht so schlimm wie Masund (5), die ich in einem früheren Bericht mal mit Luisa verglichen habe. Mittlerweile muss ich das revideren, denn Lusi gleicht eher Ayabonga, die sich sehr gerne um die Babys kümmert, mit ihnen spielt, sie auf den Arm nimmt oder mit der Flasche füttert. Auch wirkt sie vergleichsweise vernünftig. Das ist ein Grund, warum ich sie mag, weil sie auch auf mich hört und nicht einfach weitermacht. Und sie tatscht mich auch nicht ununterbrochen an. Da gibt es ein paar Jungs, so 3 oder 4 Jahre alt, und die sind einfach furchtbar. Es ist echt schwer, da dann nicht „Lieblingskinder“ und „Nervkinder“ zu bekommen, also jetzt mal extrem ausgedrückt.

 

Ich hab heute viel mitgesungen, weil langsam gehen die Texte ins Ohr, also die englischen leichter, aber auch das eine oder andere Zululied kann ich beinahe mitsingen, auch wenn ich dann nicht wirklich weiß, was genau ich da gerade singe. So ungefähr bekommt man das immer aus den Bewegungen heraus. Und Worte wie „Jehova“ oder „Jesu“ verstehe ich. Dann kommt noch dazu, dass viele Zululieder auf Englisch wiederholt werden.

 

Heute aus einem Bewegungsdrang heraus, hab ich angefangen auf der Stelle zu gehen und die Kinder sind eingestiegen, dann hab ich so Sachen wie klatschen und hüpfen miteingebunden und wir haben uns ein bisschen bewegt, war echt witzig, und bestimmt auch nicht schlecht, weil da das Wetter nicht so gut war, hatten die Kinder auch nicht wirklich Auspowermöglichkeiten und noch dazu hab ich mich auch bewegt. Nicht, dass ich als Tonne wieder komme :P. Aber die haben das echt gerne gemacht, ich überlege mir einfach ein paar Sachen und dann mach ich das nochmal, nach den Ferien.

 

Ein ganz typisches und traditionelles südafrikanisches Lebensmittel ist der Butternut-Kürbis. Den gibt es zum Reis, Putu, was auch immer dazu oder er wird gekocht, zermatscht und dann mit Maismehl verrührt, das ist dann ganz traditionelles Zuluessen. Gekocht schmeckt er aber ungelogen nach Karottenbabybrei. Dafür ist er aber gut zum „Ablöschen“ von scharfen Soßen oder Eintöpfen. Vermutlich wird er deshalb auch gerne dazu gegessen. Neben Spinat und Roter Bete. Kartoffeln und Nudeln werden hier nicht gegessen, außer als Ausnahme.

 

Gerade regnet und gewittert es. Das macht die Luft schön, aber es ist auch echt laut, wenn der Regen auf das Wellblechdach prasselt, wobei ich noch das leiseste Zimmer im Haus habe, weil bei mir eine Zwischendecke eingezogen ist. Beängstigend ist es auch irgendwie. Aber vermutlich stelle ich mich einfach nur an, weil wirkliche Gefahr droht hier nicht, dazu sind die Häuser viel zu niedrig, als dass ein Blitz einschlagen würde. Und für Schlammlawinen sind zu viele Häuser und zu wenig Gefälle da. Ich bemitleide jetzt nur die Menschen, die in gestückelten Wellblechhäusern oder, noch schlimmer, den Lehmklumpenhütten wohnen. Weil Lehm wird von Wasser aufgelöst. Und tatsächlich sieht man auch immer mal wieder Hütten, die ein Loch in der Wand haben. Es sind Gerüste aus Stöcken, zwischen denen dann die Lehmklumpen gestapelt sind. Und das muss dann nicht mal in einem Slum sein, von denen es hier auch welche gibt, sondern die stehen auch in ganz normalen Siedlungen. Zum Beispiel, wenn ich aus der Haustür gucke, sehe ich ein paar Gärten und ärmliche Hütten, unter denen auch welche aus Lehmklumpen dabei sind.

 

Also hier wird dann echt klar, was Armut bedeuten kann. Und in Deutschland haben alle, die ein Dach über dem Kopf haben es besser als eine große Anzahl von Südafrikaner. So etwas wie Sozialhilfe vom Staat kennt man nicht. Wer nichts hat, hat auch wirklich nichts. Ich mein, ich wohne bei einer Familie, die ganz gut situiert ist, aber deren Lebensstandard in Deutschland für viele Hartz-IV- Empfänger einen Abstieg bedeuten würde. Klar gibt es auch Familien mit 3 Autos und Unmengen an Flatscreen und so weiter, aber die sind hier eher selten. Mir macht es nichts aus, ich komme hier ganz gut zurecht. Und schließlich habe ich es auch warm und trocken. Und meinen Laptop und mein Handy :). Und Internet!!

 

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Do

27

Sep

2012

Kinderkram

Donnerstag, 27. September 2012

Ich hatte heute dann wirklich meine Kamera dabei, aber es war wahnsinnig schwierig, Bilder zu machen, weil die Kinder einfach nicht still sitzen bleiben wollten und ständig gerufen haben, dass ich doch ein Bild von ihnen machen soll… Aber ein paar hab ich dann doch hinbekommen. Auf den meisten guten Bildern sind Babys drauf, das liegt daran, dass die sich nicht so viel bewegen und deswegen dankbarere Modelle sind :).

 

Es war heute aber trotzdem sehr anstrengend. Ich bin fast an dem Punkt angekommen, wo ich sag, dass es mir reicht und dass ich keine Lust mehr auf die Kinder habe. Weil das Problem ist einfach, dass sie mich nicht als Respektperson anerkannt haben und dann einfach die ganze Zeit rumtoben, rumschreien, rumspucken und sich gegenseitig wehtun auf irgendeine Art und Weise. Und wenn ich dann sage, dass sie aufhören sollen, gucken sie mich mit großen Augen an und eine Minute später machen sie einfach weiter. Dann pack ich sie schon mal etwas fester an und setze sie einfach in eine Ecke oder so. Aber da ja nicht viel Platz vorhanden ist, gestaltet sich das auch als etwas schwierig.

 

Seit gestern ist auch eine neue/andere Erzieherin da. Die geht überhaupt nicht zimperlich mit den Kindern um und dann passiert es schon mal, dass sie zuhaut oder sogar öfter hintereinander. Allgemein ist die Prügelstrafe in Südafrika verboten. Aber was ich von Stephan gehört habe, der ja in einer Schule arbeitet, ist das den Lehrern egal und die Schüler sagen auch nichts, obwohl sie vom Verbot wissen und das oft auch paradoxerweise von den Lehrern gesagt bekommen, die dann doch auch gerne mal ihren Stock hervor holen und ihnen eins über die Finger ziehen.

 

Zu den wilden Kindern, die ermüdent wirken kommt auch noch die Hitze, und das ist dann echt anstrengend und ich will einfach nur noch schlafen. Deswegen kümmere ich mich dann irgendwann auch sehr gerne wieder um die Babys, weil dann leg ich mich zu denen aufs Bett und füttere sie oder spiele mit ihnen. So schone ich ein wenig meinen Rücken und kann mich kurz ausruhen. Und die Babys schreien dann auch mal kurz nicht, das ist auch sehr angenehm. Klar schlafen die auch irgendwann, aber es gibt halt trotzdem Zeiten, da sind dann alle gleichzeitig wach und im schlimmsten Fall weinen dann auch alle und wollen gehalten, gefüttert oder die Windel gewechselt werden. Und wenn‘s ganz blöd kommt, dann macht man das alles und sie weinen trotzdem noch weiter. Und bei einem oder zwei Babys mag das ja noch ganz gut gehen, aber bei 4 wird’s dann doch etwas schwierig. Puh…

 

Ja, ich bin gerade erst heim gekommen und deswegen noch so schlapp und negativ :D. Ich ruh mich jetzt erst mal noch ein wenig aus und tippe weiter, bzw. verkleinere die Bilder, damit ich welche hochladen kann. Und dann probiere ich das Internet nochmal aus, weil gestern hat es nicht geklappt, ich weiß nicht, wo das Problem lag, weil eigentlich war genug Empfang da und auch die Signalstärke war eigentlich bei 99%. Trotzdem hat es nicht funktioniert, also die Seiten haben nicht geladen. Und da ich ein wenig länger rumprobiert habe, hat es trotzdem Datenvolumen gezogen, voll nervig. Kurz, ganz kurz hat es mal geklappt und das Licht am Stick war Cyan, statt Grün und ich konnte die Mail von meiner Mama lesen, aber dann ging‘s auch schon wieder nicht.

 

Also, falls sich irgendwer mit Internetsticks auskennt und mir sagen kann, ob und was man dagegen machen kann, ich nehme alle Tipps dankbar an!

Heute bloß ein kurzer Bericht, weil nicht so viel passiert ist. Aber ich denke, das kann auch mal nicht schaden :)

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Mi

26

Sep

2012

Dies und das

Mittwoch, 26. September 2012

 

Also, für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: ich habe mir einen Internetstick besorgt, damit habe ich Internetzugang, wann ich will und auch Skypen ist möglich! Allerdings lieber ohne Bild, weil sonst zu viel Datenvolumen verbraucht wird. Aber ich freue mich sehr, dass ich dadurch die Möglichkeit habe, besser mit euch in Kontakt zu treten, und sei es nur zum Chatten, während ihr in Facebook seid, und ich dann über Skype das machen kann.

 

Mir geht es gut hier, ich merke nur den ersten Anflug einer Erkältung heraufziehen, mit Halsschmerzen und geschwollenen Lymphknoten am Morgen. Das kommt vermutlich von der zugigen Fahrt auf dem Pick-Up und den kleinen erkälteten Kindern, die einen auch gerne mal direkt ins Gesicht husten oder niesen… Aber ich denke, ich hab das im Griff und es wird sich nicht verschlimmern. Auch deswegen nicht, weil das Wetter jetzt beständig besser wird. Mit den „über 25°C“, die ich vor Abreise mir vorgestellt hatte, liege ich unterm Durchschnitt der Realität. Denn gestern und heute hatte es 33°C, und das, wo der „Winter“ gerade erst vorbei ist. In der Nacht hat es so 16°C. Die letzte Woche war es auch kühler und unbeständiger, aber jetzt, wo es Frühling wird, heizt es richtig auf. Also heißt es, viel eincremen, denn kurze Hose und Tshirt müssen sein. Und Südafrika ragt in das Ozonloch hinein, das bedeutet, hier ist auch das Hautkrebsrisiko erhöht.

 

Mit den Kindern läuft so weit alles gut, ich fange an, die Namen zu lernen. Ich kenne jetzt schon Ayabonga, Okuhle, Zothani und die zwei Aneles. Und die Babys heißen Siyanda, Luyanda und Luthanda, auch recht einfach zu merken. Morgen will ich meine Kamera mitnehmen und Bilder machen. Zum Einen, damit ich die Namen zu den Gesichtern lernen kann und zum anderen seht ihr dann auch mal die Kinder J. Und dann sind auch mal mehr Afrikaner auf den Bildern (-> ne, Sebbo ;)). Und keine Sorge, die Kamera kommt auch nicht weg, weil das wirklich ein Katzensprung ist und da überfällt mich sicher niemand, weil um die Uhrzeiten, wo ich da laufe, sind auch immer genug Leute da, u.A. die Schüler die zur Schule bzw. von der Schule unterwegs sind.

 

Ich hab heute erfahren, dass die Creche in den ersten beiden Novemberwochen an den Strand fährt (klingt erstmal echt komisch, weil man eben umdenken muss). Ich hab also gute Chancen da auch mal hinzukommen!! Ich kümmere mich zwar grad eher um die Babys, im Moment sind es immer so ca. 4 Stück, weil nicht jeden Tag alle kommen, aber ich werde früher oder später dann doch meine „Klasse“ bekommen und die dann unterrichten. Wie das räumlich klappen soll, weiß ich nicht, aber wenn die das vorschlagen, dann wird ihnen auch was einfallen. Ich fange an, besser mit den Kindern zurecht zu kommen, also auch was das Kommunizieren betrifft, weil doch langsam einige kapieren, dass sie versuchen müssen Englisch zu reden! Ich versuche zwar schon irgendwie auch ein bisschen Zulu zu lernen, aber ich fürchte, dass daraus nicht so wirklich was wird, weil ich vorallem ganz viel höre, aber nie geschrieben sehen und dann kommt dazu, dass alles ein wenig anders gesprochen wird, als es eigentlich ist. Zum Beispiel die Begrüßung „sawubona“ klingt bei manchen wie „saubona“ und bei anderen dann „sanbona“. Und da dann doch viele Worte recht ähnlich sind, ist es echt schwierig nur phonetisch zu lernen… Wie ich das bewerkstelligen werde, weiß ich noch nicht.

 

Dieses Wochenende fangen Ferien an, also eine Woche halt. Also heißt das, dass ich nicht arbeite. Was ich dann machen, weiß ich nicht. Aber ein paar Pläne gibt es schon, so ist am Freitag glaub ich eine Beerdigung, und da meine Gastmum Pastorin ist, geh ich mit und schau mir das mal an. Am Samstag hat mein Gastbruder Geburtstag. Und irgendwas ist da dann noch, irgendwas wo wir hingehen, keine Ahnung, so ganz mitbekommen habe ich das nicht. Das ist der Nachteil, wenn niemand wirklich gutes Englisch spricht, weil dann die Verständigung nicht ganz optimal ist.

 

Heute nachmittag war ich mit meiner Gastmum in der Mall und ich bin mal weiter gekommen als nur bis zu den ersten paar Läden und zum Pick’n’Pay. Und es gibt da so viele verschiedene Klamottenläden! Und dann viele echt voll billig… Und Schuhe… :). Ich habe beschlossen, dass ich da mal hingehe und mir was kaufe, einfach so, weil es dann nämlich sicher Sachen sind, die niemand anderes auch hat und dann auch nicht so viel kostet. Weil bei den meisten Läden kommt es echt kaum vor, dass ein Teil mal über 200Rand kostet, also 20 €, und das auch bei Hosen und Jacken, also Herbstjacken und so. Ach ja, und außerdem sind da grad alle warmen Kleidungsstücke im Sale, weil die „kalte“ Jahreszeit gerade zu Ende gegangen ist.

 

Ein bisschen Schade finde ich, dass ich bis jetzt noch keine Möglichkeit gesehen habe, mal einen traditionelleren Markt zu besuchen, weil mich das dann doch noch mehr interessieren würde, auch was Souvenirs angeht und so. So ein bisschen Südafrika und Zulu und so. Aber wer weiß, noch ist nicht aller Südafrikatage Ende und ich hoffe einfach weiter, dass sich irgendwann eine Chance ergibt.

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So

23

Sep

2012

Hochzeit auf Südafrikanisch - Teil 2

Sonntag, 23. September 2012

 

Heiraten ist eine teure Sache. Deswegen ist es in Südafrika nicht verwerflich, dass Paare zusammenleben und Kinder haben, bevor sie verheiratet sind. Auch das Paar auf dessen Hochzeit wir waren, hat bereits einen Sohn, der ungefähr 5 Jahre alt ist. Es gilt auch noch die Tradition, dass der Bräutigam die Braut von ihrem Vater „freikaufen“ muss, er zahlt 12 Kühe. Das ist für viele Familien schon ein Problem, weil sie zum Teil oft nicht mehr als 7 oder 8 Kühe besitzen. Allerdings meinte Khelo, dass sich durchaus auch ärmere Paare verheiraten.

 

Am nächsten Tag also, am Sonntag, sind wir dann so gegen 9 Uhr aufgestanden und haben uns fertig gemacht. Es hieß, um 11 würden wir gehen. Uns wurde Putubrei (mittlerweile habe ich heraus gefunden, dass es sich dabei um Maismehl handelt) gebracht, also das, was ich fast jeden Morgen esse, das was so schmeckt wie Griesbrei mit Wasser, mit Zucker wiederum hat es sehr gut geschmeckt und furchtbar satt gemacht! Dann hat Khelo einen traditionellen Zulurock angezogen, ein schwarzer, kurzer Faltenrock zum Binden mit bunten Streifen unten am Saum. Sie hatte noch einen zweiten dabei und von der Familie haben wir auch noch einen bekommen, bzw. noch einen dritten, der allerdings gelb war. Der gelbe war so klein, also hatte wenig Material, dass er nur mir gepasst hat, also durfte ich ihn anziehen.

 

Nach dem wir ein paar Bilder gemacht und gewartet haben, gab es Essen: südafrikanisches Brot (-> Weißes Brot ohne Kruste) mit Dosenfisch und Chakalaka. Dieses war wahnsinnig scharf!! Aber es hat wieder sehr gut gegessen. So gegen halb 1 haben wir uns dann auf den Weg gemacht, Khelo meinte, wir treffen die Braut am Fluss, wo sie sich traditionell fertig macht für die Hochzeit. Da waren dann ganz viele Frauen, viele von ihnen in traditionellen Röcken, über einem Feuer wurde Kuhfleisch gegrillt. Und gewartet, bzw. uns unterhalten auch mit einigen Frauen.

 

Zulufrauen singen gerne. Wieder im Call-and-Response-Prinzip und dann mehrstimmig, was echt ziemlich gut klingt. Dazu haben dann immer einzeln Frauen traditionell Zulu getanzt, was vor allem ein Move ist, bei dem man ein Bein möglichst hochschmeißt und wieder auf den Boden knallen lässt. Sieht echt etwas komisch aus, aber irgendwie waren da alle voll dabei. Die anderen deutschen Mädels haben sich auch in den Kreis zum Tanzen getraut, ich wollte nicht, weil der Rock recht kurz war und ich keine Strumpfhose getragen habe.

 

Irgendwann, nach gefühlten Ewigkeiten sind wir dann zurückgegangen, also in die Nähe des Hauses der Familie der Braut, davor war ein größeres Stück Wiese auf dem wir uns dann versammelt haben, da waren dann auch die Männer. Da gab es dann wieder Gesang und Tanz und auch eine Gruppe junger Männer, die professionelle Zulutänzer waren, haben einige Tänze aufgeführt, was echt ziemlich skurril war. Dann kamen traditionelle Reden, vom Vater und Großvater der Braut, die diese vorstellten und auch den Bräutigam zu Treue aufriefen. Und der Vater des Bräutigams hat auch geredet, was, weiß ich nicht.

 

Dann ging es zum Haus der Brautfamilie, ein echt riesiges Grundstück. Da wurden dann auf einem Platz vor dem Haus ein prunkvolles Ehebett und eine Spiegelkommode aufgebaut, alles traditionell. In der Zwischenzeit wurde wieder gesungen und getanzt. Die Braut muss der ganzen Familie Decken kaufen, warum, keine Ahnung, ist einfach ein Brauch (-> deswegen so zahlreich in jedem Haushalt vorhanden!). Die wurden in einer schier ewigen Zeremonie den Leuten einzeln übergeben, in dem eine Bastmatte auf den Boden gelegt wurde, ein Kissen drauf, dann musste sich die Person hinlegen und wurde mit einer Decke zugedeckt. Da die Familie groß ist, hat das ewig gedauert… Nachdem alle Decken verteilt waren, ist der Bräutigam gekommen und die Braut hat ihn symbolisch gewaschen und auf dem Bett zugedeckt. Dann wurde er von verschiedenen Frauen mit Stöcken wieder aus dem Bett gejagt.

 

Dann ging es aber endlich zum Essen, mittlerweile war es schon halb 5, das war der Grund, weshalb wir bei der Familie noch einmal Essen bekommen hatten! Wir Weißen wurden schon wieder VIP-mäßig als Erste zu den Tischen geführt und haben dann auch recht schnell Essen bekommen. War irgendwie dem Essen vom Vortag recht ähnlich, nur um etwas Tomaten- bzw. Rohkostsalat erweitert. Kaum war das gegessen, kamen schon die Nachtische, Vanilleeis auf Vanillesoße mit Banane. Dann wurden Teller mit Kuchen auf die Tische gestellt, knapp gefolgt von Chipstellern. Als das dann verspeist war, kam noch mehr Essen: Rindfleisch und afrikanisches Brot. Alle wurden regelrecht gemästet!

 

Nach dem Essen gab es dann was zu trinken, also haben wir Cidre getrunken, und dann noch ein bisschen Bier, später hat der Bräutigam auch ein paar Schnapsflaschen hingestellt. Die Jacky-Flasche war ziemlich schnell leer, allerdings nicht durch uns, sondern die anderen Gäste. Alle haben ein bisschen getanzt und gefeiert und sehr viele Afrikaner wollten unbedingt Bilder mit uns machen. Andere haben gar nicht gefragt, sondern uns einfach so gefilmt und fotografiert. Weiße sind also doch noch irgendwie faszinierend für die Leute da.

 

Nachdem wir dann eine Zeitlang gefeiert und getanzt hatten, haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Es war ziemlich kalt. Wir haben unsere Taschen geholt, sind nochmal alle aufs Klo (Loch auf Ziegelsteinen über Grube) und wurden dann mit dem Pick-Up nach Hause gebracht, also komplett bis zu Kenosis. Also haben wir ihm jeder 25 Rand bezahlt, auch für die Hinfahrt, was 2,50€ entspricht. Also echt nicht viel.
Dann bin ich mit Kristina zu unserem Haus, während die anderen in ihr Haus sind. Da ich noch nicht wirklich müde war, hab ich dann noch einen Film geguckt, ich hatte meinen Laptop ja dabei, in der Hoffnung, dass es Internet gibt, und auch, damit ich ein bisschen schreiben kann, was ich auch gemacht hab, also bevor ich den Film angeschaut hab.

 

Es war ein langer und interessanter Tag gewesen, mit wahnsinnig vielen Sinneseindrücken! Alle außer mir hatten auch eine kleine Kamera dabei und haben Bilder gemacht, die ich mir habe geben lassen, damit ihr auch in den Genuss der Farben kommt und etwas davon erfahrt, was ich so alles gesehen und gehört habe!

 

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Sa

22

Sep

2012

Hochzeit auf Südafrikanisch - Teil 1

Samstag, 22. September 2012

Morgens um 6 Uhr aufstehen, duschen, dann mit Kristina frühstücken und ein bisschen plaudern. Dann sind wir zum Volounteerhaus, wo uns die anderen 5 schon entgegengekommen sind. Wir waren auf dem Weg zu einer Hochzeit. Und wie das bei modernen Zulu so üblich ist, dauert diese 2 Tage lang, erst kommt eine „westliche“ Hochzeit, am Sonntag folgt dann die traditionelle Zuluhochzeit. Eingeladen waren wir, weil der Bräutigam (->engl. Groom) ein Cousin von einer Frau im Dorf war. Also haben wir uns mit Khelo (ein Mädchen aus dem Dorf, 15) und einer anderen Frau um 7 Uhr getroffen und sind den Weg zur großen Straße gelaufen, ist schon eine Strecke, weil das Retreat recht abgelegen liegt.

 

Da haben wir dann auf eine Mitfahrgelegenheit gewartet, es hieß, um halb 8 fährt ein Bus in Richtung Stadt. In Südafrika ist das ein bisschen anders, als man es in Deutschland gewohnt ist. Natürlich kann man sich ein Taxi rufen, aber das kostet sehr viel. Billiger ist es, Minitaxis zu nehmen, diese sind Kleinbusse, mit 16 Sitzplätzen, die eine bestimmte Strecke fahren und man unterwegs ein- und aussteigen kann, nach Belieben. Minitaxis sind sehr oft überfüllt und die Fahrer sind nicht unbedingt sehr sicher, weil sie gerne mal rasen, rote Ampeln ignorieren und ihr Taxi sehr voll stopfen.  Auch fahren die nicht nach einem festen Zeitplan, sondern wenn sie voll sind. Diese Fahrmöglichkeit kostet 12 Rand pro Person.
Dann gibt es noch Busse und kleinere Busse für 7 bzw. 10 Rand, unabhängig, wo man hinwill. Wir haben einen kleinen Bus genommen, der wie erwähnt eigentlich um halb 8 vorbeikommen sollte, aber dann doch erst gegen 8 aufkreuzte.

 

Am Capitol Center, einer Mall in der Innenstadt sind wir dann ausgestiegen und haben wieder gewartet. Ein Verwandter des Bräutigams hat uns dann abgeholt und wir haben uns auf der Ladefläche des Pick-Ups gemütlich gemacht. Es war kalt, also auch so schon und dann kam noch der Fahrtwind hinzu… Wir sind aus Pietermaritzburg rausgefahren und dann irgendwo anders hin, zum Haus der Familie des Bräutigams. Da konnten wir unsere Taschen ablegen, denn dort würden wir auch übernachten. Dann hat uns der Pick-Up-Fahrer zur Kirche gefahren.

 

An der Kirche haben wir sehr gut das Prinzip der „african time“ kennengelernt, das eigentlich nur bedeutet: wenn du pünktlich bist, musst du warten. Denn Afrikaner lassen sich Zeit, machen sich keinen Stress und lassen es auf sich zu kommen. Wir waren ab 9.45 vor bzw. in der Kirche und haben zugesehen, wie nach und nach immer mehr Leute kamen. Als wir Khelo dann gefragt haben, wann der Gottesdienst denn anfängt, meinte sie: „Wenn das Brautpaar da ist!“. Das wiederum hat sich Zeit gelassen und tauchte erst so gegen halb 12 auf.

 

Der Gottesdienst war auf Zulu, von dem her haben wir nicht viel verstanden, aber es war vermutlich ähnlich dem, was bei uns auf Hochzeiten gesagt wird. Ein Unterschied: alles war mit viel Musik unterlegt, also die „Bestmen“ und „Bridemaids“ sind zu Musik eingezogen, Thema der Hochzeit war pink, so also die Kleider der Brautjungfern und auch die Westen und Krawatten der Trauzeugen. Der Einzug der Braut, geführt von ihrem Vater, ebenfalls mit Musik. Dann das Übliche, zwischendurch hat der Chor gesungen, und zwar echt gut! Es gibt so viele Südafrikaner mit wahnsinnig guter Stimme! Es gab auch einen Auftritt von einer Gruppe, die aus 5 Frauen und 6 Männern + Keyboard und Schlagzeug bestand, und es war ein Solosänger und dann die Gruppe eben, die gesungen haben, so wie man sich das afrikanisch eben vorstellt, schön mit Call und Response.

 

Nach dem Gottesdienst ging es dann, nach etwas warten, laufen und einer Fahrt im Minitaxi, zum Saal, der echt krass geschmückt war, mit viel weißem Tuch, das so drappiert war, dass es aussah wie ein großes Zelt und natürlich ganz viel Pink, Rosa und Lila. Aber rein durften wir erst, nachdem wir nochmal eine oder zwei Stunden gewartet hatten. Dann, wurden wir, die Weißen, extra reingeführt, wir waren sozusagen VIPs. Da saßen wir dann auch erstmal wieder eine Weile, bis es dann irgendwann mal Essen gab, das ging Tischweise. Man hat sich angestellt und dann einen Teller voll gehäuft bekommen mit Reis, Roter Bete, Kürbismus, Chakalaka (Gemüse in sehr scharfer Soße), einem Hühnchenschenkel, und etwas, das so ähnlich war wie Gulasch. Hat auch echt ganz gut geschmeckt. Dann kam das Brautpaar, wieder in einer festlichen und musikalisch unterlegten Zeremonie und es folgten viele Reden und zwischendrin war immer Musik von der Gruppe aus der Kirche. Die war echt gut! Aber da wir vorne, direkt neben den Verstärkern saßen, auch unglaublich laut… 

Der Nachtisch war prinzipiell sehr primitiv, hat aber ziemlich gut geschmeckt, es waren zerbröselte Kekse, dann kam eine Vanillecreme mit Aprikosenstückchen und oben drüber geraspelte Schokolade mit Minzstückchen.


Nach dem Torteanschneiden sind wir gegangen, also nachdem Philipp auf die Bühne gebeten wurde und zwei Sätze gesagt hatte, von wegen wie sehr wir uns freuen, eingeladen zu sein und das das eine große Ehre für uns sei und Glückwünsche und Gottes Segen und so.

 

Wir sind wieder mit dem Minitaxi gefahren, dann da in dem Raum, wo wir dann schlafen sollten, standen Sofas und es gab einen Fernseher, also haben wir uns hingesetzt und einen Moment ausgeruht. Dann wurde uns ein Spiel gebracht. Im Wesentlichen war es ein Spiel zur Aufklärung über HIV und andere solchen Dinge, auf Englisch natürlich. Es gab einen Spielplan, auf dem man durch Würfeln eben Felder gegangen ist. Ereignisse waren dann so etwas wie, du hast deine Freundin geschwängert und sitzengelassen, zwei Runden aussetzen. Oder man musste Fragen beantworten, die waren in Kategorien unterteilt, wie „Schwangerschaft“, „HIV“, „Sexueller Missbrauch“, und noch zwei, die ich gerade vergessen habe. Es gab auch „Take a Chance“-Karten, die verschiedene Fragen oder auch Ereignisse enthielten.

War ganz lustig, das zu spielen.

 

Unterbrochen wurde es, als uns Essen gebracht wurde. Es ist anscheinend eine Höflichkeitsgeste, Gästen immer Essen zu geben. Es gab Putu mit Spinat und einem Hühnchenschenkel (ihr merkt bestimmt, dass es ein paar Sachen gibt, die man in Südafrika immer isst!).

 

Nach dem Spiel haben wir dann ein Bettenlager mit Matratzen gemacht und Decken, die uns die Frauen gebracht haben. Und südafrikanische Decken sind der Hammer! Die sind 2,0 m x 2,4 m groß und extrem weich und warm und schwer (6,5 kg) und in jedem Haushalt mehrfach vorhanden (-> warum sollte ich am nächsten Tag erfahren!). Die Jungs haben in einem extra Raum geschlafen. Wir haben uns zu 8 auf 5 Matratzen gekuschelt. Eigentlich ganz nett, warm wurde es auch, außen war es mittlerweile echt kalt! Problem: die Südafrikanerin aus dem Dorf, die mit uns gekommen ist. Sie hat die ganze Nacht furchtbar laut geschnarcht! Also konnte ich bis ca. 4 Uhr nicht bzw. kaum schlafen und lag ganz viel wach und hab mich über die Frau geärgert. Irgendwann hat sie dann aus irgendeinem Grund nicht mehr geschnarcht und ich konnte dann doch noch ein bisschen schlafen, bis dann so gegen 7 Uhr außen die Hühner wach wurden und laut rum gegackert haben und die Frauen mit Vorbereitungen angefangen haben… 

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Fr

21

Sep

2012

Besuch bei Kenosis

Freitag, 21. September 2012

Wie erwartet, bin ich Freitag Nachmittag von Sister Happiness abgeholt worden und zu Kenosis gebracht worden. Leider gab es doch kein Internet für mich, aber wenigstens eine schöne Dusche
:). Da die anderen Deutschen noch unterwegs waren, habe ich dann erst mal ein wenig gewartet und gelesen und bin dann mit Happy zu der Creche von Kenosis gegangen. Die ist riesig! Und hat viel Material, also Spielsachen, Bücher, Regale etc., all das, was bei mir in der Creche fehlt. Aber trotzdem sind die Kinder zufrieden und spielen. Denn das wichtigste Utensil zum Spielen ist und bleibt die Fantasie!

Danach bin ich zum Volounteerhaus, Philipp und Lena waren gerade da, und hab mich ein wenig mit ihnen unterhalten, Lena ist dann recht bald ins Zimmer und hat sich ein wenig hingelegt. War echt schön mal wieder jemanden zu haben, mit dem man sich auf Deutsch unterhalten kann! Denn es kommt schon vor, dass ich Kommentare oder Anmerkungen mir im Kopf zuerst auf Englisch überlege, bis ich merke, dass ich ja Deutsch reden kann, weil mich alle verstehen werden… Ich habe erfahren, dass ich bei Kristina (ja, auch mit K) wohnen werde, weil in dem Haus, in dem sie wohnt sowieso noch einige Zimmer frei sind.

Als sich Philipp dann auch hingelegt hat, hab ich mich bei denen im Wohnzimmer im Bücherregal umgesehen und dann einen kleinen Zulusprachführer entdeckt, mit dem ich mich dann die nächsten 2 Stunden beschäftigt habe. Da war nämlich neben einfach Sätzen oder Wörtern auch erst mal ein wenig die Grammatik erklärt (-> z.B. wann die 7 verschiedenen Vorsilben jeweils vorkommen) und zwischen drin waren Texte mit Informationen über Südafrika und landestypische Sitten und Bräuche. War echt interessant sich da ein wenig einzulesen und was zu lernen.

 

Okay, die meisten Sätze habe ich wieder vergessen, aber ich weiß jetzt das „siyahamba“ „Wir gehen“ heißt, wobei „siya“ die Vorsilbe ist, die anzeigt, dass es sich um „wir“ handelt und „hamba“ der Wortstamm „gehen“ ist. Vergleichbar mit „siyabonga“ (danke), das eigentlich heißt: wir danken und „yabonga“: ich danke. Und die Übersetzung von „Alles Gute zum Geburtstag“, also wortwörtlich bedeutet: Möge dein Haar lang wachsen.
Auch weiß ich jetzt, dass es drei verschiedene Klicks gibt, die geschrieben „c“, „q“ und „x“ sind. Einer klingt wie ein knallender Korken (der schwierigste zu lernen), ein anderer wie als würde man ein Pferd antreiben und der dritte wie ein eine Mischung aus „ts“ und „tj“.

 

Irgendwann bin ich dann mit den anderen, die dann nach und nach wieder aufgetaucht sind, ins „Dorf“, also zu den Häusern, in denen Familien wohnen, die so zu Kenosis dazugehören. Da hab ich dann mit Sindi Volleyball gespielt, mich mit Khelo und noch einem Mädchen unterhalten und und und. Kurz: ich hab die Leute ein wenig kennengelernt! Als es dann dunkel wurde, habe ich meine Kamera geholt, um Bilder von der Skyline von Pietermaritzburg bei Nacht zu machen. Dann haben wir einen Nachtspaziergang („Nacht“ nur, weils eben schon dunkel war) gemacht, was eigentlich verboten ist, weils einfach zu gefährlich ist! Aber da gab es einen noch besseren Ausblick. Unterwegs hat Philipp dann ein wenig erzählt über die Schlangen, die es in Südafrika gibt, am gefährlichsten sind die Grüne und die Schwarze Mamba, denn da hat man keine Zeit mehr sich zu retten, ein Biss tötet innerhalb weniger Minuten. Und die Boumslang, also die Baumschlange, die sich von oben auf das Opfer wirft und ebenfalls sehr giftig ist.

 

Rund um das Kenosis Gebiet sind ja Zuckerrohrfelder. Und die Kinder und Jugendlichen aus dem Dorf holen sich da gerne was. Aber das ist eigentlich alles andere als ungefährlich. Denn erstens lauern da viele Schlangen und zweitens, noch gefährlicher: böse Medizinmänner, die haben es auf Zunge und Hoden abgesehen, das wird einfach abgeschnitten. Und auf europäische Haare. Da es ihnen aber aus irgendeinem Grund nicht möglich ist, die auch einfach abzuschneiden, müssen sie dann die Träger töten. Es hieß auch, dass die aus dem Dorf mal einen menschlichen Kopf in einer Plastiktüte gefunden haben, also im  Feld… Aber keine Sorge, ich werde ganz bestimmt nicht ins Zuckerrohrfeld gehen!!

 

Abends dann haben wir zusammen gekocht, die verbliebenen Reste, denn die Volounteers waren am Ende des Monats und damit auch am Ende des Geldes angekommen und hatten kaum noch was da. Trotzdem kam was Ordentliches zusammen: Kartoffelbrei mit TK-Gemüse und Bratwurst. Es kam dann auch noch ein Besuch, Stefan, aus der selben Organisation wie Philipp und Lena, der wie ich, sein langes Wochenende hier verbracht hat. Er wohnt bei einer Gastfamilie und gibt Computerunterricht an einer High School. Und hat schon die wildestens Sachen erlebt, so hat er z.B. schon den Zulu-König höchstpersönlich getroffen und mit ihm an der königlichen Tafel gespeist. Also haben wir uns noch unterhalten, so bis um 11, dann sind Kristina und ich rüber in unser Haus und haben geschlafen, denn am nächsten Tag mussten wir früh raus: es ging auf eine zwei tägige südafrikanische Hochzeit!

 

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Do

20

Sep

2012

Alltägliches

Donnerstag, 20. September 2012

 

Gestern war ein normaler Tag in der Creche, wie heute auch. Ich habe mich verstärkt um die Babys, also die ganz Kleinen gekümmert. Denn die liegen den ganzen Tag nur herum, bekommen, wenn sie weinen, die Flasche mit Milch in die Hand gedrückt und sonst nichts. Okay, gefüttert werden sie auch, also mittags mit Brei und gewickelt natürlich auch. Aber niemand hat sich wirklich mit ihnen beschäftigt. Also hab ich mich ihrer angenommen, habe mit ihnen gespielt, sie auf den Arm genommen, sie zum Lachen gebracht. Heute ist auch ein neues Baby gekommen, 5 Monate alt. Der Kerl ist so putzig und lacht die ganze Zeit, das klingt wie ein Glucksen und dann möchte man ihn nur knuddeln!

Luyanda, also einer der Kleinen, ist in der Creche seit er 4 Tage alt ist! Das liegt daran, dass seine Mutter noch Schülerin ist und somit keine Zeit hatte sich um ihn zu kümmern… ich finde das ziemlich krass! Also versuche ich, den Babys etwas Liebe und Nähe zu geben, damit sie nicht abstumpfen. Okay, ich weiß, ich bin nur 3 Monate da, und wenn ich wieder weg bin, wird alles seinen Weg gehen und die Babys werden wieder den ganzen Tag die Decke anstarren müssen. Aber so haben sie zumindestens 3 Monate mit Zuneigung und Aufmerksamkeit.

Die Verständigung mit den größeren Kindern, also allen, die sprechen können, ist immer noch schwierig. Denn die gucken mich dann mit großen Augen an und fragen irgendwas. Aber zumindestens habe ich mir den Klang von: „Darf ich aufs Klo?“ gemerkt, das ist irgendwas mit zwei Klicks recht knapp hintereinander. Somit weiß ich dann, wenn sie danach fragen. Aber vor allem Sachen, die sie zu mir sagen, kapiere ich einfach nicht. Das ist vielleicht auch ein Grund, weshalb ich gerne mit den Babys arbeite, denn da komme ich nicht in die Verlegenheit des Nichtverstehens. Das „Miss Krisi“ wird meistens abgekürzt und ich werde „Missi“ gerufen. Auch ganz nett
:) .
Mittlerweile respektieren sie mich auch etwas mehr und tatschen mich nicht die ganze Zeit an, mit Ausnahme der Babys, aber so sind Babys nun mal! Wenn die Kinder sich gegenseitig hauen, dann rufe ich laut: „Stop! Don’t do this!“ und nehme sie am Arm und schüttle den Kopf. Und langsam wissen sie auch, was das bedeutet. Allerdings gibt es immer noch Kinder, die alles was ich mache, wahnsinnig lustig finden und denken, dass ich nur scherze. Aber das wird sich bestimmt noch legen.

Gestern war ich nach der Arbeit in der Mall. Lund, die andere Erzieherin, hat mich begleitet. Das war auch gut so, denn alle 5 Meter hat sich jemand anders an und dran gehängt und wollte mit mir reden, meine Nummer oder sonst was von mir. Anscheinend ist es tatsächlich eine Besonderheit, wenn sich Weiße in dieses Viertel oder allgemein in Townships verlaufen. Lund hat sich mit einigen etwas auf Zulu unterhalten, vermutlich kannte sie ein paar von den Typen. Dann habe ich erstmal Geld abgehoben, jetzt habe ich ganz viele 100R Scheine, die ungefähr 10€ wert sind, das erleichtert die Umrechnung. Der genaue Kurs schwankt zwischen 10,99 und 10,76 (also, so weit ich das verfolgt habe).

Internet gab es dann im PostNet, das auch Drucker und Kopierer bereithält. Ich habe neue Berichte hochgeladen und Bilder und habe versucht, auf alle Nachrichten zu antworten. Um das Mich-Erreichen zu vereinfachen, habe ich auch auf meiner Homepage/ meinem Blog eine Kommentarseite eingerichtet, ich hoffe, dass es so klappt, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich freue mich also sehr über Nachrichten und Kommentare von euch, da ich natürlich auch wissen will, wie es euch so geht, und was ihr so macht! Oder was es Neues gibt. Weil hier bekommt man nichts mit.

Allgemein sind das Fernsehprogramm und die Werbungen sehr beschränkt, wenn man das aus Deutschland anders kennt. Okay, natürlich ist es möglich, dass es auch andere Sender mit mehr Abwechslung gibt, aber ich sehe hier nur den einen. Werbung ist für Zahnpasta, Banken/Kreditinstitute, deutsche Autos, Handynetzanbieter. Lebensmittel und Trailer fehlen komplett. Natürlich gibt es immer mal wieder eine Werbung, die nicht in den oben genannten dabei ist, aber so prinzipiell ist es das schon. Auch gibt es viel mehr Werbepausen, die dann oft nur ein oder zwei Spots lang sind, aber die Abstände sind echt kurz. So alle 5-10 Minuten. Da macht es keinen Spaß, eine Show zu sehen, weil die einfach ständig unterbrochen wird! Da habe ich lieber längere Pausen, aber dafür auch längere Abschnitte! Was auch komisch und verwirrend ist, in den Shows und auch in den Serien, die aus Südafrika stammen wird immer mal Englisch geredet, dann wieder Zulu, während englische Untertitel eingeblendet sind und dann wechselt es plötzlich wieder zu Englisch. Und es ist echt nicht einfach da mit zu kommen, weil man erwartet den nächsten Untertitel und wartet, und plötzlich wird einem klar, dass die Leute gerade Englisch reden, und dann hat man die Hälfte schon nicht mehr mitbekommen.

Nun ja, nächsten Montag ist „Heritage Day“, und somit frei für alle und ich muss nicht arbeiten. Noch dazu ist am Wochenende, also Freitag auf Samstag ein Prayers-Workshop, wo Prisca, meine Gastmutter hingeht. Sie hatte mich gefragt, ob ich mitwill und erst wollte ich auch, weil es bestimmt interessant ist, zu sehen, was man da so lange macht. Dann fragte sie mich, ob ich einen Schlafsack habe, man übernachten dort nämlich. Am nächsten Tag, also gestern hat sie mich gefragt, ob ich nicht für die Zeit zu Kenosis gehen will. Wenn alles klappt verbringe ich dort ein langes Wochenende, also Freitag Nachmittag bis Montag Nachmittag, was mich freut, weil ich dann sowohl die Kinder als auch die Volounteers sehen werde. Außerdem vermisse ich etwas von meinen Sachen und hoffe es dort zu finden. Der Vorteil davon ist auch, dass ich da bestimmt wieder abends ins Büro an den Computer darf und ich dann also guten und vor allem kostenlosen Internetzugang habe!
Das Internet in der Mall hat mich nämlich 25,80R für 42 Minuten gekostet, das sind ungefähr 3,50€/Stunde. Prinzipiell aber okay, weil ich sonst keine Ausgaben habe eigentlich. Also bis jetzt. Ich war ja am Montag mit meiner Gastmutter einkaufen, auch Sachen nur für mich, keine Ahnung, ob sie da das Geld wieder für haben will, und auch die Prepaidkarte fürs Handy hat sie bezahlt. Ach ja, meine Nummer ist: +27 71 967 5942. Mich kosten mit dem Netz SMS nach Deutschland umgerechnet nur 13 ct, also wenn jemand Lust und Zeit und 30 ct am Handy übrig hat, einfach melden, ich freue mich!!

Wer Lust auf länger schreiben und länger auf Antwort warten hat: hier meine Adresse, bzw. die Postbox, über die ihr oder eure Briefe mich erreichen: Box 327, Plessislaer 3216 , Edendale
Auch hier: ich freue mich über Briefe!!
Weil Zeit zum Antworten habe ich, da ich höchstens bis 4 Uhr in der Creche bleibe. Dann zuhause ist auch nichts los, bis zum Abendessen, das mal um 5 und mal um Viertel 8 ist. Dann setzt man sich vor den Fernseher und irgendwann gehe ich in mein Zimmer, um zu lesen.
Ab und zu werde ich in die Mall gehen, um das Internet zu nutzen oder mir schöne Kleider und vor allem Schuhe (!) anzugucken
:).

Ach ja, noch was, die Sache mit dem Handtuch hat sich erledigt, ich habe inzwischen eins bekommen. Es bleibt trotzdem das Problem mit dem Haare waschen, das sich als sehr kompliziert herausgestellt hat. Das mag daran liegen, dass Südafrikaner so gut wie alle, die Haare entweder kurz tragen, oder fest am Kopf geflochten, und sich somit das Haare waschen erledigt. Noch ein Vorteil von Kenosis: es gibt echte Duschen!
Viele Frauen tragen über ihren festgeflochtenen Haaren Perücken, die dann meistens glatt sind. Man erkennt daran, ob es sich um echte oder künstliche Haare handelt. Überhaupt sind die Haare von Afrikanern echt komisch. Die sind so krass kraus und fühlen sich stumpf und, nun ja, ein wenig nach Plastik an, weil sie einfach dick und hart sind. Nur die ganz kleinen Babys, also unter 5 Monaten haben weichen Flaum am Kopf.
Ach, noch was, was mir heute aufgefallen ist: auch afrikanische Babys haben am Anfang blaue Augen! Bei den Kleinen sieht man noch so eine Ahnung davon, die sind dann nicht tiefschwarz, sondern sehr dunkel blau-grau.

Okay, das war es dann wieder von mir! Wie schon erwähnt, ich freue mich sehr über Nachrichten von euch, auf welchem Weg auch immer
:). Machts gut!

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Di

18

Sep

2012

Creche

Dienstag, 18. September 2012

 

Okay, das mit dem Komfort, begreife ich jetzt noch besser. Als ich heute morgen duschen wollte, musste ich feststellen, dass es leider keinen Duschkopf gibt, sondern nur die Wassereinlasshebel. Aber da kommt auch nur kaltes Wasser raus. Also hat Mmd. Mahaye Wasser für mich erhitzt und die Wanne geschüttet. Es war aber trotzdem kaum was, und dann wollte ich auch nicht zu viel Wasser nehmen, wegen seltenem Gut und so. Ich hab es dann schließlich doch irgendwie geschafft, mich zu duschen. Dann ist mir aufgefallen, dass ich kein Handtuch habe, und im Bad, das sich übrigens nicht absperren lässt, nur ein einziges hängt, mit dem ich mich dann auch abgetrocknet habe. Ich werde mir wohl eines kaufen müssen. Wie ich das dann noch in den Koffer bekomme, das weiß ich noch nicht.

Zum Frühstück gab es Grieß in Wasser gequollen, also Grießbrei nur mit Wasser statt Milch. Aber wenn man etwas Milch hinzugibt und viel viel Zucker, dann schmeckt das Ganze sogar nach was. Allgemein sind hier viele Sachen furchtbar süß. Man hat das Gefühl, man hätte nur Zucker im Mund. Aber wenn man den Saft dann sehr verdünnt, dann kann man ihn sogar trinken.

Gegen halb 8 bin ich dann zur Creche. Ist ja bloß ein paar Schritte von meinem Haus entfernt. Es waren noch nicht wirklich viele Kinder da. Mir wurden ein paar Zettel in die Hand gedrückt, auf denen auf Englisch ein ungefährer Ablauf eines Kindergartentages beschrieben war. Den hab ich mir durchgelesen und versucht, ein Konzept zu finden. Bis 9 Uhr gab es nichts zu tun. Die Kinder wurden gebracht, ich wurde vorgestellt und die Kinder haben gespielt, bzw. getobt und mich mit großen Augen angeguckt. Was wirklich neu war für mich: die vielen jungen Kinder und auch Mütter. Es sind drei Babys hier, ein winziges, das vielleicht höchstens 3 Monate alt ist, dann Lusanda, ca. 6 Monate und Sianda, 11 Monate alt. Die Mütter der beiden kleineren Babys gehen noch zur Schule, eine ca. 15, die andere könnte schon 17 sein. Und noch was, es kam eine Frau mit zwei Kindern rein, und wurde vorgestellt: „This is the mother of Anele, and the Grandmother of ___“. Anele ist ungefähr 4, das andere Mädchen, mit schwerem Namen vielleicht 1 oder 1 ½. Sie ist so winzig, sie geht mir nicht mal bis zum Knie! Aber sie kann schon laufen.

Dann ging es los mit dem „Morning Ring“. Die Kinder stellen sich in einen Kreis, fassen sich an den Händen und sangen ein paar Lieder. Es ist schwierig rauszuhören, ob es ein Zululied oder ein englisches Lied ist, da beides ein wenig ähnlich klingt, weil es eben noch Kindergartenkinder sind, die außerdem sowieso „Black English“ sprechen. Und ich habe auch oft Schwierigkeiten die Erwachsenen zu verstehen. Nach ein paar Liedern haben sich alle auf den Boden gesetzt. An der Wand hängen Lernplakate, Monate, Zahlen, Formen, Vokabeln, alles Englisch. Erst ging es um das Wetter heute. An der Tafel stand dann: „Today is Tuesday. It is sunny.“. Das haben die Kinder dann auch alle zusammen wiederholt.

Dann wurden die Wochentage besungen, auf Englisch und auf Zulu. Ich hab versucht zuzuhören und sie mir zu merken, aber es sind völlig fremde Laute, und ich hätte sie gerne schriftlich, zum besseren Einprägen. Das ist auch das Problem, dass ich mit den Namen habe. Sie sind einfach nicht vergleichbar mit europäischen Namen, die einem bekannt vorkommen, sondern sind Aneinanderreihungen von scheinbar zufälligen Silben. Okay, einige Namen sind einfacher, wie zum Beispiel Anele oder Nkosi. Aber das sind auch die Kürzesten! Aber zurück zu den Wochentagen: Samstag ist unaussprechbar für mich, weil es einen Klicklaut enthält, ein Schnalzen mit der Zunge, und das mitten im Wort!

Mit den Zahlen ging es dann genauso, erst auf Englisch bis 20 und dann auf Zulu. Auch die Monate wurden auf Englisch aufgesagt. Nach Dezember kommt: „December 25 is Christmasday. Jesus was born!“. Allgemein sind viele Lieder auf Jesus bezogen. Was auch in Deutschland nicht vorkommt, sind die Kinderrechte, diese werden hier gemeinsam wiederholt, natürlich auf Englisch. Genauso wie die Formen. Als Vokabeln gibt es: „mother“, „time“, „table“, „pencil“, „chair“, „woman“, „parcel“, „wall“, „door“, „money“ und noch ein paar, die ich jetzt gerade nicht mehr weiß. Ich vermute mal, dass dies die ersten Worte sind, die ich auf Zulu kann, weil sie immer als Paar aufgesagt werden.

Irgendwann war Essenspause. Ich habe mich mit den Kindern in den anderen Raum gesetzt und ihnen zugesehen, bzw. hier eine Tüte und dort ein Jogurt geöffnet. Ach ja, niemand braucht sich wundern, warum Südafrikaner fast alle recht rund sind. Wenn man den kleinen Kindern in den Kindergarten kleine Chipstüten, süße Jogurts oder Lollis mitgibt und sonst nichts gescheites, dann muss man sich auch nicht wundern, dass die Kinder sich daran gewöhnen und auch so immer gerne Snacks und Süßigkeiten essen. Noch ein Nachteil dieser Ernährung: fast alle Kinder haben furchtbar schlechte Zähne, bei manchen sind schon halbe Zähne vom Karies zerfressen. Ich frage mich, ob die das nicht spüren, oder warum sie einfach weiter leben, ohne etwas zu machen!

Und außerdem essen alle Südafrikaner riesige Portionen… ich hoffe immer, dass es nicht zu blöd kommt, wenn ich oft gerade mal die Hälfte von ihren Portionen auf meinen Teller tue. Ich versuche dann, etwas langsamer zu essen, damit ich nicht zu früh fertig bin und einen Nachschlag ablehnen muss. Ich platze sonst!! Doof ist es nur dann, wenn die Portionen schon auf dem Teller sind, so wie in der Creche heute Mittag. Dann hilft alles nichts, und ich muss da durch. Und wenn ich von großen Portionen rede, dann meine ich auch echt große Portionen!! Also nicht, dass ich einfach nur wenig esse…

Die großen Kinder, also so Vorschulalter, so 4-5, haben irgendwann außen gemalt und versucht die „4“ zu lernen. Manche hatten es voll drauf, andere sind nicht über wahllose Strichkombinationen rausgekommen. Das kleinste Baby war die ganze Zeit in einem separaten Raum, wo es die meiste Zeit geschlafen hat. Die anderen beiden Kleinen lagen im Raum ohne Tafeln auf einem Bett, dass dort steht. Mal geschlafen, mal geweint, mal getrunken. Irgendwann hat die Größere den Kleineren ins Ohr gebissen. Einfach so. Ich war nicht dabei, also kann ich nicht genau sagen, was dazu geführt hat. Was mir aber ein wenig missfallen hat, war, dass die Kleinen sehr oft einfach alleine gelassen wurden. Ich hatte oft Angst, dass die einfach runterfallen oder sonst was passiert, also hab ich immer mal wieder nach ihnen gesehen, vor allem auch, wenn sie geweint haben. Die Crecheleiterin, eine runde Frau, fast 50, meinte irgendwann, dass ich drauf schauen sollte, sie still zu kriegen, weil ich die Kinder nicht immer auf den Arm nehmen kann, wenn sie weinen: „No one can afford this!“. Ich hab trotzdem versucht, weinende Kinder zu trösten, in dem ich sie auf den Arm genommen hab, oder sie gestreichelt habe.

Beim „Second Ring“ waren alle außen und es wurden wieder viele Lieder gesungen, diesmal viele mit Bewegungen und fast alle Englisch.
„Right arm, and left arm, and shake your body (gesprochen: Buudi), and swing your arms!” oder “Sing a melody in my house” oder “Forewards and backwards and side by side and turn around”. Die Kinder singen echt voller Begeisterung und tanzen und können tausende verschiedene Lieder mit unzähligen Strophen auswendig. Beim „Second Ring“ gingen schon die Streitereien los, wer neben mir stehen darf und meine Hand bekommt. Allgemein wollten mich alle anfassen, mein Gesicht, meine Beine, meine Hände. Es kommt vermutlich nicht so oft vor, dass sie weiße Menschen treffen.

Ab morgen bekomme ich eine Gruppe mit 10 Kindern (5 Mädchen, 5 Jungs), mit denen ich dann völlig frei arbeiten soll und wenn möglich nur Englisch reden soll: „Die werden dich schon verstehen, im Notfall benutzt du Zeichensprache!“. Was anderes bleibt mir auch nicht übrig, schließlich kann ich kein Zulu. Das scheinen die Kinder aber noch nicht zu wissen, auf jeden Fall fragen sie immer wieder was und ich weiß einfach nicht, was sie meinen! Ich hoffe aber, dass sich auch das bessert. Ich werde erstmal die Namen lernen müssen, und dann werde ich wahrscheinlich ähnliches machen, wie ich heute bei Lundi (die andere Erzieherin) gesehen habe. Ach, ich bin übrigens „Miss Krisi“ oder „Teacher Krisi“. Es ist ein Mädchen dabei, die mich ein wenig an die Luisa erinnert, also meine kleinste Schwester. Sie ist ein kleiner Wildfang, ständig am Toben und Machen und Quatschen. Und sie hängt sich gerne an große fremde Menschen dran, sobald sie weiß, dass diese harmlos sind.

Immer wenn ich was sage, werden alle still und betrachten mich aus großen, dunklen und manchmal furchtsamen Augen. Sie sind schon echt süß. Und sie wirken auch fröhlich und zufrieden und stören sich nicht an dem nicht vorhandenen Komfort (-> sie pinkeln in Eimer!!). Auch der wenige Platz scheint ihnen nichts aus zu machen. Sie sind einfach Kinder, die zum Spaß haben nicht viel brauchen und an so einem Ort einfach zusammen mit anderen Kindern spielen können und alles andere vergessen. Das macht die Arbeit mit ihnen echt bereichernd, so anstrengend sie auch ist, da sie wahnsinnig laut sein können und ständig in Bewegung sind. Man kann gar nicht nicht fröhlich sein. Möglich, dass es mir nach einer oder zwei Wochen zum Hals raushängt, aber bis jetzt ist es schön und ich habe das Gefühl, dass es drei schöne Monate werden können.

Ab 13.00 Uhr wurden nach und nach die Kinder abgeholt, die letzten um halb 4. So lange war ich da, hab mich mit der Leiterin unterhalten (Namen erfahre ich noch). Von ihr habe ich auch noch mal eine Bestätigung bekommen, dass in der Mall ein Internetcafé ist. Weil meine Gastmutter gestern Abend meinte, dass es keines in der Mall gibt und das nächste in der Stadt ist, wo sie mich hinbringen könnte, was aber vermutlich nicht öfter als einmal pro Woche möglich wäre. Die Leiterin hat zwei Töchter, eine ist Lundi, die andere geht noch zur Schule, Name ebenfalls unbekannt bzw. vergessen, in die 11. Klasse, also ist sie so 16 oder 17. Sie scheint mir recht sympathisch und wer weiß, vielleicht lerne ich sie ja ein bisschen besser kennen und muss dann nicht alleine in die Mall.

Ich saß dann, als alle Kinder weg waren mit der Familie der Leiterin in ihrem Wohnzimmer (direkt neben den Räumen vom Creche) und habe Fern gesehen. So gegen halb 5 hab ich dann verlauten lassen, dass ich mich jetzt auf den Weg nach Hause mache. Sie meinten nur, dass sie interessiert daran wären, was man so in Deutschland isst. Weil Südafrikanisches Essen ist immer Reis (oder Putu) mit Hühnchenfleisch und irgendeinem Gemüse. Hab ich bis jetzt 4 von 4 Malen gegessen. Also soll ich mal mit ihnen in die Mall und da einkaufen, um ihnen zu zeigen, was man so für Zutaten in Deutschland oder allgemein Europa so benutzt und dann mit ihnen zusammen kochen, um es ihnen beizubringen. Ich habe keine Ahnung, was ich da nehmen soll. Weil die typischen deutschen Gerichte sind nicht so leicht, also so ganz ohne Rezept und so. Aber vermutlich lass ich sie einfach mal Nudeln mit Hackfleisch- oder Gemüsesoße machen
J. Weil das wird bei uns ziemlich häufig gegessen und dürfte eine kleine Abwechslung darstellen.

Es sieht also so aus, als hätte ich quasi zwei Familien. Eine bei der ich wohne und frühstücke und Abendessen und abends vor dem Fernseher sitze (andere Familienaktionen kennen sie anscheinend hier nicht). Und eine, bei der ich den Vormittag und frühen Nachmittag verbringe. Wobei der Tag eigentlich vorbei ist, wenn ich heimkomme, so wie heute um halb 5, weil ich hatte nur kurz Zeit zum Schreiben, dann wurde es dunkel und dann gab es Essen. Ich dachte immer, dass es schon bei uns im Winter sehr früh dunkel wird, aber das ist nichts zu hier, wo es um halb 7 spätestens stockfinster ist, aber ich glaube, das habe ich bereits einmal erwähnt.

Ich stehle mich irgendwann vom Fernsehen, weil es irgendwie nicht das ist, was ich mir so unter schönem Abend vorstelle, um zu lesen, bevor ich schlafe. Aber ich denke, dass mir das niemand übel nimmt, denn auch die beiden Söhne sind nicht die ganze Zeit vorm Fernseher. Ich schlafe hier so wahnsinnig viel! 9-10 Stunden sind da Normalfall und das, wo ich zuhause nie lange schlafen kann, also normal. Und ich könnte auch noch viel länger im Bett liegen bleiben, es ist warm und gemütlich und nicht einmal ein bisschen Licht stört mich hier.
  Warm ist es aber in der Nacht nur, weil ich mit langer Jogginghose und dicken Stricksocken unter der Decke liege. Die Nächte sind nämlich ziemlich kalt. Und das wenn tagsüber die Temperaturen schon jetzt, im frühen Frühling auf 30°C klettern. Ich bin ja mal gespannt, wie warm es noch werden wird, wenn es dann auf den Sommer zugeht. Und Weihnachten :)
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Mo

17

Sep

2012

Neue Umgebung

Montag, 17. September 2012

 

Es gibt so viel zu sehen, und so vieles ist so unterschiedlich zu Deutschland, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich werde vermutlich auch nicht hinterher kommen und alles aufschreiben können. Dazu sind es einfach viel zu viele Eindrücke.

Ich bin jetzt bei Familie Mahaye. Es gibt zwei Söhne, 14 und 9. Ich habe ein recht großes Zimmer, mit riesigem Bett, auf dem tausende Schichten von Decken und Tagesdecken liege, ich komme mir ein wenig vor wie die Prinzessin auf der Erbse :)
. Problem: ich habe keinen Kleiderschrank! Also heißt es wohl 3 Monate aus dem Koffer leben!!

Das Haus ist für südafrikanische Verhältnisse groß, und dafür, dass nur vier Personen hier drinnen leben, eigentlich auch für deutsche. Allerdings ist es keineswegs zu vergleichen. Irgendwie ist alles nicht ganz sauber, mein Zimmer ist okay, aber so an der Decke (welche nicht vorhanden ist, da ist nur das Wellblechdach) oder in irgendwelchen Ecken ist es schmuddelig. Aber nicht schlimm eigentlich. Ich denke, es ist bestimmt schwierig, so ein Haus sauber zu halten, wenn es einfach überall außen schmutzig ist und staubig.

Aber jetzt wieder anschließend zum letzten Bericht. Gestern Abend nach dem Abendessen (Putu=Reis/Hirse-ähnliches Getreide; typisch für Südafrika), habe ich Sr. Happiness geholfen. Sie ist dabei Deutsch zu lernen und hat viele Übungsaufgaben zu machen. Problem dabei ist, dass viele Wörter unbekannt sind und Deutsch einfach ne doofe Sprache ist, die kaum Regeln hat, die einem das Lernen erleichtern würden. Also habe ich mit ihr ein paar dieser Aufgaben gemacht und versucht, ein paar Regeln zu erklären. Es ging unteranderem um die Vergangenheitsform oder den Genetiv.

Am nächsten Morgen habe ich ein paar Bilder verkleinert, damit ich sie besser hochladen kann. Dann, so gegen 10.30h, hat Sr. Happiness mich in die Stadt gefahren, zur Creche (doch eher ein Kindergarten, was das Alter der Kinder angeht), in der Rev. Mahaye arbeitet, und von der ich dachte, dass ich da auch arbeiten werde. Also kurz reingeschaut, den Kindern „hallo“ gesagt und dann sind wir mit Rev. Mahaye zu ihrem Haus gefahren. Im Auto hab ich erfahren, dass ich doch in einem anderen Creche arbeiten werde, da dieser schon genug Betreuerinnen hat.

„Mein“ Creche ist deutlich näher am Haus, deshalb kann ich hinlaufen, beim anderen hätte ich das Taxi nehmen müssen, jeden Tag. Aber er ist auch deutlich ärmer. Die Anzahl der Kinder ist nahezu gleich, es ist aber nur eine Betreuerin da, und es gibt nur zwei winzige Räume. Ich werde eine eigene Gruppe Kinder bekommen, mit denen ich dann male, spiele oder sonst was tun werde. Mir wurde gesagt, dass ich Zulu lernen müsste, weil nur die wenigsten Kinder Englisch könnten. Aber ich soll von den Kindern lernen, die seien gute Lehrer
J. Also mal sehen, was das wird, wenn ich da morgen das erste Mal hingehe. Arbeiten muss ich von halb 8 bis 12, aber dann muss ich warten, bis alle Kinder abgeholt wurden.

Dann ging es zum Haus und Sr. Happiness verabschiedete sich. Falls ich irgendein Problem hätte oder irgendwas nicht passen würde, soll ich mich einfach bei ihr melden und sie versucht dann was zu machen. Außerdem gab sie mir noch auf den Weg, dass falls ich ausgeraubt werden würde, ich auf keinen Fall versuchen sollte, das Zeug wieder zu bekommen, sondern einfach froh sein sollte, dass mir nichts passiert ist, ebenso, falls ich bedroht werden sollte, einfach Tasche her reichen und hoffen, heil davon zu kommen. Sehr beruhigend…

Nachdem ich mich ein wenig zum Lesen hingehockt habe, bin ich mit Rev. Mahaye (ihren Vornamen weiß ich nicht, bzw. kann ihn mir nicht merken, weil ich ihn immer nur gehört hab) ins Einkaufszentrum. Es sind vielleicht 5-10 Minuten zu laufen, also echt okay. Ich wurde mehr oder weniger unauffällig angestarrt. Kommt wohl nicht so oft vor, dass sich Weiße in ein Township verlaufen. Das Einkaufszentrum ist riesig und beherbergt auch einen McDonalds. Alle anderen Läden sind unbekannt. Mir wurde eine Prepaidkarte besorgt, da ich versucht habe, Geld abzuheben, aber noch nichts auf dem Konto ist. Im „Pick ’n‘ Pay“ haben wir dann Unmengen eingekauft, sie hat mich ständig gefragt, was ich denn haben will. Ich hab so die Befürchtung, dass ich wohl immer alleine kochen werde. Zumindestens Mittags. Aber das schaffe ich schon, Nudeln mit Soße oder Packungssuppe gehen immer
J.

In Südafrika findet man an der Fleischtheke auch Hühnerinnereien/-herzen/-luftröhren/-füße zu kaufen, oder ganze Kuhköpfe, noch mit Fell und Schnauze. Apropos Kühe: die laufen hier einfach frei in der Stadt herum, da kommt es schon mal vor, dass man ihnen auf der Straße mit dem Auto ausweichen muss. Was sonst noch so frei herumläuft: Ziegen, Hühner und sogar Affen. Auf dem Weg zum Einkaufscenter lag am Wegrand ein toter Hund. Einfach so. An den Straßenrändern und auch zwischen den Häusern liegt unglaublich viel Müll. Noch sind zwar viele grüne Pflanzen vorhanden, aber das liegt daran, dass es hier sie letzten Woche viel geregnet hat. Jetzt ist das Wetter schon deutlich Afrika-typischer, mit wolkenlosem Himmel, warmer Luft und einer Sonne, die unbarmherzig runter brennt.

Das mit dem Kleider-Code stimmt so irgendwie nicht ganz. Also ich mein, ich habe jetzt schon sehr häufig Frauen mit kurzen Kleidern und Röcken gesehen, sogar gestern in der Kirche. Ich hätte also ohne Probleme meine Sommerkleidchen mitnehmen können, jetzt muss ich es leider in langer Hose aushalten, was aber vielleicht sowieso keine schlechte Idee ist, da ich ja nicht verbrannt werden will. Heute habe ich noch keine Sonnencreme verwendet, ich hab‘s einfach vergessen, und jetzt hoffe ich, dass ich keinen Sonnenbrand davon getragen habe.

Wenn ich mir das Haus und die Umgebung hier so ansehe, dann merke ich erst, was für ein Luxus bei der Kenosis-Community doch gegeben ist. Ich hatte Menschen um mich, die ebenfalls neu im Land waren, die Anlage war abseits der Stadt und somit irgendwie sicherer gelegen, ich hatte Internet.
Hier fühle ich mich irgendwie ein wenig einsam und fremd. Was vermutlich daran liegt, dass ich einsam und fremd bin. Ich hoffe aber, dass sich das recht schnell ändert… Was das Internet angeht, hier im Haus gibt es definitiv keinen Internetanschluss. Ich war zwar in der Mall heute, aber die ist so riesig, dass ich nur einen Bruchteil davon gesehen habe. In dem Teil, den ich gesehen hab, war kein Internetcafé. Sr. Happiness meinte aber, dass es hier sicher eines gibt, also werde ich einfach morgen oder so mal nach der Arbeit hingucken und mich schlau machen.

Eines ist jetzt schon klar: wenn ich wieder zurück bin, werden meine Ansprüche ziemlich niedrig sein! Denn in 3 Monaten hat man genug Zeit sich an die Gegebenheiten zu gewöhnen und damit abzufinden. Das werde ich also auch schaffen. Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja auch was, dass ich vielleicht doch noch ab und zu was mit den Volounteers von Kenosis zu tun haben werde. Die Amerikanerin werde ich höchstwahrscheinlich nicht kennenlernen, die arbeitet direkt beim Creche, bei dem ich nicht sein werde, das wäre so perfekt gewesen. Naja, so spare ich mir wenigstens die Taxikosten.

Jetzt, wo ich einen festen Wohnsitz habe, wird es auch möglich sein, mir Briefe zu schreiben. Adresse fuege ich hinzu, sobald ich sie erfahre!!

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So

16

Sep

2012

Gottesdienst

Sonntag, 16. September 2012

Gegen halb 8 klopft es an meiner Tür: „Do you not go to church?“. Also schnell duschen, anziehen und dann ratlos rumstehen, aus der Tür gucken. Ich soll mit den anderen Volounteers in die Kirche gehen. Doch wo muss ich hin? Da laufen zufällig gerade 4 weiße Menschen vorbei, ich häng mich an sie dran, sie steigen in einen Kleinbus, in dem unglaublich viele schwarze Kinder sitzen, also frage ich, ob sie die Deutschen sind, und quetsche mich auf die Rückbank. Es sind sogar 5 Deutsche hier: Phillip, Lena, Leyla und Annika, die Volounteers von Kenosis und dann ist da noch Christina(Kristina?), sie wohnt nur auf dem Gelände und arbeitet in der Schule, wo sie Deutsch unterrichtet, das ist dort ab der 8. Klasse so üblich. Sie ist 23, und damit älter als die andern, die sind 18 oder 19. Obwohl alle schon länger hier sind (Annika schon 10 Wochen), ist es für sie auch das erste Mal in der Imbali Church, davor waren sie immer im deutschen Gottesdienst in Hayfields.

Die Kinder gehören alle zur Community, sie leben hier mit ihren Geschwistern und Müttern. Sich um sie zu kümmern, das ist unter anderem die Aufgabe der 4 Volounteers, die hier alle ein Jahr verbringen. Diese Kinder sind unglaublich laut! Alle rufen durcheinander, manche hören Musik und singen laut mit, andere sind interessiert und unterhalten sich mit den anderen Deutschen und auch ich werde nach meinem Namen gefragt, was dann sehr witzig für die Kinder ist, denn es gibt damit eine „Kristina No.2!“.

Auf dem Weg zur Kirche kommt man durch die verschiedensten Viertel. Es ist alles dabei, vom krassen Slum mit Wellblechdachhütten und manchem Lehmklumpenhaus, über Betonklotzhäuser mit buntem Anstrich, bis hin zu riesigen Villen mit großem Garten und Stacheldrahtzaun. Aber egal, wo man sich gerade befindet, es sind überall Menschen zu sehen, die ihrer Arbeit nachgehen, oder kleine Kinder, die zwischen den Häusern hin und her flitzen.

Bei der Kirche angekommen, unterhalte ich mich noch ein bisschen mit den Deutschen. Unter anderem stellt sich heraus, dass Annika die Manu kennt, weil beide bei den Vorbereitungswochenenden in Neuendettelsau waren (-> Mission – eine Welt).

Ein Gottesdienst in Südafrika ist lang (9.00-11.30h!), und sehr musikalisch. Schon beim Betreten des Gebäudes dringt mehrstimmiger Gesang an mein Ohr. In der Kirche sind Frauen verteilt, die einfach so alle zusammen ein Lied singen, das von einer älteren Frau angestimmt wird. Das immer wieder zwischen den Lesungen in der Bibel (ja, es gibt mehrere) und der Predigt. Liturgie und „Kirchenlieder“ sind aber auch vorhanden, und oft ist auch die Melodie bekannt. Es werden viele Lieder gesungen, man hört sich ein wenig in die Sprache ein, erkennt Aussprache und Muster. Aber verstehen kann ich immer noch nichts.

Da die Volounteers das erste Mal in dieser Kirche waren, sind wir alle vor, haben ein Lied gesungen („Da berühren sich Himmel und Erde“) und uns kurz vorgestellt. Das war im Voraus von einer Schwester (dessen Namen ich mir nicht merken kann) angekündigt worden. Die Lesungen und die Predigt waren auf Zulu, aber ein Mädchen hatte eine englische Bibel dabei, so konnte ich wenigstens verstehen, um was es ging!
Aber das Ganze zog sich ewig lang… Vor allem, weil man da sitzt, auf einfachen Holzbänken, und einfach eine Stunde lang voll gelabert wird, man aber nicht den Hauch einer Ahnung hat, worum es geht…!

Aber auch das ging irgendwann vorbei. Es ging dann nicht gleich zurück, sondern es wurde beim Einkaufszentrum gehalten, weil irgendwer was kaufen musste (ja, am Sonntag). Die Kids sind ausgestiegen, es lief laut Musik und so haben sie angefangen zu tanzen. Und was die alles drauf hatten! Stellt euch ein kleines Mädchen, vielleicht so 7 oder 8 vor, die einfach voll auspackt und abgeht! Und das mit einer besseren Qualität als ein Großteil der Tänzer, die man so sieht (-> Step-up-Style).
Außerdem haben sie sich die Kamera von Christina geschnappt und haben viele Bilder von sich gegenseitig gemacht, vor großen Autos, beim Tanzen, oder einfach so. Irgendwann kamen zwei kleine Mädchen (Namen zu kompliziert): „May I do your hair?“. Sie durften, und so hatte ich 10 Minuten später eine hübsche Anzahl von kleinen geflochtenen Zöpfchen.

Dann ging‘s aber wieder weiter und bald darauf waren wir wieder im Kenosis Retreat. Ich wohne ja im Schwesternhaus. Aber da keine Schwester da war, war auch das Haus zugesperrt. Ich hatte Hunger, hatte ja kein Frühstück gehabt, und müde noch dazu. Bin dann mit den Volounteers in ihr Haus, hab beim Abwaschen geholfen und dann wurde gekocht und gegessen. Spaghetti mit Tomatensauce. Kleiner Ekelfaktor: im Nudelkochwasser waren kleine schwarze Tierchen… Philipp hat die aber zum Glück alle rausgefischt.

Als die dann alle sich kurz hinlegen wollten, hab ich mich wieder aufgemacht, um nach der Tür zu gucken, war aber immer noch zu. Also bin ich ein wenig rumgelaufen, hab mir das Gelände angeguckt, und dann kam ein kleines Mädchen, Mandisa. Sie lief zu verschiedenen Dingen hin (z.B. einem Busch mit Blüten, oder einem Fenster) und fragte: „What’s this?“. Die Kinder wachsen hier zweisprachig auf. Zulu können selbst die Kleinsten, und Englisch kommt dann dazu, somit kann man sich auch mit den Kleinen eigentlich ganz gut unterhalten. Lustig ist, wenn sie was nicht auf Englisch wissen, passiert es oft, dass sie einfach auf Zulu antworten und man gar nichts versteht
J.

Also bin ich ein bisschen mit Mandisa herumgelaufen, zu verschiedenen blühenden Büschen und hab ihr erklärt, dass das alles „flowers“ sind. Ich hab sie auf dem Arm getragen und sie hat mir auf Zulu das Kommando gegeben, dorthin zu gehen. Und dann hab ich‘s auch irgendwann verstanden, aber gemerkt hab ich‘s mir nicht.
Sie hat mich dann auch zu Christinas Haus geführt, sie lebt in einem Haus, das eigentlich für viel mehr Leute gedacht ist. Sie lebt dort nur zur Miete, weil sie nicht bei Kenosis sondern in der Schule arbeitet. Sie ist ein halbes Jahr hier. Irgendwann kam auch eine Schwester nach Hause und ich bin in mein Zimmer.

Nach dem ich mich ein wenig ausgeruht hatte, bin ich raus, um ein paar Bilder zu machen. Als ich zurück komme, kommt mir eine größere Gruppe Leute entgegen, es sind die Deutschen und ein paar Jungs, die spazieren wollten. Also bin ich mit.
Die Kids sind echt so leicht zu begeistern, ständig kam einer her: „May I please, madame!“ und wollte meinen Foto um Bilder zu machen. Irgendwann hab ich einfach nein gesagt.
Aber ein paar schöne Bilder sind trotzdem rausgekommen. Was ich an südafrikanischen Kindern bewundere: sie sind so begeisterungsfähig und leidenschaftlich und aktiv und fröhlich! Es macht einfach wahnsinnigen Spaß ihnen zuzusehen, sie haben die abgefahrensten Ideen, ständig versuchen sie sich gegenseitig zu übertrumpfen.

Wir sind dann wieder zurück, zur Fußballwiese, da kamen uns dann auch schon die anderen Kinder entgegen, unter anderem Mandisa. Ständig hieß es: „Me, me!“ und dann sollte ich entweder ein Bild machen, oder sie wollten ein Bild machen, ich hab die Kamera gehalten und ausgelöst, sie nur auf den Bildschirm geguckt, das war schon faszinierend genug. Also hatte ich viele viele Bilder von süßen, kleinen, lächelnden Kindern. Hab aber einige gleich wieder aussortiert, weil sie nichts geworden sind, oder einfach viel zu viele vorhanden waren. Mandisa hat mich nicht mehr losgelassen, hat mit mir gekuschelt, auf meinem Rücken rumgerutscht und wollte ständig Bilder. Ich hab sie gelassen, weil ich sie vermutlich sowieso nicht mehr wirklich oft sehe, weil ich ja ab irgendwann in der Stadt wohne.

Als es langsam gedämmert hat, gegen 17.30h, bin ich wieder zurück zum Schwesternhaus. Ich hab keine Ahnung, wie lange ich jetzt hier noch sein werde. Jetzt ist es stockfinster, es ist aber gerade mal viertel 8. Ich bezweifele, dass ich heute noch irgendwohin gehen werde, als ins Bett.

Ich fand es heute wirklich schön, auch wenn ich merke, dass ich einfach noch ein wenig brauche, bis ich in die Gemeinschaft der Volounteers voll integriert wäre. Aber es ist schade, dass ich dann in der Stadt niemand habe. Außer ich mache was aus mit den andern, oder besuche sie, wenn ich mal Zeit habe. Es ist schön bei Kenosis, mit den Kindern und den anderen Deutschen. Da frage ich mich manchmal, warum ich nicht den einfacheren Weg gewählt habe, über Neuendettelsau, dann könnte ich das Ganze länger haben, und viel erleben. Aber keine Sorge, ich komme nach 3 Monaten wieder und werde auch so Spaß haben. Die Menschen hier sind echt einfach offen und herzlich und man fühlt sich schnell angenommen.
Ich bin nur echt gespannt, wann das mit dem „Umziehen“ alles mal etwas klarer wird und ich meinen Koffer irgendwo auspacken kann!!

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Sa

15

Sep

2012

Anreise

Freitag, 14. September 2012/ Samstag, 15. September 2012


9.00h Start nach Frankfurt Flughafen mit dem Auto. Nils hat sich bereit erklärt, mich hinzufahren. Wir kommen ohne Schwierigkeiten durch und sind um halb 12 im Parkhaus (gar nicht so einfach, sich da zu orientieren…). Check-in war noch nicht möglich, da wir zu früh da waren, wir wollten auf Nummer sicher gehen, man weiß ja nie, was einem so begegnet.
Mein Koffer wog 23,5kg, eigentliches Maximalgewicht: 23kg. Ich bin wohl in den Toleranzbereich gerutscht. Reaktion des Schalterbeamten (Businessclass, da frei): „Sie wissen, dass Sie mehr Gepäck mitnehmen dürfen?!“. Bezog sich darauf, dass theoretisch ein zweiter Koffer mit höchstens 23kg noch zum Freigepäck zählt. Da ich die Fluggesellschaft wechseln musste und man da dann nur ein Gepäckstück mit 23kg mitnehmen durfte, hatte sich das schon im Voraus erledigt. Handgepäck wurde weder gemessen noch gewogen. Zu meinem Glück, denn er wog 8,7kg (erlaubt: 8kg) und unter den Vordersitz passte er auch nicht.
Wegen der vielen Zeit noch ein bisschen zusammen am Flughafen gebummelt, bis ich dann gehen musste…

Am Gate selber dann wieder warten. Und dann ging es los:

„Ladies and Gentlemen, welcome on board…“. Es folgen die Sicherheitsanweisungen und Begrüßung der Mannschaft. Wenn man mit Egyptair fliegt, dann kommt man in den seltenen Genuss, dies auch auf Ägyptisch zu hören. Und zwar auf vollster Lautstärke. Das ist schön angenehm, wenn man gerade eigentlich schlafen wollte… Außerdem ist der Flughafen in Kairo bestückt mit lauter Angestellten, die so wirken, als würden sie ihre Arbeit nicht so ganz ernst nehmen, das Checken des Reisepasses wird im Vorbeiwischen erledigt, der Sicherheitscheck wirkt ebenso lasch, ich musste nicht mal meinen Laptop auspacken. Das habe ich dann aber trotzdem gemacht und „Dr. House“ angeschaut, während ich auf das Boarding gewartet habe.

Ansonsten hat mit dieser Airline alles geklappt, ich habe Abendessen, Mitternachtsessen und Frühstück bekommen, und es hat sogar echt ganz gut geschmeckt! Wir waren nahezu pünktlich. Nur natürlich nicht, als wir in Johannesburg angekommen sind, und ich sowieso nur 1 ¾ Std. Aufenthalt hatte.
Also kam ich schon 20 Minuten zu spät am Flughafen an, dann bis ich in der Passkontrolle war (vor mir natürlich ein Problemfall, der länger gedauert hat), und durch natürlich, waren nur noch 70 Minuten bis zum Start des Anschlussfluges. So, also schön am Gepäckband anstellen und warten. Und auf die Uhr gucken. Und warten. Meinen Koffer bekomme ich 50 Minuten vor Abflug.

Doch leider ist der Flughafen weder klein noch übersichtlich oder leer. Ich hatte keine Ahnung, wo ich hin muss, weil ich keinen Boardingpass hatte, da ich die Airline gewechselt hab. Als ich ziemlich verwirrt aus der Ankunftshalle raus kam, hat mich gleich so ein Angestellter bequatscht und als ich ihm geschildert hab, dass mein Flug in 45 Minuten geht, meinte er: „You have to run!“, schnappte sich meinen Koffer und schleift mich zu einem Check-in für „domestic flights“, an den Platin-Premium-Member-Schalter. Weils ein Notfall ist, geht das klar und wenig später stehe ich mit Boardingpass und ohne Koffer wieder da und mache mich auf die Suche nach Gate D5.
Der hilfsbereite Helfer bat Trinkgeld: „Twenty euros are okay for a special check in, just give me twenty euros, I will change them later!“. Da ich leider keine Lust hatte, ihm 20€ zu geben, hab ich gesagt, ich hätte nur noch 4,40€, welche ich ihm dann gegeben hab und schnell zum Gate gerannt bin. Völlig durchgeschwitzt stell ich mich gleich in die Reihe, da laut Boardingpass das Boarding in 5 Minuten anfing (30 Minuten vor Start). Ja, da stand ich dann, völlig kaputt und gestresst und habe gewartet. Irgendwann kam eine Durchsage, dass der Flug sich um 15 Minuten verspätet.

Als das Boarding dann endlich 20 Minuten später als geplant endlich anfängt, bin ich unter den ersten im Flugzeug. Ich hatte sogar einen Fensterplatz bekommen, trotz Check-in in letzter Minute! Ich hab dann noch mit einem kleinen Jungen getauscht, der sich neben seine Mutter gesetzt hat, und saß dann an der Rettungstür über dem Flugzeugflügel (allerdings ging das erst, nachdem die Flugbegleiterin mich nach meinem Alter gefragt hat, denn um da sitzen zu dürfen, musste man mindestens 15 Jahre alt sein, da man im Notfall die Türe öffnen musste). Wegen der entstandenen Verzögerung waren auch die Startbahnen weiter belegt und wir mussten warten. Lange Warten… Der Flug selbst war echt kurz, kaum war man in der Luft, gab es Frühstück, ja, noch einmal
J, und kaum war man fertig, ging der Landungsflug wieder los. Trotzdem kamen wir mit 45 Minuten Verspätung erst in Durban an (10.45h statt 10.00h).

In der Ankunftshalle hab ich mich gleich umgesehen, ob ich ein Schild mit meinem Namen sehen kann, denn schließlich wusste Sr. Happiness nicht, wie ich aussah! War aber keines da, aber ich entdeckte eine junge Frau in Nonnentracht. Also sprach ich sie an, und tatsächlich, es war Sr. Happiness!
Übrigens war es keineswegs schönes Wetter und warm. Nein, es regnete in Strömen und hatte höchstens 18°C. Die Schwester erzählte mir, dass sie eigentlich mit ihrem Auto fahren wollte, das aber kaputt gegangen sei und sie jetzt das alte von der Kommunität genommen hat, dieses aber komische Geräusche mache und sie hoffe, dass wir noch gut heim kämen! Das Auto klang wie ein alter Traktor und hat eine Beschleunigung von 0 (gefühlt). (Es hat es aber ueberlebt!! :D)

Und außerdem fährt man in Südafrika falschrum, also auf der rechten Seite das Lenkrad. Das ist echt ungewohnt, vor allem, was Kreuzungen und Abbiegen betrifft, würde ich da nie durchblicken können. Die Scheibe beschlug ziemlich schnell und man konnte nichts sehen, aber auch nicht wirklich was dagegen machen, außer sie immer wieder abzuwischen. Südafrikanische Truckfahrer sind noch gestörter als die, die in Deutschland so umher fahren. Da ist man dann schon froh, dass nirgends schneller als 120 gefahren werden darf, denn diese Truckfahrer ziehen auch gerne einfach so mal rüber zum Überholen, egal, ob du da mit deinem Auto kommst oder nicht.

Eigentlich wäre es eine Fahrt von ca. 1 ½ Stunden gewesen, aber zwischen drin standen wir eine Stunde im Stau, wegen einem Unfall -> Truckfahrer.
Wir haben dann kurz einen Abstecher ins Einkaufszentrum gemacht, „Pick ’n‘ Pay“. Dort gibt es echt alles. Und in tausend Ausführungen. Und vergleichsweise günstig. Bis auf Süßigkeiten. Eine 100g Haribo-Packung kostet dort umgerechnet ca. 2,60€, und Schokolade ist auch nicht unter 1,50€/100g zu haben. Also werde ich mir wohl ein anderes Nervenberuhigungs-/Suchtmittel suchen müssen
J.
Prepaid-Starter-Pack gibt’s für 10ct. Wird ich mir vermutlich auch zulegen, weil‘s dann einfacher ist, mit den Leuten hier Kontakt zu halten, bzw. was auszumachen.


Ich wohne jetzt gerade in der Kenosis-Community, bis die Pastorin Zeit hat, das wird vermutlich morgen oder Montag sein. Die Community beherbergt 4 Volounteers, alle aus Deutschland, die ich bestimmt heute noch kennenlernen werde. Zur Kommunität gehören ein Gästehaus und ein Kinderheim. Einmal im Jahr gibt es eine Kinderwoche, während der sich 300 Kinder auf dem Gelände tummeln. Leider ist diese Woche ab dem 10. Dezember, also genau, nachdem ich abgereist bin. Das Gelände ist echt schön, mit vielen blühenden Büschen. Wenn es aufhört zu regnen, mach ich mal ein Bild davon! In der Creche (Kinderhort), wo ich arbeiten werde, gibt es auch eine Volontärin aus Amerika, sie arbeitet im Büro des Dean. Mit ihr werde ich voraussichtlich auch immer wieder was zu tun haben, da der Dean sein Büro neben dem Hort hat.

Mit Englisch kommt man hier eigentlich ganz gut aus, aber ich werde vermutlich auch ein paar Sachen auf Zulu lernen, da viele der Kinder kein Englisch sprechen. Vorhin hat Sr. Happiness mir auch ein paar Sachen gesagt, aber ich hab‘s wieder vergessen. Und nein, die Sprache besteht nicht nur aus Klick- und Schnalzgeräuschen! Tatsächlich gibt es einen Laut, der nicht nach Buchstabe klingt sondern eher wie ein Schmatzen, aber das ist auch das Einzige!

Ich hab mich, kurz nachdem wir hier bei Kenosis angekommen sind, in das Zimmerchen zurückgezogen, das mir zur Verfügung gestellt wurde. Ich war furchtbar müde, nach kurzem Ausruhen, habe ich mich dann zum Schreiben entschieden. Es gibt hier sogar WLAN, ich brauche nur den Sicherheitscode, aber das geht bestimmt recht einfach und dann könnt ihr sogar lesen, was ich geschrieben hab!

(okay, Wlan gibts doch  nicht, ich hab es ueber den Computer im Buero gesendet. Deswegen auch die ue-s!)

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